sourcOr hat geschrieben:Nanimonai hat geschrieben:Liesel Weppen hat geschrieben:
Richtig, das Gehirn "berechnet" in dem Sinn keine Zwischenbilder, sondern es erkennt Bewegungen und führt diese logisch fort, auch wenn da keine Zwischenbilder sind.
Ist denn eine "logische Fortführung einer erkannten Bewegung" nicht nur eine andere Umschreibung für "Das Gehirn berechnet Zwischenbilder"?
Zwischen Ausgangspunkt "A" und Endpunkt "C" wird logisch "B" eingefügt. Wenn das Gehirn für "B" kein logisches Zwischenbild visualisieren kann, weil es auf keine Erfahrungswerte zurückgreifen kann, kommt es zu einer Irritation in der Wahrnehmung. Ist das nicht eigentlich der Hauptgrund, warum optische Täuschungen existieren und bei Menschen unterschiedlich funktionieren?
Dazwischen ist so ein Begriff, der ja eigentlich nicht wirklich zutreffend ist, wenn es dem Gehirn immer um die nachfolgenden Bilder geht. Aus der Welt kommt nach A das C und wenn C nicht einer ... Erwartung (?) B folgt, dann irritiert das. B gehört ja aber nicht zu dem was wir dann sehen, sondern ist eher eine Einstellung, um das darauf eintreffende C effektiver verarbeiten zu können.
Wenn ich sage, dass das Gehirn Zwischenbilder berechnet, dann würde das ja eher bedeuten, dass es Ergebnisse zurückhält, ein Bild dazwischenfügt und dann meinetwegen die drei Bilder raushaut.
Guter Einwand. Müssen wir mal genauer analysieren.
Physikalisch sieht das Auge nach dem A das C, ein B existiert ja real gar nicht.
Die Bilder müssen durch das Auge über den Sehnerv in unser Gehirn, dort werden sie dann gefiltert, in die verschiedenen Hirnregionen verteilt, analysiert und ergeben dann das bewusst wahrgenommene Bild. Dieser Prozess dauert seine Zeit, so bis zu 100 ms. In dieser Zeit wurden schon längst die nächsten Bilder über den Projektor gejagt. Das Gehirn vergleicht jetzt Bild A mit Bild C und "denkt" sich die Unterschiede zwischen den Bildern als Bewegung hinzu.
Einerseits wird also tatsächlich Information "zurückgehalten" (wobei das kein bewusstes Zurückhalten ist, sondern einfach der Umstand, dass das nächste Bild schon gesehen wurde, bevor das vorherige verarbeitet wurde), damit mehrere Fotos überhaupt als Bewegung erkannt werden.
Andererseits kann ich jetzt aber auch nicht genau sagen, ob da tatsächlich ein "Zwischenbild" erzeugt und irgendwo im Hirn abgelegt wird. Hmm, vermutlich nicht. Da unser Gehirn ja nichts neues erfinden kann, sondern alles irgendwie aus wahrgenommenen zusammensetzt, ist dieses "Zwischenbild erzeugen" wahrscheinlich wirklich nur ein reiner Denkprozess ohne konkretes Bild. Da müsste man wohl mal jemanden konkret fragen, der den Kram studiert hat und wirklicher Experte ist (Manfred Spitzer oder so). Ich bin da auch nur belesener Laie und kenne das aus der Medienwissenschaft.