Ich sage jetzt nicht das du den Begriff Gleichberechtigung falsch definierst, aber ich halte sie irgendwie für zu eng gedacht. Meine Vorstellung von Gleichberechtigung ist auch das jeder alles sein kann, wie in diesem Falle eben Uma Thurman als Actionheld. Das gab es früher eben gar nicht, Frauen waren selten überhaupt tragende Rollen und noch länger nicht in der Lage Actionrollen zu besetzen.Wigggenz hat geschrieben:Dadurch ordnest du den verschiedenen Geschlechtern fest ihre vorbestimmten Eigenschaften zu.Wulgaru hat geschrieben: Man erzählt durch die Wahl der Geschlechter auch potentiell andere Geschichten, wie gesagt...völlige Beliebigkeit ist für meine Begriffe kein Ziel der Gleichberechtigung und ich glaube so eine krasse Minderheitenmeinung vertrete ich damit nicht. :wink:
Eine "völlig gleichberechtigte" These würde lauten: man kann mit Protagonisten u. Antagonisten jeden Geschlechts potentiell jede Geschichte erzählen.
Gleichheit führt nunmal zur weitgehenden Austauschbarkeit.
Natürlich kann nur eine Frau schwanger sein und ihr ungeborenes Kind vermeintlich verloren haben, und nur ein Mann kann als biologischer Vater herhalten, aber ähnlich interessante familiäre Prämissen (z.B. Sohn vs Vater bzw. Großvater seines Kindes) sind auch mit einem Mann denkbar, zumal ein Vater genau wie eine Mutter Schmerz über ein anscheinend gestorbenes Kind glaubwürdig empfinden und darstellen kann und außerdem das Herzstück eines Rachefilms ja nicht die Prämisse im Detail (meistens handelt es sich da ja um die tote Familie), sondern der Rachefeldzug als solcher ist .
Das bedeutet aber eben keine Austauschbarkeit, weil eine Frau und ein Mann nicht identisch geschrieben werden können, wenn sich ein Filmemacher oder auch jeder andere erzählende Künstler nicht lächerlich machen will. Uma Thurman ist nicht Jason Statham weder allgemein noch im besonderen. Besetzt du eine Rolle mit einem der beiden wird es eine Uma Thurman-Figur die nicht beliebig mit Jason Statham austauschbar ist, weil beide eine völlig andere Art haben wenn es zum Beispiel um Humor geht. Dein Anspruch an Gleichberechtigung scheitert schlicht an der Realität. Wenn Jason Statham der Bräutigam ist, musst du eine andere Geschichte erzählen. Er ist nicht schwanger am Anfang, der Kontrast der ersten Szene der Hausfrau gegen die sich um ihr Kind beraubt fühlende Mutter geht nicht mit Statham usw. usw. das zieht sich nahezu durch jede Szene.
Ich sage nicht das es dann eventuell ein schlechterer Film wäre, nur eben nicht mehr Kill Bill und solche Gedankenspiele sind dann irgendwann ziemlich absurd.
