Feminist Frequency - Anita Sarkeesian plant weitere Formate über die Präsentation von Männlichkeit in Spielen und will "positive Beispiele zur Frauen-Darstellung" bringen
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- Pyoro-2
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Re: Feminist Frequency - Anita Sarkeesian plant weitere Form
Seh ich nicht so. Abschaffung von Geschlechterrollen bedeutet doch nicht, dass man nicht mehr trotzdem sich 'ne Puppe wünschen darf - heißt nur, dass man auch'n Modellauto ham' kann und deswegen nicht blöd angemacht wird. Oder eben, dass Papa die Kids groß zieht und Mutti arbeitet, ohne, dass der Dad dafür veräppelt und die Mutter als "Rabenmutter" bezeichnet wird ...
Gleichmacherei seh ich da als Überinterpretation dieser gender Theorien. Gut, gibt sicher auch Vertreter, die sowas fordern, aber es ist keine notwendige Konsequenz.
Gleichmacherei seh ich da als Überinterpretation dieser gender Theorien. Gut, gibt sicher auch Vertreter, die sowas fordern, aber es ist keine notwendige Konsequenz.
- Wulgaru
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Re: Feminist Frequency - Anita Sarkeesian plant weitere Form
Es geht auch nicht darum was man darf sondern darum das es am Ende keine Geschlechter mehr gibt. Das ist ja das radikale daran. Mein Puppenbeispiel basiert auf der These dieser Art von Feminismus das wir uns von Geburt an, abgesehen von den offensichtlichen Geschlechtsmerkmalen nicht weiter unterscheiden. Das heißt das Mann und Frau soziale Konstrukte sind und man selbst als neugeborenes Baby quasi eine Blankokarte die dann mit diesem sozialem Konstrukt aufgefüllt wird. Das geschieht dadurch das man eben einen Jungen und ein Mädchen von der ersten Sekunde jeweils unterschiedlich erzieht und so eben das Geschlecht schreibt. Das will radikaler Feminismus im Grunde verändern.Pyoro-2 hat geschrieben:Seh ich nicht so. Abschaffung von Geschlechterrollen bedeutet doch nicht, dass man nicht mehr trotzdem sich 'ne Puppe wünschen darf - heißt nur, dass man auch'n Modellauto ham' kann und deswegen nicht blöd angemacht wird. Oder eben, dass Papa die Kids groß zieht und Mutti arbeitet, ohne, dass der Dad dafür veräppelt und die Mutter als "Rabenmutter" bezeichnet wird ...
Gleichmacherei seh ich da als Überinterpretation dieser gender Theorien. Gut, gibt sicher auch Vertreter, die sowas fordern, aber es ist keine notwendige Konsequenz.
Wie gesagt teile ich das nicht, aber du kannst mir nicht erzählen das der Wunsch nach reiner Gleichberechtigung, sprich gleichen Berufschancen usw. das gleiche ist wie das was ich hier jetzt gerade beschrieben habe. Da würden dir glaube ich sehr viele gemäßigte Feministen aufs Dach steigen, denn bei denen geht es durchaus um die Betonung der Unterschiede zwischen Mann und Frau und wie sie diese in einer Gesellschaft fair ausleben können. Das Geschlecht als soziales Konstrukt ist etwas höchst umstrittenes und eben keine Grundeigenschaft von Feminismus an sich.
@Fiddlejam
entarteter Feminismus?
Spinnst du jetzt völlig? Du agierst hier wie so ein wildgewordener Hund der verbal in alle Richtungen austeilt, völlig egal wer hier welche Position einnimmt. An welcher Stelle schreibe ich so das du mich in eine Naziecke stellen willst und an in welchem Universum stellt man sjw mit "Nigger" gleich? Das ist doch zu absurd, wenn auch amüsant.
- Pyoro-2
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Re: Feminist Frequency - Anita Sarkeesian plant weitere Form
Vielleicht. Ganz ehrlich: kann man das wissen? Nature/Nurture Debatte betrifft ja nicht nur Feminismus und geht weit auseinander, ist aber alles andere als'n exotisch-radikales Thema.
Kannst mir ja auch nid erzählen, dass an den Theorien nix dran ist - rosa Mächenfärbe, blau Jungenfarbe. Anfang des 20. Jhds war's noch exakt umgekehrt. Solche Dinge sind ganz zweifelsfrei sozial konstruiert, und das aufzuzeigen halte ich für weder sonderlich radikal noch sonderlich gewagt, tut man schließlich mit verschiedenen anderen Dinge wie Familie oder soziales Milieu oder Jugendgruppierungen oder sowas auch.
Und nein, der Wunsch nach Gleichberechtigung ist nicht das selbe, das war ja genau das, was ich in meinem Post zu deiner Aussage kritisiert hab - das was ganz anderes :p Und hat eben nix mit radikalen oder gemäßtigem Feminismus zu tun. Das sind einfach unterschiedliche Ebenen der selben Debatte. Man bezeichnet doch auch nicht Anhänger der Viele-Welten-Theorie als radikale Quantenmechaniker und Anhänger der Kopenhagener Interpretation als gemäßigte Quantenmechaniker. Die Interpretationen sind einfach unterschiedlich, aber die Auswirkungen auf die praktische Umsetzung sind 'n ganz anderes Thema.
Kannst mir ja auch nid erzählen, dass an den Theorien nix dran ist - rosa Mächenfärbe, blau Jungenfarbe. Anfang des 20. Jhds war's noch exakt umgekehrt. Solche Dinge sind ganz zweifelsfrei sozial konstruiert, und das aufzuzeigen halte ich für weder sonderlich radikal noch sonderlich gewagt, tut man schließlich mit verschiedenen anderen Dinge wie Familie oder soziales Milieu oder Jugendgruppierungen oder sowas auch.
Und nein, der Wunsch nach Gleichberechtigung ist nicht das selbe, das war ja genau das, was ich in meinem Post zu deiner Aussage kritisiert hab - das was ganz anderes :p Und hat eben nix mit radikalen oder gemäßtigem Feminismus zu tun. Das sind einfach unterschiedliche Ebenen der selben Debatte. Man bezeichnet doch auch nicht Anhänger der Viele-Welten-Theorie als radikale Quantenmechaniker und Anhänger der Kopenhagener Interpretation als gemäßigte Quantenmechaniker. Die Interpretationen sind einfach unterschiedlich, aber die Auswirkungen auf die praktische Umsetzung sind 'n ganz anderes Thema.
- Wulgaru
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Re: Feminist Frequency - Anita Sarkeesian plant weitere Form
Nun, ich versteh das ehrlich gesagt nicht so ganz was du jetzt meinst. Wenn nicht herübergekommen ist das Gleichberechtigung auch im radikalen Feminismus eine Rolle spielt, weil das je eine Etappen auf dem Ziel zur Utopie ist (sofern diese sowieso immer in dieser Form erreicht werden will, denn wie gesagt sind die da in den letzten 40 Jahren glaube nicht stehengeblieben in der Diskussion).Pyoro-2 hat geschrieben:Vielleicht. Ganz ehrlich: kann man das wissen? Nature/Nurture Debatte betrifft ja nicht nur Feminismus und geht weit auseinander, ist aber alles andere als'n exotisch-radikales Thema.
Kannst mir ja auch nid erzählen, dass an den Theorien nix dran ist - rosa Mächenfärbe, blau Jungenfarbe. Anfang des 20. Jhds war's noch exakt umgekehrt. Solche Dinge sind ganz zweifelsfrei sozial konstruiert, und das aufzuzeigen halte ich für weder sonderlich radikal noch sonderlich gewagt, tut man schließlich mit verschiedenen anderen Dinge wie Familie oder soziales Milieu oder Jugendgruppierungen oder sowas auch.
Und nein, der Wunsch nach Gleichberechtigung ist nicht das selbe, das war ja genau das, was ich in meinem Post zu deiner Aussage kritisiert hab - das was ganz anderes :p Und hat eben nix mit radikalen oder gemäßtigem Feminismus zu tun. Das sind einfach unterschiedliche Ebenen der selben Debatte. Man bezeichnet doch auch nicht Anhänger der Viele-Welten-Theorie als radikale Quantenmechaniker und Anhänger der Kopenhagener Interpretation als gemäßigte Quantenmechaniker. Die Interpretationen sind einfach unterschiedlich, aber die Auswirkungen auf die praktische Umsetzung sind 'n ganz anderes Thema.
Die Unterscheidung ist eben das andere Formen von Feminismus diese Utopie nicht teilen und eben schon stark darauf pochen das es nicht zu unterschätzende Unterschiede, teils auch ganz pragmatischer Natur gibt. Ich weiß wie gesagt nicht worauf du hinauswillst, wenn du das immer noch unpräzise findest, jetzt auch nicht um dir einfach zu widersprechen, ich kapiers schlicht nicht. :wink:
Das bestimmte Umgangsformen antrainiert werden ist auch klar, genau wie viele andere Sachen die jetzt nichts mit Geschlechtern zu tun haben. Da kennt sicherlich jeder seine Beispiele, aber das man das eben nicht zu 100% ausbauen kann ist ebenfalls klar. Das ist sowohl biologisch als auch ideologisch ne laufende Diskussion, aber im Feminismus äußert sich das soweit ich da informiert bin so wie ich es beschrieben habe. Mehr kann ich dazu auch nicht sagen. :wink:
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billy coen 80
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Re: Feminist Frequency - Anita Sarkeesian plant weitere Form
Ich glaube, so etwas muss man sportlich sehen. Bei solchen "Argumentationen" geht es weniger um den Inhalt an sich sondern vielmehr um die Wirkung der verwendeten Begriffe; wie etwa das Konstrukt, ich hätte Parallellen zwischen Feminismus und Stalinismus zu ziehen versucht.Wulgaru hat geschrieben:@Fiddlejam
entarteter Feminismus?
Spinnst du jetzt völlig? Du agierst hier wie so ein wildgewordener Hund der verbal in alle Richtungen austeilt, völlig egal wer hier welche Position einnimmt. An welcher Stelle schreibe ich so das du mich in eine Naziecke stellen willst und an in welchem Universum stellt man sjw mit "Nigger" gleich? Das ist doch zu absurd, wenn auch amüsant.
Wenn man dies geschickter anstellt als Fiddlejam, kann man so bei unbedarften Diskutanten schon einmal ein erschrockenes Zurückzucken erzielen und unbedarfte Außenstehende auf seine Seite ziehen. Ist z. B. eine beliebte Strategie in aufgeheizten Fernseh-Talk-Runden.
- Pyoro-2
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Re: Feminist Frequency - Anita Sarkeesian plant weitere Form
Ich weiß nicht, wie man's deutlicher Sagen kann:
Geht doch um 2 Dinge: a) wie erklärt den Unterschied zw. Männern und Frauen? Biologisch, sozial, kulturell, etc., vermutlich 'ne Mischung davon, aber wie gewicht ich dann was?
Und b) wenn ich herausgefunden hab, woran's liegt, was will ich dann tun? Gleichberechtigung, wenn ja, wie, Frauen an die Macht weil dann alles viel besser, alles lassen wie's ist weil Gott will so oder ist halt so natürlich oder...?
Bei radikalen Feministinnen geht's doch bei Punkt B um besonders krasse Aussagen. Aber das vollkommen unabhängig davon, wegen welcher Theorie die jezz darauf besteht, mMn. ^^
Diese Rollenmodelle sind halt eine Interpretation von Geschlecht. Da gibt's auch andere, bspw. Sherry Ortner, die ganz extrem auf die biologischen Unterschiede verweist. Das macht deren Ansichten aber nicht radikaler oder gemäßigter, ist halt 'ne andere Ebene der Debatte.Gleichberechtigung ist das Ziel, Geschlechterrollen abschaffen die Methode.
Geht doch um 2 Dinge: a) wie erklärt den Unterschied zw. Männern und Frauen? Biologisch, sozial, kulturell, etc., vermutlich 'ne Mischung davon, aber wie gewicht ich dann was?
Und b) wenn ich herausgefunden hab, woran's liegt, was will ich dann tun? Gleichberechtigung, wenn ja, wie, Frauen an die Macht weil dann alles viel besser, alles lassen wie's ist weil Gott will so oder ist halt so natürlich oder...?
Bei radikalen Feministinnen geht's doch bei Punkt B um besonders krasse Aussagen. Aber das vollkommen unabhängig davon, wegen welcher Theorie die jezz darauf besteht, mMn. ^^
- Wulgaru
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Re: Feminist Frequency - Anita Sarkeesian plant weitere Form
Tut mir leid, selbst wenn ich jemanden zugestehen würde so taktisch vorzugehen, sind wir hier nicht bei Hart aber Fair. Das schlichtes auskeilen nach links und rechts und keine weitere Überlegung dahinter. Soviel muss ich meinem Gegenüber dann auch nicht zugestehen das ich Verhalten analysiere und auch noch für ihn rechtfertige. :wink:billy coen 80 hat geschrieben:Ich glaube, so etwas muss man sportlich sehen. Bei solchen "Argumentationen" geht es weniger um den Inhalt an sich sondern vielmehr um die Wirkung der verwendeten Begriffe; wie etwa das Konstrukt, ich hätte Parallellen zwischen Feminismus und Stalinismus zu ziehen versucht.Wulgaru hat geschrieben:@Fiddlejam
entarteter Feminismus?
Spinnst du jetzt völlig? Du agierst hier wie so ein wildgewordener Hund der verbal in alle Richtungen austeilt, völlig egal wer hier welche Position einnimmt. An welcher Stelle schreibe ich so das du mich in eine Naziecke stellen willst und an in welchem Universum stellt man sjw mit "Nigger" gleich? Das ist doch zu absurd, wenn auch amüsant.
Wenn man dies geschickter anstellt als Fiddlejam, kann man so bei unbedarften Diskutanten schon einmal ein erschrockenes Zurückzucken erzielen und unbedarfte Außenstehende auf seine Seite ziehen. Ist z. B. eine beliebte Strategie in aufgeheizten Fernseh-Talk-Runden.
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billy coen 80
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Re: Feminist Frequency - Anita Sarkeesian plant weitere Form
Glaube mir: nix läge mir ferner. Wollte nur mal meine Theorie über die teils auffällig oft gewählten Extremgleichnisse äußern. Ich persönlich empfinde diese Art der Abschreckungsargumentation sogar als so ziemlich eine der untersten Schubladen der Diskussionsgepflogenheiten. Zumal das Bedürfnis, andere unter Zuhilfenahme von verbalen Wirkungstreffern in einer Diskussion zu schwächen, nicht selten einen gewissen Mangel an Vertrauen in die eigenen Argumente vermuten lässt.Wulgaru hat geschrieben:...und auch noch für ihn rechtfertige. :wink:
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Fiddlejam
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Re: Feminist Frequency - Anita Sarkeesian plant weitere Form
Welche Nazi-Ecke denn bitteschön. Meine Güte, Leute, hört euch doch mal selbst zu. Wenn euch Leute für eure Wortwahl kritisieren, fühlt ihr euch in die Nazi-Ecke gestellt und sagt, dass Wortwahl irrelevant ist; aber im gleichen Atemzug regt ihr euch auf dass meine Wortwahl angeblich relevant ist, weil sie euch implizit erneut in die Nazi-Ecke stellt.Wulgaru hat geschrieben:An welcher Stelle schreibe ich so das du mich in eine Naziecke stellen willst und an in welchem Universum stellt man sjw mit "Nigger" gleich? Das ist doch zu absurd, wenn auch amüsant.
Entweder einigen wir uns jetzt darauf, dass Wortwahl irrelevant ist, dann habe ich mit meiner "entartet" Andeutung nirgends irgendwem Faschismus vorgeworfen; oder wir akzeptieren, dass sie relevant ist, dann sind wir wieder beim Punkt, dass eure so einiges blicken lässt.
Um es also klar zu stellen, ich werfe hier überhaupt niemandem vor, ein Nazi zu sein. Ich sage dass es automatische Implikation ist, dass, wenn ich etwas als "normal" deklariere, andere Formen automatisch als "abnormal" deklariere.
Und sicherlich ist "SJW" nicht auf dem Level von Nigger, allemal aber auf dem von "Schwuchtel", "Schlampe" und Konsorten. Selbst dann ist dieses "Level" vollkommen irrelevant wenn es darum geht, dass das Wort nun mal inhärent beleidigend ist und das nicht plötzlich davon aufgehoben wird, dass man beteuert, die damit beleidigte Person eigentlich ganz okay zu finden.
Wo wir wieder beim Thema der moderateren und radikaleren Formen sind. Siehe "gender" und "sex". Die meisten Formen des radikalen Feminismus erkennen an, dass die Geschlechterrolle ("gender") antrainiert ist, gleichzeitig aber pragmatische biologische Realitäten ("sex") im Raum stehen. Liberaler Feminismus kann ebenfalls Geschlechterrollen ("gender") anerkennen, das ist keine definierende Eigenschaft des radikalen Feminismus. In dem Fall nimmt man nur lediglich an, dass sich die Rollen im Zuge der Gleichberechtigung auflösen werden; bzw, wenn es sie es nicht tun, das auch okay ist.Die Unterscheidung ist eben das andere Formen von Feminismus diese Utopie nicht teilen und eben schon stark darauf pochen das es nicht zu unterschätzende Unterschiede, teils auch ganz pragmatischer Natur gibt.
Genau, das Konstrukt von dem wir schon einmal diskutiert haben, dass es überhaupt nicht da war.billy coen 80 hat geschrieben:wie etwa das Konstrukt, ich hätte Parallellen zwischen Feminismus und Stalinismus zu ziehen versucht.
Wirklich Leute, ich finds ja ganz toll, wie man mir vorwirft, auf Kleinigkeiten rumzuhacken, aber selbst dann Großteile meiner Posts ignorieren und anschließend so tun, als hätte ich dazu überhaupt nichts gesagt.
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billy coen 80
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Re: Feminist Frequency - Anita Sarkeesian plant weitere Form
Ja, das mag sein, dass wir hier manchmal mit dir etwas hart ins Gericht gehen. Aber vielleicht solltest du uns da auch nicht derart ohne jede Selbstkritik angehen! Also ich sage jetzt mal ganz offen und ehrlich meinen Eindruck und meine das jetzt wirklich ganz sachlich und ohne die Intention zu beleidigen: Der Grund warum bei dir inzwischen auf vieles sehr empfindlich reagiert wird, dürfte an der teils latent bis leider hin und wieder sogar penetrant aus deinen Kommentaren herausklingenden Herablassung liegen, mit der du immer wieder Leuten begegnest, die deine Meinungen und deine Weltanschauung nicht zu 100 % teilen, was hier im Forum auf einen, schätze ich mal, Prozentwert im hohen 90er-Bereich der User hinauslaufen dürfte.Fiddlejam hat geschrieben:Wirklich Leute, ich finds ja ganz toll, wie man mir vorwirft, auf Kleinigkeiten rumzuhacken, aber selbst dann Großteile meiner Posts ignorieren und anschließend so tun, als hätte ich dazu überhaupt nichts gesagt.
Das Problem daran ist, dass sich, durch die Kontinuität, mit der du das betreibst, ein gewisser Grundtenor im Kopf anderer User festsetzt, so dass man irgendwann selbst Textpassagen, die du gar nicht so gemeint hast, ebenfalls in diesem Stil liest. Ist ein typisches Problem bei rein schriftlicher Kommunikation: man ersetzt die fehlende Stimme eines Redners durch eine fiktive Stimme im Kopf, während man liest. Und diese bezieht eben alle Eindrücke, welche man von dieser Person gesammelt hat, im Internet entsprechend nur anhand einiger themenbezogener Kommentare, mit ein.
So entsteht es dann auch, dass man dir auch bei Versuchen der Erklärung, was du wie doch eigentlich wirklich gemeint hast, nicht mehr so leicht unvoreingenommen begegnet und du es dadurch bei anderen Usern nicht selten dann eher noch sogar schlimmer als besser machst, meist noch in Kombination damit, dass deine Erklärungsversuche in der Regel mit dem Grundbedürfnis einhergehen, die Richtigkeit deiner Analyse zu untermauern und gar keinen Zweifel daran zulassen, dass die von dir gewählten Worte vollständig korrekt waren.
Dass unter diesen ganzen Gesichtspunkten das Verlangen anderer Diskutanten am Lesen deiner meist sehr langen Kommentare gegen Null geht, erklärt sich daraus, denke ich, von selbst.
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Plor
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Re: Feminist Frequency - Anita Sarkeesian plant weitere Form
Nee sorry, damit hättest du auf einen Schlag einen Großteil der feministischen Bewegungen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts dem "unnormalen" oder radikalen Feminismus zugeordnet. Simone de Beauvoir hat sich mit genau diesem Geschlechterrollending schon in den 40ern auseinandergesetzt. Und Beschäftigungen mit Geschlechterrollen findet man auch schon vor ihrem Buch über "Das andere Geschlecht". Natürlich hat sich die Frage um Sexus und Gender später noch einmal radikalisiert, aber die Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen und der sozialen Konstruktion eines Geschlechts sind so alt wie die feministische Philosophie.Wulgaru hat geschrieben: Normaler Feminismus hat mit diesem Geschlechterollending nichts am Hut und will zumindest theoretisch nur die Gleichberechtigung beider Geschlechter. Idealerweise in bestimmten Fällen wie bei Vätern auch auf männlicher Seite. Das kann man in Anitas Arbeit wirklich nicht reinlesen.
Ich würde btw. Anita Sarkeesian allein schon deshalb nicht in die "extremistische" Ecke schieben, weil sie in ihrer kulturjournalistischen Analyse nicht einmal "radikal" das Sexus in Frage stellt. Sie scheint mir da eher relativ "brav" dem traditionellen, feministischen Ansatz zu folgen, Geschlecht nur aus der sozialen/psychologischen/kulturellen Perspektive zu betrachten, eine Dekonstruktion des biologischen Geschlechtes komplett außen vorzulassen (was bei ihrem Thema, der kulturellen Repräsentation von Frauen in Videospielen auch irgendwie logisch ist). Zum Spaß empfiehlt es sich, einfach mal einen Text von bspw. Butler neben die Analysen Sarkeesians zu halten. Da sieht man schon einen ziemlich deutlichen Unterschied.
- Wulgaru
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Re: Feminist Frequency - Anita Sarkeesian plant weitere Form
@Plor
Ich weiß ehrlich gesagt nicht was extremistischer Feminismus ist und ob das einheitlich klar definiert ist. Daher weiß ich nicht was Anita damit zu tun hat oder nicht.
Für meine Begriffe ist ihre Gesamtarbeit bezüglich der Tropes, die ja nicht erst seit Videospielen darauf basiert, immer in dieser Richtung des radikalen Feminismus gegangen. Als Beispiel verweise ich auf ihr Legovideo oder das zu True Grit. Ich kritisiere das übrigens gar nicht grundsätzlich, auch wenn ich diverse Dinge anders sehe und will sie damit auch nicht verunglimpfen. Das ist für mich schlicht die Einordnung die ich bei ihr vornehme um ihren Ansatz nachzuvollziehen.
@fiddlejam
Social Justice Warrior ist dagegen so neu das du mir gar nicht anfangen musst zu erzählen das es das gleiche wie entartet oder irgendwas rassistisches wäre. Ich sehe das im übrigen ebenfalls so das vor allem eine ganz bestimmte Gruppe von Leuten das benutzt, aber das diese Gruppe dann in einer Reihe mit den Nationalsozialisten oder Arpartheidsrassisten steht ist so unfassbar übertrieben das du dich damit völlig lächerlich machst. Du solltest mal inhaltlich einordnen was die Leute hier schreiben und ihnen nicht Worte und Positionen in den Mund legen die sie so nicht geschrieben haben.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht was extremistischer Feminismus ist und ob das einheitlich klar definiert ist. Daher weiß ich nicht was Anita damit zu tun hat oder nicht.
Für meine Begriffe ist ihre Gesamtarbeit bezüglich der Tropes, die ja nicht erst seit Videospielen darauf basiert, immer in dieser Richtung des radikalen Feminismus gegangen. Als Beispiel verweise ich auf ihr Legovideo oder das zu True Grit. Ich kritisiere das übrigens gar nicht grundsätzlich, auch wenn ich diverse Dinge anders sehe und will sie damit auch nicht verunglimpfen. Das ist für mich schlicht die Einordnung die ich bei ihr vornehme um ihren Ansatz nachzuvollziehen.
@fiddlejam
Ehrlich gesagt muss ich mich nicht mit dir über eine Wortwahl einigen, wenn du mir unterstellst das ich als nächstes schreiben würde das es entarteten Feminismus gäbe. Das legt mir erstens Worte in den Mund und stellt mich ganz eindeutig in eine Ecke wenn ich das tatsächlich tun würde. Entartet ist mehr als eindeutig einzuordnen das weißt du auch und ist etwas was ich niemals in irgendeinem Zusammenhang benutzen würde.Welche Nazi-Ecke denn bitteschön. Meine Güte, Leute, hört euch doch mal selbst zu. Wenn euch Leute für eure Wortwahl kritisieren, fühlt ihr euch in die Nazi-Ecke gestellt und sagt, dass Wortwahl irrelevant ist; aber im gleichen Atemzug regt ihr euch auf dass meine Wortwahl angeblich relevant ist, weil sie euch implizit erneut in die Nazi-Ecke stellt.
Entweder einigen wir uns jetzt darauf, dass Wortwahl irrelevant ist, dann habe ich mit meiner "entartet" Andeutung nirgends irgendwem Faschismus vorgeworfen; oder wir akzeptieren, dass sie relevant ist, dann sind wir wieder beim Punkt, dass eure so einiges blicken lässt.
Social Justice Warrior ist dagegen so neu das du mir gar nicht anfangen musst zu erzählen das es das gleiche wie entartet oder irgendwas rassistisches wäre. Ich sehe das im übrigen ebenfalls so das vor allem eine ganz bestimmte Gruppe von Leuten das benutzt, aber das diese Gruppe dann in einer Reihe mit den Nationalsozialisten oder Arpartheidsrassisten steht ist so unfassbar übertrieben das du dich damit völlig lächerlich machst. Du solltest mal inhaltlich einordnen was die Leute hier schreiben und ihnen nicht Worte und Positionen in den Mund legen die sie so nicht geschrieben haben.
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Fiddlejam
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Re: Feminist Frequency - Anita Sarkeesian plant weitere Form
Mal davon abgesehen dass ich es - erneut - ziemlich heuchlerisch finde, in einem Thread der voll von "kann der ihre Hackfresse nicht mehr sehen"-Kommentaren ist und in dem Leute partout nicht einsehen wollen, dass sie ein von vornherein beleidigendes Vokabular benutzen, bzw. versuchen dies auf fadenscheinige Weise zu rechtfertigen, sich darüber aufzuregen dass ich angeblich herablassend bin; kann ich dennoch zustimmen, dass es nun wirklich kein Geheimnis ist, dass ich gegenüber gewissen Einstellungen intolerant bin.Der Grund warum bei dir inzwischen auf vieles sehr empfindlich reagiert wird, dürfte an der teils latent bis leider hin und wieder sogar penetrant aus deinen Kommentaren herausklingenden Herablassung liegen, mit der du immer wieder Leuten begegnest, die deine Meinungen und deine Weltanschauung nicht zu 100 % teilen, was hier im Forum auf einen, schätze ich mal, Prozentwert im hohen 90er-Bereich der User hinauslaufen dürfte.
Dabei handelt es sich aber nicht um spezifische politische Einstellungen, sondern allgemeine Grundeinstellungen zur Diskussionskultur. Dazu gehört eben solches permanentes Annehmen, der andere wolle einen dieser und jener Sache beschuldigen, ständige billige "Du musst den Artikel nicht gelesen haben, du hättest das Wort mal googeln sollen, etc." Einwürfe oder eben schon diese allgemeine Mentalität, tatsächlich nicht zu lesen, aber meinen, darüber reden zu können. Meinetwegen kann man meine Posts tausendfach nicht lesen, aber dann ist es idiotisch, Behauptungen aufzustellen, was angeblich drin steht. Allgemein finde ich es ziemlich heuchlerisch dass in einer Diskussion, in der eine Seite immer wieder behauptet, dass die andere alles verbieten will, was ihnen nicht gefällt, und sich an jeder Kleinigkeit aufgeilt; eben diese erstere Seite sich an dieser Sache dann aber selbst permanent an Kleinigkeiten aufgeilt.
Sicherlich sind Kommentare vom "entarteten Feminismus" und "Von Anita zu Stalin ist es natürlich nicht weit" sarkastisch und polemisch. Ich sehe aber irgendwie nicht, wie ich schon ganz eingangs der Diskussion sagte - weil ebenda diese unterirdische Diskussionkultur schon begann - warum nur ich mir solche Kommentare verbieten soll. Ich kann sowohl mit einer Diskussion leben, in Polemik erlaubt ist wie auch einer, in der sie es nicht ist. Nur sollten die Regeln für beide Seiten einheitlich sein.
Habe ich ja auch nicht. Ich habe eindeutig gesagt, dass "entartet" eine Übertreibung meinerseits war, als Kommentar auf deine Unterscheidung "normalen" Feminismus, der offensichtlich als Kontrapunkt "abnormalen" Feminismus voraussetzt. Siehe oben: Übertreibung.Wulgaru hat geschrieben:Social Justice Warrior ist dagegen so neu das du mir gar nicht anfangen musst zu erzählen das es das gleiche wie entartet oder irgendwas rassistisches wäre.
Und ich habe auch schon oben gesagt, dass es vollkommen irrelevant ist, wie schwerwiegend das Wort wiegt. "SJW" ist von vornherein als Beleidigung gemeint. Wenn Temeter das Wort nutzt, und das nicht im Kontext einer Rückeroberung, ist ergo eine eindeutige Intention, zu beleidigen und herab zu setzen, erkennbar. (man kann natürlich annehmen, dass das Wort für ihn so normalisiert ist, dass er die negative Konnotation schon gar nicht mehr wahr nimmt. Siehe PEGIDA-Mitläuferin im Interview: "Ich denke ja auch nicht, dass alle Kanacken scheiße sind".)
- Wulgaru
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Re: Feminist Frequency - Anita Sarkeesian plant weitere Form
Es ist interessant das du dich dann hinterher versteckst und sagst das ich etwas falsch verstehe und es schlicht ne Übertreibung ist die ich zu akzeptieren habe und mich nicht etwa beleidigen sollte. Schön das du festlegen darfst, wie ich etwas sehen soll, du aber nicht bereit ist Temeter das gleiche zuzugestehen, vor allem nachdem er sich erklärt hat. Durchaus mal wieder ein interessanter Thread hier, aber mit dir ist da nicht viel Land zu sehen in einer Diskussion, daher werde ich das jetzt auch lassen.Fiddlejam hat geschrieben:Siehe oben: Übertreibung.
Und ich habe auch schon oben gesagt, dass es vollkommen irrelevant ist, wie schwerwiegend das Wort wiegt. "SJW" ist von vornherein als Beleidigung gemeint. Wenn Temeter das Wort nutzt, und das nicht im Kontext einer Rückeroberung, ist ergo eine eindeutige Intention, zu beleidigen und herab zu setzen, erkennbar. (man kann natürlich annehmen, dass das Wort für ihn so normalisiert ist, dass er die negative Konnotation schon gar nicht mehr wahr nimmt. Siehe PEGIDA-Mitläuferin im Interview: "Ich denke ja auch nicht, dass alle Kanacken scheiße sind".)
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billy coen 80
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Re: Feminist Frequency - Anita Sarkeesian plant weitere Form
Verbieten will ich dir deine Kommentare auch gar nicht; wo kämen wir denn da hin??? Wollte nur mal versuchen, dir zu erklären, woran es vielleicht in der Kommunikation hier teilweise ein wenig hakt, ohne Anspruch auf ganzheitliche Richtigkeit...Fiddlejam hat geschrieben:Ich sehe aber irgendwie nicht, wie ich schon ganz eingangs der Diskussion sagte - weil ebenda diese unterirdische Diskussionkultur schon begann - warum nur ich mir solche Kommentare verbieten soll. Ich kann sowohl mit einer Diskussion leben, in Polemik erlaubt ist wie auch einer, in der sie es nicht ist. Nur sollten die Regeln für beide Seiten einheitlich sein.
Und nebenbei, sieh es doch mal so: Auf deine Kommentare wird in der Regel noch eingegangen. Die von dir angedeuteten Kommentare werden nur deshalb nicht ständig angeprangert, weil wir sie schlicht ignorieren, was, meines Erachtens, eine noch um ein vielfaches höhere Form der Geringschätzung darstellt, als sie auseinanderzunehmen. Außerdem wissen wir doch alle: die einfachste Form, solche "Diskutanten" aus einem Thread zu vergraulen, ist es, gar nicht auf sie zu reagieren; dont't feed the Troll und so weiter... :wink:
