Wenn dir die Vorkommnisse in der Welt, Gesellschaft, Wirtschaft usw. gesund und natürlich vorkommen, dann bist du entweder blind, dir gehts zu gut (Wohlstandsverblödung), oder du suhlst dich in der Lüge. Passend zu deinem Schweine-Avatar mit Bankiers-Outfit habe ich aber auch nichts anderes erwartet. Lies nach, was ich geschrieben habe, und öffne mal deine engstirnigen Scheuklappen.Krulemuk hat geschrieben:...
Oddworld-Schöpfer Lanning: "Kapitalismus tötet Spiele und Entwicklerstudios"
Moderatoren: Moderatoren, Redakteure
-
ElCapitano
- Beiträge: 124
- Registriert: 23.10.2012 11:07
- Persönliche Nachricht:
Re: Oddworld-Schöpfer Lanning: "Kapitalismus tötet Spiele un
Zuletzt geändert von ElCapitano am 01.04.2015 11:55, insgesamt 1-mal geändert.
- Kajetan
- Beiträge: 27139
- Registriert: 13.04.2004 10:26
- Persönliche Nachricht:
Re: Oddworld-Schöpfer Lanning: "Kapitalismus tötet Spiele un
*seufz*Flat Eric hat geschrieben: Doch, Kapitalismus besteht aus Gewinnmaximierung, jährlichen Wachstumsquoten und reiner Gewinnorientierung. Das kann auf die Dauer nicht funktionieren und tötet folglich Spiele und Studios.
Du beschreibst das börsenorientierte Geschäftsmodell, den unregulierten Finanzmarkt, wo es nur auf Umsatzwachstum ums Verrecken und schnelle Gewinnmitnahmen ankommt.
DAS ist auch Kapitalismus.Warum gibt es denn den Trend zum Indie-Markt? Warum gibt es Entwickler, die rein für ihre eigene Existenz leben wollen und nicht für die Shareholder?
Der Mainstream muss nur dann bedient werden, wenn man gigantische Geschäfte machen möchte. Wenn man kein Interesse an solchen Geschäften hat, kann auch wunderbar in der Nische wirtschaften und existieren.Kreativwirtschaft hat immer das Problem, dass der Mainstream bedient werden muss und der gibt nicht viel auf Kreativität und persönliche Interessen, eine eigene Idee zu verwirklichen und ein tolles Spielerlebnis zu kreieren.
Richtig. Der kluge Indie wirtschaftet richtig und sieht zu, dass er ein gutes Geschäft macht, welches ihm persönlich und seinen Angestellten ein halbwegs sicheres Einkommen bescheren kann.Es geht im Kapitalismus rein um das Geschäft:
Nochmal ... Du beschreibst hier die Exzesse eines rein börsenorientierten Geschäftsmodelles, wo Spiele nur Mittel zum Zweck großer Umsatzsteigerungen und somit steigender Kurse sind, wo man aus Schuldumschreibungen, welche man mit Finanzderivaten gemacht hat, in "richtiges" Geld zum Abschöpfen für sich selbst umwandelt. Die Entregulierung des US-Finanzmarktes in den 90ern unter Clinton und das dann erfolgende eifrige Nachbeten neoliberaler Propaganda in Europa hat erst den Aufstieg der Spielebranche zu einem globalen Multimilliardengeschaft ermöglicht.Die Gier nach mehr muss befriedigt werden, koste es, was es wolle: Maxis, Bullfrog, Westwood,... Für den Kapitalismus müssen eben Opfer gebracht werden, damit die Umsatzzahlen steigen, der Gewinn steigt und die Verkaufszahlen steigen. Dass das nicht dauerhaft geht, sollte eigentlich klar sein, dass interessiert aber das Finanzmanagement nicht im geringsten.
Wäre das nicht passiert, uns wäre nicht nur im Spielebereich so manches Ungemach erspart geblieben.
- Imperator Palpatine
- Beiträge: 1829
- Registriert: 11.06.2014 14:19
- Persönliche Nachricht:
Re: Oddworld-Schöpfer Lanning: "Kapitalismus tötet Spiele un
Schön. Direkt zur persönlichen Diffamierung statt der Auseinandersetzung mit seinen Argumenten.o2319388 hat geschrieben:Wenn dir die Vorkommnisse in der Welt, Gesellschaft, Wirtschaft usw. gesund und natürlich vorkommen, dann bist du entweder blind, dir gehts zu gut (Wohlstandsverblödung), oder du suhlst dich in der Lüge. Passend zu deinem Schweine-Avatar mit Bankiers-Outfit habe ich aber auch nichts anderes erwartet. Lies nach, was ich geschrieben habe, und öffne mal deine engstirnigen Scheuklappen.Krulemuk hat geschrieben:...
Der " Schweine Avatar mit Bankiersoutfit " stammt übrigens aus der Trickfilmumsetzung von Orwells " Farm der Tiere ". Aber das nur nebenbei...... Vielleicht solltest du das Buch mal lesen.
- danke15jahre4p
- Beiträge: 16763
- Registriert: 21.04.2006 16:18
- User ist gesperrt.
- Persönliche Nachricht:
Re: Oddworld-Schöpfer Lanning: "Kapitalismus tötet Spiele un
dir ist aber schon bewusst, dass man studios erstmal erschaffen und spiele erstmal finanzieren muss um dann damit gewinn erzielen zu können?Flat Eric hat geschrieben:Doch, Kapitalismus besteht aus Gewinnmaximierung, jährlichen Wachstumsquoten und reiner Gewinnorientierung. Das kann auf die Dauer nicht funktionieren und tötet folglich Spiele und Studios.Nein, der Kapitalismus tötet keine Spiele und Entwicklerstudios.
vor jedem gewinn, steht die investition, investition bedeutet arbeit, arbeit bedeutet wohlstand und wohlstand bedeutet ein funktionierendes system.
das dieses system oftmals missbraucht wird, steht auf einem anderen blatt. deswegen sagte ich ja, nicht das system ist das problem, sondern die anwendung.
frag doch mal millionen von chinesischen wanderarbeitern wie die sich fühlen ein halbes jahr von den familien getrennt zu sein weil die privatwirtschaft, welche zu arbeitsmöglichkeiten in unmittelbare nähe von ihrem wohnort führen könnte, in china unterdrückt wird.
man sollte nicht immer alles schwarz oder weiss sehen, beide systeme haben vorteile, beide aber auch nachteile.
ich kann mich mit einer sozialen marktwirtschaft besser anfreunden als mit einem unsozialen kommunismus, schau dir doch mal die arbeitsverträge von gewöhnlichen chinesischen arbeitern an, viel spass beim schockiertsein.
greetingz
- Kajetan
- Beiträge: 27139
- Registriert: 13.04.2004 10:26
- Persönliche Nachricht:
Re: Oddworld-Schöpfer Lanning: "Kapitalismus tötet Spiele un
Du weisst schon, dass China seit vielen Jahren nur noch offiziell dem Namen nach kommunistisch ist?leifman hat geschrieben:ich kann mich mit einer sozialen marktwirtschaft besser anfreunden als mit einem unsozialen kommunismus, schau dir doch mal die arbeitsverträge von gewöhnlichen chinesischen arbeitern an, viel spass beim schockiertsein.
In China herrscht ein brutaler Manchester-Kapitalismus, der neben derbster Umweltzerstörung und skrupelloser Ausbeutung vieler zur Berreicherung weniger aber auch zur Bildung eines wohlhabenden Mittelstandes geführt hat. Mittlerweile lagern chinesische Unternehmen ihre Produktion nach Laos, Vietnam, Kambodscha und auf die Phillipinen aus, weil das Lohnniveau in China teilweise zu hoch geworden ist.
-
billy coen 80
- Beiträge: 1929
- Registriert: 02.10.2012 03:39
- Persönliche Nachricht:
Re: Oddworld-Schöpfer Lanning: "Kapitalismus tötet Spiele un
Zu China: China ist nun aber längst auch kein gutes Beispiel für Kommunismus mehr... :wink:Imperator Palpatine hat geschrieben:Es geht nicht darum den Kapitalismus heilig zu sprechen.
Nur werden gerne seine postiven Effekte als selbstverständlich wahrgenommen während die negativen überhöht werden.
Wie z.B beim Afrika Beispiel. Die Armut der Afrikanischen Staaten lag in der Mitte des 20. jahrhundert weitaus höher als heute, dies gilt auch für etliche Asiatische Staaten. Zudem vergisst man gerne dass die dortigen Staaten nach ihre Unabhängigkeit oftmals in Clan und Volksstammkämpfe verfallen sind die die Länder bis heute lähmen.
Die sogenannten " Mondlandschaften " werden heutzutage übrigens von China hinterlassen die im Zweifelsfall nicht einmal mehr Afrikaner für die Arbeit z.B in Kupferminen einstellen sondern zum Teil Chinesiche Strafgefangene einfliegen lassen.
Zitat: " Der Kapitalismus ist, was sich aus dem eben angeführten Beispiel auch ableitet, ein System, in welchem nicht zuletzt gerade ökologische Interessen kaum systematisch umsetzen lassen, weil das dem Kapitalismus eigene Wachstumsstreben gerade dem massiv widerspricht. "
Nichts ist falscher als diese Aussage. Bereits seit den 80ern gibt es keinen Widerspruch zwischen ökonomischen und ökonomischen Interessen, im Gegenteil, die Ersparniss zum Beispiel durch nachhaltiges Wirtschaften, effiziente Wärmedämmung in Fabriken, wiederaufforstbare Nutzflächen etc. schafft jedem Unternehmen richtig eingesetzt einen Vorteil vor seinen Konkurrenten.
Und bei aller Liebe für die soziale Marktwirtschaft sollte man nicht vergessen dass ihr Konzeptgeber - Alfred Müller Armack - dem Nationalsozialismus mehr als nahestand und einigen seiner sozialen Grundgedanken in die soziale Marktwirtschaft mit einfliessen liess.
Sie ist etwas speziell deutsches und es wird sich zeigen ob sie den selben Erfolg im Rahmen der EU haben wird so wie es die Deutschen momentan forcieren.
Das überrascht mich jetzt aber...Bereits seit den 80ern gibt es keinen Widerspruch zwischen ökonomischen und ökonomischen Interessen
Nee, nee, ich weiß schon was du meinst, ist in meinen Augen aber durchaus diskussionswürdig, aber gewiss nicht in diesem Rahmen.
Zu Müller Armack: Ist in meinen Augen schwerlich ein sinniges Argument gegen die soziale Marktwirtschaft. Die C-Parteien unter Adenauer waren gespickt mit ehemaligen Nazis. Wenn man die soziale Marktwirtschaft mit derlei Argumenten in Frage stellen will, dann kann man das quasi mit unserem ganzen Staat machen, der nicht zuletzt von derlei Menschen mitentwickelt worden war. Adenauer selbst sagte dazu mal, er könne eben keinen Staat mit Bübchen regieren, als man ihn auf die NSDAP-Vergangenheiten etlicher seiner Regierungsmitglieder ansprach.
Und, ohne dich jetzt in der Staatsangehörigkeit angreifen zu wollen, auch die US-Amerikaner kannten wenig Skrupel, was die teil fragwürdige Vergangenheit von Menschen anging, wenn man deren Know-How irgendwie für die eigenen Zwecke nutzbar machen konnte (ich sag nur z. B. Wernher von Braun).
Ich kann aber nicht erkennen, inwiefern Deutschland die soziale Marktwirtschaft (also in der Form wie sie eigentlich gemeint war) in Europa forciert. Predigt Deutschland nicht anderen Staaten in Europa viel eher als großen Weg zum Erfolg die Agenda 2010 Reformen, welche in unserem Lande weitreichend den Zeiger des "Sozialometers" (
Also die Forcierung des Sozialen kann ich da derzeit nicht so ganz erkennen...
- danke15jahre4p
- Beiträge: 16763
- Registriert: 21.04.2006 16:18
- User ist gesperrt.
- Persönliche Nachricht:
Re: Oddworld-Schöpfer Lanning: "Kapitalismus tötet Spiele un
naja, ich sehe schon wie stark die regierung den markt lenkt und reguliert, aufträge vergibt und in "private" unternehmen reinredet. klar ist china höchst kapitalistisch, allerdings nur nach aussen auf dem weltmarkt agierend, nach innen sind sie noch höchst kommunistisch.Kajetan hat geschrieben:Du weisst schon, dass China seit vielen Jahren nur noch offiziell dem Namen nach kommunistisch ist?leifman hat geschrieben:ich kann mich mit einer sozialen marktwirtschaft besser anfreunden als mit einem unsozialen kommunismus, schau dir doch mal die arbeitsverträge von gewöhnlichen chinesischen arbeitern an, viel spass beim schockiertsein.
In China herrscht ein brutaler Manchester-Kapitalismus, der neben derbster Umweltzerstörung und skrupelloser Ausbeutung vieler zur Berreicherung weniger aber auch zur Bildung eines wohlhabenden Mittelstandes geführt hat. Mittlerweile lagern chinesische Unternehmen ihre Produktion nach Laos, Vietnam, Kambodscha und auf die Phillipinen aus, weil das Lohnniveau in China teilweise zu hoch geworden ist.
wenn man so will, sieht die chinesische regierung ihre gesamte wirtschaft als eigenens unternehmen an und positionieren das am weltmarkt, besser kann man es eigentlich nicht machen, zum leid allerdings von millionen von menschen.
greetingz
- Krulemuk
- Beiträge: 5168
- Registriert: 28.11.2014 21:42
- Persönliche Nachricht:
Re: Oddworld-Schöpfer Lanning: "Kapitalismus tötet Spiele un
Mir geht es in der Tat ziemlich gut. Deinen Beitrag habe ich durchaus gelesen, ich kann ihn aber leider weder teilen, noch die daraus abgeleiteten Implikationen nachvollziehen.o2319388 hat geschrieben:Wenn dir die Vorkommnisse in der Welt, Gesellschaft, Wirtschaft usw. gesund und natürlich vorkommen, dann bist du entweder blind, dir gehts zu gut (Wohlstandsverblödung), oder du suhlst dich in der Lüge. Passend zu deinem Schweine-Avatar mit Bankiers-Outfit habe ich aber auch nichts anderes erwartet. Lies nach, was ich geschrieben habe, und öffne mal deine engstirnigen Scheuklappen.Krulemuk hat geschrieben:...
Vielen Dank, dass du meinen Avatar ansprichst, denn der passt tatsächlich sehr gut zur Diskussion. Es handelt sich um "Napoleon" das Schwein aus dem Zeichentrickfilm "Aufstand der Tiere" des Jahres 1954 zu George Orwells "Animal Farm" oder "Farm der Tiere". Orwells Werk thematisiert den real-existierenden Sozialismus anhand eines Bauernhofes - Das Schwein symbolisiert Stalin
- Wulgaru
- Beiträge: 29391
- Registriert: 18.03.2009 12:51
- Persönliche Nachricht:
Re: Oddworld-Schöpfer Lanning: "Kapitalismus tötet Spiele un
Zumal es so gut wie kein "privates Unternehmen" oder privaten Reichtum gibt, wo die Akteure nicht entweder Mitglied der Partei, verbandelt oder sonstwie beeinflusst sind. China ist nach wie vor eine Einparteiendiktatur die das Leben kontrolliert. Zu behaupten dort würde quasi Kapitalismus wie wir ihn verstehen herrschen, ist immer ein bisschen albern.leifman hat geschrieben:naja, ich sehe schon wie stark die regierung den markt lenkt und reguliert, aufträge vergibt und in "private" unternehmen reinredet. klar ist china höchst kapitalistisch, allerdings nur nach aussen auf dem weltmarkt agierend, nach innen sind sie noch höchst kommunistisch.Kajetan hat geschrieben:Du weisst schon, dass China seit vielen Jahren nur noch offiziell dem Namen nach kommunistisch ist?leifman hat geschrieben:ich kann mich mit einer sozialen marktwirtschaft besser anfreunden als mit einem unsozialen kommunismus, schau dir doch mal die arbeitsverträge von gewöhnlichen chinesischen arbeitern an, viel spass beim schockiertsein.
In China herrscht ein brutaler Manchester-Kapitalismus, der neben derbster Umweltzerstörung und skrupelloser Ausbeutung vieler zur Berreicherung weniger aber auch zur Bildung eines wohlhabenden Mittelstandes geführt hat. Mittlerweile lagern chinesische Unternehmen ihre Produktion nach Laos, Vietnam, Kambodscha und auf die Phillipinen aus, weil das Lohnniveau in China teilweise zu hoch geworden ist.
wenn man so will, sieht die chinesische regierung ihre gesamte wirtschaft als eigenens unternehmen an und positionieren das am weltmarkt, besser kann man es eigentlich nicht machen, zum leid allerdings von millionen von menschen.
greetingz
- grisu_de
- Beiträge: 518
- Registriert: 22.03.2014 03:03
- Persönliche Nachricht:
Re: Oddworld-Schöpfer Lanning: "Kapitalismus tötet Spiele un
Ich hab mal deine zentralen Thesen rausgestellt. Ich finde, du hast viel zu viele Vorurteile, um irgendwie vernünftig diskutieren zu können. Gegen die Idee des Kommunismus per se, die du offensichtlich nur mit irgendwelchen Regimen gleichsetzt, und gegen mich als undankbaren Kapitalismuskritiker.Krulemuk hat geschrieben:Es ist schon komisch - Der "Kapitalismus" hat zum größten Wohlstand in der Geschichte der Menschheit geführt und trotzdem wird er von den Wohlstands-Kids in Frage gestellt.golgi hat geschrieben:Halte ich für falsch. Kommunismus ist im Kern alles andere als schlecht. Im Gegenteil: Kommunismus ist stark mit Themen wie Chancengleichheit, Humanität, sozialer Gerechtigkeit und allgemeiner Bildung und Mündigkeit von Menschen assoziiert. Dass Kommunismus so unrühmlich in die Geschichtsbücher Einzug erhalten hat, liegt an den Interpretationsmonopolen der kommunistischen Parteien, die - oftmals neben Terror und Leid - dem eigentlich mündigen Proletariat keinen Raum für Selbstverwirklichung und Mitbestimmung gegeben hat.Imperator Palpatine hat geschrieben: Der Kommunismus und alls eine Spielarten trägt jedoch in sich bereits immer den Keim zu Leid und Tod ganz gleich welches Wunschdenken man hegt. Ich sehe darin rein gar nichts positives.
Der Kommunismus war auf dem Papier vielleicht eine ganz nette Idee, aber in der Tat trägt er Leid und Tod schon konzeptuell in sich.
Der einzige logische Weg ist die Errichtung einer Mauer und das Einsperren der Menschen. Kommunismus ist menschenverachtend und leistungsfeindlich.
Der Staat weiß eben nicht, welche Bedürfnisse die Bürger haben - das wissen die Bürger selber besser.
Kreatives Entrepreneurship zur Bedürfnisbefriedigung ist im Kommunismus nicht angedacht, stattdessen wird zentral geregelt. Die Diskussion ist müßig, da die Planwirtschaft weltweit zu Hunger, Elend und Tristesse geführt hat.
Ich habe mich ja überhaupt nicht pro Kommunismus und anti Kapitalismus geäußert, lediglich angemerkt, dass es gegenüber dem Kommunismus (inkl. aller seiner Spielarten) Vorurteile gibt, die sich bei dir ja wieder bestätigen.
Dabei ist die kommunistische Idee der Verstaatlichung von Privateigentum, die man als gegenläufige Bewegung der sukzessiven Privatisierung im Kapitalismus verstehen kann, gerade heute in Zeiten von TTIP ein sehr gewinnbringender Gedanke. Ich rede hier nicht von Planwirtschaft oder dergleichen. Unsere soziale Marktwirtschaft beinhaltet diesen Gedanken der öffentlichen Mittel ja bereits bei Fragen der Daseinsvorsorge (Strom, Wasser, Krankenpflege), weist also tatsächlich in ihren Grundzügen bereits kommunistisches Gedankengut auf, wenn man so will.
Zuletzt geändert von grisu_de am 01.04.2015 12:29, insgesamt 1-mal geändert.
- Imperator Palpatine
- Beiträge: 1829
- Registriert: 11.06.2014 14:19
- Persönliche Nachricht:
Re: Oddworld-Schöpfer Lanning: "Kapitalismus tötet Spiele un
" Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte anlässlich der Unterzeichnung des Lissaboner Vertrags: „Der Grundgedanke der sozialen Marktwirtschaft ist der Grundgedanke des geordneten Wettbewerbs. Diesen Gedanken müssen wir auf die Europäische Union übertragen.“billy coen 80 hat geschrieben:Zu China: China ist nun aber längst auch kein gutes Beispiel für Kommunismus mehr... :wink:Imperator Palpatine hat geschrieben:Es geht nicht darum den Kapitalismus heilig zu sprechen.
Nur werden gerne seine postiven Effekte als selbstverständlich wahrgenommen während die negativen überhöht werden.
Wie z.B beim Afrika Beispiel. Die Armut der Afrikanischen Staaten lag in der Mitte des 20. jahrhundert weitaus höher als heute, dies gilt auch für etliche Asiatische Staaten. Zudem vergisst man gerne dass die dortigen Staaten nach ihre Unabhängigkeit oftmals in Clan und Volksstammkämpfe verfallen sind die die Länder bis heute lähmen.
Die sogenannten " Mondlandschaften " werden heutzutage übrigens von China hinterlassen die im Zweifelsfall nicht einmal mehr Afrikaner für die Arbeit z.B in Kupferminen einstellen sondern zum Teil Chinesiche Strafgefangene einfliegen lassen.
Zitat: " Der Kapitalismus ist, was sich aus dem eben angeführten Beispiel auch ableitet, ein System, in welchem nicht zuletzt gerade ökologische Interessen kaum systematisch umsetzen lassen, weil das dem Kapitalismus eigene Wachstumsstreben gerade dem massiv widerspricht. "
Nichts ist falscher als diese Aussage. Bereits seit den 80ern gibt es keinen Widerspruch zwischen ökonomischen und ökonomischen Interessen, im Gegenteil, die Ersparniss zum Beispiel durch nachhaltiges Wirtschaften, effiziente Wärmedämmung in Fabriken, wiederaufforstbare Nutzflächen etc. schafft jedem Unternehmen richtig eingesetzt einen Vorteil vor seinen Konkurrenten.
Und bei aller Liebe für die soziale Marktwirtschaft sollte man nicht vergessen dass ihr Konzeptgeber - Alfred Müller Armack - dem Nationalsozialismus mehr als nahestand und einigen seiner sozialen Grundgedanken in die soziale Marktwirtschaft mit einfliessen liess.
Sie ist etwas speziell deutsches und es wird sich zeigen ob sie den selben Erfolg im Rahmen der EU haben wird so wie es die Deutschen momentan forcieren.
Das überrascht mich jetzt aber...Bereits seit den 80ern gibt es keinen Widerspruch zwischen ökonomischen und ökonomischen Interessen![]()
Nee, nee, ich weiß schon was du meinst, ist in meinen Augen aber durchaus diskussionswürdig, aber gewiss nicht in diesem Rahmen.
Zu Müller Armack: Ist in meinen Augen schwerlich ein sinniges Argument gegen die soziale Marktwirtschaft. Die C-Parteien unter Adenauer waren gespickt mit ehemaligen Nazis. Wenn man die soziale Marktwirtschaft mit derlei Argumenten in Frage stellen will, dann kann man das quasi mit unserem ganzen Staat machen, der nicht zuletzt von derlei Menschen mitentwickelt worden war. Adenauer selbst sagte dazu mal, er könne eben keinen Staat mit Bübchen regieren, als man ihn auf die NSDAP-Vergangenheiten etlicher seiner Regierungsmitglieder ansprach.
Und, ohne dich jetzt in der Staatsangehörigkeit angreifen zu wollen, auch die US-Amerikaner kannten wenig Skrupel, was die teil fragwürdige Vergangenheit von Menschen anging, wenn man deren Know-How irgendwie für die eigenen Zwecke nutzbar machen konnte (ich sag nur z. B. Wernher von Braun).
Ich kann aber nicht erkennen, inwiefern Deutschland die soziale Marktwirtschaft (also in der Form wie sie eigentlich gemeint war) in Europa forciert. Predigt Deutschland nicht anderen Staaten in Europa viel eher als großen Weg zum Erfolg die Agenda 2010 Reformen, welche in unserem Lande weitreichend den Zeiger des "Sozialometers" () ein ganzes Stück weit in Richtung Marktliberalisierung und Entmachtung der Arbeitnehmer, speziell im Falle von Arbeitslosigkeit, bewegt haben? Und ist nicht das aus Berlin immer wieder empfohlene Allheilmittel für insolvente Staaten flächendeckende Privatisierung?
Also die Forcierung des Sozialen kann ich da derzeit nicht so ganz erkennen...
Rede im Bundestag 2008
und weiter:
" In Art. 3 Abs. 3 EU-Vertrag heißt es im Zusammenhang mit dem Europäischen Binnenmarkt, die Europäische Union wirke „auf die nachhaltige Entwicklung Europas auf der Grundlage eines ausgewogenen Wirtschaftswachstums und von Preisstabilität, eine in hohem Maße wettbewerbsfähige soziale Marktwirtschaft, die auf Vollbeschäftigung und sozialen Fortschritt abzielt, sowie ein hohes Maß an Umweltschutz […] hin“. Diese Formulierung wurde erstmals 2004 in Art. I-2 Abs. 3 des EU-Verfassungsvertrags eingeführt und nach dessen Scheitern in den Vertrag von Lissabon übernommen, der 2009 in Kraft trat. Daneben wird die Wirtschaftsordnung der EU im AEU-Vertrag auch mehrmals als „offene Marktwirtschaft mit freiem Wettbewerb“ bezeichnet, etwa in Art. 119 AEU-Vertrag, wo die Wirtschafts- und Währungspolitik der EU auf diesen Grundsatz verpflichtet wird. Diese Formulierung wurde bereits mit dem Vertrag von Maastricht 1992 in das Vertragswesen aufgenommen.
Nur hat die veränderte Lage der EU diese Pläne wohl etwas zurück geworfen :wink:
Und nein China ist mittlerweile alles andere als Kommunistisch im eigentlichen Sinne. Da blicken weltweit Wirtschaftswissenschaftler und Andere mit Interesse/ Entsetzen und großem Fragezeichen über dem Kopf auf die weitere Entwicklung.
- Krulemuk
- Beiträge: 5168
- Registriert: 28.11.2014 21:42
- Persönliche Nachricht:
Re: Oddworld-Schöpfer Lanning: "Kapitalismus tötet Spiele un
Der Kommunismus nach Marx oder Engels ist relativ eindeutig definiert - du solltest den Sozialismusbegriff verwenden. Kein Mensch predigt den völlig freien Markt. Selbst in Amerika gibt es starke Einschränkungen und der Staat als Nachtwächter muss immer wieder intervenieren. Die soziale Marktwirtschaft, wie wir sie in Deutschland haben, lässt Privateigentum an Produktionsmitteln flächendeckend zu und ist daher ganz klar kapitalistisch (mit sozialdemokratischen Anstrich). Unsere kontinentaleuropäischen Wohlfahrtsstaaten zeigen doch, dass der Kapitalismus mehr ist als das, auf das er von seinen Kritikern reduziert wird.golgi hat geschrieben:Ich hab mal deine zentralen Thesen rausgestellt. Ich finde, du hast viel zu viele Vorurteile, um irgendwie vernünftig diskutieren zu können. Gegen die Idee des Kommunismus per se, die du offensichtlich nur mit irgendwelchen Regimen gleichsetzt, und gegen mich als undankbaren Kapitalismuskritiker.
Ich habe mich ja überhaupt nicht pro Kommunismus geäußert, lediglich angemerkt, dass es gegenüber dem Kommunismus (inkl. aller seiner Spielarten) Vorurteile gibt, die sich bei dir ja wieder bestätigen.
Dabei ist die kommunistische Idee der Verstaatlichung von Privateigentum, die man als gegenläufige Bewegung der sukzessiven Privatisierung im Kapitalismus verstehen kann, gerade heute in Zeiten von TTIP ein sehr gewinnbringender Gedanke. Ich rede hier nicht von Planwirtschaft oder dergleichen. Unsere soziale Marktwirtschaft beinhaltet diesen Gedanken der öffentlichen Mittel ja bereits bei Fragen der Daseinsvorsorge (Strom, Wasser, Krankenpflege), weist also tatsächlich in ihren Grundzügen bereits kommunistisches Gedankengut auf, wenn man so will.
Edit: zur sozialen Marktwirtschaft und ihrer angeblichen Nähe zum Kommunismus siehe Imperator Palpatine's Beitrag über mir
Zuletzt geändert von Krulemuk am 01.04.2015 12:34, insgesamt 3-mal geändert.
- Kajetan
- Beiträge: 27139
- Registriert: 13.04.2004 10:26
- Persönliche Nachricht:
Re: Oddworld-Schöpfer Lanning: "Kapitalismus tötet Spiele un
Nochmal ... China ist nur noch dem Namen nach kommunistisch. Es herrscht ein Staats-Kapitalismus, wo die Partei der Unternehmer mit allen Rechten und das Volk nur Personalressource mit so gut wie keinen Rechten ist. Die Partei benutzt den Kommunismus nur noch als machtpolitisches Mittel, um weiterhin an den Schlüsselstellen der Wirtschaft sitzen zu können.leifman hat geschrieben: naja, ich sehe schon wie stark die regierung den markt lenkt und reguliert, aufträge vergibt und in "private" unternehmen reinredet. klar ist china höchst kapitalistisch, allerdings nur nach aussen auf dem weltmarkt agierend, nach innen sind sie noch höchst kommunistisch.
Richtig. Mit Kommunismus hat das alles nach Innen wie Aussen aber nichts mehr zu tun. Nicht ohne Grund haben hiesige Marktfaschisten China als großes leuchtendes Vorbild bejubelt, wo Wachstum alles und alles andere nichts ist.wenn man so will, sieht die chinesische regierung ihre gesamte wirtschaft als eigenens unternehmen an und positionieren das am weltmarkt, besser kann man es eigentlich nicht machen, zum leid allerdings von millionen von menschen.
-
TherealMorrich
- Beiträge: 236
- Registriert: 07.12.2012 19:17
- Persönliche Nachricht:
Re: Oddworld-Schöpfer Lanning: "Kapitalismus tötet Spiele un
Ach? Echt jetzt? Na wer hätte DAS denn gedacht?
Dass der Kapitalismus in seiner Reinform mit dem Streben nach immer höheren Gewinnen, mehr Wachstum und mehr Anlegerdividende bei gleichzeitig möglichst geringem Einsatz, Auswirkungen auf die Hersteller und ihre Produkte hat, ist nun wirklich nichts neues.
Diese Entwicklung sieht man in anderen Branchen schon seit sehr viel längerer Zeit. Ausbeutung von Arbeitskräften und billige Wegwerfprodukte gibt es zuhauf auf dieser Welt.
Dennoch schaffen es aber einzelne Personen in diesem widerlichen Konstrukt, sich dennoch als unheimlich sozial und gut darzustellen.
Ein Tim Cook (seines Zeichens Apple CEO) vermag sich bspw. damit in ein strahlendes Licht zu rücken, indem er teils großzügige Spenden von seinem Privatvermögen an wohltätige Organisationen tätigt.
Dass er dieses Privatvermögen aber vorher als CEO eines Unternehmens angehäuft hat, welches in China unter miesesten Arbeitsbedingungen Geräte fertigen lässt, das wird dabei von vielen ausgeblendet.
Statt solcherlei Spenden zu tätigen, sollte er sich lieber vehement dafür einsetzen, dass die Arbeiter bei seinen Auftragsfertigern gescheit bezahlt werden und unter menschenwürdigen Bedingungen arbeiten können. Tut er aber nicht, weil sein Unternehmen ja dazu verdammt ist, immer mehr Gewinn zu machen und mehr Wachstum zu generieren.
Und so spendet er lieber hier und da freundlich ein paar Millionen und rückt sich damit gleichzeitig noch in ein gutes Licht, während der Konzern Apple weiterhin Milliarden scheffelt indem er (zugegeben nicht direkt, sondern über Auftragsfertiger wie Foxconn oder Pegatron) am anderen Ende der Welt kleine Arbeiter ausbeutet.
Nicht großartig anders sieht es in der Spielebranche aus. Der Entwickler bekommt nur noch Aufträge von Publishern und hat gefälligst in möglichst kurzer Zeit ein ansehnliches Ergebnis zu liefern.
Das muss oftmals nicht einmal perfekt sein. Hauptsache ist, dass es gut aussieht und erstmal läuft. Ob Bugs später behoben werden, oder nicht, entscheidet der Publisher. Oftmals werden sie nicht behoben und der Kunde hat damit zu leben. Sein Geld wurde ja schließlich schon eingestrichen und eine Rückgabemöglichkeit gibt es in der Regel nicht.
Selbsverwirklichung der Entwickler und künstlerische Freiheit mit innovativen Ideen ist von den Publishern natürlich auch nicht gefragt. Entwickelt wird, was sich auch die letzten Jahre gut verkaufte. Neue, frische Ideen findet man höchstens noch im Indie Bereich oder bei sehr kleinen Entwicklern.
Alles Dinge, die aber schon seit etlichen Jahren so ablaufen und wirklich nichts neues darstellen.
Dass der Kapitalismus in seiner Reinform mit dem Streben nach immer höheren Gewinnen, mehr Wachstum und mehr Anlegerdividende bei gleichzeitig möglichst geringem Einsatz, Auswirkungen auf die Hersteller und ihre Produkte hat, ist nun wirklich nichts neues.
Diese Entwicklung sieht man in anderen Branchen schon seit sehr viel längerer Zeit. Ausbeutung von Arbeitskräften und billige Wegwerfprodukte gibt es zuhauf auf dieser Welt.
Dennoch schaffen es aber einzelne Personen in diesem widerlichen Konstrukt, sich dennoch als unheimlich sozial und gut darzustellen.
Ein Tim Cook (seines Zeichens Apple CEO) vermag sich bspw. damit in ein strahlendes Licht zu rücken, indem er teils großzügige Spenden von seinem Privatvermögen an wohltätige Organisationen tätigt.
Dass er dieses Privatvermögen aber vorher als CEO eines Unternehmens angehäuft hat, welches in China unter miesesten Arbeitsbedingungen Geräte fertigen lässt, das wird dabei von vielen ausgeblendet.
Statt solcherlei Spenden zu tätigen, sollte er sich lieber vehement dafür einsetzen, dass die Arbeiter bei seinen Auftragsfertigern gescheit bezahlt werden und unter menschenwürdigen Bedingungen arbeiten können. Tut er aber nicht, weil sein Unternehmen ja dazu verdammt ist, immer mehr Gewinn zu machen und mehr Wachstum zu generieren.
Und so spendet er lieber hier und da freundlich ein paar Millionen und rückt sich damit gleichzeitig noch in ein gutes Licht, während der Konzern Apple weiterhin Milliarden scheffelt indem er (zugegeben nicht direkt, sondern über Auftragsfertiger wie Foxconn oder Pegatron) am anderen Ende der Welt kleine Arbeiter ausbeutet.
Nicht großartig anders sieht es in der Spielebranche aus. Der Entwickler bekommt nur noch Aufträge von Publishern und hat gefälligst in möglichst kurzer Zeit ein ansehnliches Ergebnis zu liefern.
Das muss oftmals nicht einmal perfekt sein. Hauptsache ist, dass es gut aussieht und erstmal läuft. Ob Bugs später behoben werden, oder nicht, entscheidet der Publisher. Oftmals werden sie nicht behoben und der Kunde hat damit zu leben. Sein Geld wurde ja schließlich schon eingestrichen und eine Rückgabemöglichkeit gibt es in der Regel nicht.
Selbsverwirklichung der Entwickler und künstlerische Freiheit mit innovativen Ideen ist von den Publishern natürlich auch nicht gefragt. Entwickelt wird, was sich auch die letzten Jahre gut verkaufte. Neue, frische Ideen findet man höchstens noch im Indie Bereich oder bei sehr kleinen Entwicklern.
Alles Dinge, die aber schon seit etlichen Jahren so ablaufen und wirklich nichts neues darstellen.
-
billy coen 80
- Beiträge: 1929
- Registriert: 02.10.2012 03:39
- Persönliche Nachricht:
Re: Oddworld-Schöpfer Lanning: "Kapitalismus tötet Spiele un
Die soziale Marktwirtschaft hat im Geiste zahlreiche sozialistische Gedanken innewohnend. Warum das Argument mit der Vergangenheit seiner geistigen Väter nicht unbedingt Sinn macht, habe ich ja schon in meiner Antwort auf Palpies Post aufzuzeigen versucht.Krulemuk hat geschrieben:Edit: zur sozialen Marktwirtschaft und ihrer angeblichen Nähe zum Kommunismus siehe Imperator Palpatine's Beitrag über mir
Zudem hat die vermeintliche ideologische Verortung einer Person und ihrer umgesetzten Ideen nicht immer unmittelbaren Einfluss aufeinander. Selbst wenn Hitler persönlich die soziale Marktwirtschaft erdacht hätte, so könnte man ihr ihre sozialistischen Teilgedanken nicht absprechen. Dies hat nichts mit der Überzeugung der Person zu tun, sondern viel mehr mit ihren Zielen. Das Ziel des Westens war zu jenen Zeiten, einen sozial agbedämpften Kapitalismus zu kreieren, um ihn als humanen Gegenentwurf zum "real existierenden" Sozialismus zu präsentieren, welcher quasi alle Vorzüge des Sozialismus beinhaltet (Chancengleichheit, soziale Sicherheit, ein zumindest eingeschränkt fair verteilter Wohlstand) mit den Vorzügen freierer Entfaltungsmöglichkeiten des Individuums. Die soziale Marktwirtschaft war nicht als Wohltat gemeint sondern als soziale Bastion, um den kapitalistischen Westen gegen den kommunistischen Osten aus menschlicher Sicht besser aussehen zu lassen.
Dazu nur mal ein Beispiel: der Vater der Sozialversicherungen war Otto von Bismarck. Der war aber überzeugter Monarchist und hatte selbst eigentlich tiefverwurzelte Markt- und Industrieliberale Ansichten, gepaart mit typisch monarchistischem Ständedünkel. Dass er die ersten Sozialversicherungen einführen ließ, hatte nicht das geringste mit seinen sozialpolitischen Überzeugungen zu tun, sonder nur mit dem Versuch, den Sozialdemokraten das Wasser abzugraben, indem er der Arbeiterklasse suggerierte, man brauche solchen Blödsinn wie Demokratie und Aufbrechung der Ständestrukturen in der Gesellschaft doch gar nicht, weil es doch auch offensichtlich in einer Monarchie alles ganz wunderbar ist.
Zuletzt geändert von billy coen 80 am 01.04.2015 13:06, insgesamt 1-mal geändert.
