AtzenMiro hat geschrieben:
Wieso gehst du davon aus, dass sich das Gehirn die notwendigen Zwischenbilder dazu denkt? Soweit ich weiß, ergänzt ein Gehirn zum Gesehenes insoweit, dass er es interpretieren kann.
Richtig, das Gehirn "berechnet" in dem Sinn keine Zwischenbilder, sondern es erkennt Bewegungen und führt diese logisch fort, auch wenn da keine Zwischenbilder sind.
AtzenMiro hat geschrieben:
Ansonsten wäre es ja auch nicht möglich, dass man einen Unterschied zwischen 30 und 60 FPS sieht.
Doch! 60fps ermöglichen eine genauere Interpretation der Bewegung. Interpretation ist dabei relativ, denn die beruht auf Erfahrung. Ändert sich eine Bewegung unerwartet, sieht man "Ruckler".
AtzenMiro hat geschrieben:Die Frage stellt sich in dem Fall nur, was wem mehr stört und warum. Jemandem, der vom PC aus es gewohnt ist fast durchgehend 60FPS minimum zu haben, dem werden einfach schon alleine aus Gewohnheit die 30FPS von Konsolen merkwürdig vorkommen, weil das Bildaufbau nur halb so schnell ist.
Nein! Der BildAUFBAU unterscheidet sich va. mit modernen LCDs schonmal gar nicht, die Zeiten haben wir hinter uns (Genau wegen dem AUFBAU aus Analogzeiten übrigens auch solche Verfahren wie "Interlaced", was total irrsinnig auf neuere Verfahren übernommen wurde, nur weils halt schon da war). Nur die Zeitspanne zwischen 2 Frames unterscheidet sich.
AtzenMiro hat geschrieben:
Auf der anderen Seite hat aber zum Beispiel doch der in 50Hz gedrehte Hobbit Film gezeigt, dass Leute, die an nur halb soviele Bilder gewohnt sind, es auf einmal tatsächlich komisch finden ein 50FPS Film zu sehen,
Spiel und Film ist nicht vergleichbar, weil Spiele pro Frame eine
absolute Momentaufnahme darstellen. Filme aber nicht. Ein Film weißt Motioblur auf, das tut er auch noch, wenn eine Videoaufnahme mit 48fps gemacht wird, auch wenn die Belichtungszeit eines Einzelbildes nicht die vollen ~20ms ausschöpft. Dabei ist Motionblur eine zusätzliche Hilfe für das Gehirn Bewegungen zu erkennen und eben genau deswegen flüssig zu interpretieren. Z.b. das Kompressionsformat MPEG2 (wie es auf DVD verwendet wurde) nutzt sogar Bewegungsvektoren für die Kompression.
AtzenMiro hat geschrieben:
Wenn du nun die Frage stellst, warum wir dann aber ab 30FPS trotzdem schon eine flüssige Bewegung wahrnehmen können, obwohl das Bild objektiv betrachtet nicht flüssig aufgebaut wird, dann ist die Antwort ganz einfach: wir nehmen keine flüssige Bewegung wahr, das Gehirn denkt sich auch nicht mehr Bilder dazu. Wir interpretieren es nur als eine Bewegung - nicht flüssig oder ruckelig, einfach nur eine Bewegung.
Genau so ist es, nur das du "Informationsquellen" unterschlägst.
AtzenMiro hat geschrieben:Habt ihr euch mal wirklich ältere Filme in 24FPS gedreht angeschaut?
Ja, mach ich laufend im Kino. Stört aber nicht. Auch bei diversen hier geposteten Vergleichsanimationen kann ich... zumindest eingebildet... einen Unterschied erkennen. Das ist aber zunächst erstmal recht subjektiv. Ob ich auch in einem Blindtest den Unterschied noch erkennen könnte, ist was ganz anderes. Zudem sind das statische Animationen, den Bewegungsablauf kennt man daher ohnehin im vorraus. In Spielen hab ich aber anderes zu tun, als darauf zu achten, mit wieviel fps die jetzt exakt laufen und ob das nun ruckelt oder nicht.