Für das Jahr 2014 vergebe ich zwei Goldene Himbeeren. Die erste geht an die Gamer, und zwar an SOLCHE, die in Foren wegen einer Frau austicken, die ihr legitimes Recht wahrnimmt, ein Video über das zu drehen, was sie beschäftigt. Auf dieser Welt gibt es soviele Kriegstreiber, Brunnenvergifter und Schänder, die uns das Leben zur Hölle machen, aber die "Visage der Sarkeesian" lässt einem austicken, tz, tz, tz. Ich persönlich möchte nicht mit Leuten über echte Aufreger im Kontext des Gamings wie EA und Activision quatschen, die solche Beiträge wie den zitierten schreiben.TherealMorrich hat geschrieben:Immer, wenn ich die Visage der Sarkeesian sehe, steigt in mir ein Aggressionsgefühl hoch... SOLCHE Menschen sind es, die immer mal wieder andere Menschen austicken und zu Amokläufern werden lassen.
Die zweite Goldene Himbeere geht selbstverständlich an die Game-Industrie des Jahres 2014*, das Wort "Next-Gen" kann ich nicht verwenden, ohne zu weinen, zu lachen oder zu kotzen. 2014 war für mich(zocke seit Space Invaders) das Jahr des Armageddons oder auch das des Dungeon Keepers, sorry für den pathetischen Stil. Aber ich weiss wenigstens, das ein Ende episch sein sollte
Irgendwie war doch das ganze Jahr wie Dungeon Keeper, jeder wollte dich ein wenig über den Tisch ziehen, auch wenn nicht immer in dieser dreisten Form wie EA oder Activision mit Destiny. Überall, zumindest fast, wurde uns bewusst das Minimum verkauft(um nicht zusagen ausgelootet, was das Minimum eigentlich ist), was auch Spiele betrifft, die ohne Patch nicht spielbar sind und auch Monate danach noch nicht technisch einwandfrei laufen. Welten werden trotz besser Hardware kleiner, 94 Features werden gegenüber dem Vorgänger gestrichen, Online Games haben beschissene Online-Features, Inhalte werden schamlos recycelt und weiterhin erspart man sich Animationen für ein Aufnehmen eines Schlüssels und einem Drehen in einem Schloss. Und irgendwie ist auch die Casualisierung(oder Himmelsrandisierung von DA) eine Methode, uns über den Tisch zu ziehen, zumindest die Leute, die eine immersive Erfahrung und spielerische und geistige Herausforderung von einem Spiel erwarten, was man (oft sogar gegenüber dem Vorgänger) verworfen hat, um möglichst vielen Zielgruppen in den Arsch zu kriechen.
F*** nochmal[hier könntet ihr euch ein Rant-GIF von Francis vorstellen]. Tatsächlich, ich zähle inzwischen auch zu denen, die die Statistik der nie gesehenen Enden erhöhen, dabei gehörte ich mal zu den Spinnern, die manche Games über zweitausend Stunden zockten und dabei dreissig mal das Ende sahen. Und jedes davon bezahlt hat, weil sich das so gehört.
Weil eure Spiele des Jahres 2014 Bullshit sind und nichts mit Next-Gen zu tun haben(musste der Versuchung widerstehen, das in Grossbuchstaben zu schreiben).
Ich habe dieses Jahr sogar bewusst viele Anfänge nie gesehen(von Destiny über Evil Within bis DA:I) und nur noch ein Spiel habe ich vorbestellt, was mich endgültig davon geheilt hat, es jemals wieder zu tun. Hingegen habe ich 2014 meine Freizeit überwiegend damit verbracht, alte Enden zum 31. und 32. Mal zu sehen, manche darunter aus dem letzten Jahrzehnt und das oft auf meiner XBox 360, statt auf meinem PC PC oder einer neuen Konsole.
Diese ganze Misere hat auch ihr Gutes, es hat mich dazu getrieben, einen Englisch-Kurs zu beginnen und morgen einen Kochkurs zu besuchen. Es bleibt die Enttäuschung eines altgedienten Zockers, der seinen Spieltrieb keinewegs verloren hat. Das Gaming könnte heute ein Medium sein, das sich mit dem Kino, FPS und Auflösung hin oder her, den Arsch abwischt, aber die Diskrepanz zwischen dem, was technisch und finanziell möglich wäre und dem, was geboten wird, ist so gross wie noch nie, von der Grafik übers Gameplay bis zur Vermittlung ener Story. Und das Schlimme daran ist, dass das bewusst geschieht, es ist nicht einfach nur schiere Unfähigkeit oder der Mangel an Ressourcen. Effektiv habe ich das Gefühl, vom Gros der Game-Industrie als Idiot betrachtet zu werden, von denen es genügend gibt, um ein paar davon als potentiellen Kunden verschmerzen zu können, weil die es nicht verstanden haben, wie innovativ das in Wirklichkeit alles ist.
Generell habe ich das Gefühl, dass viele Ressourcen verschwendet werden, um uns möglich professionell über den Tisch zu ziehen, statt einfach nur Spiele zu machen, die wirklich Next-Gen sind, hübsch, tief, breit, fett, intelligent. Ich verstehe das einfach nicht, dass zig Millionen in Werbekampagnen, Bullshots und Fake-Videos investiert werden, wenn die Nachricht, dass tatsächlich mal ein Next-Gen-Game auf dem Markt ist, bei dessen Kauf dich keiner über den Tisch ziehen möchte, in drei Minuten zweihundert mal gratis um die Welt gehen würde, bevor man es ebenso gratis in den Nachrichten und jedem Käsblatt erwähnen würde. Aber wie muss es einem an Urteilskraft mangeln, wenn man zig Millionen in die Werbung investiert, während man gleichzeitig Rant-Videos über Review-Blocks und noch mehr Rant-Videos über von DRM-Klagen überzogene Rant-Videos riskiert? Da denke ich dann nur, naja, ein weiteres "Game", mit dem man mich über den Tisch ziehen möchte.
*Ausgeschlossen einzelne Menschen, die tatsächlich ihr Bestes unter den gegebenen Umständen getan haben. Schon klar, dass manche richtig guten Leute wirklich zuwenig Ressourcen haben, um das tolle Spiel zu machen, das sie sich vorgestellt haben.

