4Players-Talk: Brauchen Spieletests eine Wertungszahl?
Moderatoren: Moderatoren, Redakteure
- Pokémonmeister
- Beiträge: 42
- Registriert: 15.12.2009 18:37
- Persönliche Nachricht:
Re: 4Players-Talk: Brauchen Spieletests eine Wertungszahl?
Das Video hat mich wirklich dazu gebracht, meine Meinung nochmal zu überdenken. Eigentlich fand ich den Schritt von Eurogamer gut, bis mich Jörgs Argumentation doch nochmal umgestimmt hat. Die Wertungszahl ist halt doch ein recht mächtiges Instrument und in den Händen dieses Magazins weiterhin gut aufgehoben.
-
senox
- Beiträge: 147
- Registriert: 28.04.2010 20:09
- Persönliche Nachricht:
Re: 4Players-Talk: Brauchen Spieletests eine Wertungszahl?
Zur Sache das ein Spiel auch gut sein kann mit einer 7 möchte ich mal was loswerden.M_Coaster hat geschrieben:Tja und da bist wohl die Außnahme. Viele interessiert nur die Zahl. Bei einer 7 ist das für viele heute Müll. Dieses Spiel mit einer 7 kann bei Eurogamer, weil das System FLEXIBEL und OFFEN ist, eine Empfehlung bekommen. Eine Empfehlung ist eine Bewertung, ganz klar, das ist aber auch schon das neue Kurzfazit am Anfang des Textes. Am Ende ist ein Text auch nur eine Bewertung aus X Wörtern. Aber Wörter sind flexibler als eine Zahl. Und auch darum geht es. Ob nun 71%, 83% oder 86%, was ist das bitte für ein Nonsens. Das ist abslouter Humbug. Und da ist das Eurogamer System interessanter, fairer und regt sogar zum lesen an
Dieser Meinung bin ich eigentlich auch. Aber wenn ich mir mal eine Minute Zeit nehme und darüber nachdenke trifft dies mittlerweile praktisch gar nicht mehr zu. Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern wann ich jemals ein Spiel liebte-mochte,gesuchtet habe,mit einer relativ miesen Wertung
Was vor einpaar Jahren + / - 8-10 noch der Fall war. Ich finde das 100er System dadurch berechtigt, weil sich auch die Spielebranche total verändert hat.
- Beckikaze
- Beiträge: 342
- Registriert: 20.05.2005 18:35
- Persönliche Nachricht:
Re: 4Players-Talk: Brauchen Spieletests eine Wertungszahl?
Perfektes Video. Wir brauchen die Zahlen definitiv. Wir - und damit meine ich uns alle und die Branche - haben nur die Norm verloren.
Weitermachen. Genauso!
Weitermachen. Genauso!
- OriginalSchlagen
- Beiträge: 3692
- Registriert: 09.01.2007 06:22
- User ist gesperrt.
- Persönliche Nachricht:
Re: 4Players-Talk: Brauchen Spieletests eine Wertungszahl?
diese diskussion um die form der wertung ist nonsense. bewertungen sollten in jedem fall als orientierung dienen und nicht als absolut. wie man unter anderem an 4p-tests des öfteren sehen kann. 
-
keywee
- Beiträge: 22
- Registriert: 22.06.2012 12:36
- Persönliche Nachricht:
Re: 4Players-Talk: Brauchen Spieletests eine Wertungszahl?
Ich empfinde das Wertungssystem, so subjektiv es auch sein mag, wichtig. Gerade in Kombination mit der Leserwertung ergibt sich in der Regel ein sehr guter Indikator ob ein Spiel das halten kann was es verspricht.
Also bleibt eurer Philosophie bloß treu. Gegenwind gibt es überall
Also bleibt eurer Philosophie bloß treu. Gegenwind gibt es überall
- grisu_de
- Beiträge: 518
- Registriert: 22.03.2014 03:03
- Persönliche Nachricht:
Re: 4Players-Talk: Brauchen Spieletests eine Wertungszahl?
Eigentlich glaube ich, dass die Abschaffung von Wertungszahlen ziemlich gut zu 4p passen würde.
Wirtschaftlich betrachtet ist 4p wahrscheinlich darauf angewiesen. Immerhin ist 4p auch deshalb so ein etabliertes Magazin, weil man mit Hilfe "provokanter" Wertungszahlen auffällt und so Leser anzieht. So kommt es mir auf jeden Fall vor. Zumindest bildet sich das so oft in den Foren ab.
Wirtschaftlich betrachtet ist 4p wahrscheinlich darauf angewiesen. Immerhin ist 4p auch deshalb so ein etabliertes Magazin, weil man mit Hilfe "provokanter" Wertungszahlen auffällt und so Leser anzieht. So kommt es mir auf jeden Fall vor. Zumindest bildet sich das so oft in den Foren ab.
- Michi-2801
- Beiträge: 787
- Registriert: 15.07.2010 18:26
- Persönliche Nachricht:
Re: 4Players-Talk: Brauchen Spieletests eine Wertungszahl?
Sehr gute Diskussion und Erklärung. So war mir das gar nicht bewusst.
- M.age
- Beiträge: 52
- Registriert: 22.03.2014 15:24
- Persönliche Nachricht:
Re: 4Players-Talk: Brauchen Spieletests eine Wertungszahl?
Klasse video. Bitte die Wertungszahl NICHT abschaffen !
- RoyalFart
- Beiträge: 27
- Registriert: 20.06.2013 12:50
- Persönliche Nachricht:
Re: 4Players-Talk: Brauchen Spieletests eine Wertungszahl?
Wertungszahlen haben mich noch nie interessiert (jedenfalls nicht bei 4p). Das Fazit und die Wertungen von anderen Spielern waren mir immer wichtiger. 4p bläht sich mir immer zu sehr auf mit gaaanz viel blablabla und Rechtfertigungen. Das neue System von EG liegt mir perönlich ziemlich gut.
- Satus
- Beiträge: 1723
- Registriert: 23.09.2004 17:09
- Persönliche Nachricht:
Re: 4Players-Talk: Brauchen Spieletests eine Wertungszahl?
Mir überhaup nicht. Habe EG aus meinen Favoriten schon gelöscht. Eine Wertungszahl gehört für mich wie Text und Fazit einfach zu einem Test dazu.RoyalFart hat geschrieben:Das neue System von EG liegt mir perönlich ziemlich gut.
Tagsüber habe ich einfach keine Zeit einen ganzen Test zu lesen und da geht der Blick halt erst auf die Endwertung. Wenn ich dann nach Feierabend Zeit finde lese ich den Rest. Darauf möchte ich nicht verzichen.
-
Skuz
- Beiträge: 214
- Registriert: 08.12.2011 01:57
- Persönliche Nachricht:
Re: 4Players-Talk: Brauchen Spieletests eine Wertungszahl?
Ich versteh einfach nicht was 4Players immer für ein Problem mit den Wertungen hat.
Ganz egal was für ein System es auch ist, ob 5-Sterne, 10 Punkte, 100 Punkte oder Schulnoten, am Ende kommt es aufs Gleiche raus.
4/5 Sterne kann man mit einer Wertung im 80er Bereich gleichstellen.
Wertungen gab es im Bereich der Spieletests schon immer, leider werden die Wertungen mittlerweile missbraucht, wie ihr auch im Video sagt. Allerdings missbraucht ihr die Wertungen ebenfalls, wenn man sich mal den ein oder anderen Test eines Indie Titels anschaut.
Ein Spiel mit einer Wertung im 90er Bereich ist für mich ganz klar eine Kaufempfehlung, egal ob das Genre unter meinen Favoriten ist.
Eine Wertung im 80er Bereich bedeutet für mich ebenfalls eine klare Kaufempfehlung, wenn mir das Genre liegt.
Eine Wertung im 70er Bereich bedeutet für mich, dass es sich um spielenswertes Spiel handelt, wenn einem das Genre gefällt.
Unter der 70 wird es dann aber problematisch, denn hierbei handelt es sich für die Masse um einen absoluten Verriss und die Tester wissen das. Und gerade weil sie es wissen, missbrauchen sie hier ihre "Macht". Wenn man ehrlich ist, dürfte man kein spielenswertes Spiel unter 70 bewerten, denn für den Durchschnittsleser bedeudet eine 69 oder niedriger, dass es sich um ein sehr schlechtes Spiel handelt.
Da eine Wertung von 90 oder höher einer Kaufempfehlung gleichkommt und alles unter 70 ein Veriss ist, sollte der Tester eigentlich in der Lage sein, ein Spiel entsprechend zu bewerten.
Wie anfangs gesagt, es spielt keine Rolle was für ein System es ist, ob Sterne, Prozent oder Schulnoten.
Als Tester weiß man, wie seine Leser auf die Zahlen reagieren und wie sie empfinden.
Wenn der Tester ein Spiel mit 65 bewertet, weil die 65 für ihn ein solides Spiel bedeutet, der Leser die 65 aber als Verriss sieht und eine 75 mit einem soliden Spiel gleichstellt, sollte man sich ernsthaft fragen, ob der Tester den Test für sich selbst schreibt, oder für den Leser.
Was mir bei euren Wertungen nicht gefällt, ist die Überbewertung von diesen Platin Award Indie Spielen. Natürlich sind da sehr gute Spiele dabei, aber eine Wertung von 90 oder mehr ist einfach nicht drin für diesen, böse ausgedrückt, Pixelmist. Da hätte nahezu jedes Spiel aus NES/SNES-Zeiten eine 95er Wertung bekommen müssen, zudem es zu dieser Zeit noch eine echte Herausforderung war solche Spiele zu entwickeln.
Auch wenn viele Indie-Spiele kreative oder innovative Ideen haben, rechtfertigt das noch keine 90, denn nur die Idee macht noch kein sehr gutes Spiel. Ich lese immer wieder in den Tests, dass die Spiele in charmanter Pixel/Retrografik präsentiert werden. Ist es für euch nach über 100 Spielen in Pixel/Retro Optik noch innovativ? Anfangs war es ja lustig mal wieder ein Spiel in 16-Bit zu sehen, aber ich kann es mittlerweile nicht mehr ertragen und denke mir jedes Mal "nicht schon wieder so ein Pixelschrott, der auf Retro machen wil". Die 16-Bit Zeiten sind vorbei. Ich hab sie damals miterlebt, hatte damit meinen Spass und habe schöne Erinnerungen daran.
Nachdem ich mich jetzt mal über eure Indie Tests ausgekotzt habe, komme ich aber lieber mal wieder auf das Thema zurück.
Ihr bemängelt, dass der Großteil der Leser nur Seite 1 der Tests öffnet und dann direkt zum Fazit springt.
Um ehrlich zu sein mache ich das auch häufig, denn warum soll ich einen 10 Seiten langen Test über ein Spiel lesen, das mein Interesse nicht geweckt hat bzw. ich nicht einmal weiß um was es sich handelt?
Wenn ich so gut wie nichts über ein Spiel weiß, lese ich zuerst das Fazit, denn dadurch werden mir in einer Kurzfassung die Informationen übermittelt, die mein Interesse wecken oder nicht. Sollte mich ein Spiel interessieren, lese ich gerne den Test um an zusätzliche Informationen zu kommen.
Ich zocke seit 30 Jahren und denke, dass ich anhand des Fazit ziemlich gut erkennen kann, ob ein Spiel was für mich ist oder nicht.
Ich vermute, dass viele Leser das ebenfalls so handhaben. Erst das Fazit, dann die Wertung, weil sie ja auf der gleichen Seite ist, als nächste Pro und Kontra um sich ein besseres Bild zu machen, dann erst den Test, sofern das Interesse geweckt ist.
Natürlich ist es schade, dass der Großteil der Leser die Tests nicht liest und gleich zum Fazit springt. Ihr solltet euch aber mal Fragen warum das so ist, anstatt die Schuld auf das Wertungssystem zu schieben.
Entscheidend für mich ist der erste Absatz im Test.
Ich nehme mal als Beispiel den Test von "Sunless Sea".
"Am 31. Dezember haben wir begonnen die Toten zu essen. Es waren die Ersten, die am Hunger gestorben sind. Und das Letzte, das uns am Leben hielt. Für wie lange? Wir hatten keinen Treibstoff mehr. London war weit entfernt. Die Männer waren nicht mehr sie selbst. Die "Unterzee" hatte sie verrückt gemacht."
Schön geschrieben, aber gibt mir nahezu keine Information über das Spiel selbst, ausser, dass es sich um ein Storylastiges Spiel handeln könnte. Leider möchte ich aber keine Romane lesen, sondern einen informativen Test eines Computerspiels. Wenn ich ehrlich bin, hätte es mir mehr gebracht wenn im ersten Absatz stehen würde, dass es sich um ein 2D Textadventure handelt, in dem man mit einem Boot die Gegend absucht und Entscheidungen trifft, aber nur für Spieler geeignet ist, die viel Wert auf eine gute und düstere Story legen und über gute Englischkenntnisse verfügen.
Nutzt den ersten Absatz nicht für blödsinnige Zitate, Vergleiche mit anderen Spielen oder Vorgängern, oder sonstigem unnötigen Schwachsinn. Nutzt ihn, wenn ihr ihn schon in Fettschrift schreibt, als grundlegende Informationsquelle um einen möglichst genauen Eindruck zu vermitteln, um was für ein Spiel es sich handelt. Der erste Absatz ist entscheidend ob man weiterliest oder nicht. Immerhin handelt es sich hier um ein Spielemagazin, das einzig und allein dazu dient Informationen über Spiele zu erhalten. Wenn Ihr mehr künstlerische Freiheit wollt, schreibt ein Buch. Wobei selbst da nicht mehr als der Prolog gelesen wird, wenn er scheisse und uninteressant ist.
Im Schnitt bin ich mit euren Tests aber immerhin zufrieden, denn wenn man über die Jahre gelernt hat, wie man die Tester einschätzen muss, auf was sie Wert legen, was ihnen gefällt und was nicht, kann man ziemlich viel damit anfangen.
Ich kann z.B. gut einschätzen, was für Jörg in einem Rollenspiel wichtig ist. Auch wenn ich seine Ansicht grundsätzlich teile, habe ich eventuell andere Prioritäten und kann bei einem 70er "Verriss" gut und gerne nochmal 10 Punkte auf die Wertung drauflegen.
Eine Wertung ist immer eine persönliche Sache. Der eine Spieler würde beispielsweise Diablo III eine Wertung von 85 geben, weil ihm das Spiel gefällt. Ein anderer nur 60, weil ihm das Spiel zu bunt ist.
Wenn ich allein nach der Zahlwertung gehe, ohne den Test zu lesen, bringt mir eine 70 auf 4Players jedenfalls mehr als eine standartmäßige 82 von beispielsweise Gamestar.
Auf die Frage, ob Tests ohne Wertungssystem funktionieren, tendiere ich eher zu einem Nein.
Die Qualität eines Spiels nur von der Zahl abhängig zu machen ist natürlich Schwachsinn, jedoch vermittelt die Wertung einen wichtigen ersten Eindruck, einen Anhaltspunkt, den man nutzt um nach lesen des Tests seine eigene Wertung festzulegen.
Würdet ihr auf die Wertung verzichten, würden auch nicht mehr Leute die Tests lesen. Im Gegenteil, es würden noch weniger sein, denn den ein oder anderen Leser packt vielleicht doch noch die Neugier auf den Test, wenn sein Lieblingspiel mit einer jämmerlichen 84 niedergemacht wurde, anstatt wie auf anderen Seiten als bestes Spiel aller Zeiten gelobt zu werden. Der Fanboy ist halt nur glücklich, wenn das Spiel, das ihn in 3 Wochen eh nicht mehr interessieren wird (weil veraltet), von allen Magazinen weltweit als Spiel der Spiele anerkannt wird.
Ganz egal was für ein System es auch ist, ob 5-Sterne, 10 Punkte, 100 Punkte oder Schulnoten, am Ende kommt es aufs Gleiche raus.
4/5 Sterne kann man mit einer Wertung im 80er Bereich gleichstellen.
Wertungen gab es im Bereich der Spieletests schon immer, leider werden die Wertungen mittlerweile missbraucht, wie ihr auch im Video sagt. Allerdings missbraucht ihr die Wertungen ebenfalls, wenn man sich mal den ein oder anderen Test eines Indie Titels anschaut.
Ein Spiel mit einer Wertung im 90er Bereich ist für mich ganz klar eine Kaufempfehlung, egal ob das Genre unter meinen Favoriten ist.
Eine Wertung im 80er Bereich bedeutet für mich ebenfalls eine klare Kaufempfehlung, wenn mir das Genre liegt.
Eine Wertung im 70er Bereich bedeutet für mich, dass es sich um spielenswertes Spiel handelt, wenn einem das Genre gefällt.
Unter der 70 wird es dann aber problematisch, denn hierbei handelt es sich für die Masse um einen absoluten Verriss und die Tester wissen das. Und gerade weil sie es wissen, missbrauchen sie hier ihre "Macht". Wenn man ehrlich ist, dürfte man kein spielenswertes Spiel unter 70 bewerten, denn für den Durchschnittsleser bedeudet eine 69 oder niedriger, dass es sich um ein sehr schlechtes Spiel handelt.
Da eine Wertung von 90 oder höher einer Kaufempfehlung gleichkommt und alles unter 70 ein Veriss ist, sollte der Tester eigentlich in der Lage sein, ein Spiel entsprechend zu bewerten.
Wie anfangs gesagt, es spielt keine Rolle was für ein System es ist, ob Sterne, Prozent oder Schulnoten.
Als Tester weiß man, wie seine Leser auf die Zahlen reagieren und wie sie empfinden.
Wenn der Tester ein Spiel mit 65 bewertet, weil die 65 für ihn ein solides Spiel bedeutet, der Leser die 65 aber als Verriss sieht und eine 75 mit einem soliden Spiel gleichstellt, sollte man sich ernsthaft fragen, ob der Tester den Test für sich selbst schreibt, oder für den Leser.
Was mir bei euren Wertungen nicht gefällt, ist die Überbewertung von diesen Platin Award Indie Spielen. Natürlich sind da sehr gute Spiele dabei, aber eine Wertung von 90 oder mehr ist einfach nicht drin für diesen, böse ausgedrückt, Pixelmist. Da hätte nahezu jedes Spiel aus NES/SNES-Zeiten eine 95er Wertung bekommen müssen, zudem es zu dieser Zeit noch eine echte Herausforderung war solche Spiele zu entwickeln.
Auch wenn viele Indie-Spiele kreative oder innovative Ideen haben, rechtfertigt das noch keine 90, denn nur die Idee macht noch kein sehr gutes Spiel. Ich lese immer wieder in den Tests, dass die Spiele in charmanter Pixel/Retrografik präsentiert werden. Ist es für euch nach über 100 Spielen in Pixel/Retro Optik noch innovativ? Anfangs war es ja lustig mal wieder ein Spiel in 16-Bit zu sehen, aber ich kann es mittlerweile nicht mehr ertragen und denke mir jedes Mal "nicht schon wieder so ein Pixelschrott, der auf Retro machen wil". Die 16-Bit Zeiten sind vorbei. Ich hab sie damals miterlebt, hatte damit meinen Spass und habe schöne Erinnerungen daran.
Nachdem ich mich jetzt mal über eure Indie Tests ausgekotzt habe, komme ich aber lieber mal wieder auf das Thema zurück.
Ihr bemängelt, dass der Großteil der Leser nur Seite 1 der Tests öffnet und dann direkt zum Fazit springt.
Um ehrlich zu sein mache ich das auch häufig, denn warum soll ich einen 10 Seiten langen Test über ein Spiel lesen, das mein Interesse nicht geweckt hat bzw. ich nicht einmal weiß um was es sich handelt?
Wenn ich so gut wie nichts über ein Spiel weiß, lese ich zuerst das Fazit, denn dadurch werden mir in einer Kurzfassung die Informationen übermittelt, die mein Interesse wecken oder nicht. Sollte mich ein Spiel interessieren, lese ich gerne den Test um an zusätzliche Informationen zu kommen.
Ich zocke seit 30 Jahren und denke, dass ich anhand des Fazit ziemlich gut erkennen kann, ob ein Spiel was für mich ist oder nicht.
Ich vermute, dass viele Leser das ebenfalls so handhaben. Erst das Fazit, dann die Wertung, weil sie ja auf der gleichen Seite ist, als nächste Pro und Kontra um sich ein besseres Bild zu machen, dann erst den Test, sofern das Interesse geweckt ist.
Natürlich ist es schade, dass der Großteil der Leser die Tests nicht liest und gleich zum Fazit springt. Ihr solltet euch aber mal Fragen warum das so ist, anstatt die Schuld auf das Wertungssystem zu schieben.
Entscheidend für mich ist der erste Absatz im Test.
Ich nehme mal als Beispiel den Test von "Sunless Sea".
"Am 31. Dezember haben wir begonnen die Toten zu essen. Es waren die Ersten, die am Hunger gestorben sind. Und das Letzte, das uns am Leben hielt. Für wie lange? Wir hatten keinen Treibstoff mehr. London war weit entfernt. Die Männer waren nicht mehr sie selbst. Die "Unterzee" hatte sie verrückt gemacht."
Schön geschrieben, aber gibt mir nahezu keine Information über das Spiel selbst, ausser, dass es sich um ein Storylastiges Spiel handeln könnte. Leider möchte ich aber keine Romane lesen, sondern einen informativen Test eines Computerspiels. Wenn ich ehrlich bin, hätte es mir mehr gebracht wenn im ersten Absatz stehen würde, dass es sich um ein 2D Textadventure handelt, in dem man mit einem Boot die Gegend absucht und Entscheidungen trifft, aber nur für Spieler geeignet ist, die viel Wert auf eine gute und düstere Story legen und über gute Englischkenntnisse verfügen.
Nutzt den ersten Absatz nicht für blödsinnige Zitate, Vergleiche mit anderen Spielen oder Vorgängern, oder sonstigem unnötigen Schwachsinn. Nutzt ihn, wenn ihr ihn schon in Fettschrift schreibt, als grundlegende Informationsquelle um einen möglichst genauen Eindruck zu vermitteln, um was für ein Spiel es sich handelt. Der erste Absatz ist entscheidend ob man weiterliest oder nicht. Immerhin handelt es sich hier um ein Spielemagazin, das einzig und allein dazu dient Informationen über Spiele zu erhalten. Wenn Ihr mehr künstlerische Freiheit wollt, schreibt ein Buch. Wobei selbst da nicht mehr als der Prolog gelesen wird, wenn er scheisse und uninteressant ist.
Im Schnitt bin ich mit euren Tests aber immerhin zufrieden, denn wenn man über die Jahre gelernt hat, wie man die Tester einschätzen muss, auf was sie Wert legen, was ihnen gefällt und was nicht, kann man ziemlich viel damit anfangen.
Ich kann z.B. gut einschätzen, was für Jörg in einem Rollenspiel wichtig ist. Auch wenn ich seine Ansicht grundsätzlich teile, habe ich eventuell andere Prioritäten und kann bei einem 70er "Verriss" gut und gerne nochmal 10 Punkte auf die Wertung drauflegen.
Eine Wertung ist immer eine persönliche Sache. Der eine Spieler würde beispielsweise Diablo III eine Wertung von 85 geben, weil ihm das Spiel gefällt. Ein anderer nur 60, weil ihm das Spiel zu bunt ist.
Wenn ich allein nach der Zahlwertung gehe, ohne den Test zu lesen, bringt mir eine 70 auf 4Players jedenfalls mehr als eine standartmäßige 82 von beispielsweise Gamestar.
Auf die Frage, ob Tests ohne Wertungssystem funktionieren, tendiere ich eher zu einem Nein.
Die Qualität eines Spiels nur von der Zahl abhängig zu machen ist natürlich Schwachsinn, jedoch vermittelt die Wertung einen wichtigen ersten Eindruck, einen Anhaltspunkt, den man nutzt um nach lesen des Tests seine eigene Wertung festzulegen.
Würdet ihr auf die Wertung verzichten, würden auch nicht mehr Leute die Tests lesen. Im Gegenteil, es würden noch weniger sein, denn den ein oder anderen Leser packt vielleicht doch noch die Neugier auf den Test, wenn sein Lieblingspiel mit einer jämmerlichen 84 niedergemacht wurde, anstatt wie auf anderen Seiten als bestes Spiel aller Zeiten gelobt zu werden. Der Fanboy ist halt nur glücklich, wenn das Spiel, das ihn in 3 Wochen eh nicht mehr interessieren wird (weil veraltet), von allen Magazinen weltweit als Spiel der Spiele anerkannt wird.
- AkaSuzaku
- Beiträge: 3370
- Registriert: 22.08.2007 15:31
- Persönliche Nachricht:
Re: 4Players-Talk: Brauchen Spieletests eine Wertungszahl?
Ich bin in dem Zusammenhang eigentlich der Meinung, dass gerade Eurogamer bisher ein optimales System hatte. Anders als bei 4players und vielen anderen Magazinen gab es da ja nur die natürlichen Zahlen von Null bis Zehn. Umso mehr Ausprägungen (z.B. Prozentsystem) umso willkürlicher wird die Wertung nämlich natürlich am Ende.Pokémonmeister hat geschrieben:Das Video hat mich wirklich dazu gebracht, meine Meinung nochmal zu überdenken. Eigentlich fand ich den Schritt von Eurogamer gut, bis mich Jörgs Argumentation doch nochmal umgestimmt hat. Die Wertungszahl ist halt doch ein recht mächtiges Instrument und in den Händen dieses Magazins weiterhin gut aufgehoben.
So schafft man sich jetzt, wie im Video angesprochen, ein Vakuum zwischen 4/10 und 7/10. Wenn man da jetzt mal die bei 4players eigentlich (im Vergleich zur Zahl) relevantere Einteilung in Schulnoten heranzieht, dann sind das mal eben, wenn man noch ein wenig rundet, Spiele zwischen mangelhaft und gut, die rein wertungstechnisch - und die Bedeutung der Wertung hören wir ja ebenfalls im Video - über einen Kamm geschert werden.
Fünf Unterteilungen sind deshalb meiner Meinung nach das Minimum. So kann man nur sagen: Entweder ganz oder gar nicht.
Zuletzt geändert von AkaSuzaku am 16.02.2015 14:56, insgesamt 1-mal geändert.
-
rexcel
- Beiträge: 89
- Registriert: 15.10.2009 16:03
- Persönliche Nachricht:
Re: 4Players-Talk: Brauchen Spieletests eine Wertungszahl?
Ich finde euer Video und eure Begründung ganz ok.
Allerdings ist es doch so wie im Video auch diskutiert: ist ein 60er bis 70er Spiel unbedingt "schlecht"? Nein, natürlich nicht. Und ich denke genau hier setzt die Idee von Eurogamer an: die große Masse von Spielen ist erstmal "ganz ok". Einer mags, der andere nicht. Selbst eingefleischte Genrefans können das durchaus mal sehr unterschiedlich wahrnehmen, obwohl das Spiel halt eine Wertung von 65 oder auch 80 % bekommt.
Hier dann nur noch die Perlen rauszusuchen, und dann noch per "Platin" zu zeigen welche Games wirklich der Überflieger sind, finde ich sehr gut.
Vorschlag: wie wäre es, wenn ihr von der parallelen Schulnoten-Wertung abrückt und hier eine Skala einführt:
5 - auch für Genrefans nicht gut
4 - wer solche Spiele mag, wird hier Spaß haben
3 - gutes Game, wird vielen Gefallen
2 - außergewöhnlich gut, wirklich etwas besonderes
1- eines der besten Spiele überhaupt. Wer das Genre auch nur ein wenig mag, wird hier feiern!
Ist nur skizziert. Aber das würde als grobe Einteilung wirklich helfen. In diesem Rahmen kann man Spiele auch für andere abschätzen und zudem sagt es mir mehr, als eine sehr relative 60, 70 oder 80% Zahl.
PS:
ich verstehe wenn ihr ein Game abstraft weil sich seit letztem Jahr in einer Serie sich nichts daran verändert hat... aber einer Zahlenwertung sollte hiervon nicht beeinflusst werden. Hier geht es ums Spiel, als würde man es das erste mal gespielt haben... das Abstrafen gehört in den Text oder von mir aus in den kurzen Minitext unter das Wertungssymbol. Ich will als Leser wissen ob ein Spiel für mich etwas ist, und nicht ob ihr die PR und Geldgier des Publishers mögt.
Allerdings ist es doch so wie im Video auch diskutiert: ist ein 60er bis 70er Spiel unbedingt "schlecht"? Nein, natürlich nicht. Und ich denke genau hier setzt die Idee von Eurogamer an: die große Masse von Spielen ist erstmal "ganz ok". Einer mags, der andere nicht. Selbst eingefleischte Genrefans können das durchaus mal sehr unterschiedlich wahrnehmen, obwohl das Spiel halt eine Wertung von 65 oder auch 80 % bekommt.
Hier dann nur noch die Perlen rauszusuchen, und dann noch per "Platin" zu zeigen welche Games wirklich der Überflieger sind, finde ich sehr gut.
Vorschlag: wie wäre es, wenn ihr von der parallelen Schulnoten-Wertung abrückt und hier eine Skala einführt:
5 - auch für Genrefans nicht gut
4 - wer solche Spiele mag, wird hier Spaß haben
3 - gutes Game, wird vielen Gefallen
2 - außergewöhnlich gut, wirklich etwas besonderes
1- eines der besten Spiele überhaupt. Wer das Genre auch nur ein wenig mag, wird hier feiern!
Ist nur skizziert. Aber das würde als grobe Einteilung wirklich helfen. In diesem Rahmen kann man Spiele auch für andere abschätzen und zudem sagt es mir mehr, als eine sehr relative 60, 70 oder 80% Zahl.
PS:
ich verstehe wenn ihr ein Game abstraft weil sich seit letztem Jahr in einer Serie sich nichts daran verändert hat... aber einer Zahlenwertung sollte hiervon nicht beeinflusst werden. Hier geht es ums Spiel, als würde man es das erste mal gespielt haben... das Abstrafen gehört in den Text oder von mir aus in den kurzen Minitext unter das Wertungssymbol. Ich will als Leser wissen ob ein Spiel für mich etwas ist, und nicht ob ihr die PR und Geldgier des Publishers mögt.
- vondergraaf
- Beiträge: 141
- Registriert: 07.03.2012 17:50
- Persönliche Nachricht:
Re: 4Players-Talk: Brauchen Spieletests eine Wertungszahl?
Satus hat geschrieben:Mir überhaup nicht. Habe EG aus meinen Favoriten schon gelöscht. Eine Wertungszahl gehört für mich wie Text und Fazit einfach zu einem Test dazu.RoyalFart hat geschrieben:Das neue System von EG liegt mir perönlich ziemlich gut.
Tagsüber habe ich einfach keine Zeit einen ganzen Test zu lesen und da geht der Blick halt erst auf die Endwertung. Wenn ich dann nach Feierabend Zeit finde lese ich den Rest. Darauf möchte ich nicht verzichen.
Ich verstehe ja deinen Grundgedanken irgendwie, also mit der Zeit und so. Aber wenn du schreibst, dass dein Blick auf die Endwertung huscht und du den Rest abends liest, solltest du die Zeit dafür finden, frage ich mich was dir auf eurogamer jetzt verloren geht? Ist es für jemanden ohne Zeit nicht sogar angenehmer direkt auf der Startseite neben dem Titel des getesteten Spiels zu lesen ob es nun eine Empfehlung oder ein uneingeschränkter Tipp oder was weiß ich ist?
Vorher lief es so (so stelle ich mir das vor): auf eurogamer geklickt, den Test gesucht, drauf geklickt, runter gescrollt, sich gedacht "Yeah! 8/10! Kann man sich also kaufen" und abends dann vielleicht den Test gelesen.
Heute läuft es so (wieder nur in meiner Vorstellungskraft): auf eurogamer geklickt, Test gesucht, man sieht direkt "Empfehlung", sich gedacht "Ne, so einen Mist mach ich nicht mit." und eurogamer aus den Favoriten gelöscht.
Weiß ja nicht...
-
Jordes
- Beiträge: 37
- Registriert: 02.12.2013 18:54
- Persönliche Nachricht:
Re: 4Players-Talk: Brauchen Spieletests eine Wertungszahl?
An sich stimme ich mit euch ja überein und bin der Meinung man braucht eigentlich eine Wertungszahl.
Allerdings gibt es das Problem das viele diese Zahlen die Testmagazine geben als objektiv verstehen.
Und dazu gibt es dann noch eine Sache die mich stört: Die fehlenden Nachtests. Ich kann nicht verstehen warum keine Nachtests insbesondere bei Onlinespielen rausgebracht werden. Denn Spiele können sich verbessern und das sollte man dann auch würdigen. Andererseits wird die Zahl dem Spiel überhaupt nicht gerecht wo ich dann Eurogamers zustimmen muss.
Wenn ein Spiel bei euch 60 % bekommen hatte und nach 1 Jahr plötzlich so gut sein sollte dass es eine 90 % verdient (ich übertreibe mal) dann ist es blöd wenn man im Testmagazin immer noch die 60% liest. Denn das schreckt Käufer ab.
Und ja alles was unter 80% ist oder 8/10 oder.. ist für 90% der Leser nicht mehr interessant und besitzt oftmals den Makel eines Flops.
Das führt wiederum dazu dass die Wertungszahl einem Spiel nicht mehr gerecht werden kann. Und damit ist sie überflüssig. Und wenn alle das tun würden was Eurogamers mit ihrem neuen system vor hat, würde man auch nicht 10,10,10,10, Text, 10 bei den Spielwertungen lesen sondern Text, Text, Text... .
Eine Wertungszahl ist sinnvoll. Verliert aber seinen Sinn wenn der Spieler daraus keine richtigen Schlüsse mehr zieht.
Allerdings gibt es das Problem das viele diese Zahlen die Testmagazine geben als objektiv verstehen.
Und dazu gibt es dann noch eine Sache die mich stört: Die fehlenden Nachtests. Ich kann nicht verstehen warum keine Nachtests insbesondere bei Onlinespielen rausgebracht werden. Denn Spiele können sich verbessern und das sollte man dann auch würdigen. Andererseits wird die Zahl dem Spiel überhaupt nicht gerecht wo ich dann Eurogamers zustimmen muss.
Wenn ein Spiel bei euch 60 % bekommen hatte und nach 1 Jahr plötzlich so gut sein sollte dass es eine 90 % verdient (ich übertreibe mal) dann ist es blöd wenn man im Testmagazin immer noch die 60% liest. Denn das schreckt Käufer ab.
Und ja alles was unter 80% ist oder 8/10 oder.. ist für 90% der Leser nicht mehr interessant und besitzt oftmals den Makel eines Flops.
Das führt wiederum dazu dass die Wertungszahl einem Spiel nicht mehr gerecht werden kann. Und damit ist sie überflüssig. Und wenn alle das tun würden was Eurogamers mit ihrem neuen system vor hat, würde man auch nicht 10,10,10,10, Text, 10 bei den Spielwertungen lesen sondern Text, Text, Text... .
Eine Wertungszahl ist sinnvoll. Verliert aber seinen Sinn wenn der Spieler daraus keine richtigen Schlüsse mehr zieht.
