Feminist Frequency - Anita Sarkeesian plant weitere Formate über die Präsentation von Männlichkeit in Spielen und will "positive Beispiele zur Frauen-Darstellung" bringen
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- Temeter
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Re: Feminist Frequency - Anita Sarkeesian plant weitere Form
Dein Mangel an Verständnis und Empathie ist ziemlich beeindruckend für jemanden, der sich angeblich für die Rechte anderer einsetzt. Selbst für das Internet. Ist mir schon in unserer letzten Diskussion aufgefallen, dass du nicht unbedingt auf einen Kommentar antwortest, sonder auf das, was du daraus lesen willst. Confirmation Bias at it's best, vermute ich mal.
Unter den Vorraussetzungen kannst du dir Antworten an mich sparen.
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billy coen 80
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Re: Feminist Frequency - Anita Sarkeesian plant weitere Form
Weil es wenig Spaß macht, mit Leuten zu „diskutieren“, die in ihren Antworten auf Aussagen und Meinungen anderer Begriffe wie „Schwachsinn“ und „Blödsinn“ als rhetorisches Standardrepertoire vor sich herführen, werde ich jetzt auch nicht mehr weiter drauf eingehen, nur dies noch einmal als Gedankenanstoß, auch wenn ich bezweifle, dass dies auf fruchtbaren Boden fallen wird.
Leider wird da gerne die kontextualisierte Sicht ausgeblendet, gerade wenn es die eigenen Sichtweisen betrifft. Ich wollte Folgendes des Friedens willen nicht in meiner letzten Antwort einbringen, weil ich schlicht auf einen halbwegs brauchbaren Argumentenaustausch gehofft habe, was aber auch eine Bereitschaft beider Seiten voraussetzt, sich von allzu einseitigen Sichtweisen ein Stück weit zu lösen, was dir aber auch in zahlreichen Aussagen deines letzten Kommentars, etwa in deinen auf der einen Seite lobhudelnden und der anderen Seite herablassenden Ausführungen zu Feminismus und Maskulinismus, wieder nicht gelungen ist.
Aber wenn du, wie in deinem vorletzten Post, von gesellschaftlicher Konditionierung schreibst, fällt dir da selbst nicht auf, in was für einen Slang du da verfällst? Ich weiß, so etwas im Kontext zu erfassen, ist in der Regel schwieriger, als bloß das stumpfe rauspicken irgendwelcher „Hitler-Wörter“.
Die Gesellschaft oder das Denken der Menschen zu konditionieren ist immer die Grundhaltung totalitär eingestellter Demagogen gewesen, die an einem Gesellschaftsdiskurs nicht das geringste Interesse hatten, sondern nur am Durchsetzen ihrer verdrehten Weltanschauungen. Und man muss noch nicht einmal auf die Nazis schielen um feststellen zu können, dass historische Entwicklungen, die so begannen selten gut endeten.
Es ist wichtig, problematisches Gedankengut nicht immer nur bei den anderen zu suchen, sondern hin und wieder auch mal sich selbst danach durchzuscannen. Einfach mal kurz innehalten und in sich selbst schauen. Ich selbst stehe gesellschafts- und wirtschaftspolitisch eher links. Dennoch verwehre ich mich des Grundgedankens einer sozialistischen Revolution, weil meines Erachtens nichts langfristig im Frieden funktionieren kann, was einer Gesellschaft zuvor im Kampf aufoktroyiert worden ist.
Und das Argument, dass das bei einem selbst ja gar nicht so sein kann, weil man selbst ja schließlich auf der guten Seite steht, mit welchem solch Denken dann gerne entschuldigt wird, kann man ganz einfach entkräften: Jede Gruppierung, die ihre Ideologie übergebührlich in die Gesellschaft gedrückt hat, verortete sich selbst immerzu auf der guten und richtigen Seite.
Ja, das ist die Art, einzelne Begriffe aufzugreifen und damit jene von vornherein in irgendeine Ecke zu drängen, die diese verwenden. Es muss da draußen echt Menschen geben, die tiefe Befriedigung empfinden, Worte, die Andersdenkende irgendwann mal gesagt haben, in irgendeiner Hitler- oder Goebbelsrede wiederzufinden, um es eben jenen Andersdenkenden dann unter die Nase zu reiben. Und seien es nur Worte wie "sagen" oder "machen". Die deutsche Sprache ist ein Minenfeld von verbotenen Worten. Warum haben wir eigentlich nicht schon längst eine ganz neue Sprache erfunden, um auch wirklich gar nicht mehr Gefahr zu laufen, Worte zu sagen, welche auch mal von Nazis gebraucht wurden...Ei, wo kennen wir dieses Vokabular nur her...
Leider wird da gerne die kontextualisierte Sicht ausgeblendet, gerade wenn es die eigenen Sichtweisen betrifft. Ich wollte Folgendes des Friedens willen nicht in meiner letzten Antwort einbringen, weil ich schlicht auf einen halbwegs brauchbaren Argumentenaustausch gehofft habe, was aber auch eine Bereitschaft beider Seiten voraussetzt, sich von allzu einseitigen Sichtweisen ein Stück weit zu lösen, was dir aber auch in zahlreichen Aussagen deines letzten Kommentars, etwa in deinen auf der einen Seite lobhudelnden und der anderen Seite herablassenden Ausführungen zu Feminismus und Maskulinismus, wieder nicht gelungen ist.
Aber wenn du, wie in deinem vorletzten Post, von gesellschaftlicher Konditionierung schreibst, fällt dir da selbst nicht auf, in was für einen Slang du da verfällst? Ich weiß, so etwas im Kontext zu erfassen, ist in der Regel schwieriger, als bloß das stumpfe rauspicken irgendwelcher „Hitler-Wörter“.
Die Gesellschaft oder das Denken der Menschen zu konditionieren ist immer die Grundhaltung totalitär eingestellter Demagogen gewesen, die an einem Gesellschaftsdiskurs nicht das geringste Interesse hatten, sondern nur am Durchsetzen ihrer verdrehten Weltanschauungen. Und man muss noch nicht einmal auf die Nazis schielen um feststellen zu können, dass historische Entwicklungen, die so begannen selten gut endeten.
Es ist wichtig, problematisches Gedankengut nicht immer nur bei den anderen zu suchen, sondern hin und wieder auch mal sich selbst danach durchzuscannen. Einfach mal kurz innehalten und in sich selbst schauen. Ich selbst stehe gesellschafts- und wirtschaftspolitisch eher links. Dennoch verwehre ich mich des Grundgedankens einer sozialistischen Revolution, weil meines Erachtens nichts langfristig im Frieden funktionieren kann, was einer Gesellschaft zuvor im Kampf aufoktroyiert worden ist.
Und das Argument, dass das bei einem selbst ja gar nicht so sein kann, weil man selbst ja schließlich auf der guten Seite steht, mit welchem solch Denken dann gerne entschuldigt wird, kann man ganz einfach entkräften: Jede Gruppierung, die ihre Ideologie übergebührlich in die Gesellschaft gedrückt hat, verortete sich selbst immerzu auf der guten und richtigen Seite.
- Wulgaru
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Re: Feminist Frequency - Anita Sarkeesian plant weitere Form
Ich stimme dir zwar zu das man jemanden der ein kontrovers Wort verwendet oder irgendeinen seltsamen Satz raushaut nicht sofort nur auf den reduzieren sollte, aber im Grunde ist dein Punkt doch ein bisschen zu entschuldigend.billy coen 80 hat geschrieben:Ja, das ist die Art, einzelne Begriffe aufzugreifen und damit jene von vornherein in irgendeine Ecke zu drängen, die diese verwenden. Es muss da draußen echt Menschen geben, die tiefe Befriedigung empfinden, Worte, die Andersdenkende irgendwann mal gesagt haben, in irgendeiner Hitler- oder Goebbelsrede wiederzufinden, um es eben jenen Andersdenkenden dann unter die Nase zu reiben. Und seien es nur Worte wie "sagen" oder "machen". Die deutsche Sprache ist ein Minenfeld von verbotenen Worten. Warum haben wir eigentlich nicht schon längst eine ganz neue Sprache erfunden, um auch wirklich gar nicht mehr Gefahr zu laufen, Worte zu sagen, welche auch mal von Nazis gebraucht wurden...Ei, wo kennen wir dieses Vokabular nur her...
So zu tun als wenn man im deutschen gar nicht weiß was man sagen dürfte, weil jedes zweite Wort-Nazi-Vokabular wäre, ist ne sehr harte Ausrede von Leuten die gerne kontroverse Wörter verwenden und zudem so einfach nicht stimmt. So schwer isses nämlich nicht kein Nazi-Vokabular zu verwenden. Geht auch gar nicht gegen dich persönlich, weil ich dir in deinem grundsätzlichem Punkt ja zustimmen würde, aber man kann es mit der Relativierung auch übertreiben.
Und wenn man wirklich mal in die Situation kommen sollte ausersehen ein kontroverses Wort zu verwenden, von dem man vorher nicht wusste wie man das auslegen kann (gutes Beispiel glaube ich Lügenpresse, was garantiert einigen so vorher nicht bewusst war), dann sollte man so groß sein und erkennen...okay, wusste ich nicht, mache ich nicht mehr...und nicht etwa in diese Relativierungsrethorik verfallen oder gar so zu tun als wenn man in seiner Meinungsfreiheit beschnitten würde.
Wollte ich nur mal einwerfen, nun streitet weiter. :wink:
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billy coen 80
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Re: Feminist Frequency - Anita Sarkeesian plant weitere Form
Nö, keine Lust, weiter zu streiten...
Dass meine Aussage stark überspitzt war, war mir von Anfang an klar. Ich habe es auch mehr deshalb so stark überzeichnet, um ein Wenig die auch nicht zu leugnende Intention zu demaskieren, die auf der anderen Seite zumeist dahintersteckt, wenn einige ständig mit erhobenem Zeigefinger auf solche Begriffe verweisen und von da ab fast nur noch darauf herumreiten und sich jeder darüber hinausgehenden Diskussion verweigern.
Ansonsten bin ich auch kein Freund, bekannt konnotierter Vokabeln und versuche sie selbst, ich denke durchaus erfolgreich, zu meiden. Wenn sie mir bei anderen auffallen, gehe ich aber meist, zuerst noch, darüber hinweg und versuche ihren Argumenten mit Gegenargumenten zu begegnen, weil nach meiner Erfahrung das Heraussezieren von Naziwörtern auch das Ende jeder brauchbaren Diskussion einleitet. Darum hebe ich mir sowas immer für den Punkt auf, an dem ich merke, dass jeder Diskussionsversuch bereits gescheitert ist.
Dass meine Aussage stark überspitzt war, war mir von Anfang an klar. Ich habe es auch mehr deshalb so stark überzeichnet, um ein Wenig die auch nicht zu leugnende Intention zu demaskieren, die auf der anderen Seite zumeist dahintersteckt, wenn einige ständig mit erhobenem Zeigefinger auf solche Begriffe verweisen und von da ab fast nur noch darauf herumreiten und sich jeder darüber hinausgehenden Diskussion verweigern.
Ansonsten bin ich auch kein Freund, bekannt konnotierter Vokabeln und versuche sie selbst, ich denke durchaus erfolgreich, zu meiden. Wenn sie mir bei anderen auffallen, gehe ich aber meist, zuerst noch, darüber hinweg und versuche ihren Argumenten mit Gegenargumenten zu begegnen, weil nach meiner Erfahrung das Heraussezieren von Naziwörtern auch das Ende jeder brauchbaren Diskussion einleitet. Darum hebe ich mir sowas immer für den Punkt auf, an dem ich merke, dass jeder Diskussionsversuch bereits gescheitert ist.
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Plor
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Re: Feminist Frequency - Anita Sarkeesian plant weitere Form
Ich bin ein männlicher Gamer und habe mich nie von Sarkeesian als Sexist verunglimpft gesehen. Meiner Meinung nach gibt es in ihren Videos nicht einmal ansatzweise einen Hinweis darauf, dass sie das so sehen oder gar öffentlich verbreiten würde. Ich glaube auch nicht an diese "Gamer vs. Feministinnen" Dichotomie. Es gibt mehr als genug Spieler, die die Thesen von Feminist Frequency plausibel finden, es gibt Gamer, die Fans der Reihe sind, ebenso wie es Gamer gibt, die diese differenziert kritisieren, ohne gleich in Gamergate-Rage zu verfallen. Dieses Narrativ, dass sich DIE Gamer die Anschuldigung von Sarkeesian nicht gefallen lassen würden, kommt aus dem Gamergate-Lager und spiegelt einfach nicht die Realität wider.TherealMorrich hat geschrieben:
Der Aufreger ist, dass sie in ihren Videos teilweise völlig falsche Behauptungen und Anschuldigungen ausspricht und diese mit teils gestellten Spielszenen zu untermauern versucht.
Sie hat quasi jeden männlichen Spieler als "Frauenhasser" diffamiert. Dass sich die Spieler das nicht gefallen lassen (erst recht nicht auf der Grundlage von ihr selbst konstruierter, absurder Spielszenen) ist mehr als verständlich.
Unter anderem um dieses Narrativ aufrechtzuerhalten mussten die Gamergater deswegen ja auch zu einem ziemlich merkwürdigen Taschenspielertrick zurückgreifen, um einfach mal 90% der enthusiastischen Gamer aus der Szene auszugrenzen, nämlich die Spielejournalisten. Dieses vorgeschobene "Ethics in Game Journalism" ist letzten Endes auch nichts anderes als der Versuch die Dichotomie "Gamer vs. Feministinnen" um die Dichotomie "Gamer vs. Spielejournalisten" zu erweitern. Frei nach dem Motto "Wer Gamer ist, bestimme ich" werden einfach alle, die nichts mit Gamergate zu tun haben wollen zu Nicht-Spielern erklärt: Videospieljournalisten, Menschen die sich wissenschaftlich mit Videospielen auseinandersetzen, Entwickler die sich auf die Seite Sarkeesians schlagen etc. pp. Im Grunde genommen nichts anderes als das undifferenzierte "Lügenpresse!"-Geblöke aus dem Pegida-Lager.
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johndoe1044785
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Re: Feminist Frequency - Anita Sarkeesian plant weitere Form
danke für diesen beitrag plor. hoffnung stirbt also doch zuletzt.
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Fiddlejam
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Re: Feminist Frequency - Anita Sarkeesian plant weitere Form
Das schöne am Tone-Policing ist ja, dass es immer nur auf Personen angewendet wird, wenn es angeblich gegen deren Philosophie verstoßen würde. Statt zumindest von vornherein zu sagen "Wir sollten ALLE aufhören, uns gegenseitig zu beleidigen", ist es also immer konditional: Wenn du für Toleranz bist, musst du dies und das tun... aber dass der ganze Rest des Threads voll ist von Kommentaren wie "kann der ihre Hackfresse nicht mehr sehen", interessiert in dem Moment keinen.Temeter hat geschrieben:Dein Mangel an Verständnis und Empathie ist ziemlich beeindruckend für jemanden, der sich angeblich für die Rechte anderer einsetzt.
Man verzeihe mir, dass ich, wenn man fast ein halbes Jahr später immer noch die Argumente hört, die schon am ersten Tag als falsch bewiesen wurden, nicht mehr von "diskussions- und kritikwürdigen Behauptungen" spreche. Fakt ist nämlich, mittlerweile lässt sich das längst nicht mehr mit versehentlicher Unwissenheit entschuldigen, sondern nur mit willentlicher, um nicht zu sagen bösartiger Ignoranz.billy coen 80 hat geschrieben:Weil es wenig Spaß macht, mit Leuten zu „diskutieren“, die in ihren Antworten auf Aussagen und Meinungen anderer Begriffe wie „Schwachsinn“ und „Blödsinn“ als rhetorisches Standardrepertoire vor sich herführen
Wer heute noch eines der GamerGate-Lieblingsargumente vorbringt, spielt von vornherein auf die Unwissenheit seines Publikums und hofft, dass ja keiner nachforscht.
Der größte Faux Pas "der Mitte" ist, dass sie sich einbildet, in allen Dingen existieren zu müssen. "Moderate" bilden sich ein, dass in jedem Ding zwei absolute, und absolut gleichwertige, Extreme existieren und alles gut ist, solange man nur die Mitte dazwischen trifft.etwa in deinen auf der einen Seite lobhudelnden und der anderen Seite herablassenden Ausführungen zu Feminismus und Maskulinismus, wieder nicht gelungen ist.
Der zweitgrößte Faux Pas der Mitte ist es, dann noch zu glauben, die wirklich mittigen würden die Mehrheit ausmachen; wenn in Wahrheit die meisten Menschen eben doch in die eine oder andere Richtung tendieren. (Was sich aus ersterem bedingt, weil, wenn es nun mal keine wirklich mittlere Position gibt, sie auch keiner haben kann. Ich kann z.B. nicht "mittig" bezüglich Schwulenehe stehen. Entweder ich bin dafür oder ich bin dagegen. Schon wenn ich sage "ja, aber mit Einschränkungen", beweist das einen Drang in die Gegenrichtung.)
Sicherlich gibt es vernünftige Menschen, die gegen Sexismen, die Männer erleben, kämpfen. Diese Leute bezeichnen sich, wenn sie vernünftig sind, als Feministen, oder, wenn sie unvernünftig sind, bilden sich ein, sie wären in der Männerrechtsbewegung gut aufgehoben, auch wenn diese in der Mehrheit von Leuten vertreten und repräsentiert wird, die ganz andere Ansichten vertreten.
Sicherlich gibt es in GamerGate vernünftige, die sich tatsächlich um "ethics in game journalism" scheren und nicht nur billiges Feministen-Gebashe. Aber erneut, das macht es nicht weniger idiotisch, sich einzubilden, als Teil einer Bewegung etwas zu bewegen, in der sowohl der Mehrheit der Stimmen als auch die lautesten in eine ganz andere Richtung rufen.
Nur dass man vielleicht in dem Moment sehen sollte, dass, im Gegensatz zu "Die Juden kontrollieren die Welt", die Idee dass Frauen gleichwertig zu Männern sind keine konstruierte, gepflanzte Idee ist; sondern was übrig bleibt, wenn man eine eben solche konstruierte, gepflanzte Idee, dass nämlich Frauen NICHT gleichwertig sind, aufbricht.Die Gesellschaft oder das Denken der Menschen zu konditionieren ist immer die Grundhaltung totalitär eingestellter Demagogen gewesen, die an einem Gesellschaftsdiskurs nicht das geringste Interesse hatten, sondern nur am Durchsetzen ihrer verdrehten Weltanschauungen.
Wer ernsthaft meint, letzteres wäre die Natur der Dinge und nicht etwa gesellschaftliche Konditionierung, der sollte seine Beziehung zur Realität noch einmal überdenken.
Das steht jetzt irgendwie in keinem Zusammenhang zum Rest der Diskussion, aber ich finde, es wäre der Hinweis angebracht das bisher JEDE Gesellschaftsform mit Gewalt durchgesetzt und erhalten wurde.Ich selbst stehe gesellschafts- und wirtschaftspolitisch eher links. Dennoch verwehre ich mich des Grundgedankens einer sozialistischen Revolution, weil meines Erachtens nichts langfristig im Frieden funktionieren kann, was einer Gesellschaft zuvor im Kampf aufoktroyiert worden ist.
Hervorragend gesagt!Plor hat geschrieben:Dieses Narrativ, dass sich DIE Gamer die Anschuldigung von Sarkeesian nicht gefallen lassen würden, kommt aus dem Gamergate-Lager und spiegelt einfach nicht die Realität wider.
[...]
Frei nach dem Motto "Wer Gamer ist, bestimme ich" werden einfach alle, die nichts mit Gamergate zu tun haben wollen zu Nicht-Spielern erklärt: [...]
- sabienchen.banned
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Re: Feminist Frequency - Anita Sarkeesian plant weitere Form
"Plor" und der "Fidel Jam"
Ick mag oik beide... immer gern :wink:
"That's not fucking gaming culture, that's shitty people culture"
https://www.youtube.com/watch?v=UwTjHXiN4qw#t=38m43s
Ick mag oik beide... immer gern :wink:
"That's not fucking gaming culture, that's shitty people culture"
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billy coen 80
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Re: Feminist Frequency - Anita Sarkeesian plant weitere Form
Das ist so, wie du es hier rüberbringst, exakt das, was du schon mehrfach über die Meinungen anderer hier hast verlauten lassen. Ich erwähnte die Worte bereits…Fiddlejam hat geschrieben:Das steht jetzt irgendwie in keinem Zusammenhang zum Rest der Diskussion, aber ich finde, es wäre der Hinweis angebracht das bisher JEDE Gesellschaftsform mit Gewalt durchgesetzt und erhalten wurde.
Alleine schon die Loslösung der westlichen Gesellschaft vom religiösen Dogmatismus wurde nicht gewaltsam erzwungen. Es war ein schleichender Prozess der Aufklärung, der eine Ideologie verdrängte, welche höchstselbst mittels Verbots des freien Denkens und gegebenenfalls auch mittels brutaler Gewalt manifestiert und über viele Jahrhunderte hinweg gegen alle ihr gefährlich werdenden Strömungen verteidigt wurde.
Mein Beispiel mit dem Linkssein sollte im Übrigen nur verdeutlichen, was ich mit dem sich selbst Hinterfragen meinte. Ich habe meine Ansichten, versuche mich aber von extremistisch angehauchten Ideologismen fernzuhalten, alleine schon, weil einem die Geschichte zu deutlich aufzeigt, wohin so etwas in aller Regel führt.
Und natürlich klingt „Gleichberechtigung von Frauen“ nicht verwerflich, schon gar nicht im Vergleich zu „wir werden diese Pest rücksichtslos ausrotten“. Ich glaube auch nicht wirklich an tiefgreifende, negative Entwicklungen, die die hier von dir vertretene Ideologie langfristig mit sich bringen wird. Da will ich nicht übergebührlich den Teufel an die Wand malen.
Wenn man aber sieht, dass da etwa Leute unter der Bezeichnung Profx steuerlich finanziert an deutschen Universitäten „Arbeit“ leisten, die mit Wissenschaftlichkeit nun wirklich nicht das Geringste zu tun hat, sondern stattdessen einen merkwürdigen, entsexualisierten Sprachenkodex erfinden, welchen zu nutzen sie von jedem verlangen, um überhaupt mit ihnen in Kontakt treten zu können (was gleich eindrucksvoll die Diskussionsbereitschaft demonstriert), ganz nebenbei noch in Bloggs öffentlich zur aktiven Störung von Vorlesungen animieren, in denen „falsche Lehren“ oder Lehren auf „falsche Weise“ vermittelt werden (gemeint sind dabei Vorlesungen zu staatlich anerkannten Wissenschaften) und dies alles von der Leitung geduldet und regierungsseitig sogar noch gefördert wird, sieht man doch schon, dass auch eine vordergründig positiv konnotierte Ideologie schnell bedenkliche Entwicklungen annehmen kann. Das hat mit Gleichberechtigung nichts mehr zu tun, sondern ist einfach nur noch Gedanken- und Sprachpolizei.
Nun könnte man das alles als unbedeutenden Popanz einiger spleeniger Typen abtun, aber unter dem Gesichtspunkt dieser Öffentlichkeit und des daraus bezogenen Einflusses, finde ich, bekommt das schon eine gewisse Qualität, welche nicht in der Art verniedlicht werden kann.
Deine Ausführungen zu den ach so selbstgerechten Leuten in der „Mitte“ müssen, glaub ich, nicht weiter kommentiert werden. Die sprechen wohl bei jedem klar denkenden Leser für sich selbst. Klar, extreme Positionierungen sind natürlich immer so viel förderlicher als der Versuch einer gewissen Objektivität. Und die extrem Positionierten stehen natürlich überhaupt nicht im Verdacht der Selbstgerechtigkeit und Selbsgefälligkeit, wie man aus deinen Kommentaren ja herauslesen kann…
- Wulgaru
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Re: Feminist Frequency - Anita Sarkeesian plant weitere Form
Wieder mal ein Einwurf von der Seite. Auch hier bin ich ganz bei dir. Gender Mainstreaming in dieser extremen Form ist relativ albern und lebensfremd, aber man sollte nicht so tun als wenn dies jetzt etwas wäre was die Geisteswissenschaften kapert. Es gibt an jeder Uni mit einem relevantem geisteswissenschaftlichen Bereich natürlich auch Feminismusforschung und auch hier gibt es unterschiedliche Strömung. Dieses von dir gemalte Extrembeispiel ist eben genau das. Überhaupt zeichnet sich ja gerade dadurch der deutsche Unidiskurs aus, das es von Uni zu Uni von Stadt zu Stadt immer unterschiedliche Schulen und Strömungen gab, die untereinander heiß diskutiert haben. Nur als Stichwort das was man klassisch als Frankfurter Schule bezeichnet und weiß Gott nicht von der gesamten Sozialwissenschaft übernommen wird oder im Kontrast dazu die Statistikfreaks aus Mannheim.billy coen 80 hat geschrieben: Wenn man aber sieht, dass da etwa Leute unter der Bezeichnung Profx steuerlich finanziert an deutschen Universitäten „Arbeit“ leisten, die mit Wissenschaftlichkeit nun wirklich nicht das Geringste zu tun hat, sondern stattdessen einen merkwürdigen, entsexualisierten Sprachenkodex erfinden, welchen zu nutzen sie von jedem verlangen, um überhaupt mit ihnen in Kontakt treten zu können (was gleich eindrucksvoll die Diskussionsbereitschaft demonstriert), ganz nebenbei noch in Bloggs öffentlich zur aktiven Störung von Vorlesungen animieren, in denen „falsche Lehren“ oder Lehren auf „falsche Weise“ vermittelt werden (gemeint sind dabei Vorlesungen zu staatlich anerkannten Wissenschaften) und dies alles von der Leitung geduldet und regierungsseitig sogar noch gefördert wird, sieht man doch schon, dass auch eine vordergründig positiv konnotierte Ideologie schnell bedenkliche Entwicklungen annehmen kann. Das hat mit Gleichberechtigung nichts mehr zu tun, sondern ist einfach nur noch Gedanken- und Sprachpolizei.
Was ich damit sagen will, ist das dieses Beispiel eine Art vollständige Übernahme der deutschen Forschung in diesem Feld suggeriert was schlicht nicht zutrifft und längst nicht die "Gefahr" ist als die es immer dargestellt wird in solchen Diskussionen. Ähnlich wie übrigens umgekehrt nicht die Welt zusammenbricht wenn irgendeine Firma sich mal an der Finanzierung eines Studienganges beteiligt.
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Re: Feminist Frequency - Anita Sarkeesian plant weitere Form
Oh, das Video ist also wieder online. Schaue ich mir in Kürze dann auch zur Gänze an.sabienchen hat geschrieben:"Plor" und der "Fidel Jam"
Ick mag oik beide... immer gern :wink:
"That's not fucking gaming culture, that's shitty people culture"
https://www.youtube.com/watch?v=UwTjHXiN4qw#t=38m43s
Zuletzt geändert von Gast am 02.02.2015 13:03, insgesamt 1-mal geändert.
- SethSteiner
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Re: Feminist Frequency - Anita Sarkeesian plant weitere Form
Kampfbegriffe zu vermeiden wäre schon schön aber eine Abgrenzung muss nichts desto trotz verfolgen. Jemand der sich Feminist nennt, gleichzeitig aber nur zu gern unredliche Mittel nutzt um seine Position zu stärken, ist nicht mehr moderat. Entspechend ist hier Sarkeesian ganz klar als Radikal zu bezeichnen, eben um sie von den Feministen abzugrenzen, die sich mit ihr überhaupt nicht identifizieren und ihre Methoden ablehnen.Fiddlejam hat geschrieben:Dann wäre es vielleicht mal ganz angebracht, sie ohne die Worte "Feminazi", "Radikalfeminist", "SJW", "Scam Artist" und dergleichen zu führen.
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billy coen 80
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Re: Feminist Frequency - Anita Sarkeesian plant weitere Form
Ah sorry, Wulgaru. War nicht meine Absicht, das so klingen zu lassen. Dachte, das hätte ich mit meiner Aussage, dass ich nicht wirklich an eine tiefgreifende negative soziale Beeinflussung seitens extremerer Ströme des Feminismus glaube, erschlagen. Hmmm... wohl nicht...
Ich habe es wirklich nur als Einzelbeispiel angeführt, um aufzuzeigen, dass auch, selbst objektiv betrachtet, im Ursprung gut gemeinte Ideologien immer auch gewisse Auswüchse haben können. Diese gilt es zu hinterfragen und ggf. abzustellen, denn was passiert, sollte so etwas tatsächlich stärker um sich greifen (wie gesagt: halte ich für unwahrscheinlich), zeigt die Geschichte anhand vieler Beispiele, was da am Ende bei rumkommen kann.
Hoffe das hat zu besserem Verständnis bzgl. meiner Intention beigetragen...
Ich habe es wirklich nur als Einzelbeispiel angeführt, um aufzuzeigen, dass auch, selbst objektiv betrachtet, im Ursprung gut gemeinte Ideologien immer auch gewisse Auswüchse haben können. Diese gilt es zu hinterfragen und ggf. abzustellen, denn was passiert, sollte so etwas tatsächlich stärker um sich greifen (wie gesagt: halte ich für unwahrscheinlich), zeigt die Geschichte anhand vieler Beispiele, was da am Ende bei rumkommen kann.
Hoffe das hat zu besserem Verständnis bzgl. meiner Intention beigetragen...
- Wulgaru
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Re: Feminist Frequency - Anita Sarkeesian plant weitere Form
Ich denke das ist auch das Problem an dieser Art von Diskussion. Man muss immer sagen xy IST SO, es gibt da wenig Graustufen, gerade wenn man versucht auf jemanden zu antworten der ne rote Linie in den Sand zieht, muss man natürlich mit halbwegs gleichwertigem Kaliber zurückkommen usw.billy coen 80 hat geschrieben:Ah sorry, Wulgaru. War nicht meine Absicht, das so klingen zu lassen. Dachte, das hätte ich mit meiner Aussage, dass ich nicht wirklich an eine tiefgreifende negative soziale Beeinflussung seitens extremerer Ströme des Feminismus glaube, erschlagen. Hmmm... wohl nicht...![]()
Ich habe es wirklich nur als Einzelbeispiel angeführt, um aufzuzeigen, dass auch, selbst objektiv betrachtet, im Ursprung gut gemeinte Ideologien immer auch gewisse Auswüchse haben können. Diese gilt es zu hinterfragen und ggf. abzustellen, denn was passiert, sollte so etwas tatsächlich stärker um sich greifen (wie gesagt: halte ich für unwahrscheinlich), zeigt die Geschichte anhand vieler Beispiele, was da am Ende bei rumkommen kann.
Hoffe das hat zu besserem Verständnis bzgl. meiner Intention beigetragen...
Ich persönlich habe in meinem Bachelorstudium beispielsweise mal ein Gender Mainstreamingseminar besucht, tatsächlich in der Erwartung in jedem Falle zumindest Comedy zu bekommen, war dann aber überrascht, weil sich dahinter dann eher eine offene Diskussion über Sprache und Sprachkultur verbarg, die wenig mit Student_IN oder dergleichen Sprachlustigkeiten zu tun hatte. Auf der anderen Seite habe ich auch die gleichen Dinge über sowas gehört bzw. weiß das solche Seminare stellenweise so sind, wie in deinem Beispiel.
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billy coen 80
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Re: Feminist Frequency - Anita Sarkeesian plant weitere Form
Das ist eine Analyse, die ich voll unterschreiben kann. Finde ich auch schade, dass das irgendwie immer sehr schnell so abläuft und man, was ja eigentlich das schlimmste daran ist, sich bisweilen, beim Bestreben, sich von manchen extremen Aussagen zu distanzieren, plötzlich argumentativ in einem Lager wiederfindet, mit welchem man eigentlich genauso wenig zu tun haben möchte, was einen schnell vor Mitduskutanten und ein Stück weit auch vor sich selbst in Erklärungsnot bringt...Wulgaru hat geschrieben:Ich denke das ist auch das Problem an dieser Art von Diskussion. Man muss immer sagen xy IST SO, es gibt da wenig Graustufen, gerade wenn man versucht auf jemanden zu antworten der ne rote Linie in den Sand zieht, muss man natürlich mit halbwegs gleichwertigem Kaliber zurückkommen usw.
Von sehr gut und sinnvoll abgelaufenen Gender-Studies-Veranstaltungen habe ich, auch hier im Forum, schon einiges gehört. So etwas finde ich auch begrüßenswert und denke auch, dass das tatsächlich die Mehrheit solcher Seminare darstellen dürfte. In solcher Umsetzung halte ich das auch für wirklich förderlich, weil es allen die Möglichkeit gibt, auch andere Standpunkte kennenzulernen und zu überlegen, was man davon für sich selbst mitnehmen könnte.
