FuerstderSchatten hat geschrieben:Klar haben die Feindbilder und zwar die sogenannten Klassen. Ich halte es ja auch für Irrsinn, die Negierung der Gier als Antriebsfeder der Menschen halte ich für falsch oder zumindest für falsch auf absehbare Zeit leider.
Trotzdem steckt ein Humanistisches Weltbild dahinter. Das die Starken für die Schwachen einstehen sollten. Das niemand für seine Herkunft oder seine Vorlieben bestraft werden sollte, das alle Menschen gleichwert sein sollten. Die realen Kommunistischen Staaten waren natürlich Unrechtsstaaten, die keinen Pfifferling auf den einzelnen Menschen gegeben haben, es sei denn er war Kader und auch der konnte mal schnell seinen Kopf verlieren.
Bei den Nationalsozialismus finde ich schon diese Herabsetzung des Individuums ekelerregend: "Du bist nichts, dein Volk ist alles." Geradezu Menschenverachtend diese Gehabe.
Dazu die Gleichschaltung und das Totalitäre. Das alles stößt mich im Höchstmaß ab, aber der reale Sozialismus ist ja genauso totalitär und gleichgeschaltet. Wobei man schon die DDR als lighte Version des NS Staats sehen kann, in vielerlei Hinsicht.
Genauso funktioniert allerdings angewandter Kommunismus. Dort werden Individen auch zum Wohle 'des Volkes' gleichgestellt. Die Ironie von Lenins Revolution ist ja, dass sie von oben herab ausgeführt wurde. Dort verkündete man feierlich, dass es eben Opfer - für die Durchführung des eigenen Plans - geben müsse.
In dem Fall ging man vielleicht sogar noch brutaler mit dem eigenen Volk um, wenn man sich mal die Verbrechen von Stalin und Mao anschaut.
edit: Mist, deswegen zitiert man ganze Beiträge, die Realität hattest du ja danach umschrieben.
Mein Punkt ist, Linksextremisten sind kein Stück besser. Glaubst du denn, gewalttätige Autonome tun mehr, als sich einfach nur an ihrer Selbstgerechtigkeit aufzugeilen?
Du sagst doch selbst, im Endeffekt sind sich Extreme identisch. Nur Linke heucheln dir eher Gerechtigkeit vor, während rechte von ihrer Sichtweise überzeugt sind. Genauso könnte man behaupten Rechtsextreme setzen sich für den Schutz gewisser Personengruppen gegen eine gefühlte Bedrohung ein, es wäre also zumindest teilweise humanitär.
Am Ende hast du auf beiden Seiten einen Haufen Arschlöcher, die sich Einreden, etwas gutes und gerechtes zu tun.
Und wie gesagt, gerade realer Kommunismus ging trotz der angeblichen 'humanitären' Absicht noch ein Stück brutaler gegen das eigene Volk vor, als man es wohl von den Faschisten sagen konnte. Solchen Heuchlern würde ich eher noch weniger trauen als Leuten, die wenigstens offen mit ihrer Einstellung sind.