Spielkultur - Ergebnis einer Studie: Ego-Shooter wie Counter-Strike sind kein beachtenswerter Risikofaktor zur Entstehung von Amokläufen an Schulen
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- sphinx2k
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Re: Spielkultur - Ergebnis einer Studie: Ego-Shooter wie Cou
Toll eine weitere Studie die bei der nächsten Bericht Erstattung ohnehin wieder ignoriert wird.
Also mich macht ja eine Runde mit einem beliebigen Moba so unglaublich Agressiv gegenüber meiner "vermeintlichen noob" Mitspieler. Das Gefahrenpotential sollten sie mal untersuchen *g*
Also mich macht ja eine Runde mit einem beliebigen Moba so unglaublich Agressiv gegenüber meiner "vermeintlichen noob" Mitspieler. Das Gefahrenpotential sollten sie mal untersuchen *g*
- Kasima
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Re: Spielkultur - Ergebnis einer Studie: Ego-Shooter wie Cou
Kranke Menschen sollten auf viele Dinge besser keinen Zugriff haben - weder auf Egoshooter, noch auf Messer, Schusswaffen, Elektrotacker oder Airbusse. Die gängigste Einstiegsdroge der meisten Drogentoten dürfte wohl auch einfach Kaffee gewesen sein. Oder Schokolade.
Um herauszufinden, dass ein gewisser Prozentsatz der Bevölkerung einfach einen dicken Riss in der Schüssel hat und besser für immer weggesperrt bleiben würde, braucht man keine Studie - da reicht ein Tag mit offenen Augen in einer beliebigen Innenstadt. Oder eine Autobahnfahrt.
Um herauszufinden, dass ein gewisser Prozentsatz der Bevölkerung einfach einen dicken Riss in der Schüssel hat und besser für immer weggesperrt bleiben würde, braucht man keine Studie - da reicht ein Tag mit offenen Augen in einer beliebigen Innenstadt. Oder eine Autobahnfahrt.
- SethSteiner
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Re: Spielkultur - Ergebnis einer Studie: Ego-Shooter wie Cou
Inwiefern belegt die typische Kommunikation in Voice-Chats, dass Multiplayer-Shooter Aggressionen fördern können? Die aggressive Art der Kommunikation, kann Ausdruck von Aggression sein aber sie sagt ja noch nichts darüber aus ob die Aggressionen gefördert wurden. Auch dass keine Abfuhr stattfindet soll, finde ich etwas seltsam. Ja Adrenalin wird erzeugt aber die Abfuhr geschieht automatisch im Körper, das Ende dieses Prozesses ist dann das Ausscheiden. Ich vermute ja mal, du denkst die Abfuhr fände durch physische Aktivitäten statt aber Adrenalin ist keine Zauberkraft, die aus Armen und Beinen aus dem Körper entschwindet. Die Abfuhr funktioniert auch ganz gut im Sitzen. Aber du willst vermutlich sowieso eher auf den Abbau von Aggressionen heraus, nur ist da eigentlich die typische Kommunikation in Voice-Chats (oder stereotypische?) eigentlich eine Möglichkeit, wie das geschieht. Seiner Wut verbal freien Lauf zu lassen, entlastet psychisch immerhin. Das ist etwas, was man in Stresssituationen ja immer wieder wahrnehmen kann, im Sport oder auch auf der Arbeit bspw. auf Baustellen.8BitLegend hat geschrieben:Multiplayer-Shooter sind m.E. kein gesundes Umfeld für kranke Menschen.
Ein Spiel macht aus einem normalen Menschen natürlich keinen Amokläufer. Ich denke aber schon, dass sie Aggressionen fördern können. Die typische Kommunikation in den Voice-Chats belegt das ja. Da wird eine beträchtliche Menge Adrenalin erzeugt, ohne dass eine aktive Abfuhr stattfindet.
Letztendlich stellt sich dann die Frage, was an Aggressionen nun das Problem sein soll. Jedes übertragene Fußballspiel enthält Situationen, in denen man aggressiv werden kann. Das ist etwas völlig normales. Aggressionsförderung klingt immer danach, dass die Leute aggressiver werden aber faktisch sind das doch nur Situationen, in denen Aggression ausgelöst wird und das ist ziemlich uninteressant. Es kommt doch auch niemand auf den Gedanken von Trauerförderung oder Humorförderung zu sprechen, nur bei Aggression ist das der Fall und seltsamerweise nur bei Videospielen.
Ich sehe keinen Grund, warum Kranke keine Multiplayer-Shooter spielen sollten. Allein das Wort krank ist hier derartig allgemein, dass ich mich schon Frage, was das denn soll. Und diese ominösen psychisch labilen Personen, die hin und wieder erwähnt werden, scheinen als Problemfaktor eher ein Mythos zusein.
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Azzih
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Re: Spielkultur - Ergebnis einer Studie: Ego-Shooter wie Cou
Naja Sport hat aber ne gänzlich andere Komponente als passives Videospielen. Beim Sport finden viele körperinterne Vorgänge statt, die du so beim Rumsitzen nicht hast. Halte es auch aus eigener Erfahrung für eher fraglich das Videospiele als Ventil taugen, bei CS werde ich eher wütend, auch wenn das nach ein zwei Minuten wieder verfliegt. Wenn ich Stress habe geh ich eher trainieren, danach fühl ich mich erheblich besser.leifman hat geschrieben: mal dran gedacht, dass dies genau das ventil sein kann psychische agressionen oder anstauungen von frust loszuwerden? im boxclub herrscht auch agression, dennoch sind die jungs entspannter als fast jeder ohne sportliche betätigung.
Zum Thema: Natürlich haben gewalttätige Videospiele und Gewalttäter (wie Amokläufer) ein Zusammenhang. Aber weniger wie das in Medien dargestellt wird als "die Videospiele radikalisieren den Täten", als eher den Kontext, dass sich solche Menschen von gewalthaltigen Medien angezogen fühlen und diese auch natürlich konsumieren. Ist in etwa vergleichbar mit einem Pädophilen der sich gerne Fotos von Kindern anschaut. Da käme man auch nicht auf die Idee zu sagen die Fotos seien Schuld an seiner sexuellen Neigung, sondern das die sexuelle Neigung Ursache für den Akt des Fotobetrachtens ist.
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Yui-chan
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Re: Spielkultur - Ergebnis einer Studie: Ego-Shooter wie Cou
Faktoren für Amokläufe sind Ausgrenzung, Gruppenzwang (auch im Sinne von Gruppenarbeit in der Schule, die höchst belastetend sein kann für Sozialphobiker oder Autisten), Zweifel am Sinn der Lehrveranstaltungen und der eigenen Zukunft.
Oh, hatte ich alles. Warum ich kein Schulschießer bin? Kosten- und Nutzenanalyse. Es lohnt sich für mich nicht, lebenslang in die Psychiatrie zu wandern oder mein Leben frühzeitig zu beenden, nur um ein paar Arschlöcher von früher loszuwerden. Es werden zuviele neue Ego-Shooter rauskommen, die ich noch anzocken muss,
zuviele Animes und Serien, in deren Welten ich verweilen möchte.
Es braucht für einen Schulschießerei also noch einen deutlichen Knacks und außerordentliche Tatbereitschaft.
Wofür ich allerdings durchaus wäre: Eine Schulscheißerei. Denen mal so richtig gepflegt in den Klassenraum scheißen. Das wäre mehr als fair.
Oh, hatte ich alles. Warum ich kein Schulschießer bin? Kosten- und Nutzenanalyse. Es lohnt sich für mich nicht, lebenslang in die Psychiatrie zu wandern oder mein Leben frühzeitig zu beenden, nur um ein paar Arschlöcher von früher loszuwerden. Es werden zuviele neue Ego-Shooter rauskommen, die ich noch anzocken muss,
zuviele Animes und Serien, in deren Welten ich verweilen möchte.
Es braucht für einen Schulschießerei also noch einen deutlichen Knacks und außerordentliche Tatbereitschaft.
Wofür ich allerdings durchaus wäre: Eine Schulscheißerei. Denen mal so richtig gepflegt in den Klassenraum scheißen. Das wäre mehr als fair.
- Alter Sack
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Re: Spielkultur - Ergebnis einer Studie: Ego-Shooter wie Cou
Es gibt viele Punkte die auch so schon gegen diese These sprechen das Videospiele nur sehr eingeschränkt mit Amokläufen in Verbindung gebracht werden können.
Schaut man sich z.B die Historie der Amokläufe in Deutschland an wird man feststellen das es fast ausschließlich die "höheren" Schulen betrifft. Mir ist nicht ein Fall bekannt das an einer Hauptschule ein Amoklauf stattgefunden hat. Ich glaube jetzt nicht das Gymnasiasten mehr Egoshooter spielen als Hauptschüler.
Gewalt gibts natürlich auch an den Hauptschulen nur scheint sich die vollkommen anders darzustellen und auch aus anderen Beweggründen stattzufinden.
Das es höchstwahrscheinlich soziale und schulische Probleme sind die dazu führen will aber keiner hören da man sonst das System auf den Prüfstand stellen müsste. Da ist es einfacher den vermeintlichen Sündenbock im "Offensichtlichen" zu suchen. Politiker, Behörden, Lehrer und Eltern werden einen Teufel tun die Schuld bei sich zu suchen ...
Die schwierigste Erkenntnis ist die Selbsterkenntnis
Schaut man sich z.B die Historie der Amokläufe in Deutschland an wird man feststellen das es fast ausschließlich die "höheren" Schulen betrifft. Mir ist nicht ein Fall bekannt das an einer Hauptschule ein Amoklauf stattgefunden hat. Ich glaube jetzt nicht das Gymnasiasten mehr Egoshooter spielen als Hauptschüler.
Gewalt gibts natürlich auch an den Hauptschulen nur scheint sich die vollkommen anders darzustellen und auch aus anderen Beweggründen stattzufinden.
Das es höchstwahrscheinlich soziale und schulische Probleme sind die dazu führen will aber keiner hören da man sonst das System auf den Prüfstand stellen müsste. Da ist es einfacher den vermeintlichen Sündenbock im "Offensichtlichen" zu suchen. Politiker, Behörden, Lehrer und Eltern werden einen Teufel tun die Schuld bei sich zu suchen ...
Die schwierigste Erkenntnis ist die Selbsterkenntnis
- Imperator Palpatine
- Beiträge: 1829
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Re: Spielkultur - Ergebnis einer Studie: Ego-Shooter wie Cou
Als jemand der bereits seit seiner frühesten Jugend Kampfsport bzw. Kampfkunst ( SV ) betrieben hat kenne ich gewissermassen " beide Seiten ".Azzih hat geschrieben:Naja Sport hat aber ne gänzlich andere Komponente als passives Videospielen. Beim Sport finden viele körperinterne Vorgänge statt, die du so beim Rumsitzen nicht hast. Halte es auch aus eigener Erfahrung für eher fraglich das Videospiele als Ventil taugen, bei CS werde ich eher wütend, auch wenn das nach ein zwei Minuten wieder verfliegt. Wenn ich Stress habe geh ich eher trainieren, danach fühl ich mich erheblich besser.leifman hat geschrieben: mal dran gedacht, dass dies genau das ventil sein kann psychische agressionen oder anstauungen von frust loszuwerden? im boxclub herrscht auch agression, dennoch sind die jungs entspannter als fast jeder ohne sportliche betätigung.
Zum Thema: Natürlich haben gewalttätige Videospiele und Gewalttäter (wie Amokläufer) ein Zusammenhang. Aber weniger wie das in Medien dargestellt wird als "die Videospiele radikalisieren den Täten", als eher den Kontext, dass sich solche Menschen von gewalthaltigen Medien angezogen fühlen und diese auch natürlich konsumieren. Ist in etwa vergleichbar mit einem Pädophilen der sich gerne Fotos von Kindern anschaut. Da käme man auch nicht auf die Idee zu sagen die Fotos seien Schuld an seiner sexuellen Neigung, sondern das die sexuelle Neigung Ursache für den Akt des Fotobetrachtens ist.
Beim Sparring z.b beim Boxen - oder wie bei mir im MMA - kommen im Gegensatz zum spielen eines Online Shooters mehrere Faktoren zum tragen.
Zum einen ist es die direkte Anwesenheit von anderen Menschen. Dies beeinflusst das soziale Verhalten und in diesem Fall den Stressabbau weitaus stärker als die Anonymität des Internets.
Gegenüber Trainern und Kollegen die man zudem oftmals auch persönlich kennt gibt man sich zurückhaltender. Die Tatsache dass man im wahrsten Sinne des Wortes ein " Gesicht " vor sich in dem man lesen kann hilft bei der Bewältigung von Frustration wenn man z.B getroffen wird. Anders als wenn in BF 4 ein Sniper meinen Panzer mit C4 in die Luft jagt und dann bunnyhoppend das weite sucht.
Dies gilt insbesondere beim erlernen von Kampftechniken die das Ziel haben das Gegenüber im Zweifelsfall schnell und effektiv auszuschalten.
Körper UND Geist werden permanent gleichzeitig gefordert, die körperliche Komponente mitsamt Koordination fehlt beim Videospiel völlig.
Ich glaube aufgrund dessen auch nicht das gewalttätige Medien entsprechende Tendenzen fördern, die reine Anzahl von Spielern müsste bisweilen deutliche Auswirkungen auf unsere Gesellschaft haben, dies ist jedoch durch nichts auch nur ansatzweise belegt oder auffällig.
Videospiele sind zudem auch viel zu rudimentär und trotz allem distanziert um wahrhafte gewalttätige Tendenzen bei vorbelasteten Personen zu fördern.
Um es etwas ironischer auszudrücken. Eine halbe Stunde fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist da weitaus prägender und einflusssreicher als wochenlanges Kämpfen auf den virtuellen Schlachtfeldern der Welt.
Vom Schulbesuch ganz zu schweigen.
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Yui-chan
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- Registriert: 25.06.2012 17:57
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Re: Spielkultur - Ergebnis einer Studie: Ego-Shooter wie Cou
Murat haut dem Kevin einfach in die Fresse. Da staut sich nichts an.Alter Sack hat geschrieben: Schaut man sich z.B die Historie der Amokläufe in Deutschland an wird man feststellen das es fast ausschließlich die "höheren" Schulen betrifft.
Als schmächtiger Gymnasiast aus gutem Elternhaus hobelst du eben niemandem so schnell in die Fresse, außerdem hat man an höheren Schulen gleich die ganze "Konfliktberatung" und den Schulpsychologen am Hals. Möglicherweise kriegt man sogar noch Ärger, weil man sich gewehrt hat.
Hauptschulkinder lernen früh, dass sie die Konfliktbewältigung auf altmodisch effiziente Weise lösen können.
Ordentlich die fiese Fresse aus der Schnauze treten.
Danach werden vielleicht auch noch die Bushaltestelle bzw. das Schulklo mit tollen Tags verziert oder ein Auto angezündet, weiß nicht mehr, was da cool ist.
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zoidie
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Re: Spielkultur - Ergebnis einer Studie: Ego-Shooter wie Cou
Ganz ehrlich, ich kann mir überhaupt nicht vorstellen wie Ego-Shooter als Vorbereitung/Training für einen Amoklauf herangezogen werden können. Ich beziehe mich hier auf das Handling der Waffen. Für mich ist es unvorstellbar das ein Spieler, der schon jahrelang Ego-Shooter zockt, plötzlich zum Meisterschützen mutiert wenn man ihm eine reale Waffe in die Hand drückt.
Als ich meinen Wehrdienst ableisten musste, kam ich nicht umhin auch mit echten Waffen zu schießen, da war ich 19 Jahre jung. Davor hatte ich in meiner Jugend auch schon Ego-Shooter gespielt. Und das Schießen mit einer echten Waffe hat meiner Meinung nach nichts mit dem Schießen per Tastatur + Maus gemeinsam. Keine Atemtechnik, kein Verkanten, keine Spannung halten da kein Rückstoß und das Zielen selbst ist auch nicht so simpel wie in den Spielen (Laden, Entsichern, usw. lass ich mal außen vor).
Das Politiker sich darauf stürzen ist nicht unbedingt verwunderlich, man möchte so schnell wie möglich einen Grund / eine Lösung finden um die Massen zu beruhigen. Die große Mehrheit unserer Gesellschaft hatte damals wie die Politiker und die Medien ja ebenfalls keinen Bezug zu Computerspielen, dementsprechend gab es auch nur sehr wenige kritische Stimmen dagegen. Das hat mir auch gezeigt das selbst die Ermittlungskräfte noch nie Kontakt mit diesem Medium hatten, gerade als Polizist der regelmäßige Trainingseinheiten mit einer echten Waffe absolviert, sollte doch ebenfalls dies erkennen müssen - Stichwort: Schützenverein (???).
Der Grund für so einen Amoklauf liegt für mich ebenfalls woanders und hat meist mit der Persönlichkeit (Psyche) und dem sozialen Umfeld zu tun, was aber wiederum die Gesellschaft in den Fokus gerückt hätte und das wollte wahrscheinlich niemand hören.
Vielleicht hat das Spiel einen Einfluß auf die Planung der Tat, aber mal ehrlich jemand der schon jahrelang auf eine Schule geht muss sich deren Umriss nicht in einem Spiel verinnerlichen. Aber sowas sind alles nur Mutmaßungen, vielleicht kann ein Spiel die Tat sogar hinauszögern bis der Leidensdruck durch die virtuelle Welt nicht mehr zu befriedigen ist, ebenfalls möglich?
Wie in allen Bereichen wird meist nur versucht zu pauschalisieren und meiner Meinung nach werden solche Fälle zumindest öffentlich sehr selten individuell betrachtet und diskutiert!
Als ich meinen Wehrdienst ableisten musste, kam ich nicht umhin auch mit echten Waffen zu schießen, da war ich 19 Jahre jung. Davor hatte ich in meiner Jugend auch schon Ego-Shooter gespielt. Und das Schießen mit einer echten Waffe hat meiner Meinung nach nichts mit dem Schießen per Tastatur + Maus gemeinsam. Keine Atemtechnik, kein Verkanten, keine Spannung halten da kein Rückstoß und das Zielen selbst ist auch nicht so simpel wie in den Spielen (Laden, Entsichern, usw. lass ich mal außen vor).
Das Politiker sich darauf stürzen ist nicht unbedingt verwunderlich, man möchte so schnell wie möglich einen Grund / eine Lösung finden um die Massen zu beruhigen. Die große Mehrheit unserer Gesellschaft hatte damals wie die Politiker und die Medien ja ebenfalls keinen Bezug zu Computerspielen, dementsprechend gab es auch nur sehr wenige kritische Stimmen dagegen. Das hat mir auch gezeigt das selbst die Ermittlungskräfte noch nie Kontakt mit diesem Medium hatten, gerade als Polizist der regelmäßige Trainingseinheiten mit einer echten Waffe absolviert, sollte doch ebenfalls dies erkennen müssen - Stichwort: Schützenverein (???).
Der Grund für so einen Amoklauf liegt für mich ebenfalls woanders und hat meist mit der Persönlichkeit (Psyche) und dem sozialen Umfeld zu tun, was aber wiederum die Gesellschaft in den Fokus gerückt hätte und das wollte wahrscheinlich niemand hören.
Vielleicht hat das Spiel einen Einfluß auf die Planung der Tat, aber mal ehrlich jemand der schon jahrelang auf eine Schule geht muss sich deren Umriss nicht in einem Spiel verinnerlichen. Aber sowas sind alles nur Mutmaßungen, vielleicht kann ein Spiel die Tat sogar hinauszögern bis der Leidensdruck durch die virtuelle Welt nicht mehr zu befriedigen ist, ebenfalls möglich?
Wie in allen Bereichen wird meist nur versucht zu pauschalisieren und meiner Meinung nach werden solche Fälle zumindest öffentlich sehr selten individuell betrachtet und diskutiert!
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BStramke
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Re: Spielkultur - Ergebnis einer Studie: Ego-Shooter wie Cou
Der Bild-Beißreflex ist wahrscheinlich das größere Problem, wenn man dann noch die Leserschaft der Bild mit einbezieht wird das Problem noch größer. Da wird wahrscheinlich schon vor irgendwelchem bekanntwerden irgendetwas berichtet was irgendwie wahrscheinlich ist (z.B. Videos von Flugzeugabstürzen die nicht existieren...)
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AtzenMiro
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- Registriert: 16.09.2012 21:50
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Re: Spielkultur - Ergebnis einer Studie: Ego-Shooter wie Cou
Oder der Leistungsdruck, aus dem Elternhaus sowie von der Schule, sind auf Gymnasien einfach höher...Yui-chan hat geschrieben:Murat haut dem Kevin einfach in die Fresse. Da staut sich nichts an.Alter Sack hat geschrieben: Schaut man sich z.B die Historie der Amokläufe in Deutschland an wird man feststellen das es fast ausschließlich die "höheren" Schulen betrifft.
Als schmächtiger Gymnasiast aus gutem Elternhaus hobelst du eben niemandem so schnell in die Fresse, außerdem hat man an höheren Schulen gleich die ganze "Konfliktberatung" und den Schulpsychologen am Hals. Möglicherweise kriegt man sogar noch Ärger, weil man sich gewehrt hat.
Hauptschulkinder lernen früh, dass sie die Konfliktbewältigung auf altmodisch effiziente Weise lösen können.
Ordentlich die fiese Fresse aus der Schnauze treten.
Danach werden vielleicht auch noch die Bushaltestelle bzw. das Schulklo mit tollen Tags verziert oder ein Auto angezündet, weiß nicht mehr, was da cool ist.
Keine Ahnung, auf was für einer Schule du warst, aber bei uns auf dem Gymnasium wurde sich geprügelt, getagt, gedealt, erpresst und was weiß ich nicht alles, wie auf jeder anderen Schule.
-
Hahle
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Re: Spielkultur - Ergebnis einer Studie: Ego-Shooter wie Cou
Natürlich gibt es da keinen Zusammenhang. Da muss man doch nur mal die Zahl der Ego-Shooter-Spieler mit der Anzahl der Amokläufe an Schulen vergleichen.
Was haben die denn für ein Ergebnis erwartet? In 0,000001% der Fälle besteht eine Chance zum Amoklauf?!?
Was haben die denn für ein Ergebnis erwartet? In 0,000001% der Fälle besteht eine Chance zum Amoklauf?!?
- Kajetan
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Re: Spielkultur - Ergebnis einer Studie: Ego-Shooter wie Cou
Das Schiessen als solches kannst Du mit Shootern natürlich nicht trainieren, seien sie auch noch so realistisch. Aber ... man kann vor allem mit Taktik-Shootern Bewegungs- und Verhaltensmuster üben, das Stürmen von Räumen, das Bewegen in Räumen, Sichern von Räumen, vor allem das Bewegen & Handeln im Team.zoidie hat geschrieben:Ganz ehrlich, ich kann mir überhaupt nicht vorstellen wie Ego-Shooter als Vorbereitung/Training für einen Amoklauf herangezogen werden können. Ich beziehe mich hier auf das Handling der Waffen. Für mich ist es unvorstellbar das ein Spieler, der schon jahrelang Ego-Shooter zockt, plötzlich zum Meisterschützen mutiert wenn man ihm eine reale Waffe in die Hand drückt.
Hat zwar alles nicht viel mit einem Amoklauf zu tun, sondern mit dem Training von Soldaten, aber lizensierter Mord war ja schon immer in Ordnung
- LordBen
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Re: Spielkultur - Ergebnis einer Studie: Ego-Shooter wie Cou
Das hängt von vielen Faktoren ab. Ich war auf einem Gymnasium in einer relativ wohlhabenden, überschaubaren, bayerischen Kleinstadt und das war ein Hort der absoluten Glückseeligkeit wie man es aus den amerikanischen Klischee-Highschoolfilmen kennt. Wenn sich da jemand auf dem Schulhof geprügelt hat war das ein mittelgroßer Skandal.AtzenMiro hat geschrieben: Keine Ahnung, auf was für einer Schule du warst, aber bei uns auf dem Gymnasium wurde sich geprügelt, getagt, gedealt, erpresst und was weiß ich nicht alles, wie auf jeder anderen Schule.
Für mich ist's daher bis heute ziemlich befremdlich wenn mir jemand erzählt dass er Schule gehasst hat oder wie schlimm es da zuging. Ich kenn das so einfach überhaupt nicht.
- Imperator Palpatine
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Re: Spielkultur - Ergebnis einer Studie: Ego-Shooter wie Cou
Nein bzw nur sehr sehr bedingt bzw. einem theorethischen Level.Kajetan hat geschrieben:Das Schiessen als solches kannst Du mit Shootern natürlich nicht trainieren, seien sie auch noch so realistisch. Aber ... man kann vor allem mit Taktik-Shootern Bewegungs- und Verhaltensmuster üben, das Stürmen von Räumen, das Bewegen in Räumen, Sichern von Räumen, vor allem das Bewegen & Handeln im Team.zoidie hat geschrieben:Ganz ehrlich, ich kann mir überhaupt nicht vorstellen wie Ego-Shooter als Vorbereitung/Training für einen Amoklauf herangezogen werden können. Ich beziehe mich hier auf das Handling der Waffen. Für mich ist es unvorstellbar das ein Spieler, der schon jahrelang Ego-Shooter zockt, plötzlich zum Meisterschützen mutiert wenn man ihm eine reale Waffe in die Hand drückt.
Hat zwar alles nicht viel mit einem Amoklauf zu tun, sondern mit dem Training von Soldaten, aber lizensierter Mord war ja schon immer in Ordnung
Alleine das koordinierte Sichern von Räumen mit entsprechender Ausrüstung erfordert viel Arbeit, Kompetenz und Erfahrung. Von regelmässigem Training ganz abgesehen.
Ich spiele auch gerne mit Freunden Arma 3, wir alle haben praktische Erfahrungen an der Waffe, einer davon ist ein aktiver Offizier der US Army mit dem ich gedient habe. Natürlich ist mit einer solchen Truppe inklusive Headset, Teamspeak/Skype das spielen ganz anders als mit zufälligen Mitspielern , ganz gleich ob Arma, Battlefield oder COD. Aber der Unterschied ist immer noch signifikant.
Das üben auf einem guten Paintballfeld bringt da mehr. ( und nein ich sehe in Paintball keine Gefahr ich praktiziere es hierzulande gelegentlich selbst, auf meinen USA Reisen fast immer )
Der Punkt ist auch dass all diese Dinge ein koordiniertes Vorgehen im Team erfordern, mit einer funktionierenden Kommandokette.
Beim " klassischen " Schulattentat eines Einzeltäters ist dies nicht gegeben. Ich vermeide hier bewusst das Wort " Amok " weil ich damit keine vorsätzlich geplante Tat in Verbindung bringe.
Ich stimme dir allerdings insofern zu dass für trainiertes und erfahrenes Personal ! derartige Simulationen als unterstützende Visualisierung zu Trainingszwecken hilfreich sein können.
Zuletzt geändert von Imperator Palpatine am 13.04.2015 13:55, insgesamt 3-mal geändert.
