Steam: 14-tägiges Rückgaberecht eingeführt, aber Valve Software hebelt die Regelung beim Kauf direkt aus

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johndoe1388741
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Re: Steam: 14-tägiges Rückgaberecht eingeführt, aber Valve S

Beitrag von johndoe1388741 »

Kajetan hat geschrieben:
Veldrin hat geschrieben:Ich glaube das ist eher ein Obulus. Die relevanten Haupteinnahmen werden wohl in den ersten drei, vier Wochen nach Launch nötig.
Valve hat wiederholt Zahlenmaterial vorgestellt, aus dem hervorging, dass der monetäre Umsatz (nicht Anzahl verkaufter Spiele, sondern eingenommenes Geld) sich durch Sales um viele hundert Prozent steigern lässt und somit dem Entwickler/Publisher auch viele Monate nach dem Release ordentlich Geld bringt, was man ohne Sale niemals bekommen würde.

...

Hier von "Geiz ist geil" zu reden und Kunden die Schuld für nicht getätigte Umsätze zum vollen Retailpreis zu zuschieben, ist nur ein Mißverständnis, welches immer dann entsteht, wenn man nüchtern/rationale Angebot/Nachfrage-Verhältnisse emotional auflädt.
Hätte ich auch nicht besser formulieren können.
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Veldrin
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Re: Steam: 14-tägiges Rückgaberecht eingeführt, aber Valve S

Beitrag von Veldrin »

Kajetan hat geschrieben:
Veldrin hat geschrieben:Ich glaube das ist eher ein Obulus. Die relevanten Haupteinnahmen werden wohl in den ersten drei, vier Wochen nach Launch nötig.
Valve hat wiederholt Zahlenmaterial vorgestellt, aus dem hervorging, dass der monetäre Umsatz (nicht Anzahl verkaufter Spiele, sondern eingenommenes Geld) sich durch Sales um viele hundert Prozent steigern lässt und somit dem Entwickler/Publisher auch viele Monate nach dem Release ordentlich Geld bringt, was man ohne Sale niemals bekommen würde.

Denn Sales sprechen diejenigen Kunden an, die beim vollen Preis zum Verkaufsstart nicht zuschlagen würden, denen ein bestimmtes Spiel nicht 40 Euro, sondern eben nur 10 Euro wert ist. Ohne Sales bekommt Du die 10 Euro nicht. Ohne Sales bekommt Du nur die 40 Euro in den ersten Verkaufswochen von denen, die für ein Spiel 40 Euro ausgeben wollen. Danach dümpelt das Spiel irgendwo im Shop herum und macht kein Geld mehr.

Hier von "Geiz ist geil" zu reden und Kunden die Schuld für nicht getätigte Umsätze zum vollen Retailpreis zu zuschieben, ist nur ein Mißverständnis, welches immer dann entsteht, wenn man nüchtern/rationale Angebot/Nachfrage-Verhältnisse emotional auflädt.
Na, aber Geiz ist geil war jetzt nicht direkt auf Schnäppchenjäger gemünzt. Ich selbst liebe die Steamsales und kann in Genres reinschnuppern ohne viel Geld liegen zu lassen oder Spiele digital nachkaufen, die ich mal als Retailfassung gekauft hatte. Ne, ich hatte die Geiz-ist-geil-Mentalität denjenigen unterstellt, die primär kein Geld ausgeben wollen und wenn dann nur supergünstig, wenn es sich nicht vermeiden lässt, und Spieler die Spiele prinzipiell weiterverkaufen womit sie den Neumarkt schädigen. (Was das angeht denke ich nur bei Unterhaltungsmedien so, wenn jemand sein Auto weiterverkauft, soll er das gerne tun)
Ich will doch die Entwickler unterstützen, wenn mir ein Spiel gefällt. Wenn ich aber Spiele einfach zurückgeben könnte NACHDEM ich es komplett durchgespielt habe(!) oder weiterverkaufen könnte, dann würde ich das nicht mehr, da derjenige der das Spiel „gebraucht“ von mir abkauft, statt es selbst zu kaufen, somit das Spiel quasi nur einmal gekauft wurde.
Natürlich sind das keine schlechten Menschen, meiner Meinung nach aber zu sehr auf ihren Geldbeutel bedacht und zu wenig an die Spieleschmieden. Und – wie einer schon hier sagte – diese Regelung, würde sie so zwar kundenfreundlich bis -überfreundlich aber industrieunfreundlich umgesetzt, finde ich auch, würde das auf uns Spieler zurückkommen.
Vielleicht in Form immer mehr Häppchenspiele, Free2play, DLCs, Mikrotransaktionen und zwar in ungesundem Ausmaß oder auch einfach kleine Indieentwickler die kleinere Brötchen backen müssen und/oder in Folge dessen risikofreiere massentauglichere Spiele entwickeln.

Und ich will betonen, ein sowohl kunden- als auch industriefreundliches Rückgaberecht würde ich sofort befürworten. Mir persönlich reichen aber schon die Informationsmöglichkeiten, das Reinschnuppern durch Demos oder mit zeitlicher Begrenzung.
johndoe981765
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Re: Steam: 14-tägiges Rückgaberecht eingeführt, aber Valve S

Beitrag von johndoe981765 »

Veldrin hat geschrieben:Vielleicht in Form immer mehr Häppchenspiele, Free2play, DLCs, Mikrotransaktionen und zwar in ungesundem Ausmaß oder auch einfach kleine Indieentwickler die kleinere Brötchen backen müssen und/oder in Folge dessen risikofreiere massentauglichere Spiele entwickeln.
Also wie der momentane Status Quo?
Captain Obvious
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Re: Steam: 14-tägiges Rückgaberecht eingeführt, aber Valve S

Beitrag von Captain Obvious »

DitDit hat geschrieben:oh da ich nie vorbestelle is mir der gedanke nicht gekommen. kann man bei steam vorbestelltes wieder stornieren? da würde dann ja eigentlich das widerrufsrecht gelten ohne das was steam jetzt gemacht hat
Ja du kannst Vorbestellungen stornieren, in deinem Account unter Bestellhistorie. Natürlich nur, solange das Spiel noch nicht erschienen ist.
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Kajetan
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Re: Steam: 14-tägiges Rückgaberecht eingeführt, aber Valve S

Beitrag von Kajetan »

Veldrin hat geschrieben:Ne, ich hatte die Geiz-ist-geil-Mentalität denjenigen unterstellt, die primär kein Geld ausgeben wollen und wenn dann nur supergünstig, wenn es sich nicht vermeiden lässt, und Spieler die Spiele prinzipiell weiterverkaufen womit sie den Neumarkt schädigen.
Das tun sie eben nicht :)

Wer Spiele sofort kauft, der erzeugt Umsatz in der ersten Releasewoche. Das ist gut. Dieses Spiel wird dann durchgezockt und wieder verkauft, so dass man sich nächste Woche wieder ein neues Spiel kaufen kann. Was wiederum gut ist. Weil man sich in kurzen Zeiträumen wieder ein neues Spiel zum vollen Retailpreis kauft. Könnte man das nicht tun, würde die Industrie weniger Umsatz in der Releasewoche haben.

Denn ... und das ist der Knackpunkt der Geschichte ... der Käufer der Gebrauchtware kauft sich die Gebrauchtware, weil sie günstiger ist als der volle Retailpreis. Er würde kein Spiel zum vollen Retailpreis kaufen, weil ihm das zu teuer wäre oder er einfach nicht genug Kaufkraft hat.

Die Industrie würde bei einer Verhinderung von Weiterverkäufen sich nur selber schädigen, weil sie es demjenigen, der sich Spiele sofort zum vollen Preis kaufen will, nicht ermöglich in bereits gekauften Spielen gebundene Kaufkraft freizusetzen, die dieser dann wieder in den Kauf neuer Spiele stecken kann. Einfache volkswirtschaftliche Zusammenhänge. Wer mehr Umsatz will, der muss es dem Kunden ermöglichen Kaufkraft freizusetzen. Ansonsten muss man sich mit dem begnügen, was der Kunde an Kaufkraft jeden Monat erübrigen kann.
Ich will doch die Entwickler unterstützen, wenn mir ein Spiel gefällt.
Dann mach das doch :)
Wenn ich aber Spiele einfach zurückgeben könnte NACHDEM ich es komplett durchgespielt habe(!) oder weiterverkaufen könnte, dann würde ich das nicht mehr, da derjenige der das Spiel „gebraucht“ von mir abkauft, statt es selbst zu kaufen, somit das Spiel quasi nur einmal gekauft wurde.
Klassisches Mißverständnis. Weniger charmant auch Milchmädchenrechnung genannt. Der andere kauft das Spiel nicht zum vollen Retailpreis, wenn er nicht die Möglichkeit hätte es günstiger von Dir zu kaufen.
Natürlich sind das keine schlechten Menschen, meiner Meinung nach aber zu sehr auf ihren Geldbeutel bedacht und zu wenig an die Spieleschmieden.
Wenn Dir soviel Geld zur Verfügung steht, dass Du nicht auf selbiges achten musst, dann freut mich das für Dich. Aber überlasse bitte anderen, wie diese mit ihrem Geld verfahren ...
Freakstyles
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Re: Steam: 14-tägiges Rückgaberecht eingeführt, aber Valve S

Beitrag von Freakstyles »

Rfinisaea hat geschrieben:Stasi Steam geht es nur darum den letzten Groschen noch aus den PC Spielern zu ....
Stasi ist veraltet, heute nennt sich das neoliberale Politik ;)
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ZackeZells
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Re: Steam: 14-tägiges Rückgaberecht eingeführt, aber Valve S

Beitrag von ZackeZells »

@ Veldrin

Welcher leidenschaftliche Gamer möchte denn gute Entwickler nicht unterstützen?

Es gab eine Zeit vor dem digitalen Vertrieb der Güter, damals kaufte man die "Kopien/Lizenzen" im Spieleladen seines Vertrauens. Es war gang und gebe Spiele zu Tauschen, zu verkaufen, gebraucht zu kaufen und hin und wieder eines Neu zu erwerben.
Hat die Spieleindustrie damals(tm) auch geklagt und nie Gewinne erwirtschaftet?
Ich wage sogar soweit zu gehen und zu behaupten das überhaupt wegen dem Tauschhandel und co. Spiele gespielt und gekauft wurden.

Und nur weil das digitale Zeitalter Einzug erhielt und die Publisher mittlerweile den selben Betrag der in die Entwicklung fließt nochmals in die Werbung stecken, brauchen wir Gamer uns nicht kleiner zu machen als wir sind.
Durch uns wurde die Industrie für "Heuschrecken" interessant, dieses vergessen die Publisher.
EA zb. scheisst auf die Stammkunden dort geht es nur um Neuaquirierungen.
johndoe981765
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Re: Steam: 14-tägiges Rückgaberecht eingeführt, aber Valve S

Beitrag von johndoe981765 »

Es gibt wohl kaum eine Branche die so kundenfeindlich ist wie der Spielesektor. Trotzdem seit Jahren mehr als ein Erfolgsmodell, obwohl Gängelungen, Abzocke, Schrottsoftware...an der Tagesordnung ist.

Vor was haben denn die Industrieversteher nur Angst, dass man hier Gebrauchtkäufer/Saleskäufer verdammt. Kann der Einlauf nicht groß genug sein?

Indie boomt, ständig lese ich hier Erfolgsmeldungen. Ordentliche Ware, ohne Abzocke, wird honoriert. Eigentlich ganz einfach!
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Paranidis68
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Re: Steam: 14-tägiges Rückgaberecht

Beitrag von Paranidis68 »

Und? Ist das von Steam ausgenutzte und umgesetzte Monopol jetzt so eine Überraschung?

Ihr Käufer seit doch selber schuld, wenn ihr die lange Nase von dem Konzern gezeigt bekommt.
Was da abläuft, war genauso absehbar und ist ein Schlag ins Gesicht jedes Steam Kunden.

Bei mir kommt das in etwa so an. " Wir pissen auf euch und verkaufen es auch nicht als warmen Regen"

Ich kaufe "nie" ein Vollpreisspiel bei Steam. Habe ich noch nie gemacht und braucht es auch nicht. Ich kaufe Keys. Ich kaufe nicht mal mehr im Sale wie ein Volldepp, nur weil ich Angst habe, dass ich da etwas verpasse, was im Grund über das ganze Jahr hinweg immer mal wieder als Angebot bei Steam auftaucht.
Und wer einmal ganz genau hinschaut, der wird merken, wie dort die Preise im Sale auseinander gehen, weil da Utopiepreise als Originalpreis angezeigt werden, die nicht mal mehr einer Box-Version entsprechen.

Und mir soll hier keiner kommen und sagen, dass Steam der Wohltäter der PC Spieleindustrie ist und wir alle dankbar sein sollten, in dem wir höflich noch 5-10 Euro Mehrpreis bezahlen, weil Steam ja seinen Gewinn haben möchte.
Ihr habt hier ein Monster angefüttert, dass euch alle noch fressen wird.
Und wenn erst einmal die weitere Beschneidung von Geschenken und Keys außerhalb des Shops angekommen ist, dann merkt ihr auch, wem ihr das Geld in den Rachen geworfen habt.

Mittlerweile gebe ich mich selber fast geschlagen, weil dieser ganze Shop nur noch ein riesiger Haufen Durchfall ist, bei dem keiner mehr durchblickt, was da angeboten wird. Ich komme mir vor, wie auf einem Basar, der ein Tollhaus für alle möglichen Entwickler(Möchtegernentwickler) und Betrüger ist, die den Leuten ihren EA Schrott irgendwie anbiedern wollen.

Womit wir dann wieder beim beschissenen Support von Steam sind, der nicht mal den Namen Support verdient. Haste was gekauft, biste halt ein Trottel, wenn mal was nicht passt.
Oder Bettel uns doch die Ohren voll, vielleicht geben wir dir ja einen Gutschein. Dein Geld behalten wir ja trotzdem.
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Veldrin
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Re: Steam: 14-tägiges Rückgaberecht eingeführt, aber Valve S

Beitrag von Veldrin »

Kajetan hat geschrieben:
Veldrin hat geschrieben:Ne, ich hatte die Geiz-ist-geil-Mentalität denjenigen unterstellt, die primär kein Geld ausgeben wollen und wenn dann nur supergünstig, wenn es sich nicht vermeiden lässt, und Spieler die Spiele prinzipiell weiterverkaufen womit sie den Neumarkt schädigen.
Das tun sie eben nicht :)

Wer Spiele sofort kauft, der erzeugt Umsatz in der ersten Releasewoche. Das ist gut. Dieses Spiel wird dann durchgezockt und wieder verkauft, so dass man sich nächste Woche wieder ein neues Spiel kaufen kann. Was wiederum gut ist. Weil man sich in kurzen Zeiträumen wieder ein neues Spiel zum vollen Retailpreis kauft. Könnte man das nicht tun, würde die Industrie weniger Umsatz in der Releasewoche haben.

Denn ... und das ist der Knackpunkt der Geschichte ... der Käufer der Gebrauchtware kauft sich die Gebrauchtware, weil sie günstiger ist als der volle Retailpreis. Er würde kein Spiel zum vollen Retailpreis kaufen, weil ihm das zu teuer wäre oder er einfach nicht genug Kaufkraft hat.

Die Industrie würde bei einer Verhinderung von Weiterverkäufen sich nur selber schädigen, weil sie es demjenigen, der sich Spiele sofort zum vollen Preis kaufen will, nicht ermöglich in bereits gekauften Spielen gebundene Kaufkraft freizusetzen, die dieser dann wieder in den Kauf neuer Spiele stecken kann. Einfache volkswirtschaftliche Zusammenhänge. Wer mehr Umsatz will, der muss es dem Kunden ermöglichen Kaufkraft freizusetzen. Ansonsten muss man sich mit dem begnügen, was der Kunde an Kaufkraft jeden Monat erübrigen kann.
Ja, das habe ich so nicht bedacht. Wenn man es jetzt nur aufs Erstehen zum Vollpreis bezieht, dann klingt das schlüssig. Aber wie sieht es denn mit Nicht-Vollpreisspielen aus? Da ist die Sache nicht mehr so klar, Nischengenres habens dann sicherlich schon schwerer.
Kajetan hat geschrieben:
Ich will doch die Entwickler unterstützen, wenn mir ein Spiel gefällt.
Dann mach das doch :)
:)
Kajetan hat geschrieben:
Wenn ich aber Spiele einfach zurückgeben könnte NACHDEM ich es komplett durchgespielt habe(!) oder weiterverkaufen könnte, dann würde ich das nicht mehr, da derjenige der das Spiel „gebraucht“ von mir abkauft, statt es selbst zu kaufen, somit das Spiel quasi nur einmal gekauft wurde.
Klassisches Mißverständnis. Weniger charmant auch Milchmädchenrechnung genannt. Der andere kauft das Spiel nicht zum vollen Retailpreis, wenn er nicht die Möglichkeit hätte es günstiger von Dir zu kaufen.
Naja, das kommt dann halt drauf an wie viele Spiele ein Mensch zockt im Monat und wie viel Geld er hat und man es auschließlich auf (meiner Meinung nach häufig überteuerte) Vollpreistitel bezieht.
Kajetan hat geschrieben:
Natürlich sind das keine schlechten Menschen, meiner Meinung nach aber zu sehr auf ihren Geldbeutel bedacht und zu wenig an die Spieleschmieden.
Wenn Dir soviel Geld zur Verfügung steht, dass Du nicht auf selbiges achten musst, dann freut mich das für Dich. Aber überlasse bitte anderen, wie diese mit ihrem Geld verfahren ...
Klar jeder soll mit seinem Geld haushalten wie er möchte. Aber für ein Sale hat doch jeder genug Geld. Zumindest in Deutschland. Jetzt mal Schüler und Studenten und in Abstrichen Azubis außen vor, die kein oder kaum Geld verdienen.

ZackeZells hat geschrieben:@ Veldrin

Welcher leidenschaftliche Gamer möchte denn gute Entwickler nicht unterstützen?

Es gab eine Zeit vor dem digitalen Vertrieb der Güter, damals kaufte man die "Kopien/Lizenzen" im Spieleladen seines Vertrauens. Es war gang und gebe Spiele zu Tauschen, zu verkaufen, gebraucht zu kaufen und hin und wieder eines Neu zu erwerben.
Hat die Spieleindustrie damals(tm) auch geklagt und nie Gewinne erwirtschaftet?
Ich wage sogar soweit zu gehen und zu behaupten das überhaupt wegen dem Tauschhandel und co. Spiele gespielt und gekauft wurden.

Und nur weil das digitale Zeitalter Einzug erhielt und die Publisher mittlerweile den selben Betrag der in die Entwicklung fließt nochmals in die Werbung stecken, brauchen wir Gamer uns nicht kleiner zu machen als wir sind.
Durch uns wurde die Industrie für "Heuschrecken" interessant, dieses vergessen die Publisher.
EA zb. scheisst auf die Stammkunden dort geht es nur um Neuaquirierungen.
Na Electronic Arts ist aber nochmal ein anderes Thema. Und ja, diese Zeit gabs, klar und gibts immer noch bei den Konsoleros. Damals war ich ein Jugendlicher mit klammen Geldbeutel und hab raubkopiert was der Brenner hergab. Diese Zeiten sind vorbei ich hab umgedacht (und das Geld sitzt etwas lockerer). Klar illegal beziehen ist etwas anderes als Tauschen und Verkaufen. Man muss da auch differenzieren zwischen Kauf von teuren Vollpreistiteln und Weiterverkauf und Kauf zu angemessenen Preisen und Weiterverkauf. Letzteres finde ich ein Nogo.
Zuletzt geändert von Veldrin am 19.03.2015 17:47, insgesamt 2-mal geändert.
unknown_18
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Re: Steam: 14-tägiges Rückgaberecht eingeführt, aber Valve S

Beitrag von unknown_18 »

Kajetan hat geschrieben:Denn ... und das ist der Knackpunkt der Geschichte ... der Käufer der Gebrauchtware kauft sich die Gebrauchtware, weil sie günstiger ist als der volle Retailpreis. Er würde kein Spiel zum vollen Retailpreis kaufen, weil ihm das zu teuer wäre oder er einfach nicht genug Kaufkraft hat.
Wenn du schon so ausführlich alles berücksichtigen willst, dann berücksichtige auch wirklich alles und nicht bloß wie es dir gerade passt.

Es gibt genug Gebrauchtkäufer, die könnten das Spiel zum Vollpreis holen, tun es aber nicht, weil sie wissen spätestens eine Woche nach Release gibt es erste gebrauchte Versionen. Gäbe es diese gebrauchte Versionen nicht, würden sie den Vollpreis durchaus bezahlen, weil länger als eine Woche warten bis es irgendwann mal günstiger ist wollen diese Spieler nämlich auch nicht. Die denken sich einfach nur "eine Woche kann ich warten, wenn ich es dafür günstiger kriege".

Und das sind nicht gerade wenige, die so denken. Ich würde so weit gehen und behaupten etwa genauso viel, wie die die Spiele zum Release kaufen, durchspielen und direkt weiterverkaufen. Nur wird ein Exemplar selten nur einmal weiterverkauft, sondern im Laufe der Zeit mehrfach, davon leben ja schließlich Gamestop und Co. Und jedes mal sehen die Firmen nichts davon. Warum wohl wollen Firmen den Gebrauchtmarkt am liebsten ausmerzen? Die wissen genau wie der Hase läuft und nämlich nicht so wie du es hier hinstellst.
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Re: Steam: 14-tägiges Rückgaberecht eingeführt, aber Valve S

Beitrag von Veldrin »

Gamestop das EA der Gebrauchtspiele-Reseller. Davon bekommen die Entwickler dann indirekt wirklcih weniger, da die Reseller ein Stück vom Kuchen abhaben wollen und so das Budget sich verschiebt, wo ein Spieler sonst noch Geld über für ein feines Indiespielchen hätte. Das Indiespielchenbudget ist aber beim Gebrauchtwarenhändler verpufft. Und wie Balmung schon sagte, multipliziert sich das noch, weil es nicht immer nur bei einem Weiterverkauf bleibt.
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Re: Steam: 14-tägiges Rückgaberecht eingeführt, aber Valve S

Beitrag von Jazzdude »

Ich finde ja schlimmer, dass Demos für Spiele heute eine Ausnahme sind.

Gäbe es mehr Demos, bräuchte man ein Rückgaberecht nicht.

@steam: Trotzdem eklige Masche. Wobei man Anmerken sollte, dass ich ein ausgepacktes Spiel (d.h. aus der Folie genommen), auch im Einzelhandel nicht zurückgeben darf.
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Re: Steam: 14-tägiges Rückgaberecht eingeführt, aber Valve S

Beitrag von Wigggenz »

Balmung hat geschrieben:
Kajetan hat geschrieben:Denn ... und das ist der Knackpunkt der Geschichte ... der Käufer der Gebrauchtware kauft sich die Gebrauchtware, weil sie günstiger ist als der volle Retailpreis. Er würde kein Spiel zum vollen Retailpreis kaufen, weil ihm das zu teuer wäre oder er einfach nicht genug Kaufkraft hat.
Wenn du schon so ausführlich alles berücksichtigen willst, dann berücksichtige auch wirklich alles und nicht bloß wie es dir gerade passt.

Es gibt genug Gebrauchtkäufer, die könnten das Spiel zum Vollpreis holen, tun es aber nicht, weil sie wissen spätestens eine Woche nach Release gibt es erste gebrauchte Versionen. Gäbe es diese gebrauchte Versionen nicht, würden sie den Vollpreis durchaus bezahlen, weil länger als eine Woche warten bis es irgendwann mal günstiger ist wollen diese Spieler nämlich auch nicht. Die denken sich einfach nur "eine Woche kann ich warten, wenn ich es dafür günstiger kriege".

Und das sind nicht gerade wenige, die so denken. Ich würde so weit gehen und behaupten etwa genauso viel, wie die die Spiele zum Release kaufen, durchspielen und direkt weiterverkaufen. Nur wird ein Exemplar selten nur einmal weiterverkauft, sondern im Laufe der Zeit mehrfach, davon leben ja schließlich Gamestop und Co. Und jedes mal sehen die Firmen nichts davon. Warum wohl wollen Firmen den Gebrauchtmarkt am liebsten ausmerzen? Die wissen genau wie der Hase läuft und nämlich nicht so wie du es hier hinstellst.
Warum die Firmen den Gebrauchtmarkt am liebsten ausmerzen wollen?

Nicht, weil er eine Bedrohung ist, sondern weil sich der Gewinn ohne einfach noch mehr steigern lässt.
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Re: Steam: 14-tägiges Rückgaberecht eingeführt, aber Valve S

Beitrag von Kajetan »

Balmung hat geschrieben:Es gibt genug Gebrauchtkäufer, die könnten das Spiel zum Vollpreis holen, tun es aber nicht, weil sie wissen spätestens eine Woche nach Release gibt es erste gebrauchte Versionen.
Was Du hier als "genug" bezeichnest, spielt in der volkswirtschaftlichen Betrachtung aber keine Rolle. Ja, natürlich gibt es solche Leute. Das will ich gar nicht bestreiten. Aber sie spielen keine Rolle, weil die Freisetzung von Kaufkraft durch den Weiterverkauf sich wesentlich stärker auf den Umsatz auswirkt als das Kaufverhalten einzelner Preisjäger. Genauso wenig wie Leute eine Rolle spielen, die sich Schwarzkopien besorgen, nur weil sie kein Geld ausgeben wollen, auch wenn sie es hätten.

Dass so manchem Publisher und Entwickler Ketten wie Gamestop ein Dorn im Auge sind, kann man schon verstehen, werden hier doch Umsätze generiert, welche die Publisher in ihrer Verwertungskette nicht vorgesehen haben und von denen sie daher nichts abbekommen. Aber Achtung: Sie bekommen durch den Gebrauchthandel nicht weniger, sondern lediglich nicht zusätzlich etwas. Der Kundenkreis, der über den Gebrauchthandel mit aktuellen Spielen erreicht wird, der wird von den Publishern überhaupt nicht angesprochen. Ich frage mich dann immer, wieso man sich über ein Geschäft beschwert, welches man selber nicht tätigen will. Wo ist die Beteiligung an Ketten wie Gamestop? Wo ist die eigene SecondHand-Handelsplattform?

Stattdessen wird der SecondHand-Handel als Ausrede benutzt, wenn die Umsätze nicht so dolle sind, so wie man früher Kopien gerne als Ausrede benutzt hat. Und Leute ohne volkswirtschaftliche Grundkenntnisse, wie z.B. Du, saugen solche Ausreden auf wie ein trockener Schwamm das Wasser, weil gerade Leute wie Du ... ich spreche Dich hier ganz bewusst persönlich an ... sich als moralisch überlegen fühlen, wenn sie mit geringschätzigen Floskeln wie "Geiz ist ja heute geil!" und "Die Spieler von heute ..." über Dinge reden, von denen sie keinen Schimmer haben.

Und ja, wer behauptet, dass der Gebrauchthandel mit Spielen schädlich sei, der HAT keine Ahnung von betriebs- und volkswirtschaftlichen Grundlagen, der ist der Propaganda der Publisher mit Karacho auf den Leim gegangen.