Broken Age - Double Fine Productions: Mit etwas Glück lässt sich die Gewinnzone noch erreichen

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FuerstderSchatten
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Re: Broken Age - Double Fine Productions: Mit etwas Glück lä

Beitrag von FuerstderSchatten »

Chibiterasu hat geschrieben:
FuerstderSchatten hat geschrieben:
Was ich nicht verstehe warum ist Tim Schafer überhaupt so berühmt, für mich ist es Ron Gilbert den ich eher mit MI verbinde.
Der Mann hat zu den Gags in Monkey Island sehr viel beigetragen. Das hatte Gilbert anders geplant (wesentlich ernster). Ohne Schafer wäre Monkey Island nie das Spiel das wir kennen geworden.

- Dann hat er mit Day of the Tentacle ein Adventure gemacht, dass für sehr viele Genrefans zu den allerbesten gehört.
- Full Throttle ist auch sehr beliebt (ich mag es nicht sehr) und ist auf jeden Fall einzigartig.
- Grim Fandango wird regelmäßig zum Besten Adventure allerzeiten gekürt...(sehe ich auch nicht so, wegen dem Vermurksten Interface - aber auch hier ist die Geschichte einfach sehr eigenständig einzigartig).
- Psychonauts ist an schrägen Ideen dann noch kaum zu überbieten (wieder Mängel im Gameplay, aber egal). Ich liebe es.
- Brutal Legends ist wieder total einzigartig (ich mag es aber nicht sehr).

Der Mann hat einfach ne eigene Handschrift die gewürdigt gehört.
Naja man lernt ja nie aus. Danke dafür.

Ist schon eine beeindruckende Aufstellung hier.

Ich mag sehr viele der genannten Spiele sehr gerne, Grim Fangando mochte ich nach MI 4 aber nicht spielen, weil es dieselbe Steurung sein eigen nennt soweit ich das weiß und Psychonauts habe ich auch nicht gespielt, will ich aber auch glaube ich nicht, es gefällt mir einfach schon stillistisch nicht besonders. .
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Todesglubsch
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Re: Broken Age - Double Fine Productions: Mit etwas Glück lä

Beitrag von Todesglubsch »

Bei Psychonauts merkte man eigentlich, dass Schafer das ganze viel lieber als Adventure umgesetzt hätte, hierfür aber keinen Abnehmer fand :) Das Spiel hatte allerdings den verqueren Humor, den ich z.B. auch bei DotT liebe und den ich eben gerne im Double Fine Adventure gesehen hätte.
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mindfaQ
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Re: Broken Age - Double Fine Productions: Mit etwas Glück lä

Beitrag von mindfaQ »

Rufus mochte ich überhaupt nicht, empfinde Deponia aber dennoch als eins der guten, aktuellen Adventures. Gutes Grafikdesign, gute Rätsel, hat ein paar gute Lacher dabei. Kommt aber nicht an die besten Wadjet Eye-Adventures heran für mich. Jedenfalls deutlich vor Broken Age.
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Wulgaru
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Re: Broken Age - Double Fine die Gewinnzone

Beitrag von Wulgaru »

mr archer hat geschrieben:Also gerade die eben hier genannten Day of the tentacle und Loom sind auch im Rätseldesign Klassiker. Das hat nix mit blankem Lucas-Bonus zu tun. Das sind einfach ganz herausragend gute Adventures. Unterrichtsstoff.
Ich habe auch nicht gesagt das es schlecht ist, ich finde es halt nur problematisch wenn man Edna spielt wo man dutzende Gegenstände kombinieren, untersuchen und mit ihnen sprechen kann und zudem die Rätsellösungen ebenfalls sehr absurd sind, da dann noch eine imaginäre Ebene zu erfinden was Lucas Arts noch anderes gemacht hätte...was denn? Und sag bitte nicht es war intuitiver oder sowas, denn genau das war es nun wirklich nicht...wenn man bei diesen Spielen hing, dann hing man und die Hauptspielzeit machte genau das aus. Ich will die sonst auch gar nicht schlecht reden.
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Chibiterasu
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Re: Broken Age - Double Fine Productions: Mit etwas Glück lä

Beitrag von Chibiterasu »

Achso, naja soviel anders haben die natürlich nicht gemacht. Sie waren halt einfach 15-20 Jahre früher dran und damals war es eher was Neues.

Ich will auch umgekehrt Edna auf keinen Fall schlecht reden aber ganz generell sind die Daedalic-Adventures nunmal einfach Spiele die sich auf der Formel ausruhen die damals vorwiegend Lucasarts (+ Sierra) etabliert haben. Finde es daher ok wenn man Monkey Island, Day of the Tentacle und Co. auf einen Sockel stellt, gerade weil sie bisher vielleicht maximal erreicht aber nie übertroffen wurden.
Das schaut ja in anderen Genres bei anderen Vorreitern häufig anders aus.
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Wulgaru
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Re: Broken Age - Double Fine Productions: Mit etwas Glück lä

Beitrag von Wulgaru »

Ja, das ist für meine Begriffe eindeutig die Nische die sie ganz bewusst zu besetzen versuchen. Ich meine Edna ist als Studienarbeit und Kickstarter für Daedalic ja ganz eindeutig von einem Lucas Arts Fanboy gemacht, der mal genauso ein Spiel entwickeln wollte.

Wie gesagt mag ich Deadalic allgemein, vor allem Satinavs Ketten und Whispered World sind wundervoll und ich denke mir wird auch das neue Anna-Spiel gefallen...aber die beiden Ednas sind halt schon Meisterwerke für sich und stehen imho qualitativ neben den Lucas Arts Sachen. Über Humor lässt sich im Zweifelsfalle nicht streiten ist klar, aber die beiden Games haben bei so gut wie jedem Witz und jeder Aktion einen doppelten bis dreifachen Boden was für Games unglaublich selten ist. Bin natürlich totaler Fan und auf der Basis lässt es sich schlecht objektiv argumentieren, aber das gehört eben schon zu den Sachen die mich in den letzten 10 Jahren am meisten geflasht haben.
Zuletzt geändert von Wulgaru am 19.07.2015 10:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Skabus
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Re: Broken Age - Double Fine Productions: Mit etwas Glück lä

Beitrag von Skabus »

Todesglubsch hat geschrieben:
Floosen hat geschrieben:Tim Schafer war an Monkey Island 3 übrigens nicht eintscheidend beteiligt.
Ich sag ja nur, dass MI3 qualitativ besser ist als ein Daedalic-Adventure, mit Schafer hat das per se ja nichts zu tun. :)
Aber du hast nichts über das "Warum" gesagt. Monkey Island 3 gehört zu meinen absoluten Lieblingsspielen, aber ich seh halt kein technisches oder spielerisches Elemente an MI3 das wesentlich besser ist als Deponia.

Nenn mir doch mal ein paar Dinge :)
Chibiterasu hat geschrieben:Ich will auch umgekehrt Edna auf keinen Fall schlecht reden aber ganz generell sind die Daedalic-Adventures nunmal einfach Spiele die sich auf der Formel ausruhen die damals vorwiegend Lucasarts (+ Sierra) etabliert haben.
Das stimmt nicht. Wenn es eine deutsche Firma gibt, die sich konsequent weiterentwickelt, dann ist es wohl Daedalic Entertainment.

Die haben mit Pokis Adventure angefangen und sich dann in alle Richtungen weiterentwickelt. Wie schon gesagt, man versucht jetzt mit dem Ansatz des interaktiven Storytellings das klassische P&C-Adventure zu erweitern. Eine Entwicklung von der ich schon seit Jahren gesagt habe, dass sie irgendwann mal kommen muss, weil sie für ein P&C einfach passt. Ich find P&Cs nach wie vor zu linear und zu star. Es gibt mir zu wenig freie Interaktionsmöglichkeiten und oft füht auch immer nur eine Lösung zum Ziel. Ein interaktiverer Ansatz ist also der nächste logische Schritt.

Wenn es Leute gibt die sich nicht weiterentwicklen dann sind das doch Leute wie Tim Schaefer, die sich auf ihrer Erfolgsformel ausruhen...




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Chibiterasu
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Re: Broken Age - Double Fine Productions: Mit etwas Glück lä

Beitrag von Chibiterasu »

Tim Schafer hatte Lust ein Spiel nach klassischer Adventure Manier zu machen, weil er das Gefühl hatte die seien ziemlich ausgestorben (in den USA wird Daedalic leider nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt)

Wo siehst du sonst in seinem Schaffen irgendetwas formelhaftes, wiederkauendes?
Ich will nicht sagen, dass ihm alles geglückt ist aber der Mann hat schon verschiedenstes ausprobiert (wieviel er jetzt zu den einzelnen Spielen der Double Fine Studios wie Costume Quest, Stacking und Co. beigetragen hat, weiß ich nicht - aber er muss sicher alles absegnen und da scheint er auch für vieles offen zu sein).
Skabus hat geschrieben:
Wenn es eine deutsche Firma gibt, die sich konsequent weiterentwickelt, dann ist es wohl Daedalic Entertainment.

Die haben mit Pokis Adventure angefangen und sich dann in alle Richtungen weiterentwickelt.
Das ist doch totaler Quatsch, sorry.
Man muss hier auch auf jeden Fall Daedalic der Entwickler und Daedalic der Publisher unterscheiden. Versteht mich nicht falsch, ich liebe Daedalic und bin froh dass es sie gibt.
Ohne sie wäre die P&C Adventure-Landschaft heutzutage relativ trostlos.

Aber ihre Spiele sind im Kern seit 7 Jahren die gleiche Formel (und zwar eine die wie gesagt schon vor ihnen etabliert wurde). Sie sind halt mutig genug immer wieder neue Geschichten, Szenarien, Charaktere zu entwerfen und das muss man ihnen hoch anrechnen.

Aber in alle Richtungen weiterentwickelt halte ich schon für stark übertrieben.

Welches ihrer Spiele ist denn jetzt eines mit interaktiven Storytelling?... das hab ich dann nicht gespielt.
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Sir Richfield
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Re: Broken Age - Double Fine Productions: Mit etwas Glück lä

Beitrag von Sir Richfield »

Outsider hat geschrieben:Habs gerade beendet und bin alles andere als begeistert finde das spiel großzügig gesagt ziemlich mittelmäßig und mal im Ernst was denn für Rätsel?
Spoiler
Show
das greifhackenspiel kleiner kopf und tiefe stimme die pampe zusammenrühren und so zeug wie mit den Kabeln oder der Knoten hat ja mal ernsthaft den Namen Rätsel nicht verdient
Sorry, aber:
Hacke
Haken
bzw.:
Bild
Bonus: Google Image Suche nach "Hacken" bringt mir zu viele Haken und zu wenig Hacking. ;)
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Skabus
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Re: Broken Age - Double Fine Productions: Mit etwas Glück lä

Beitrag von Skabus »

Chibiterasu hat geschrieben:Tim Schafer hatte Lust ein Spiel nach klassischer Adventure Manier zu machen, weil er das Gefühl hatte die seien ziemlich ausgestorben (in den USA wird Daedalic leider nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt)
Und hat er es deiner Meinung nach geschafft? Ich finde es gibt dutzende Low-Buget-Adventures die vom Niveau her an Broken Age heranreichen. Das Niveau eines Daedalic-Adventures erreicht Broken Age aber keinesfalls. Vor allem gegen Deponia, hat dieser bescheidene Versuch von Tim Schafer wieder eine Rolle in der Adventure-Szene zu spielen einfach mal keine Chance.

Und das Daedalic in der USA ignoriert wird hat sicher kaum etwas damit zu tun, dass den Amis der Qualitätsstandard zu gering ist, sondern einfach damit, dass P&C-Adventures heute kaum noch Aufmerksamkeit erhalten. Die ganze Szene wird schon seit Jahren vor allem von osteuropäischen Studios getragen und lebt hauptsächlich durch den großen Erfolg in Deutschland. Tim Schafer erzeugt auch nur wegen seines Namens Aufmerksamkeit in den USA. Dort gilt man halt immer als jemand, wenn man irgendwas wirtschaftlich erfolgreiches abgeliefert hat. Wäre Tim Schafer irgendein unbekannte Indie-Entwickler, würde sich auch dort keine Sau für ihn interessieren. Da brauchst du dir keine Illusionen machen ;)
Chibiterasu hat geschrieben:Wo siehst du sonst in seinem Schaffen irgendetwas formelhaftes, wiederkauendes?
Ich rede jetzt immernoch von den Adventures. Lies doch einfach auch mal was ich schreibe. Dann kann es doch auch keine Missverständnisse geben. Ich rede nicht über DF oder die Spiele von DF insgesamt, sondern hier geht es mir nur um Adventures, bzw. genauer P&C-Adventures.
Chibiterasu hat geschrieben:Das ist doch totaler Quatsch, sorry.
Das ist kein totaler Quatsch und entschuldigen brauchst du dich auch nicht. Höchstens dafür, dass du die Realität als "Quatsch" bezeichnest.

Daedalic hat mit "Edna bricht aus" begonnen. Dann sind einige weitere Adventures nach der klassischen Formel veröffentlicht worden. Dabei hat man auch Marken wie DSA wiederbelebt und das sicher nicht nur mit geringem Erfolg.

Dann hat man mit Blackguards auch angefangen sich im RPG-Genre auszubauen. Das bereits ein 2. Teil herausgebracht wurde, sollte auch genug sagen.

Dann hat man begonnen auch Publisher-Aufgaben zu übernehmen und Spiele anderer Studios zu promoten.

Jüngst hat man ein Studio in Düsseldorf eröffnet und will ein Space-Exploration-Game entwickeln. Ebenfalls wieder ein bewusster Ausbau ihres Portfolios.

Sorry, aber ich kanns wirklich auf den Tod nicht ausstehen, wenn Leute, die einfach Null Sachverstand haben(bzw. mir den Eindruck vermitteln, nicht sonderlich gut informiert zu sein), irgendwas als "Quatsch" abtun, nur weil sie selbst absolut nicht im Bilde sind.
Chibiterasu hat geschrieben:Welches ihrer Spiele ist denn jetzt eines mit interaktiven Storytelling?... das hab ich dann nicht gespielt.
Das Spiel ist noch gar nicht raus. Klar kann man daher auch noch nicht sagen, obs ein Erfolg wird. Darum geht es mir persönlich allerdings nicht. Sondern darum, dass aktuell nahezu ALLE Adventure-Entwickler nur die alte LucasArts-Formel nutzen. Linear, storylastig, meistens mit viel Humor. Da ist es sehr erfreulich, dass Daedalic hier versucht neue Wege zu gehen, denn P&Cs haben sich bissher von allen Spielegenres am wenigsten weiterentwickelt.

btw.: Hier die Infos zu dem von mir genannten Spiel: http://www.daedalic.de/de/Game/The_Devils_Men

MfG Ska
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Wulgaru
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Re: Broken Age - Double Fine Productions: Mit etwas Glück lä

Beitrag von Wulgaru »

International scheint Daedalic auch ein bisschen darunter zu leiden das die Übersetzung häufig nicht so gut zu sein scheint. Da machen die Leute von den Unwritten Tales-Spielen schon ein paar Sachen richtiger, weil sie das ja selbst übernehmen.
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Todesglubsch
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Re: Broken Age - Double Fine Productions: Mit etwas Glück lä

Beitrag von Todesglubsch »

Daedalic leidet vor allem unter fehlender Bekanntheit. Offizielle Aussage war ja AFAIK, dass sie schon längst den Laden schließen könnten wenn Deep Silver ihnen nicht geholfen hätte, ein paar Spiele auf Steam zu wuchten.
Sorry, aber ich kanns wirklich auf den Tod nicht ausstehen, wenn Leute, die einfach Null Sachverstand haben(bzw. mir den Eindruck vermitteln, nicht sonderlich gut informiert zu sein), irgendwas als "Quatsch" abtun, nur weil sie selbst absolut nicht im Bilde sind.
Daedalic hat aktuell nen Haufen Adventures entwickelt und zwei Rollenspiele. "In alle Richtungen weiterentwickeln" ist für mich auch etwas anderes. Da ist kalypso z.B. etwas vielfältiger - wobei beide Firmen natürlich unter ihren lächerlich niedrigen Budgets leiden.
Aber du hast nichts über das "Warum" gesagt. Monkey Island 3 gehört zu meinen absoluten Lieblingsspielen, aber ich seh halt kein technisches oder spielerisches Elemente an MI3 das wesentlich besser ist als Deponia.
Ich kann Rätseldesign und Co schlecht beurteilen, vor allem weil ich Deponia nie richtig gespielt habe, aber wie oben geschrieben: Monkey Island 3 hatte (in der dt. Version) die deutlich passenderen Sprecher. Ich mag Monty Arnold, ernsthaft, aber auf Rufus will er mir einfach nicht passen. Aber der Punkt, den ich halt immer ankreide (und hier im Thread schon angekreidet habe) ist halt die Animation: Die handgezeichneten Trickfilmzwischensequenzen und Animationen von MI sehen halt besser aus, als diese Flash-Animationen von Deponia, wo man nur ein paar Körperteile umherschiebt um Bewegung anzudeuten.
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Chibiterasu
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Re: Broken Age - Double Fine Productions: Mit etwas Glück lä

Beitrag von Chibiterasu »

Skabus hat geschrieben:
Chibiterasu hat geschrieben:Tim Schafer hatte Lust ein Spiel nach klassischer Adventure Manier zu machen, weil er das Gefühl hatte die seien ziemlich ausgestorben (in den USA wird Daedalic leider nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt)
Und hat er es deiner Meinung nach geschafft? Ich finde es gibt dutzende Low-Buget-Adventures die vom Niveau her an Broken Age heranreichen. Das Niveau eines Daedalic-Adventures erreicht Broken Age aber keinesfalls. Vor allem gegen Deponia, hat dieser bescheidene Versuch von Tim Schafer wieder eine Rolle in der Adventure-Szene zu spielen einfach mal keine Chance.
Wie gesagt, Deponia habe ich noch offen. Ich freu mich drauf. Erst recht wenn es so gut sein soll.
Aber mir hat Broken Age sehr gefallen bisher. Mich spricht der Artstyle, die Vertonung, die Charaktere und die Geschichte bis jetzt sehr an. Die Rätsel haben ihre Hochs und Tiefs, keine Frage.
Ich sehe das Spiel persönlich aber doch ein Stück über Gemini Rue und Co. (falls du diese Spiele jetzt meintest).

Von Daedalic eigentlich nur Edna, Harvey und Machinarium (das ja eigentlich von Amanita Design ist) drüber.
Skabus hat geschrieben:
Chibiterasu hat geschrieben:Wo siehst du sonst in seinem Schaffen irgendetwas formelhaftes, wiederkauendes?
Ich rede jetzt immernoch von den Adventures. Lies doch einfach auch mal was ich schreibe. Dann kann es doch auch keine Missverständnisse geben. Ich rede nicht über DF oder die Spiele von DF insgesamt, sondern hier geht es mir nur um Adventures, bzw. genauer P&C-Adventures.
Kann sein dass du davon geredet hast, hast du nur nicht geschrieben.
Und um den kreativen Output eines Mannes zu beurteilen, muss man halt schon sein Gesamtwerk ansehen.
Aber gut, selbst von Monkey Island zu Day of the Tentacle zu Vollgas zu Grim Fandango kann ich gewisse Entwicklungen erkennen.
Nicht alle gefallen mir, aber speziell im Bereich Story-Telling wurde er einfach immer ambitionierter.
Skabus hat geschrieben: Sorry, aber ich kanns wirklich auf den Tod nicht ausstehen, wenn Leute, die einfach Null Sachverstand haben(bzw. mir den Eindruck vermitteln, nicht sonderlich gut informiert zu sein), irgendwas als "Quatsch" abtun, nur weil sie selbst absolut nicht im Bilde sind.
Danke für die Blumen.


Skabus hat geschrieben:
Das ist kein totaler Quatsch und entschuldigen brauchst du dich auch nicht. Höchstens dafür, dass du die Realität als "Quatsch" bezeichnest.

Daedalic hat mit "Edna bricht aus" begonnen. Dann sind einige weitere Adventures nach der klassischen Formel veröffentlicht worden. Dabei hat man auch Marken wie DSA wiederbelebt und das sicher nicht nur mit geringem Erfolg.

Dann hat man mit Blackguards auch angefangen sich im RPG-Genre auszubauen. Das bereits ein 2. Teil herausgebracht wurde, sollte auch genug sagen.

Dann hat man begonnen auch Publisher-Aufgaben zu übernehmen und Spiele anderer Studios zu promoten.

Jüngst hat man ein Studio in Düsseldorf eröffnet und will ein Space-Exploration-Game entwickeln. Ebenfalls wieder ein bewusster Ausbau ihres Portfolios.

Sorry, aber ich kanns wirklich auf den Tod nicht ausstehen, wenn Leute, die einfach Null Sachverstand haben(bzw. mir den Eindruck vermitteln, nicht sonderlich gut informiert zu sein), irgendwas als "Quatsch" abtun, nur weil sie selbst absolut nicht im Bilde sind.

Nix anderes hab ich doch gesagt: Sie haben Edna bricht aus gemacht - und dann x andere klassische Adventures. Ob jetzt DSA oder was anderes drauf steht ist doch völlig egal.
Die Publisher-Sache fing schon bald an und ist nunmal mehr ne finanzielle Angelegenheit als dass es irgendwie viel mit ihren Spielen zu tun hat.

Die Blackguards habe ich jetzt tatsächlich vergessen, gelten aber allgemein jetzt nicht als komplett gelungen. Ich kann das aber nicht beurteilen.
Das heißt sie haben x Adventures der alten Schule und 2 Blackguards... der Rest ist noch nicht veröffentlicht.
Skabus hat geschrieben:
Chibiterasu hat geschrieben:Welches ihrer Spiele ist denn jetzt eines mit interaktiven Storytelling?... das hab ich dann nicht gespielt.
Das Spiel ist noch gar nicht raus. Klar kann man daher auch noch nicht sagen, obs ein Erfolg wird. Darum geht es mir persönlich allerdings nicht. Sondern darum, dass aktuell nahezu ALLE Adventure-Entwickler nur die alte LucasArts-Formel nutzen. Linear, storylastig, meistens mit viel Humor. Da ist es sehr erfreulich, dass Daedalic hier versucht neue Wege zu gehen, denn P&Cs haben sich bissher von allen Spielegenres am wenigsten weiterentwickelt.
Ist also noch nicht raus... aha...
Also mal abwarten würde ich sagen. Schön wenn sie es probieren. Habe von dem Titel mitbekommen, aber nicht dass sie da einen anderen Ansatz zur Rätsellösung wählen.


Aber eigentlich nervt mich die Diskussion, weil ich schon gesagt habe dass ich Daedalic mag, ich es für die Spielelandschaft wichtig finde was sie tun und ich mich auch freue wenn sie expandieren und dann doch neue Dinge ausprobieren.

Aber das Portfolio bis jetzt sind schlicht sehr alte Ideen in neuem, teilweise sehr schönem Gewand.
Das Lucasarts (und damit auch ein Tim Schafer) da mehr Pionierarbeit geleistet haben steht für mich daher nicht zur Diskussion.

Wegen mir können Daedalic aber gerne immer klassische P&C machen. ist mir egal, ich mag die.
Aber ich werde halt auch nicht anfangen so zu tun, dass sie das Genre total weiterentwickelt und beeinflusst haben wie damals Lucasarts.
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Skabus
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Re: Broken Age - Double Fine Productions: Mit etwas Glück lä

Beitrag von Skabus »

Todesglubsch hat geschrieben:Daedalic hat aktuell nen Haufen Adventures entwickelt und zwei Rollenspiele. "In alle Richtungen weiterentwickeln" ist für mich auch etwas anderes. Da ist kalypso z.B. etwas vielfältiger - wobei beide Firmen natürlich unter ihren lächerlich niedrigen Budgets leiden.
Ok, wir können uns gerne über die "Formulierung" streiten. Aber es kann kaum bestritten werden, dass Daedalic in ihrem möglichen Rahmen sich weiterentwickelt und eben gerade nicht dabei bleibt, einfach nur ein Adventure nach dem anderen Rauszuhauen. Das war die Quintessenz meiner Aussage.

Und daran ist eben nichts "Quatsch". Es ist einfach Tatsache. Schau dir mal z.B. Piranha Bytes an. Die machen seit Jahr und Tag immer das "selbe". Klar Gothic ist kein Risen und Piratensetting ist kein Mittelalter. Aber man merkt halt, dass PB als einer der wenigen einflussreichen deutschen Entwickler sich nicht allzu weit von ihrer Kernkompetenz entfernen. Auch mit Elex nicht.

Aber Daedalic baut eben aus und scheut sich dabei nicht, über ihre eigtl. Kernkompetenz hinaus zu expandieren.
Todesglubsch hat geschrieben: Ich kann Rätseldesign und Co schlecht beurteilen, vor allem weil ich Deponia nie richtig gespielt habe, aber wie oben geschrieben: Monkey Island 3 hatte (in der dt. Version) die deutlich passenderen Sprecher.
Hm, das ist wieder ein sehr subjektiver Punkt. Rufus trottelige Stimme passt super, Goals navie Stimme passt genauso und der Kutter-Kapitän wird auch von einem bekannten Sprecher vertont. Klar deutsche Produktionen leiden generell wenn es um Syncronsprecher geht. Aber ich kann nicht wirklich erkennen, wo jetzt die Sprecher bei Deponia eine schlechtere Figur machen.
Todesglubsch hat geschrieben: Ich mag Monty Arnold, ernsthaft, aber auf Rufus will er mir einfach nicht passen. Aber der Punkt, den ich halt immer ankreide (und hier im Thread schon angekreidet habe) ist halt die Animation: Die handgezeichneten Trickfilmzwischensequenzen und Animationen von MI sehen halt besser aus, als diese Flash-Animationen von Deponia, wo man nur ein paar Körperteile umherschiebt um Bewegung anzudeuten.
Hm jetzt ist aber die Frage: Haben sie diese "Flash-Animationen" wirklich gemacht, weil sie kein Geld für bessere Animationen hatten oder wollten sie diesen Stil einfach haben?

Ich finde Deponia wirkt verdammt stilsicher. Da wirkt nichts wie "Naja, wir hatten halt kein Geld". Zumindest auf mich wirkten die Zwischensequenzen nicht so, als wären sie aus Bugetmangel so gemacht. Das ist halt ihr eigener Charme,

Und denk mal an dieses Meta-Element in Deponia. Wo Pokis Abbild immer musikalisch einen weiteren Akt einspielt. Alles auf hohem Niveau. Stilsicherer Humor. Vielleicht etwas flach an einigen Stellen aber nie peinlich oder zum Fremdschämen.

Wirklich...man sich drehen wie man will, so wirklich schlechter als MI3 ist Deponia nicht. Klar, es stellt auch keine wirkliche Weiterentwicklung dar. Aber es ist schon eine Leistung, wenn man es schafft an das Niveau der damaligen Genre-Größen anzuknüpfen.
Chibiterasu hat geschrieben:Kann sein dass du davon geredet hast, hast du nur nicht geschrieben.
Falsch:
EDIT: Ich rede natürlich nur von den Adventures nicht aber von LucasArts an sich. Bitte nicht verwechseln ;)
Und das bezog sich auf generell alles.
Chibiterasu hat geschrieben:Das Lucasarts (und damit auch ein Tim Schafer) da mehr Pionierarbeit geleistet haben steht für mich daher nicht zur Diskussion.
Richtig. Da sind wir einer Meinung. Pionierarbeit heißt aber, dass jemand als Vorreiter etwas geschaffen hat, was vor ihm noch keiner gemacht hat oder keiner in der Qualität. Das heißt dann aber nicht, dass ein Spiel dann automatisch qualitativ besser ist, nur weil es Pionierarbeit war.

Ich z.B. stelle die Gothic-Reihe nicht wegen nostalgischer Verklärung über die meisten anderen RPGs, sondern weil die Atmosphäre die Gothic heute noch schafft, von anderen RPGs, die in sehr vielen Bereichen qualitativ DEUTLICH besser sind als Gothic, nicht erreicht wird. In der Kernkompetenz die Gothic so gut kann, versagen die meisten anderen RPGs einfach. Trotz besserer Grafik, erschaffen diese Offline-MMOs ala Dragon Age 3 keine wirklich dichte Atmosphäre, die einen in das Spiel eintauchen lässt.

Die LucasArts-Adventures hingegen wurden von Daedalic ganz klar erreicht. Natürlich erst 10 Jahre später. Darum ist Daedalic ja bissher auch noch kein wirklicher Visionär in dem Bereich. Aber dennoch erreicht Daedalic die inhaltliche und spielerische Qualität der damaligen LucasArts-Spiele wärend Broken Age auf mich wie ein kläglicher Versuch wirkt...
Chibiterasu hat geschrieben:Aber ich werde halt auch nicht anfangen so zu tun, dass sie das Genre total weiterentwickelt und beeinflusst haben wie damals Lucasarts.
Haben sie ja auch noch nicht. Ich sage nur, dass Tim Schafer offensichtlich kein Interesse daran hat, das Genre weiterzuentwickeln, sondern lieber sich selbst zitiert und das offenbar noch nicht mal besonders gut.



MfG Ska
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Todesglubsch
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Re: Broken Age - Double Fine Productions: Mit etwas Glück lä

Beitrag von Todesglubsch »

Skabus hat geschrieben:Und daran ist eben nichts "Quatsch". Es ist einfach Tatsache. Schau dir mal z.B. Piranha Bytes an. Die machen seit Jahr und Tag immer das "selbe". Klar Gothic ist kein Risen und Piratensetting ist kein Mittelalter. Aber man merkt halt, dass PB als einer der wenigen einflussreichen deutschen Entwickler sich nicht allzu weit von ihrer Kernkompetenz entfernen. Auch mit Elex nicht.
PB hat noch weniger Geld. Die können nur das machen, was nen Zuschlag eines Publishers bekommt. Das letzte Risen erschien z.B. sicherlich nicht, weil sie's so toll fanden, sondern weil Deep Silver sagte "Hier habt ihr fünf Kröten, macht noch eins!".
Zudem kann de PB-Cheffe ja auch schlecht sagen "So Jungs, ihr habt alle super Rollenspielerfahrung, ne? Ich will jetzt nen Shooter haben, also seid ihr alle gefeuert, hab ne neue Crew."
Daedalic kann das. Bzw. wenn ich mir so die Firmenbewertung durchlese, arbeiten sie wohl einfach stark mit befristeten Programmierern, bzw. kostengünstigen Praktikanten zusammen. Dadurch hat man natürlich Zugriff auf ein "abwechslungsreicheres" Team, als es ein Entwickler mit einem festen Mitarbeiterstamm hat.
Klar deutsche Produktionen leiden generell wenn es um Syncronsprecher geht.
Nein, eigentlich nicht. Gerade deutsche Produktionen haben eigentlich recht gute Sprecher. Aber Rufus passt mir rein äußerlich nicht zu Montys schriller Stimme. Allerdings mag das durchaus Absicht sein: Daedalic hat gerne "seltsame" Sprecher auf ihre Hauptcharakter besetzt. Bei Whispered World brauchte man ja auch Zeit bis man sich an den Sprecher gewöhnt hatte und Edna wurde ja nicht von Synchronsprechern vertont, sondern von einem Theater-Ensemble.
Hm jetzt ist aber die Frage: Haben sie diese "Flash-Animationen" wirklich gemacht, weil sie kein Geld für bessere Animationen hatten oder wollten sie diesen Stil einfach haben?
Ich tippe auf beides. Man hat aus dem zur Verfügung stehenden Geld versucht das beste zu machen. Und man kann übrigens bessere Animationen einbauen, ohne den Artstyle zu ändern. Beides hat ja nichts miteinander zu tun.