Kajetan hat geschrieben:Jeder Skyrim-Mod ist bares Geld.
Das ist doch etwas arg konstruiert, Kajetan. Mods sind NICHT bares Geld für den Hersteller. Im Gegenteil: es sind Kosten.
Man könnte mit viel Mühe noch den Zusammenhang konstruieren, dass die Modbarkeit eines Spiels evtl. Leute zum Kauf animiert, die es sonst nicht gekauft hätten. Das wäre ein Geldvorteil für den Hersteller. Nirgendwo sonst gewinnt der Hersteller auch nur einen Cent an Modbarkeit. Im Gegenteil - Du hast extra Pflegeaufwand, um die bisweilen kreativ um Deine Strukturen drumrum implementierten Mods lauffähig zu halten. Der Bedarf für evtl. Download-Erweiterungen sinkt. Und ein paar Leute bleiben länger am Vorgänger hängen und senken somit den Absatz des Nachfolgers.
Letzteres ist wirklich ne ganz dünne Minderheit, würde ich schätzen. Die anderen beiden Punkte kannst Du aber direkt in die Projektplanung einberechnen. Und auf der Haben-Seite gibt es... nur die Leute, für die Mods ein Kaufgrund ist.
Und ich behaupte, 90% der Skyrim-Käufer haben nie auch nur ein Mod angefasst. Der Anteil der Leute, die Skyrim nur wegen Mods gekauft haben, dürfte noch geringer sein. Leider gibt es dazu keine guten Statistiken, oder ich finde sie gerade nicht. Wenn Du welche hast, wäre ich neugierig.
Nur um das klarzustellen: ich bin gegen den Verkauf von Mods auf Steam. Das bin ich aber primär wegen dem fehlenden Qualitätsmanagement von Seiten Valve - Stichwort Pferdegenitalien. Wenn irgendwer Geld dafür verlangen will, muss er auch eine ganz andere Reihe Ansprüche erfüllen als kostenlose Modifikationen.
Ich halte die Eigenleistung der Modder aber für bezahlungswürdig, wenn sie das wollen. Und ich halte auf jeden Fall die Leistungen des Herstellers (hier: Bethesda) für bezahlungswürdig. Der Modder nutzt ja allein schon die Infrastruktur zum Einbinden von Mods - jeder, der das mal in seiner eigenen Engine einbauen wollte, wird wissen, was das für ein Problem ist. Dann benutzt der Modder die ganze Engine-Infrastruktur, die bei Skyrim ja auch von Bethesda ist. Und am Ende benutzt der Modder praktisch jedes Stück Spiellogik und Grafik aus dem Spiel - von der Bodentextur über die Charaktäre, Animationen bis hin zu den Item-Grafiken, der GUI und dem HUD. Selbst die größten Mods ersetzen nur einen Teil der Charaktäre, bringen mit viel Mühe vielleicht ein neues Grafikset ins Spiel und erweitern die Spiellogik. Eine gewaltige Leistung für ein paar Leute in ihrer Freizeit. Aber lächerlich winzig im Vergleich zu den 3 Jahren mal 120 Leuten Vollzeit, die in Skyrim stecken. Ganz zu schweigen von der Techbasis und dem Wissen, dass sie aus vier Vorgängern angehäuft haben.
Und dann gibt es am Ende noch den Fakt, dass Modder immer nur auf der bestehenden Spielerschaft eines Spiels arbeiten können. Die überhaupt erstmal ranzuholen ist auch ein großes Problem, besonders in den heutigen Zeiten völliger Marktübersättigung.
Da zu argumentieren, dass der Spieleentwickler ja gar keine eigene Leistung mehr erbracht hätte und deswegen auch keinen Anteil bekommen sollte, ist sowas von lächerlich absurd, dass ich hier widersprechen musste.