@Kajetan:
Deine verlinkte Kolumne halte ich zwar für Lesenswert, heißt aber nicht dass deswegen keine Paid-Mods möglich sind.
Sein Punkt 1 wäre dadurch entkräftet, dass der Publisher eben (wie von mir schon erwähnt) keine abartig unverschämten 75% der Einnahmen kassiert, wodurch den Moddern mehr bleibt. Das "etliche Lizenzen müssen gekauft werden" ist auch ein Einzelfall, weil nur der geringste Teil der Mods einen derlei Umfang haben - der Großteil wird mit dem SDK des Entwicklers erstellt.
Wenn ich also eine neue Landschaft inkl. Quests rein mit dem SDK erstelle, brauche ich keine 20 weiterer Lizenzen kaufen und hätte dann ein kleines Taschengeld, das ich mit der Mod verdiene.
Der Punkt 2 ist auch schnell ausgehebelt, wenn der Publisher die Haftung gänzlich ausschließt - was definitiv rechtlich ohne großen Umstand möglich ist und ohne dass man sich vorher einen Anwalt leisten muss.
Oder noch nie auf Vertriebsplattformen von Drittherstellerwerken den Hinweis "Support gibt es, wenn überhaupt, nur beim Hersteller des Addons und nicht bei uns" (natürlich so nicht wortwörtlich) gelesen?
Sein Punkt 3 ist reine Aufbesserung des eigenen Images. Oder würdest du, wenn du eh keinen Verkauf ernsthaft eingeplant hast, dich hinstellen und "Yeah, ich verkaufe es jetzt" rufen, wenn du siehst dass der Großteil keinen Bock auf Kaufen hat? Ist doch klar dass er sich da nun als weißer Ritter hinstellt.
Alleine sein "Ich selbst werkel seit Beginn des Projekts 2011 tagtäglich mindestens acht Stunden an Enderal, [...]. Unentgeltlich" grenzt doch an Hohn. Wovon lebt der gute Kerl denn, wenn er jeden Tag mindestens 8 Stunden an dieser Mod arbeitet?
Wenn man sich schlau über ihn macht, sieht man dass er Student ist. Und Geld vom Amt oder von den wohlhabenden Eltern einfach zu leugnen, nur um sich selber als Messias der Gaming-Branche auszugeben halte ich für ehrlos und lächerlich...
Es ist zwar korrekt, dass es im direkten Sinne unentgeltlich ist, aber er eben indirekt vom Amt bzw. seinen Eltern dafür bezahlt wird. Und mit solchen Aussagen ruiniert er unter Umständen anderen Entwicklern, die von sowas wirklich leben die Einkommensgrundlage, weil den Spielern damit suggeriert wird, dass man von Luft und Liebe leben kann.
Versteht mich hier definitiv nicht falsch:
Ich bin ganz klar ein Feind des Paid-Mods-Vorhabens, wie es versucht wurde, aber einzig und alleine aus dem Grund, weil der Anteil, den der Publisher sich nehmen wollte unverschämt hoch war.
Wenn dieser Anteil auf 10-25% sinken würde, wäre es fair und doch absolut kein Problem mehr, weil man ja Geld nehmen KANN und nicht muss. Wer also wirklich nicht davon leben muss und es gratis anbieten möchte, der kann dies auch weiterhin tun.