Ich interessiere mich nicht sehr für Sport, aber ich denke man kann davon ausgehen, dass sowohl F1-Wagen, Tour de France-Räder und alles Mögliche sonst ziemlich strengen Richtlinien unterliegen, oder?
Hier mal ein Ausschnitt aus einem Interview mit Mads Mikkelsen im
ZEITmagazin, das ich vorgestern gelesen habe:
ZEITmagazin: Verstehen Sie, dass Sportler dopen, um ihre Grenzen zu durchbrechen?
Mikkelsen: Ja, absolut. Ich habe damit überhaupt kein Problem. Alle tun immer so, als seien sie völlig schockiert, wenn rauskommt, dass jemand gedopt hat: "O nein, er war doch mein Held!" Was für ein Bullshit. Niemand, seit dem ersten Tag, seit hundert Jahren, ist die Tour de France clean gefahren. Keiner. Früher haben die Fahrer sogar offen gezeigt, was sie benutzten, sie hatten Kokain, und Journalisten haben sie dabei gefilmt, wie sie sich Spritzen setzten. Natürlich ist es etwas ganz anderes, wenn du 16-Jährige dazu ermunterst, zu dopen. Aber die rein moralische Frage zu stellen ist doch seltsam: Wir wollen ja, dass diese Jungs drei Wochen lang irre Leistungen abliefern, und das kann eben eigentlich keiner. Aber die Fahrer halten trotzdem alle durch. Da muss man doch nur eins und eins zusammenzählen.
ZEITmagazin: Trotzdem macht es Ihnen Spaß, zuzuschauen?
Mikkelsen: Natürlich wäre es fantastisch, wenn Doping einfach so verschwinden würde und alle auf dem gleichen Level konkurrieren würden. Aber es gibt Doping, und damit konkurrieren auch alle auf dem gleichen Level. Ich glaube, eigentlich würde jeder Athlet es gern aus eigener Kraft schaffen, weil Schummeln ja kein gutes Gefühl hinterlässt. Ich schummle nicht, wenn ich Karten spiele oder Sport mache. Oder ich beichte es sofort, weil sich der Sieg nicht gut anfühlt, wenn du nicht ehrlich warst. Aber bei Profisportlern ist das anders, sie haben gar nicht das Gefühl zu schummeln, weil es die anderen genauso machen. Ich fände es furchtbar, wenn rauskäme, dass Usain Bolt dopt. Aber er wäre immer noch ein Held für mich.
Nur mal so zum Thema Doping im Sport allgemein.