Krulemuk hat geschrieben:Würde ich also allein Kampfsystem und Charakterentwicklung bewerten, würde PoE daher nicht so gut abschneiden.
Unterschreibe ich so. Mich packt das Kampfsystem leider überhaupt nicht. In BG2 beim vorletzten Kampf in der Wachenden Festung beispielsweise, ist einer der im wahrsten Sinne des Wortes epischsten Kämpfe entstanden, die ich je sehen durfte. Ein einziges, nicht enden wollendes Spektakel aus buffs/debuffs, Beherrschungszaubern und überhaupt. Sämtliche Register mussten gezogen werden. Unvergesslicher Scheiß.
Sowas würde es mit Pilles Kampfsystem leider nicht geben...
Da hast du recht. Bin auch etwas enttäuscht vom Kampfsystem, bzw. nicht wirklich dem System, sondern eher dem Anspruch. Dass Buffs und Debuffs immer nur kurz anhalten und man sich deshalb nicht wirklich um negative Effekte kümmer muss, damit kann ich leben, aber die Zauber sind meistens einfach unnötig. Mein Mage (Aloth) macht kaum Schaden, kann seine Fähigkeiten aber nur relativ selten einsetzen... das nervt. Aber mit einem selbsterstellte Magier kann ich mir schon vorstellen, dass der ordentlich reinhaut. Aber die Party aus selbsterstellten Chars hebe ich mir für meinen zweiten Durchgang auf, dann auf Hardcore. Wehe da ist nicht mindestens ein fordenrder Kampf dabei
PS: Über den Transenwitz hab ich gelacht heißt das jetzt, ich bin ein frauen-, schwulen- und transgenderhassender Nazi?!?!
Warum sollte ein selbsterstellter Magier mehr Schaden machen? Ausser mehr Min Max bei Attributen würde er sich exakt genauso spielen. Und Attribute sind nunmal sowas von Schwach... 3% mehr Schaden für 1 Punkt Macht? Also ich sehe da kein Land in Sicht. Attribute sind genauso Schwach bzw. langweilig wie die allg. Perks. Wenn man da überlegt was Divinity zu bieten hat sind diese Perks total langweilig, hHauptsache die Liste wurde aufgefüllt.
Exedus hat geschrieben:
Wohl eher nicht weil sich mit dem casual schrott von bioware wohl am ende mehr kohle machen lässt.
Tja, wohl leider war. Dragon Age ist das Call of Duty des Rollenspiels geworden. Laut, bunt, möglichst mainstreamig, bloß nicht zu anspruchsvoll oder gar schwierig. Damit gewinnt man Geld, aber keine Herzen. Der Name Bioware ist mittlerweile einfach total verbrannt unter echten Rollenspielern.
Wer sich denn die echten Rollenspieler? Diejenigen, die momentan auf dem PoE-Hypetrain mitfahren und über jeden Fehler hinwegsehen weil das Spiel auf oldschool gemacht ist?
kingkarben hat geschrieben:Mag ja sein, dass es ein gutes Spiel ist, aber deswegen muss (und sollte) noch niemand Flachwitze gegenüber Transgendern akzeptieren müssen.
Und warum nicht? Soll man transgender etwa nicht so Behandeln wie jeden anderen Menschen auch?
Exedus hat geschrieben:
Wohl eher nicht weil sich mit dem casual schrott von bioware wohl am ende mehr kohle machen lässt.
Tja, wohl leider war. Dragon Age ist das Call of Duty des Rollenspiels geworden. Laut, bunt, möglichst mainstreamig, bloß nicht zu anspruchsvoll oder gar schwierig. Damit gewinnt man Geld, aber keine Herzen. Der Name Bioware ist mittlerweile einfach total verbrannt unter echten Rollenspielern.
Wer sich denn die echten Rollenspieler? Diejenigen, die momentan auf dem PoE-Hypetrain mitfahren und über jeden Fehler hinwegsehen weil das Spiel auf oldschool gemacht ist?
"hypetrain", darf ein Spiel in der heutigen 'Welt der anonymen Mecker- Inet- Generation nicht einfach mal gut sein? Sobald ein Spiel mal durchweg gut ankommt, kommen die Hypetrains aus den Löchern und sabbeln rum.
Bei aller Liebe zu PoE: Aber IMO bekommt das Spiel von vielen durchaus einige Bonuspunkte, durch die an die Infinity Engine angelehnte Technik. Die Kritikpunkte, dass das Regelwerk noch nicht das Gelbe vom Ei ist, sind berechtigt. Auch die Anmerkung, dass man die Story durchaus etwas spannender vortragen könnte.
Ob das Spiel nun 90% oder 80% hat, ist im Grunde egal - es ist auf jeden Fall ein gutes Spiel und ne gute Basis für kommende Fortsetzungen. Außerdem sieht's schöner aus als Wastelands komplett 3-D
kingkarben hat geschrieben:Mag ja sein, dass es ein gutes Spiel ist, aber deswegen muss (und sollte) noch niemand Flachwitze gegenüber Transgendern akzeptieren müssen.
Und warum nicht? Soll man transgender etwa nicht so Behandeln wie jeden anderen Menschen auch?
Also wenn man mal davon absieht, dass der "Witz" in PoE völlig harmlos war und es absolut lächerlich ist, sich über ihn aufzuregen, kann ich prinzipiell schon verstehen, dass es kritisch gesehen wird, wenn Witze auf Kosten von Minderheiten oder gesellschaftlichen Randgruppen gemacht werden. Man macht sich selten über heterosexuelle Menschen aufgrund ihrer Heterosexualität lustig. Meines Erachtens muss man als Mehrheitsgesellschaft bei beleidigenden Witzen vorsichtig sein. Ein gewisses Maß an Sensibilität und Fingerspitzengefühl ist also durchaus angebracht. Rassistische und fremdenfeindliche Witze haben wir uns ja Gott sei dank auch abgewöhnt...
Exedus hat geschrieben:
Wohl eher nicht weil sich mit dem casual schrott von bioware wohl am ende mehr kohle machen lässt.
Tja, wohl leider war. Dragon Age ist das Call of Duty des Rollenspiels geworden. Laut, bunt, möglichst mainstreamig, bloß nicht zu anspruchsvoll oder gar schwierig. Damit gewinnt man Geld, aber keine Herzen. Der Name Bioware ist mittlerweile einfach total verbrannt unter echten Rollenspielern.
Wer sich denn die echten Rollenspieler?
Ganz sicher nicht diejenigen, die nicht willens oder in der Lage sind, sich in neue Systeme einzuarbeiten oder diese auch nur grundlegend zu verstehen. Anders kann ich mir hier einige Beiträge nicht erklären. Hier scheitern viele schon daran, ein alternatives attack of opportunity System zu verstehen. Das war offensichtlich zu Zeiten der IE-Spiele noch anders. Denn das D&D System ist super, aber eben auch nur, wenn man sich damit auseinander setzt.
Ist PoE perfekt? Sicher nicht. Ich suche nur nach den vielen besseren Alternativen, die hier offensichtlich von Einigen gespielt wurden. Für mich lösen weder Wasteland 2 als auch D:OS annähernd dieses Gefühl des Bekannten aus. Kann man Nostalgie nennen, ich nenne es großartiges RPG.
Caparino hat geschrieben:Warum sollte ein selbsterstellter Magier mehr Schaden machen? Ausser mehr Min Max bei Attributen würde er sich exakt genauso spielen. Und Attribute sind nunmal sowas von Schwach... 3% mehr Schaden für 1 Punkt Macht? Also ich sehe da kein Land in Sicht. Attribute sind genauso Schwach bzw. langweilig wie die allg. Perks. Wenn man da überlegt was Divinity zu bieten hat sind diese Perks total langweilig, hHauptsache die Liste wurde aufgefüllt.
Naja, habe mir kurz vor dem Schlafengehen gestern noch schnell einen gemacht und mal in der Taverne ausprobiert... da war schon ein deutlicher Unterschied zu Aloths Schaden, mit dem ich vorher das gleiche Experiment gemacht habe und das obwohl er ein Level höher war und somit auch eine höhere Zauberstufe nutzen konnte.
DasGraueAuge hat geschrieben:
LordBen hat geschrieben:
Ist PoE perfekt? Sicher nicht. Ich suche nur nach den vielen besseren Alternativen, die hier offensichtlich von Einigen gespielt wurden. Für mich lösen weder Wasteland 2 als auch D:OS annähernd dieses Gefühl des Bekannten aus. Kann man Nostalgie nennen, ich nenne es großartiges RPG.
Seh ich genauso. Ich habe Divinity verschlungen aber danach nie wieder angerührt... bin jetzt bei PIllars schon wieder dabei ne neue Party zu erstellen, mit dem ersten Char immer noch nicht durch Letzten Endes streiten wir doch über Geschmäcker
Zuletzt geändert von Jondoan am 04.04.2015 16:53, insgesamt 1-mal geändert.
DasGraueAuge hat geschrieben:
Ganz sicher nicht diejenigen, die nicht willens oder in der Lage sind, sich in neue Systeme einzuarbeiten oder diese auch nur grundlegend zu verstehen. Anders kann ich mir hier einige Beiträge nicht erklären. Hier scheitern viele schon daran, ein alternatives attack of opportunity System zu verstehen. Das war offensichtlich zu Zeiten der IE-Spiele noch anders. Denn das D&D System ist super, aber eben auch nur, wenn man sich damit auseinander setzt.
Ich versteh das attack of opportunity System, sowas gab's in fast identischer Form schon in den Goldbox Rollenspielen. Unter'm Strich find ich Kampf-, Charakter- und Itemsystem in PoE einfach zu oberflächlich und undurchdacht, vor allem im Vergleich zu den IE-Spielen. Was auch kein Wunder ist, schließlich konnte man damals auf eine P&P-Vorlage zurückgreifen die seit Jahren ausgearbeitet wurde. Obsidian hingegen musste mit begrenztem Budget ein völlig neues System aus dem Boden stampfen. Das merkt man dem Spiel einfach an und kann man wie ich finde trotzdem kritisieren.
Ist PoE perfekt? Sicher nicht. Ich suche nur nach den vielen besseren Alternativen, die hier offensichtlich von Einigen gespielt wurden. Für mich lösen weder Wasteland 2 als auch D:OS annähernd dieses Gefühl des Bekannten aus. Kann man Nostalgie nennen, ich nenne es großartiges RPG.
Ich kenne keine aktuellen besseren Alternativen. PoE ist von den Retro-Rollenspielen die in den letzten Jahren erschienen sind mit Abstand das Beste. Aber es ist halt weit von dem Rollenspielmessias entfernt zu dem es momentan in weiten Teilen des Internets erklärt wird.
Das verstehe ich auch nicht. PoE mag zwar Ansprechend sein aber auf keinen Fall auf Höhe der Zeit. Ich kann ja verstehen das Geldmangel ein nicht unwesentliches Kriterium inder Produktion darstellt aber es darf nunmal kein Einfluss auf die Wertung haben. Als 90% gelten eigentlich Spiele die eigentlich besonders gut bzw. innovativ sind und dazu zählt PoE nun freilich nicht.
PoE ist in vielen Elementen nicht nur auf der Höhe der Zeit, sondern sogar tonangebend. Das betrifft die Art der Quests, das Choice & Consequences - System, die Musik oder auch die gut (beschriebenen) Charaktere. Natürlich wäre im bereich Grafik, Übersetzung, vielleicht Charakterinteraktion oder dem Kampfsystem noch mehr gegangen, aber die Wertung heißt ja auch 90 und nicht 100. Rollenspiele sind dermaßen komplex, dass ich mir schon eine 95 - Wertung überhaupt nicht vorstellen kann. BG 2 hätte ich damals vielleicht 92 gegeben, einem P:T die 90.
Innovative Spiele verdienen einen (Wertungs-)Bonus, das sehe ich auch so. Aber ein Fable z.B., das wirklich etliche Innovationen hatte, war trotzdem kein 90er Spiel. Und Spiele, die eben keine oder kaum Innovationen haben, sollten dennoch auch eine hohe Wertung erhalten können. Denn Innovation ist eben nicht alles.
Ich fand die ganze Präsentation (Grafik und Sound) z.B. sehr gut. Es hat sich gezeigt, dass man keine 3D-Engine braucht, um eine tolle Atmosphäre zu erschaffen. Ich habe Kritik, was Kampfsystem und Charakterentwicklung angeht, alles in allem aber ein gelungenes Spiel. Ich hätte wahrscheinlich um die 85% gegeben, aber das ist Geschmackssache.