Spielkultur: Entwickler sprechen über die Rolle von Schwarzen und Stereotypen in der Videospiele-Branche

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Lykaner77
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Re: Spielkultur: Entwickler sprechen über die Rolle von Schw

Beitrag von Lykaner77 »

Kajetan hat geschrieben:
Lykaner77 hat geschrieben:Und das Kleinigkeiten wie das Haar in der Suppe gesucht und aufgebauscht werden, weil eben eine ganze Heerschar von Menschen davon lebt.
Und genau das tust Du hier. Du nimmst wenige Extrembeispiele, bauscht diese auf und benutzt diese dann, um die Existenz von großflächiger Benachteiligung einfach zu negieren oder kleinzureden.

Frauen werden z.B. im Job IMMER NOCH benachteiligt. Für die gleiche Arbeit bekommen Frauen weniger Geld. Das ist leider die Regel, nicht die Ausnahme. Sogar in der Konzernspitze von Sony ist das so, wie man aus den berüchtigten geleakten Mails entnehmen konnte. Menschen werden auf Grund ihrer Herkunft, ihres Geschlechts bei Bewerbungen aussortiert und nicht auf Grund mangelnder Qualifikationen oder persönlicher, individueller Nicht-Eignung. Das kannst Du nicht einfach wegrelativieren, nur weil es auch eine kleine Gruppe durchgeknallter Gender-Faschisten gibt.
Also an dem von mir gemachten Beispiel braucht man nun wirklich nichts mehr aufzubauschen. :lol:

Und zu Deinem aussortieren bei Bewerbungen habe ich bereits die Links hier veröffentlich. ...
http://www.sciencedirect.com/science/ar ... 651200362X
und
http://www.iza.org/de/webcontent/public ... dp_id=8517

Ich relativiere hier also gar nichts weg, sondern vertraue auf meinen gesunden Menschenverstand. Ein Chef wird in aller Regel immer den qualifiziertesten Bewerber wählen, der seine Firma nach vorne bringt und ihm mehr Gewinn verschafft. Eigentlich logisch, oder? Zu unterstellen, dass Geschlecht und Hautfarbe da eine nennenswert Rolle spielen, ist eine nachgeplapperte und mit dem obigen Link widerlegte Behauptung von Dir. Wenn Frauen tatsächlich massenweise bei gleicher Leistung für weniger Geld arbeiten würden, würden nur noch Frauen eingestellt werden. Ist aber nicht so. Finde den Fehler!

Wie gesagt, behaupte ich keineswegs, dass es das alles nicht gibt, aber der Bohei der darum gemacht wird ist maßlos überzogen. Es gilt sich staatliche Fördertöpfe zu erhalten und neue zu sichern. Das ist ganz offensichtlich und hat System.
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Lykaner77
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Re: Spielkultur: Entwickler sprechen über die Rolle von Schw

Beitrag von Lykaner77 »

Nanimonai hat geschrieben:
Lykaner77 hat geschrieben:Ist es diskriminierend, wenn christliche Verbände (Malteser, Caritas, etc.) Bewerber ablehnen, die aus der Kirche ausgetreten sind? Ja! Ist es diskriminierend, wenn keine Männer in Frauenhäusern eingestellt werden? Ja! ... Rechtens vor dem Gesetz ist das alles nicht, aber nachvollziehbar.
Selbstverständlich ist es rechtens vor Gericht. Lüge hier nicht rum.
Danke, das wollte ich aus Deinem Mund hören. Und, fällt Dir nicht die Willkür darin auf, welche "Auswahlverfahren" erlaubt und welche es nicht sind? Mit dem RECHT ist es halt so eine Sache.
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Alter Sack
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Re: Spielkultur: Entwickler sprechen über die Rolle von Schw

Beitrag von Alter Sack »

Lykaner77 hat geschrieben:
Nanimonai hat geschrieben:
Lykaner77 hat geschrieben:Wenn er bestimmte Bewerber aus Erfahrung ablehnt, ist das sein gutes Recht, denn er alleine hat die Folgen zu tragen. Das er die Religionszugehörigkeit nicht als Grund für die Bewerbungsablehnung nennt ist nicht feige, sondern schlau.
Du verwendest die Formulierung "es ist sein gutes Recht" in dem Wissen, dass es eben genau das nicht ist? Er beugt das Recht und wird nur deswegen nicht zur Rechenschaft gezogen, weil es bislang keine Klage am Arbeitsgericht gegeben hat, in der er seine wahren Beweggründe an Eides statt versichern musste.
Ach hör doch auf mit Deiner Wortklauberei! Er macht das, was er für seine Firma für das Beste hält und zwar aus eigener Erfahrung. Es ist seine Firma und er stellt ein, wen er für geeignet hält und lehnt ab, wen er für nicht geeignet hält. Und ja, dass ist sein gutes RECHT, denn am Ende des Tages steht er mit allen Problemen alleine da. Da kommt nämlich keiner dieser Theoretiker und hilft!

Ist es diskriminierend, wenn christliche Verbände (Malteser, Caritas, etc.) Bewerber ablehnen, die aus der Kirche ausgetreten sind? Ja! Ist es diskriminierend, wenn keine Männer in Frauenhäusern eingestellt werden? Ja! ... Rechtens vor dem Gesetz ist das alles nicht, aber nachvollziehbar. Das passiert halt, wenn Ponyhof-Theorie auf die Praxis trifft.
Das stimmt nicht. Er darf nicht einstellen wen er will. Sollte Firma XY einen BR haben hat eben dieser darauf zu achten das unter anderem das AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) eingehalten wird. Wird dies nicht eingehalten kann der BR die Einstellung verhindern. Das ist natürlich in der Praxis schwierig geht aber.

Und Kirchen, Parteien, Gewerkschaften, ... unterliegen nicht dem allgemeinen Arbeitsrecht in großen Teilen. Die Kirchen z.B. haben auf Grund des Selbstordnungs- und Selbstverwaltungsrecht ein eigenes Arbeitsrecht und dürfen natürlich darauf achten ob ihre Mitarbeiter bestimmte Vorgaben erfüllen genau wie bei Parteien, Gewerkschaften etc. etc.
Es ist absolut Rechtens wenn die genannten Organisationen bestimmte Bewerber ablehnen die bei "normalen" Firmen so niemals abgelehnt werden dürften, also mit einer Begründung die gegen das AGG verstoßen würde.
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Kajetan
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Re: Spielkultur: Entwickler sprechen über die Rolle von Schw

Beitrag von Kajetan »

Lykaner77 hat geschrieben: Also an dem von mir gemachten Beispiel braucht man nun wirklich nichts mehr aufzubauschen. :lol:
Du bauscht solche Vorfälle auf, um damit besser alle (!) Gleichstellungsversuche relativieren zu können. Dir scheint es nicht um Gleichberechtigung zu gehen, denn dann würdest Du nicht ständig auf solchen Extremen herumreiten. Niemand streitet den Irrsinn ab, der hier teilweise passiert. Aber das sind Extreme. Randerscheinungen. Ich gehe auch nicht hin und benutze Neonazis als Argument, um gegen jedwede Art von Einwanderungsregelung sein zu können. Ich gehe nicht hin und verwende betrügerische Banker als Argument, um die prinzipielle Abschaffung von Banken zu verlangen.

Auf Extreme hinweisen ... keine Frage, ist nötig. Aber nur darauf herumreiten, um damit das Gesamtthema zu relativieren und kleinzureden, das ist schäbig.
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3nfant 7errible
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Re: Spielkultur: Entwickler sprechen über die Rolle von Schw

Beitrag von 3nfant 7errible »

Nanimonai hat geschrieben:
Ebenfalls weißt du, dass deine Argumentationen, die du selbst nicht als Rechtfertigung sehen willst, die es de facto aber sind, löchrig und nicht haltbar sind, zweierlei Maß anlegen und absolut inkonsequent erscheinen.

...

Hier finden die Vorurteile und Pauschalisierungen aber nicht statt, hier wird individuell geschaut. Das ist eine im höchsten Maßen rassistische Denkweise, insbesondere weil für die Umsetzung dieser Gedanken sogar noch bewusst deutsches Recht gebeugt wird.
Wer im Glashaus sitzt... :wink:

Ganz ehrlich, bezüglich Double Standards und Inkonsequenz müsste sich der gute Imperator hier aber ziemlich weit hinten anstellen. Da kommen vorher nämlich noch eine ganze Reihe anderer Leute, ua du, lieber Nanimonai.

Wenn er sagt, dass er in manchen Gegenden lieber die Strassenseite wechselt, wenn ihm ein paar Schwarze entgegenkommen, dann ist das schlimm und diskriminierend. Wenn eine Felicia Day in ihrem Blog schreibt, dass sie die Strassenseite gewechselt hat, weil da 2 Burschen mit Gamer-Shirts standen, dann bekommt sie Applaus für ihren Mut über ihre Ängste zu sprechen.
Wenn Schwarze sich angeblich nicht trauen sich als Spielentwickler zu bewerben (und das als Grund ist ja auch erstmal eine unbewiesene Behauptung), dann zeigt man Verständnis, obwohl der Gedanke dahinter, die weissen Jungs wären ja eh alle rassitisch, ebenfalls ein Vorurteil wäre. Jeder Frau, die Angst vor Männern hat, wird hier Verständnis entgegengebracht, nein schlimmer noch... sogar denjenigen, die diese Angst noch schüren.

Und individuell schaut hier sowieso niemand. Es gibt nur riesige Schablonen, nach denen die Menschen eingeteilt werden und zwischen ihnen dicke Trennwände. Da sind nur die Weissen, da nur die Schwarzen, da nur die Männer, da nur die Frauen....
Das einzige worin hier jeder fürchterlich konsequent ist, ist diese Denke mit allen Mitteln am Leben zu erhalten.
Überhaupt ist es ein Witz, wie sich jetzt einige wieder als die grossen Anti-Rassisten darstellen wollen, die an anderer Stelle eine Art von Feminismus unterstützen, der selber in höchstem Masse rassistisch ist. Der schwarze Mann ist schliesslich nicht nur schwarz, er ist vor allem auch ein Mann. Und dieses wilde Rape & Harassment Gejaule trifft ihn härter als alle anderen. Der böse Neger stiehlt, mordet, verkauft Drogen und vergewaltigt unsere Frauen. Dieses Einsteiger-Set für angehende Rassisten gibt es nur als Gesamtpaket. Hier spielen sich Rassisten und Feministinnen gegenseitig die Bälle zu. Tatsächlich gibt es genau das Vorurteil, dass Schwarze ihren sexuellen Trieb nicht unter Kontrolle halten könnten, was natürlich gerne aus beiden Lagern angenommen wird.

Und Vielfalt und kulturelle Toleranz ist auf einmal doch etwas tolles? Darf ich mal lachen? Diese Vielfalt und kulturelle Toleranz geht doch immer nur soweit, wie sie auf die eigene Kultur zurechtgestutzt wurde.
Wie oft habe ich hier schon gelesen, dass Franklin aus GTAV der langweiligste Charakter wäre, weil wir dieses Yo, Bro, Muthafucka schon mal hatten? Die Betonung liegt hier auf schon maaaal.
Klar hätte man ihn auch anders darstellen können, so als Weisser in schwarzer Haut, aber wo wäre da die (sub)kulturelle Vielfalt geblieben? Überhaupt wird es hier doch immer kritisiert, wenn unbekannte Milieus korrekt dargestellt werden. Da sollen sich dann die fiesesten Verbrecher plötzlich wie Gentlemen benehmen.
Es werden gezielt Spiele kritisiert, die jetzt schon weniger als 10% des Marktes ausmachen, aber wir wollen Vielfalt..... schon klaaa ^^

Und wie wäre es mit einem jamaikanischen Spielentwickler? Hatten wir noch nicht, oder? Wär doch mal toll...
Jamaica ist extremst schwulenfeindlich. Vielleicht wäre er es sogar selbst, wenn er dort aufgewachsen ist. Und vielleicht würde er das gerne in seinem Spiel darstellen. Würde doch alles passen: ein schwarzer Spielentwickler, eine fremde Kultur, Vielfalt... fehlt jetzt nur noch unsere Toleranz, wie stehts damit?

Was ist mit dem südeuropäischen oder südamerikanischen Macho? Ist dort immerhin ein bedeutender Teil der Kultur, wird auch grundsätzlich nicht negativ gesehen. Die müssten darüberhinaus einen Grossteil ihrer traditionellen Volkslieder und Literatur einmotten, falls es mit unserer Toleranz gegenüber anderen Kulturen doch noch nicht soweit ist

Die schwarze Hip-Hop Kultur gilt in grossen Teilen als sexistisch. Tolerieren und darstellen, oder nicht?

Was ist mit dem traditionellen Stierkampf? Ebenfalls ein bedeutender Teil einer Kultur. Lass das mal einen Latino-Entwickler und Corrida-Fan in einem Spiel verpacken. Wie tolerant sind wir dann gegenüber dieser unnötigen Tiermisshandlung und der mit dieser Tradition einhergehenden Verherrlichung der Männlichkeit?

Achja, und die Japaner natürlich....
da hatten wir ja erst kürzlich gesehen wie weit die Toleranz gegenüber anderen Kulturen geht.

Es muss hier wirklich niemand mit Toleranz und Vielfalt ankommen, wenn derjenige für das Zurechtschneiden, Verbannen, oder auch nur gezieltes Abwerten von künstlerischen Inhalten ist, die nicht haargenau mit unseren eigenen kulturellen Werten übereinstimmen.
Aber das ist halt das Problem mit den Selbstgerechten, die es immer besser wissen als alle anderen. Da haben wir sie doch am Ende wieder: die white supremacy :Blauesauge:
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Lykaner77
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Re: Spielkultur: Entwickler sprechen über die Rolle von Schw

Beitrag von Lykaner77 »

Alter Sack hat geschrieben:Das stimmt nicht. Er darf nicht einstellen wen er will. Sollte Firma XY einen BR haben hat eben dieser darauf zu achten das unter anderem das AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) eingehalten wird. Wird dies nicht eingehalten kann der BR die Einstellung verhindern. Das ist natürlich in der Praxis schwierig geht aber.

Und Kirchen, Parteien, Gewerkschaften, ... unterliegen nicht dem allgemeinen Arbeitsrecht in großen Teilen. Die Kirchen z.B. haben auf Grund des Selbstordnungs- und Selbstverwaltungsrecht ein eigenes Arbeitsrecht und dürfen natürlich darauf achten ob ihre Mitarbeiter bestimmte Vorgaben erfüllen genau wie bei Parteien, Gewerkschaften etc. etc.
Es ist absolut Rechtens wenn die genannten Organisationen bestimmte Bewerber ablehnen die bei "normalen" Firmen so niemals abgelehnt werden dürften, also mit einer Begründung die gegen das AGG verstoßen würde.
Richtig, wenn es einen BR gibt. Auch Gleichstellungsbeauftragtinnen können natürlich bei Bewerbungen dazwischenfunken. Bei Palpatine bin ich allerdings von einem Alleinentscheider ausgegangen, so wie er seinen Fall dargestellt hat und der entscheidet eben selbst.

Dein letzter Satz ist genau das, worauf ich hier hinauswollte: Diskriminierung ist mal rechtens und mal nicht, weshalb das mit dem "Recht" so eine Sache ist. Ich empfinde das als Willkür und ist mit meinem Rechtsverständnis nicht in Einklang zu bringen, genausowenig wie die zunehmende Einmischung des Staates in die Privatwirtschaft. Ich sehe es als rechtens an, wenn Palpatine als Unternehmer ganz selbstverständlich selbst entscheidet, wen er einstellt und wen nicht. Denn er trägt das unternehmerische Risiko. Und da eine Begründung einer Ablehnung gar nicht zwingend ist, braucht er auch gar keine "falsche" Begründung anzugeben. Er bewegt sich völlig im Rahmen der Gesetze. Hier ist das ganz gut zusammengefasst: http://www.suedwesttextil.de/nachrichte ... det-werden
Als Personaler weißt Du das natürlich. Ist nur zur Info für andere gedacht, die es vielleicht interessiert.
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Re: Spielkultur: Entwickler sprechen über die Rolle von Schw

Beitrag von TheOriginalDog »

Scipione hat geschrieben:
Es muss hier wirklich niemand mit Toleranz und Vielfalt ankommen, wenn derjenige für das Zurechtschneiden, Verbannen, oder auch nur gezieltes Abwerten von künstlerischen Inhalten ist, die nicht haargenau mit unseren eigenen kulturellen Werten übereinstimmen.
Aber das ist halt das Problem mit den Selbstgerechten, die es immer besser wissen als alle anderen. Da haben wir sie doch am Ende wieder: die white supremacy :Blauesauge:
Sexismus oder Homophobie als kulturellen Wert zu bezeichnen ist auch steil. Abwerten von homophoben Inhalten hat nichts mit Toleranz zu tuen, da gibt es nichts zu tolerieren. Toleranz an sich ist ja erstmal ein recht wertfreies Wort, es kommt ja darauf an, was man toleriert. Und Sexismus, Homophobie, Rassismus etc. braucht man meiner Meinung nach nicht zu tolerieren, tragen auch nichts zur Vielfalt bei.

Ich frage mich gerade wirklich ein bisschen wofür Leute wie du, Palpatine, Wölfchen und Co. eigentlich in diesem Thread kämpfen? Was verteidigt ihr eigentlich, wofür argumentiert ihr so vehement (den anderen im Thread und der News gegenüber eher mit Strohmännern)? Was bezweckt ihr damit hier in dem Thread so vehement Leute anzugehen die gegen Diskriminierung und Ausgrenzung sind? Ich bitte um Aufklärung.
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3nfant 7errible
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Re: Spielkultur: Entwickler sprechen über die Rolle von Schw

Beitrag von 3nfant 7errible »

TheOriginalDog hat geschrieben:
Scipione hat geschrieben:
Es muss hier wirklich niemand mit Toleranz und Vielfalt ankommen, wenn derjenige für das Zurechtschneiden, Verbannen, oder auch nur gezieltes Abwerten von künstlerischen Inhalten ist, die nicht haargenau mit unseren eigenen kulturellen Werten übereinstimmen.
Aber das ist halt das Problem mit den Selbstgerechten, die es immer besser wissen als alle anderen. Da haben wir sie doch am Ende wieder: die white supremacy :Blauesauge:
Sexismus oder Homophobie als kulturellen Wert zu bezeichnen ist auch steil. Abwerten von homophoben Inhalten hat nichts mit Toleranz zu tuen, da gibt es nichts zu tolerieren. Toleranz an sich ist ja erstmal ein recht wertfreies Wort, es kommt ja darauf an, was man toleriert. Und Sexismus, Homophobie, Rassismus etc. braucht man meiner Meinung nach nicht zu tolerieren, tragen auch nichts zur Vielfalt bei.

Ich frage mich gerade wirklich ein bisschen wofür Leute wie du, Palpatine, Wölfchen und Co. eigentlich in diesem Thread kämpfen? Was verteidigt ihr eigentlich, wofür argumentiert ihr so vehement (den anderen im Thread und der News gegenüber eher mit Strohmännern)? Was bezweckt ihr damit hier in dem Thread so vehement Leute anzugehen die gegen Diskriminierung und Ausgrenzung sind? Ich bitte um Aufklärung.

Wozu andere Kulturen, wenn wir doch sowieso nur unsere eigenen Werte sehen wollen? Und seit wann ist es überhaupt etwas falsches, ein komplettes Bild zu zeigen?
Aber gut, dann fällt der mögliche homophobe Jamaicaner zb weg und wir stellen einen von uns ein, der uns alles genau so präsentiert wie wir es kennen und mögen. Daheim ists halt doch am schönsten

Aber wie kommst du eigentlich auf den Trichter, dass ich Leute angehe, die gegen Diskriminierung sind? Es gibt hier fast nur Diskriminierung, nur etwas unterschiedlich verpackt


Und noch ein Nachtrag zu der Vielfalt: Die Vielfalt soll ja heute so aussehen, dass am besten jedes Spiel für jeden gemacht ist. Alle Ecken und Kanten abschleifen und für die grösstmögliche Masse konzipieren. Ja, das wiederum führt sicherlich zu "Vielfalt" ^^
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Alter Sack
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Re: Spielkultur: Entwickler sprechen über die Rolle von Schw

Beitrag von Alter Sack »

Lykaner77 hat geschrieben:
Alter Sack hat geschrieben:Das stimmt nicht. Er darf nicht einstellen wen er will. Sollte Firma XY einen BR haben hat eben dieser darauf zu achten das unter anderem das AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) eingehalten wird. Wird dies nicht eingehalten kann der BR die Einstellung verhindern. Das ist natürlich in der Praxis schwierig geht aber.

Und Kirchen, Parteien, Gewerkschaften, ... unterliegen nicht dem allgemeinen Arbeitsrecht in großen Teilen. Die Kirchen z.B. haben auf Grund des Selbstordnungs- und Selbstverwaltungsrecht ein eigenes Arbeitsrecht und dürfen natürlich darauf achten ob ihre Mitarbeiter bestimmte Vorgaben erfüllen genau wie bei Parteien, Gewerkschaften etc. etc.
Es ist absolut Rechtens wenn die genannten Organisationen bestimmte Bewerber ablehnen die bei "normalen" Firmen so niemals abgelehnt werden dürften, also mit einer Begründung die gegen das AGG verstoßen würde.
Richtig, wenn es einen BR gibt. Auch Gleichstellungsbeauftragtinnen können natürlich bei Bewerbungen dazwischenfunken. Bei Palpatine bin ich allerdings von einem Alleinentscheider ausgegangen, so wie er seinen Fall dargestellt hat und der entscheidet eben selbst.

Dein letzter Satz ist genau das, worauf ich hier hinauswollte: Diskriminierung ist mal rechtens und mal nicht, weshalb das mit dem "Recht" so eine Sache ist. Ich empfinde das als Willkür und ist mit meinem Rechtsverständnis nicht in Einklang zu bringen, genausowenig wie die zunehmende Einmischung des Staates in die Privatwirtschaft. Ich sehe es als rechtens an, wenn Palpatine als Unternehmer ganz selbstverständlich selbst entscheidet, wen er einstellt und wen nicht. Denn er trägt das unternehmerische Risiko. Und da eine Begründung einer Ablehnung gar nicht zwingend ist, braucht er auch gar keine "falsche" Begründung anzugeben. Er bewegt sich völlig im Rahmen der Gesetze. Hier ist das ganz gut zusammengefasst: http://www.suedwesttextil.de/nachrichte ... det-werden
Als Personaler weißt Du das natürlich. Ist nur zur Info für andere gedacht, die es vielleicht interessiert.
Das sehe ich vollkommen anders.
Erstens sehe ich das nicht als Diskriminierung an wenn solche Unternehmen/Institutionen auf Grund bestimmter Voraussetzungen natürlich eine andere Einstellungspolitik haben und auch haben dürfen.
Zweitens sehe ich die Einmischung des Staates in die Wirtschaft als durchaus gerechtfertigt an. Sämtliche Unternehmen in Deutschland sind Teil dieser Gesellschaft. Die Unternehmen profitieren von dieser Gesellschaft und haben dem zufolge auch ihren Anteil zu leisten sowohl rechtlich wie auch gesellschaftlich.
Drittens ... das unternehmerische Risiko ... das sehe ich noch bei einer GbR oder Unternehmen kleiner 5 Mitarbeiter aber die haben eh Sonderrechte. Ab einer GmbH aufwärts ist das Risiko verschwindend gering für einen Privatmann außer man bewegt sich außerhalb des Gesetzes.

Und ja ich weiß das, deshalb schrieb ich ja auch "Das ist natürlich in der Praxis schwierig, geht aber."
johndoe1044785
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Re: Spielkultur: Entwickler sprechen über die Rolle von Schw

Beitrag von johndoe1044785 »

AtzenMiro hat geschrieben:
Flextastic hat geschrieben:
James Dean hat geschrieben: Und wohin nach Berlin? Spandau? Kreuzberg? Charlottenburg?
also ich lebe im bunten friedrichshain
kkthxbb. Bunter Friedrichshain. Alter, du wohnst im Osten, aber noch viel schlimmer: in einem Hipster-Bezirk. Komm mir mal nach Neukölln, dann sieht die Realität auf einmal zu 100% andersrum aus. Und das es in Sachsen genau das andere Extrem gibt, relativiert rein gar nichts. Überhaupt, was ist das für ein dummes Argument? In Sachsen werden Ausländer verprügelt, also dürfen Ausländer in Berlin die Deutschen verprügeln? Aber ja, du lebst in der Realität, sowas aber von.

Ich kann dir aus 27 Jahren Lebenserfahrung sagen, dass du in den südlichen Bezirken von Berlin, also Neukölln, Tempelhof, Steglitz, Schöneberg und Kreuzberg als Deutscher, oder halt Weißer, wöchentlich abgezogen, bedroht und körperlich misshandelt wirst. DAS IST DIE REALITÄT. Ich selber hatte nur das Glück einen extrem starken polnischen Akzent zu haben, weil ich in Polen geboren bin, aber hätte ich den Akzent nicht gehabt, wäre ich genau so Opfer Tag ein und Tag aus gewesen.

Und genau DARÜBER beschweren sich nicht nur die Deutschen, sondern auch die Ausländer. Es gibt vermerrt Ausländer-Familien die aus diesen Problemkieze wegziehen, weil sie selbst mit den anderen Ausländern nichts zu tun haben wollen. Meine Fresse, Neukölln ist so asozial, so eklig, so dreckig, so abartig, nicht mal die verkackten Hipster-Schwuchteln wollen da wohnen.

du schreibst scheiße.
Yui-chan
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Re: Spielkultur: Entwickler sprechen über die Rolle von Schw

Beitrag von Yui-chan »

Je mehr man über Frauen und Schwarze spricht, desto häufiger fasst man überhaupt einen Gedanken dazu.
Früher habe ich jene Gruppen einfach als auf diesem Planeten mit existierende wahrgenommen.
Sie waren vollkommen gleich. Schwarze sind zwar etwas seltener als Frauen,
ich hatte allerdings nie den Gedanken, dass sie minderwertiger wären.
Ich ging mit ihnen um wie mit jedem anderen auch.

Erst die ganzen Debatten, das hohle Gelaber im Netz, die Aufmerksamkeitshascherei haben etwas wie eine Grenze gezogen. "Die sind irgendwie anders, eine Randgruppe, beachtet sie gefälligst mehr!"
Jedes gesunde Verhältnis von Mensch zu Mensch wird doch gestört, wenn eine Gruppe oder Rasse von Menschen zu einer schützenswerten Minderheit, etwa wie ein vom Aussterben bedrohtes Tier, erhoben wird.
Wie soll man nun mit so einem Menschen umgehen?

Viele Filme und Serien fallen unangenehm auf, indem sie mindestens immer einer "Randgruppe" eine besondere Position zugestehen. Es sind immer Frauen und Schwarze gesondert in einer wichtigen Position zu sehen. Das nimmt schon satirische Züge an, wenn eine kleine zierliche Frau plötzlich 120-Kg-Kampfboliden in die Mangel nimmt. Die US-Medien sind krampfhaft darauf bedacht, Rollen nicht mehr nach Sinnhaftigkeit zu vergeben, sondern nach Quote.
Nanimonai
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Re: Spielkultur: Entwickler sprechen über die Rolle von Schw

Beitrag von Nanimonai »

Yui-chan hat geschrieben: Jedes gesunde Verhältnis von Mensch zu Mensch wird doch gestört, wenn eine Gruppe oder Rasse von Menschen zu einer schützenswerten Minderheit, etwa wie ein vom Aussterben bedrohtes Tier, erhoben wird.
Dir ist doch hoffentlich klar, dass die Welt nach dieser Logik aus weißen, herrschenden Menschen, schwarzen Sklaven und gar keinen Juden bestehen würde, oder?
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BigEl_nobody
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Re: Spielkultur: Entwickler sprechen über die Rolle von Schw

Beitrag von BigEl_nobody »

Zuerst Frauen, jetzt Schwarze. Gibt es sonst noch irgendwelche Minderheitengruppen in der Videospielbranche die man stereotypisch und diskriminiert sehen will? :roll:
johndoe1044785
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Re: Spielkultur: Entwickler sprechen über die Rolle von Schw

Beitrag von johndoe1044785 »

homosexualität fehlt zb. noch...nur so, falls du noch was gesucht hast.
Yui-chan
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Re: Spielkultur: Entwickler sprechen über die Rolle von Schw

Beitrag von Yui-chan »

Nanimonai hat geschrieben:
Yui-chan hat geschrieben: Jedes gesunde Verhältnis von Mensch zu Mensch wird doch gestört, wenn eine Gruppe oder Rasse von Menschen zu einer schützenswerten Minderheit, etwa wie ein vom Aussterben bedrohtes Tier, erhoben wird.
Dir ist doch hoffentlich klar, dass die Welt nach dieser Logik aus weißen, herrschenden Menschen, schwarzen Sklaven und gar keinen Juden bestehen würde, oder?
Utopia? :lol: