Spielkultur: Virtual Reality ist laut Warren Spector nur eine Modeerscheinung

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Hahle
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Re: Spielkultur: Virtual Reality ist laut Warren Spector nur

Beitrag von Hahle »

Ob es was wird oder nicht will ich mal nicht orakeln, aber ich hoffe einfach mal dass es was wird. Bin ja auch skeptisch, vor allem was die Übelkeit betrifft, aber gerne lieber morgen als in 20 Jahren.

Für mich selbst sehe ich sogar eher bei AR keine interessanten Anwendungsbereiche. Also ich wüßte jetzt nicht großartig, wo ich irgendwelche Computerinhalte gerne in meine Umwelt integrieren würde. Der praktische Mehrwert im Vergleich zum Monitor ist da für mich noch nicht wirklich gegeben. Und auch ein 3D-Modell wird sich wahrscheinlich mit einem entsprechenden Monitor samt Grafiktablett immer noch wesentlich besser bearbeiten lassen, als mit irgendwelchen Bewegungssteuerungen.
Minecraft als Dauerbildschirmschoner auf dem Wohnzimmertisch oder ein virtuelles Tamagotchi und dann wird es schon schwieriger mit den "guten" Ideen.
Die techn. Details sind aber ja auch noch unklar. Erstmal abwarten, welche Auflösung AR überhaupt schafft.

Wenn ich Disney wäre und die Star-Wars-Spiele-Lizensen hätte, ich würde jetzt aktuell selbstverständlich am VR-Todesstern-Angriffssimulator arbeiten. Käufer gäbe es wohl so Einige. :)
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Shevy-C
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Re: Spielkultur: Virtual Reality ist laut Warren Spector nur

Beitrag von Shevy-C »

Liesel Weppen hat geschrieben: Ausprobiert? Oder nur davon gelesen? Oder ausprobiert und absolut unkreativ, und die Demos waren määäh?
Man kann doch gar nicht so scheuklappenbehafet sein, da kein Potential zu sehen?!
OR mit irgendner Tech-Demo ausprobiert. Es war zwar was Neues, aber nichts was mich mitgenommen hätte. Von daher sehe ich mich nicht dabei, in x Jahren mit einem solchen Gerät zu zocken. Passt überhaupt nicht in die Art, in der ich Videospiele konsumiere.

Wo in meiner Aussage steht irgendwas zu "Potential"? Nirgends. Es war einfach meine Meinung zu VR. Dieses Konzept "Meinungen" scheint im Internet echt noch nicht an allzu viele Leute herangetreten zu sein. Kaum entspricht eine Äußerung mal nicht der eigenen Auffassung, gibts Unterstellungen und Vorwürfe wie Zukunftsverschlossenheit.

Naja, kommt vielleicht noch.
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Randall Flagg78
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Re: Spielkultur: Virtual Reality ist laut Warren Spector nur

Beitrag von Randall Flagg78 »

KING_BAZONG hat geschrieben:
Randall Flagg78 hat geschrieben:[
Ich bin auch der Meinung, dass wird "The Next Big Thing" auch im Spielebereich. In 10 Jahren hat jeder so ein Ding zu Hause.
10 Jahre ? Okay. Ich halte dagegen. 2025 werden wir immer noch in der Mehrheit vor dem Schirm hocken und via Pad zocken.
Angenommen!
Um was soll es gehen?

Ich sehe das nämlich gelassen. 2009 musste ich mir auch die ganze Zeit anhören "Wer braucht schon ein Smartphone?" und "Ich hab Internet zu Hause, unterwegs brauche ich keines. Und dann noch auf so einem Mini Schirm. Und die Auflösung!" :lol:
johndoe1238056
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Re: Spielkultur: Virtual Reality ist laut Warren Spector nur

Beitrag von johndoe1238056 »

Ist ja toll, dass hier immer so super Vergleiche kommen.

Ich setzte mich dann mal in mein wasserstoffbefeuertes Auto und tanke am nächsten Wasserhahn auf. Moment mal, dass wurde mir zwar vor zig Jahren versprochen, aber bis heute gibt es nur Prototypen und Versuchsfahrzeuge. Vom inzwischen völlig im Sande verlaufenden Hype um Elektroautos fange ich gar nicht erst an.

Das VR in absehbarer Zeit einen ähnlichen Siegeszug wie das Internet oder Smartphones hinlegt, steht doch noch völlig in den Sternen.
maho76
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Re: Spielkultur: Virtual Reality ist laut Warren Spector nur

Beitrag von maho76 »

Das VR in absehbarer Zeit einen ähnlichen Siegeszug wie das Internet oder Smartphones hinlegt, steht doch noch völlig in den Sternen.
was zum großen teil aber auch nur die Erwartungshaltung derer ist die genau das anzweifeln, self-fullfillung-prohpecy nennt sich das.
Balmung dürfte hier der fanatischste und begeistertste Anhänger von VR sein, von dem kommen solche sprüche aber nicht, der rechnet erstmal (vernünftigerweise) mit nische... wie groß die nische ist wird sich zeigen. aber ganz ehrlich: metal ist auch nische (ne verdammt große^^), und wenn ich mir Pop-Mainstream anschaue / höre bin ich froh drum. ;)
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Sir Richfield
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Re: Spielkultur: Virtual Reality ist laut Warren Spector nur

Beitrag von Sir Richfield »

Akabei hat geschrieben:Vom inzwischen völlig im Sande verlaufenden Hype um Elektroautos fange ich gar nicht erst an.
Soo sehr im Sande verlaufen ist der nicht, auch wenn die Autoindustrie alles daran zu setzen scheint, den unterdrücken zu wollen.
Ich meine, wie sonst soll ich die ganzen Ideen der nicht-Tesla Hersteller verstehen, wenn nicht als Ablehnungsangebot? Kleinwagen zum Preis der Premiumklasse, nicht eingerechnet die Akkumiete plus Remote Ignition Interruptor, wenn du deine Miete nicht bezahlt hast.

Nur solange Tesla noch Dinger auf die Straße stellt, die dann am Normalnutzer vorbeirauschen, wird das Thema nicht von der Straße verschwinden. (OK, das Wortspiel war schwach).

Bei VR war das ja auch so, dass Oculus einfach mal gemacht hat und das so lange präsent gehalten hat, bis die anderen Märkte davonschwimmen sahen und deshalb gleich mal alle auf den Zug aufgesprungen sind.
Da wird sicher noch eine Säuberung kommen! Alle gleichzeitig werden es auf dem Markt nicht schaffen, so denn ein Markt vorhanden sein wird.
Und dann muss man sehen, wie es angenommen wird. Da hilft der Autovergleich dann auch nicht mehr. Den Tesla können Leute mit ein wenig zu viel Geld auf der Straße Werbung fahren, den VR Helm wird man eher zu Hause anhaben.
Da wird die Frage sein, ob das Produkt und das Angebot wirklich gut ist. Denn so wie der Tesla davon abhängt, ob ich den auch vernünftig "tanken" kann, so ist bei VR wichtig, dass der Helm/die Brille auch usecases hat und nicht neben der Wii verstaubt.
Wobei ich da vom Massenmarkt rede. Dem Endgame quasi. Bis dahin sind noch ein paar Stufen auf der Treppe.
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chichi27
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Re: Spielkultur: Virtual Reality ist laut Warren Spector nur

Beitrag von chichi27 »

ronny_83 hat geschrieben:Im Gegensatz zu 3d-Filmen halte ich VR für ein langanhaltend unterhaltendes Feature, obwohl ich noch nicht sicher bin, wie gut die Erfahrung wirklich ist. Aber die Potenziale sehe ich als sehr groß. Dagegen waren 3D-Filme wirklich nur eine Modeerscheinung, die heute irgendwie nur noch nerven.
Bei 3d sind auch viele vom großen Wurf ausgegangen. Wie sich das ganze entwickeln wird weiß keiner :wink: .
unknown_18
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Re: Spielkultur: Virtual Reality ist laut Warren Spector nur

Beitrag von unknown_18 »

Quark, bei 3D hat man es sich nur schöngeredet um etwas zu haben mit denen man die Leute dazu bringt Geld dafür auszugeben. Wenn dir 3D zu normalem 2D vielleicht 10% neues Erlebnis bringt, dann sind es bei VR Minimum 100% mehr. 3D ist eine nette Erfahrung, aber es macht das Ganze nicht wirklich zu einer völlig neuen Erfahrung, es kommt lediglich etwas Tiefe dazu. VR ist eine komplett neue Erfahrung, die gar für so Manchen die Sicht auf die Welt verändern könnte.
Shevy-C hat geschrieben:
Liesel Weppen hat geschrieben: Ausprobiert? Oder nur davon gelesen? Oder ausprobiert und absolut unkreativ, und die Demos waren määäh?
Man kann doch gar nicht so scheuklappenbehafet sein, da kein Potential zu sehen?!
OR mit irgendner Tech-Demo ausprobiert. Es war zwar was Neues, aber nichts was mich mitgenommen hätte. Von daher sehe ich mich nicht dabei, in x Jahren mit einem solchen Gerät zu zocken. Passt überhaupt nicht in die Art, in der ich Videospiele konsumiere.

Wo in meiner Aussage steht irgendwas zu "Potential"? Nirgends. Es war einfach meine Meinung zu VR. Dieses Konzept "Meinungen" scheint im Internet echt noch nicht an allzu viele Leute herangetreten zu sein. Kaum entspricht eine Äußerung mal nicht der eigenen Auffassung, gibts Unterstellungen und Vorwürfe wie Zukunftsverschlossenheit.

Naja, kommt vielleicht noch.
Ist ja alles schön und gut, nur bezweifle ich, dass du mit dieser einen Techdemo wirklich VR richtig erlebt hast, also Präsenz. Und damit basiert deine Meinung leider nur auf Halbwissen. Das wird mit ziemlicher Sicherheit die Rift DK2 gewesen sein und mit der Präsenz zu erleben ist äußert schwierig, dafür braucht es die richtige Techdemo.

Wenn du also wirklich mitreden willst ohne Halbwissen, dann warte einfach auf eine Gelegenheit die fertige Rift mit der richtigen Demo auszuprobieren, mit der ist es dann recht leicht Präsenz zu erleben und wenn du dann sagst das es dich absolut kalt lässt, dann hat Niemand hier ein Problem damit deine Meinung zu respektieren. ;)

Aber nicht bei einer Meinung, die auf schlechter VR Erfahrung beruht. Nicht ohne Grund hat Oculus immer und immer wieder wiederholt, dass das DK2 ein unfertiges Produkt ist, nur für Entwickler gedacht, nicht für Endkunden und schon gar nicht um sich damit mal schnell eine Meinung von VR zu bilden, die mit 99+% Wahrscheinlichkeit auf "falschem" VR beruht.
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KING_BAZONG
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Re: Spielkultur: Virtual Reality ist laut Warren Spector nur

Beitrag von KING_BAZONG »

Randall Flagg78 hat geschrieben: Angenommen!
Um was soll es gehen?
Um's Recht. Das reicht mir.
Ich sehe das nämlich gelassen. 2009 musste ich mir auch die ganze Zeit anhören "Wer braucht schon ein Smartphone?" und "Ich hab Internet zu Hause, unterwegs brauche ich keines. Und dann noch auf so einem Mini Schirm. Und die Auflösung!" :lol:
Ich sehe das auch super gelassen. Musste mir in der Vergangenheit auch die Mantras geben lassen, von wegen der Controller mit seinen vielen Knöpfen ist ja viiiiel zu kompliziert und die Zukunft gehört der Fuchtelei a la Wii :mrgreen:
unknown_18
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Re: Spielkultur: Virtual Reality ist laut Warren Spector nur

Beitrag von unknown_18 »

Was?!? Gitarre tot? Wenn er damit auch E-Gitarren meinte dann soll er in der Hölle schmorn. :mrgreen: :twisted:

Naja, ich dachte auch das der Wii Controller sich durchsetzen kann, da hatte ich aber auch noch die Rechnung ohne die wenig einfallsreichen Entwickler gemacht... Ich dachte dabei eher an Spiele wie Resident Evil 4 für Wii, mit dem Spiel hatte ich ja schon mit dem Gamecube Controller auf besagter Konsole viel Spaß, aber mit WiiMote macht das Spiel Jahre später noch mal um den Faktor 5+ mehr Spaß, konnte das Spiel anschließend nicht mehr mit normalem Controller spielen.

Selbst zu zielen macht einfach verdammt viel Spaß und das werden auch viele in VR bemerken, wo man dann wirklich per Kimme und Korn der virtuellen Waffe zielen kann und nicht mehr über ein dämliches Fadenkreuz oder durch pures raten. Und womit geht das? Eben, mit einem Motion Controller wie es die WiiMote eine war, nur inzwischen mit noch besserer und genauerer Technik darin und ohne das Hindernis 2D-Bildschirm-Fenster.

Leider fiel eben den Entwicklern bei Wii nur Fuchteleien ein, weswegen ich meine Wii dann auch bereits 2008 verkaufte mangels passender Spiele für mich. Und darum hab ich auch null Problem, dass diese Steuerung mit VR wiederkommt, vor allem in besser/genauer und völlig freier/angenehmer. Sicherlich wird es wieder ein paar Deppen Entwickler geben, die mit Fuchteln anfangen, aber das wird deutlich weniger diesmal der Fall sein, weil es in VR weit weniger Sinn macht und vor allem weil die Controller diesmal richtig im Raum getrackt werden. Bei der WiiMote wusste die Wii ja nur dann wo die WiiMote ist, wenn man mit ihr auf die Wii Sensorbar gezielt hat. Ansonsten war das absolut ungenau. Das ist bei den HTC Vive und Oculus Touch Controllern völlig anders.
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KING_BAZONG
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Re: Spielkultur: Virtual Reality ist laut Warren Spector nur

Beitrag von KING_BAZONG »

War doch nicht Martin Gore, war irgendein Radiosprecher. Aber egal.
unknown_18
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Re: Spielkultur: Virtual Reality ist laut Warren Spector nur

Beitrag von unknown_18 »

Na danke, jetzt schmort der Falsche irgendwann in der Hölle. :lol:
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Aravanon
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Re: Spielkultur: Virtual Reality ist laut Warren Spector nur

Beitrag von Aravanon »

Mir scheint, da sind derzeit einige Dollar im Umlauf, die reichlich Überzeugungsarbeit gegen die VR leisten.

Außerdem muss ich mich ehrlich fragen wo diese Menschen leben, die damit rechnen während des Spielens mit einem Baseballschläger niedergeknüppelt zu werden. Ist ja nicht so, dass man ne VR Brille an das nächste GameBoy-Modell anschließen würde.

Ich kann nur sagen ja, ich will mich während des Spielens mit Freunden von meiner Umgebung isolieren. Endlich mal die ganzen leeren Flaschen und Pizzakartons ausblenden, das wird doch herrlich. :P
johndoe1238056
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Re: Spielkultur: Virtual Reality ist laut Warren Spector nur

Beitrag von johndoe1238056 »

Aravanon hat geschrieben:Mir scheint, da sind derzeit einige Dollar im Umlauf, die reichlich Überzeugungsarbeit gegen die VR leisten.

Außerdem muss ich mich ehrlich fragen wo diese Menschen leben, die damit rechnen während des Spielens mit einem Baseballschläger niedergeknüppelt zu werden. Ist ja nicht so, dass man ne VR Brille an das nächste GameBoy-Modell anschließen würde.

Ich kann nur sagen ja, ich will mich während des Spielens mit Freunden von meiner Umgebung isolieren. Endlich mal die ganzen leeren Flaschen und Pizzakartons ausblenden, das wird doch herrlich. :P
Ja genau, die Gesellschaft braucht noch viel mehr Leute, die sich mit irgendwelchen Hilfsmitteln die Realität ausblenden. Danke, dass du mich all meiner Vorbehalte dieser Technik gegenüber befreit hast. :Applaus:
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Aravanon
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Re: Spielkultur: Virtual Reality ist laut Warren Spector nur

Beitrag von Aravanon »

Akabei hat geschrieben:
Aravanon hat geschrieben:Mir scheint, da sind derzeit einige Dollar im Umlauf, die reichlich Überzeugungsarbeit gegen die VR leisten.

Außerdem muss ich mich ehrlich fragen wo diese Menschen leben, die damit rechnen während des Spielens mit einem Baseballschläger niedergeknüppelt zu werden. Ist ja nicht so, dass man ne VR Brille an das nächste GameBoy-Modell anschließen würde.

Ich kann nur sagen ja, ich will mich während des Spielens mit Freunden von meiner Umgebung isolieren. Endlich mal die ganzen leeren Flaschen und Pizzakartons ausblenden, das wird doch herrlich. :P
Ja genau, die Gesellschaft braucht noch viel mehr Leute, die sich mit irgendwelchen Hilfsmitteln die Realität ausblenden. Danke, dass du mich all meiner Vorbehalte dieser Technik gegenüber befreit hast. :Applaus:
Hab ich doch gerne gemacht, keine Ursache! :P

Aber ernsthaft, deine Vorbehalte werden nichts daran ändern, dass vielerorts das Bedürfnis danach besteht. Wenn ich mir die konfliktäre gesellschaftliche Situation in Japan beispielsweise besehe, wo erwiesensermaßen ein starker Druck aus der schizophren erscheinenden Beziehung zwischen Traditionen und Moderne entstand und heute einen Hochpunkt seiner Existenz feiert, wird dieses Mittel der Realitätsausblendung weggehen wie geschnitten Brot.

Aber auch in westlichen Gefilden ist bekannt, dass das Stückgut Mensch in seiner Austauschbarkeit oftmals das Bedürfnis hat aus dem Gefühl des Überflusses der eigenen Person auszubrechen. Ich sage nicht, dass das gut oder in irgendeinerweise positiv ist, aber in Zeiten der Halbjahresverträge, nicht vorhandenen Übernahmen im Lehrberuf und sozialen Distanzschaffung kann ich das keinem verübeln.

Ich besitze zum Bleistift bis heute kein Handy, da dieses kleine Drecksding stärker als sonst etwas für eine soziale Isolierung sorgt. Ich bin vor Kurzem mit meiner Familie im Urlaaub gewesen und rate mal?! Genau! Die gesamte Poollandschaft lag mit Menschen bestückt, die in ihr Smartphone gesaugt wurden. Und das, nicht zu vergessen, öffentlich. Eine direkte Kommunikation von Angesicht zu Angesicht war weder mit meiner Familie noch mit anderen Gästen möglich.

Und daher ist es mir erheblich lieber, wenn die Menschen ihren persönlichen Lebensraum (sprich ihre Wohnstätte) zum sozialfreien Raum erklären, als der Umstand der Generation Kopf unten.

Erschreckend, aber ich vertrete tatsächlich die Theorie, dass die eigenen vier Wände einen Rückzugspunkt vor den Unbilden der Außenwelt darstellen kann. Klingt absurd, nicht wahr? Dennoch, man höre und staune, nutzen einige Menschen ihr zuhause glatt um mal ein wenig Ruhe zu bekommen. Und daher soll daheim doch jeder machen was er für sich selbst das Beste hält. Oder gibt es dagegen etwa auch Vorbehalte?

Ferner erscheinen mir die Argumentationen bekannter Größen doch recht fadenscheinig. Ich wurde noch nie zuhause mit einem Baseballschläger attackiert und es mag in der Welt der objektiv in den Raum gekotzten Schönheitsideale surreal erscheinen aber es ist mir vollkommen egal ob ich daheim lächerlich aussehe, denn da sieht mich meine Familie und für die muss ich weder cool noch hip aussehen. Und ich habe die leise Vermutung, dass es anderen genauso geht. Und daher kann ich solche Aussagen (nicht deine, sondern die des guten Warren) nur als pure Augenwischerei und Propaganda betrachten.