SectionOne hat geschrieben:arillo hat geschrieben:Geschlagen gehören einzig und allein die Leute bei Ubisoft.
Seh ich ganz und gar nicht so! Du kannst einem Konzern nicht vorwerfen eine Nachfrage zu bedienen. Das Problem hinter Microtransaktionen sind einzig und alleine die Spieler, die das Angebot nutzen! Und das es genug Spieler gibt, die bereit sind zusätzliches Geld abzudrücken hat sich schon vor Jahren gezeigt, als auf eBay Charaktere, Items oder Gold für diverse Onlinespiele zu Mondpreisen gekauft wurden.
Bedankt euch bei dieser Zielgruppe, denen haben wir das zu verdanken!
Ich denke, da liegst eher du falsch, aus folgendem Grund:
Nun ist AC zwar nicht gerade bekannt für forderndes Gamedesign, so dass im konkreten Beispiel der Einsatz von Mikrotransaktionen für Spieler, die nicht zum ersten Mal ein Gamepad in der Hand halten, tatsächlich relativ blödsinnig ist.
Aber wenn wir mal den konkreten Fall beiseite lassen und das Problem als ganzes betrachten wird schnell etwas anderes deutlich: Das dauernde Argument "DU brauchst es ja nicht zu kaufen" oder "Schuld ist nicht der Entwickler, sondern die Idioten, die es kaufen" funktioniert leider nicht. Denn es geht uns ja darum, dass wir von Mikrotransaktionen nicht in unserem Spielspaß beeinflusst werden wollen.
Nun liegt das Problem aber tiefer, als dass es lediglich mit "nicht kaufen" behoben werden könnte. Denn selbstverständlich sind Mikrotransaktionen nicht etwas, was an das fertige Spiel drangepappt wird. Stattdessen wird das Beim Design des Spiels gezielt so geplant, dass der Einsatz von Mikrotransaktionen 'attraktiv' erscheint. Man könnte zum Beispiel gezielt unfaire Stellen einbauen. Man könnte zum Beispiel zu wenig Währung/Ausrüstung erspielbar machen. Man könnte zum Beispiel bestimmte langwierige und langweilige Spielabschnitte einbauen oder übermäßig ausdehnen. Gibts da auch nen konkretes Beispiel für? Na klar: Diablo 3 mit seinem Aktionshaus. Zwar keine klassische Mikrotransaktionen in dem Sinne, dass die Items aus der Luft entstehen, aber Blizzard verdiente an jeder Auktion mit. Entsprechend war das Beutesystem kundenfeindlich ausgelegt und die Lösung hieß: Geh ins Auktionshaus.
Es stimmt also nicht, dass dich als Nicht-Käufer das Problem Mikrotransaktionen nichts angeht, oder dass die 'Zielgruppe' schuld wäre. Die Zielgruppe wird erst durch den Entwickler geschaffen, deren Spiele nicht mit der Frage "Was macht Spaß" im Hinterkopf design werden, sondern mit "Wie verkaufen wir Mikrotransaktionen".
Wer übrigens schon ein paar Jährchen spielt, der kennt Mikrotransaktionen noch unter einem anderen Namen: Cheatcodes. Damals waren die Gratis und waren seitenlang in jedem Heft abgedruckt oder im Netz zu finden. Mehr muss man eigentlich nicht sagen um zu sehen, was mit der Industrie seit ca. 10 Jahren falsch läuft.
Das Problem ist, daß viele gar keine Wahl haben. Kaufen oder nicht steht gar nicht zur Wahl, denke ich, wenn du 13 Jahre alt bist und der Hype deine Klassenkameraden erfasst hat. Dazu brauchst du Charakter, welcher aber einem so jungen Menschen oft noch fehlt. Die Werbung ist zu stark gegenüber der fragilen Psyche.
Und nicht nur das. Man unterschätzt, wie schnell eine Generation groß wird. Wer heute 20 kennt nichts anderes mehr als Steam, Kontenbindung, Microtransaktionen und DLC. Steam kam 2004. Ich erinnere mich noch daran, wie die Leute damals auf die Barrikaden gingen. Heute interessierts kein Schwein mehr (und ja, auch ich hab mich daran gewöhnt). Es hat also nicht unbedingt was mit Charakter zu tun, sondern mit Erziehung. Ein Großteil der Zielgruppe ist es gar nicht anders gewohnt als wie es heute läuft, entsprechend stellen sie die Zustände nicht in Frage.