Entwickler sprechen über das Frauenbild in Spielen und den Druck erfolgreich sein zu müssen

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maho76
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Re: Entwickler sprechen

Beitrag von maho76 »

es ist nicht nur das frauenbild was in spielen nicht passt, es ist einfach der fakt das gerade spiele oft unglaublich schlecht geschrieben sind, da ist das bild der Männer keinen deut besser und beides wird noch getoppt von der grottenschlechten 08/15-backgroundstory. 90% der spiele sind auf trashmoviefilmniveau, solange da nicht bessere schreiber rangelassen werden (ja, die wollen mehr Geld als der Azubi der das momentan macht, richtig ;) ) wird sich an keiner rolle und an keinem Charakter was ändern. auch bei Anita sieht man ja immer dass die 3 positiven Beispiele die sie immer aufführt die mit gut geschriebenem Drehbuch sind. das hat nix mit fragen über frauenbilder oder Sexismus oder Feminismus zu tun sondern schlicht mit ästhetischem/gutem schreiben, mehr nicht, das merkt die gute frau aber selbst bisher nicht (oder will es nicht sehen, kann ja auch sein, Feminismus ist medienwirksamer als eine allgemeine qualitätsdiskussion).
katzenjoghurt
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Re: Entwickler sprechen über das Frauenbild in Spielen und d

Beitrag von katzenjoghurt »

...und wieder Designer, die rumnölen, dass ihnen niemand 100 Millionen
für eine unerprobte Spielidee geben will, so dass sie ihre Träume umsetzen
können.

Liebe Frau Pratchett,
nimm einen Kredit bei der Bank auf, gründe Deine eigene Indie-Firma und
mach Dein Spiel so, wie Du es für richtig hältst. Auf eigenes Risiko.
Oder setz Dich hin und lern selbst coden und modeln.
Wenn's dann einschlägt, finden sich auch Geldgeber für die AAA Produktion.

Game Director spielen mit totaler Freiheit, die eigene ach so tolle Spielidee
umzusetzen, mit einem Riesenteam, das nur nach der eigenen Pfeife tanzt
und brav alles mitmacht und Dich noch auf Händen trägt... das sind
Kleinjungenträume.
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Sir Richfield
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Re: Entwickler sprechen

Beitrag von Sir Richfield »

maho76 hat geschrieben:das merkt die gute frau aber selbst bisher nicht (oder will es nicht sehen, kann ja auch sein, Feminismus ist medienwirksamer als eine allgemeine qualitätsdiskussion).
Wenn ich mich nicht völlig verhört habe und das richtig erinnere, dann sagte Rhianna das gegenüber TB. Das Problem sind die "Drehbücher" an sich, weniger die weiblichen Personen im speziellen.
Die Drehbücher hingegen haben handfeste geschäftliche und gesellschaftliche Probleme.
Es wurde ganz klar gesagt, dass man für ein Spiel mit einem weiblichen Protagonisten deutlich weniger Geld ausgeben will, weil: "Verkauft sich eh nicht so gut."
Klassische Selbsterfüllende Prophezeihung in dieser Branche. Fast so toll wie: Die Spiele, die wir nicht auf der WiiU anbieten, verkaufen sich eh nicht.

Wenn man Spiele mit weiblichen Protagonisten auf dieser Ebene schon mal gleich behandeln würde, dann wären "wir" einen Schritt weiter.
Aber das hätte ja was mit "Mut" zu tun und den hat die Branche nicht, auch weil der Kunde ihr den ausgetrieben hat.
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Sir Richfield
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Re: Entwickler sprechen über das Frauenbild in Spielen und d

Beitrag von Sir Richfield »

katzenjoghurt hat geschrieben:...und wieder Designer, die rumnölen, dass ihnen niemand 100 Millionen
für eine unerprobte Spielidee geben will, so dass sie ihre Träume umsetzen
können.
Frau Pratchett ist keine Spieledesignerin, dein Ausbruch ist fehlplatziert.
katzenjoghurt
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Re: Entwickler sprechen

Beitrag von katzenjoghurt »

maho76 hat geschrieben:... wird noch getoppt von der grottenschlechten 08/15-backgroundstory. 90% der spiele sind auf trashmoviefilmniveau, solange da nicht bessere schreiber rangelassen werden (ja, die wollen mehr Geld als der Azubi der das momentan macht, richtig ;) ) ...
Grad die Frau Pratchett ist doch Story-Schreiber.
Erinnert sich wer an die wahnsinnig ausgefeilte Story von Tomb Raider,
die sie geschrieben hat...?

Aber wahrscheinlich sind da dann auch andere Schuld...
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StandAloneComplex
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Re: Entwickler sprechen über das Frauenbild in Spielen und d

Beitrag von StandAloneComplex »

maho76 hat geschrieben:es ist nicht nur das frauenbild was in spielen nicht passt, es ist einfach der fakt das gerade spiele oft unglaublich schlecht geschrieben sind, da ist das bild der Männer keinen deut besser und beides wird noch getoppt von der grottenschlechten 08/15-backgroundstory. 90% der spiele sind auf trashmoviefilmniveau, solange da nicht bessere schreiber rangelassen werden (ja, die wollen mehr Geld als der Azubi der das momentan macht, richtig ;) ) wird sich an keiner rolle und an keinem Charakter was ändern.
Wollte gerade etwas ganz ähnliches schreiben, aber da du schneller warst, stimme ich einfach nur zu.
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Temeter 
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Re: Entwickler sprechen

Beitrag von Temeter  »

maho76 hat geschrieben:es ist nicht nur das frauenbild was in spielen nicht passt, es ist einfach der fakt das gerade spiele oft unglaublich schlecht geschrieben sind, da ist das bild der Männer keinen deut besser und beides wird noch getoppt von der grottenschlechten 08/15-backgroundstory.
Meinst du? Im Gegensatz zur dämlichen Überschrift (srsly, sowas von unnötig) gings in der Tat anscheinend um beide Geschlechterrollen. Pratchett erwähnt ja Männer, die für gewöhnlich ebenfalls in das übliche Korsett gezwängt werden.

Parallel gehts bei den standardisierten Rollen nicht mal so sehr um das Talent der Schreiber, als um die Panik der Publisher etwas anderem als den allersimpelsten Fokusgruppen-Tests zu folgen. Da spielen auch gesellschaftliche Dinge rein, wie unsere Unfähigkeit zu akzeptieren, dass Frauen ebenfalls brutal sein oder schwer verletzt werden können. Was schon mal allen Aktionspielen im weg steht.

Ich bezweifle mal, dass es die Autoren zumindest in den Rollen wirklich so Schuld dran sind. Schon bei Tomb Raider gab es nach den Bildern mit einer verletzten Lara Vorwürfe, der neue Teil würde Gewaltfetische befriedigen.
Zuletzt geändert von Temeter  am 27.11.2014 10:23, insgesamt 2-mal geändert.
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Sir Richfield
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Re: Entwickler sprechen

Beitrag von Sir Richfield »

katzenjoghurt hat geschrieben:Aber wahrscheinlich sind da dann auch andere Schuld...
Halb. Ich habe ein Gespräch von ihr mit Total Biscuit verlinkt, da spricht sie genau das an.
Dass es durchaus "Herausforderugen" dabei gibt, eine Geschichte in einem Videospiel zu erzählen.
Und damit sind die technischen Aspekte noch am wenigsten gemeint!
TB spricht sie da übrigens auch genau auf TR's Problem an: Gameplay And Story Segregation
Zuletzt geändert von Sir Richfield am 27.11.2014 10:22, insgesamt 1-mal geändert.
katzenjoghurt
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Re: Entwickler sprechen über das Frauenbild in Spielen und d

Beitrag von katzenjoghurt »

Sir Richfield hat geschrieben:
katzenjoghurt hat geschrieben:...und wieder Designer, die rumnölen, dass ihnen niemand 100 Millionen
für eine unerprobte Spielidee geben will, so dass sie ihre Träume umsetzen
können.
Frau Pratchett ist keine Spieledesignerin, dein Ausbruch ist fehlplatziert.
Ich schrieb nur Designer. Ist sie auch.
Narrative Designer. ;)
Ramino
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Re: Entwickler sprechen über das Frauenbild in Spielen und d

Beitrag von Ramino »

Also wenn das die einzigen Sorgen der Entwicklern sind wie das Frauenbild angeblich sein soll...
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Kumbao
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Re: Entwickler sprechen

Beitrag von Kumbao »

maho76 hat geschrieben:90% der spiele sind auf trashmoviefilmniveau, solange da nicht bessere schreiber rangelassen werden (ja, die wollen mehr Geld als der Azubi der das momentan macht, richtig ;)
Selbst das bringt nix. Call of Duty: Ghosts wurde von Stephen Gaghan geschrieben, der als Drehbuchautor immerhin die Scripts zu Traffic oder Syriana verfasst hat. Und trotzdem ist Ghosts storytechnisch Schwachsinn pur und auf dem Niveau der American Fighter Filme.
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Temeter 
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Re: Entwickler sprechen

Beitrag von Temeter  »

Kumbao hat geschrieben:
maho76 hat geschrieben:90% der spiele sind auf trashmoviefilmniveau, solange da nicht bessere schreiber rangelassen werden (ja, die wollen mehr Geld als der Azubi der das momentan macht, richtig ;)
Selbst das bringt nix. Call of Duty: Ghosts wurde von Stephen Gaghan geschrieben, der als Drehbuchautor immerhin die Scripts zu Traffic oder Syriana verfasst hat. Und trotzdem ist Ghosts storytechnisch Schwachsinn pur und auf dem Niveau der American Fighter Filme.
Das ist tatsächlich ein übliches Muster. Eigentlich talentierte Schreiber aus der Filmbranche kommen zu Spielen, und haben dann keinen Ahnung, wie man dort Geschichten erzählt. Gleichzeitig gibt es immer noch keine klaren Richtlinien, wie man nun narrative und gameplay kombiniert, also herscht praktisch konkurrenz zwischen Autoren und Designern.

Gerade in Aktionspielen ist das ein sehr reales Problem.
Isterio
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Re: Entwickler sprechen über das Frauenbild in Spielen und d

Beitrag von Isterio »

Isterio hat geschrieben:Hm, nicht gerade eine sehr interessante Neuigkeit, sorry.
Nicht gerade ein sehr interessanter Beitrag, sorry.

(Musste geschrieben werden, bevor es sonst jemand tut)

Nun, die Themen sind in der Tat schon bekannt und ich sehe jetzt nichts wirklich Neues in den Aussagen. Natürlich ist es so, dass der Spieler immer wieder in die gleichen Heldenrollen schlüpft. Meistens eben die genannten männlichen top Sportler mit braunen Haaren. Und Frauen sind halt meist nur sprechende Brüste.
Und dass eben alles auf den kleinsten Nenner heruntergeschraubt wird und jeder den "neusten" Trends hinterher jagt und alles sowieso vom Marketing und den Anzügen usw. festgeschrieben wird, ist eben auch so (bei grösseren Projekten). Daher finde ich es auch amüsant, dass man von diesen Spielen dann auch noch von Kunst spricht.

Aber wir viel zu alten Spieler mit anderen Präferenzen haben ja nun Kickstarter ... Solange zumindest dadurch ein paar Perlen entstehen, können die anderen rumsauen, wie sie möchten.

@Frauenfeindliche:
Minderwärtigkeitskomplexe oder was? Warum haben so viele Leute Angst vom anderen Geschlecht? Männer haben bei Ewigkeiten einen höheren Status. Das war so und ist so und ich sehe mich jetzt nicht durch solche News bedroht.
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Sir Richfield
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Re: Entwickler sprechen über das Frauenbild in Spielen und d

Beitrag von Sir Richfield »

katzenjoghurt hat geschrieben:Ich schrieb nur Designer. Ist sie auch.
Narrative Designer. ;)
Nein, sie ist Autorin (und Synchronsprecherin). Sie schreibt Geschichten.
Sie entwirft und entwickelt keine Spiele.
Weshalb deine Aufforderung, sie soll doch gefälligst ihr eigenes Spiel machen, irgendwie am Ziel vorbei geht.
Zumal sie wohl eher Auftragsschreiberin ist.

Davon abgesehen, die Dame wird die Scheibenwelt erben. Wenn sie der Meinung wäre, sie müsse der Welt unbedingt ein Spiel komplett nach ihren Vorstellungen "schenken", dann würde sie das tun.

Ich weiß allerdings nicht, warum man jetzt dermaßen rumpoltern muss, nur weil jemand aus der Branche mal mit dem Finger auf ein paar der Probleme der Branche zeigt?

Befürchtet jemand, dass CoD jetzt plötzlich eine tiefschürfende Geschichte mit interessanten Charakteren bekommt, nur weil jemand (zu recht) darauf hinweist, dass selten interessante Charaktere geschrieben werden?
-=Ramirez=-
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Re: Entwickler sprechen

Beitrag von -=Ramirez=- »

Sir Richfield hat geschrieben:...
Die Drehbücher hingegen haben handfeste geschäftliche und gesellschaftliche Probleme.
Es wurde ganz klar gesagt, dass man für ein Spiel mit einem weiblichen Protagonisten deutlich weniger Geld ausgeben will, weil: "Verkauft sich eh nicht so gut."
Klassische Selbsterfüllende Prophezeihung in dieser Branche...
Ja, weil The last of us, Beyond two Souls, Tomb Raider und die ganze Metroid Reihe ja auch totale Reinfälle waren, nicht wahr?

Entwickler und Schreiberlinge sind machnmal schon geil.