Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist ein gesellschaftliches Problem

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3nfant 7errible
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von 3nfant 7errible »

mr archer hat geschrieben:
Scipione hat geschrieben: wenn, WENN Anita Sarkeesian nicht rein zufällig eine Frau wäre, und manche Leute der ganzen Sache deshalb auch noch einen misogynen Hintergrund aufgezwungen hätten.
Na ja, in dem Zusammenhang von "aufzwingen" zu sprechen, halte ich mit Verlaub für den Euphemismus der Saison.
also wenn du damit auf geschlechtsspezifische Beleidungen anspielen möchtest, dazu hab ich mich in den anderen Threads schon oft genug geäussert.
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Wulgaru
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von Wulgaru »

Scipione hat geschrieben:
Wulgaru hat geschrieben:Gamer haben genug Klischees die an ihnen haften und wenn ich irgendeine Befürchtung habe ist es das Label frauenfeindlich was danach an uns haftet.
Die meisten, die sich mal kurz empören, regen sich morgen sowieso schon wieder über was ganz anderes auf. Ausserdem kann das kein Argument sein, dass man lieber nicht kritisieren sollte. Fuck, Foren und Co. sind Kommunikations- und Diskussionsplattformen. Es wäre schon ein Anfang und mit Sicherheit auch deeskalierend, wenn entsprechende Leute zu einem fairen Dialog bereit wären. Aber nein, dem entzieht man sich konsequent, möchte keine kritischen Fragen beantworten. Irgendwann nutzen sich die Entschuldigungen ab und Motivationen können ernsthaft hinterfragt werden.
Oh, ich rede nicht von Kritik. Ich habe Anita selbst von Anfang an kritisiert. Ich rede davon was darüber hinaus passiert ist, sich wiederholt hat, nicht aufgehört hat und immer kuriosere Blüten geschlagen hat.

Es geht doch schon lange nicht mehr um Kritik. Wäre Anita einfach nur kritisiert worden, hätte man genauso darüber berichtet, aber das wurde sie von Anfang an leider nicht. Auch Zoe Quinn wurde nicht einfach nur kritisiert, sie wurde fertiggemacht und auch viele andere Aspekte von Gamergate, diesem culture war und dergleichen haben doch nichts mit Inhalten zu tun die kritisiert werden, sondern funktionieren auf einer sehr viel oberflächlicheren und aggressiveren Ebene.

Wenn ich von außen darauf gucken würde, wie zum Beispiel die Sueddeutsche, wirft das kein gutes Licht auf uns als Gamer...nicht weil wir kritisiert haben sondern weil wir ausgerastet sind. Es steht in keinem Verhältnis mehr.
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sabienchen.banned
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von sabienchen.banned »

Usul hat geschrieben:Gutmensch wird ebenso nur von jenen verwendet, die es abschätzig und beleidigend meinen und sich damit über den Adressaten lustig machen wollen. Das hat mit Ironie nicht mehr viel zu tun. Ich kann auch grinsend "Arschloch" sagen und es als Ironie titulieren, was es aber nicht wahr macht.
Ich habe selber Probleme mit Ironie, aber du scheinst die definition von Ironie nicht zu kennen?
Und Gutmensch wurde nicht zu Unrecht beinahe "Unwort des Jahres" vor ein paar Jahren.
Im Wort Gutmensch liegt die Ironie, es ist aber eine Beleidigung.
Das Wort Arschloch ist 2 Sachen.
Das Afterloch und eben in Form einer eine Metapher als Beleidigung.

Ich persönlich kann mir keine Situation vorstellen in der Arschloch ironnisch verwendet werden kann.
Easy Lee
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von Easy Lee »

Folgendes Szenario - ganz einfach und in leicht verständlichen Bildern: Eine in Leder gekleidete Frau betritt einen Biker-Schuppen, bestellt sich erst mal einen Whiskey und scherzt mit den Kerlen herum. Wahrscheinlich die ultimative Anpassung ans andere Geschlecht und alles andere als ein schwaches Auftreten. Und keiner wird sie rausjagen. Kommt die gleiche Frau aber an, ignoriert den Dresscode und kackt den Ladenbesitzer an, weil sie keinen Smoothie bekommt und überhaupt hätte sich in diesem Laden einiges zu ändern - sie würde wahrscheinlich um ihr Leben rennen müssen und wenn sie zufällig Sarkeesian hieße, würde sie dabei rufen "Hilfe, hilfe - Sexismus!"
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mr archer
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von mr archer »

Scipione hat geschrieben: Fuck, Foren und Co. sind Kommunikations- und Diskussionsplattformen. Es wäre schon ein Anfang und mit Sicherheit auch deeskalierend, wenn entsprechende Leute zu einem fairen Dialog bereit wären.
Well, das gilt halt in beide Richtungen. Und bei aller Kritik an Anita Sarkeesian, die auch ich in Teilaspekten immer mal wieder geäußert habe - sie hat niemandem mit Vergewaltigung und Tod gedroht, niemanden persönlich beleidigt oder unflätig beschimpft.

Der Ton macht die Musik. Und man muss sich auch im Internet und in den Handy-Netzwerken unter dem Label "freie Kommunikation" nicht alles gefallen lassen, weiß Gott nicht. Jeder hat das Recht auf freie Meinungsäußerung. Bitte, gern. Jeder hat aber genauso das Recht, wegzuhören oder die Kommunikation zu verweigern. Wenn ich also tatsächlich an Meinungsaustausch interessiert wäre, dann würde ich dazu raten, das in einem gesitteten Ton zu versuchen.

Niemand ist gezwungen, sich mit Arschlöchern zu unterhalten.
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Melcor
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von Melcor »

mr archer hat geschrieben: Ein Vorschlag: wenn wir uns hier weiter ankacken wollen, dann liest bitte vorher jeder genau das, was der andere schreibt und diskutiert auch nur auf der Grundlage eben dieses Geschrieben, ja?
Na, dann nochmal deutlicher; mein Punkt von Anfang an war lediglich: Durch Geschlechterunterschiede ergeben sich auch diverse Unterschiede im Arbeitsbereich.Im Bereich der Bildung, besonders der akademischen, unterscheidet sich die Verteilung der Frauen sich enorm von der der Männer. Und nicht weil heutzutage junge Frauen von irgendjemanden in feste Rollen gesteckt werden, sondern einfach durch unterschiedliche Veranlagungen und Interessen. Daneben investieren Frauen in ähnlichen Gehaltspositionen im Schnitt weniger Arbeitsstunden pro Woche. Daraus ergibt sich ein geringeres Durschnittsgehalt. Ist dies nun eine Benachtteiligung aufgrund einer misogynen Arbeitswelt? Aufgrund unserer sexistischen Gesellschaft, die Frauen dazu zwingt in der Küche zu stehen und für die Familie zu sorgen? Wohl kaum. Der Gehaltunterschied ergibt sich aus der freien und persönlichen Entscheidung vieler Frauen, und wird anschließend als arbiträrer Beweis für nicht(mehr)existente Missstände verwendet.
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Usul
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von Usul »

sabienchen hat geschrieben:Ich habe selber Probleme mit Ironie, aber du scheinst die definition von Ironie nicht zu kennen?
Und Gutmensch wurde nicht zu Unrecht beinahe "Unwort des Jahres" vor ein paar Jahren.
Im Wort Gutmensch liegt die Ironie, es ist aber eine Beleidigung.
Das Wort Arschloch ist 2 Sachen.
Das Afterloch und eben in Form einer eine Metapher als Beleidigung.

Ich persönlich kann mir keine Situation vorstellen in der Arschloch ironnisch verwendet werden kann.
Mir ging es in erster Linie darum, dass Gutmensch oder SJW eben vor allem als Beleidigung verwendet werden, aber die Ironie dabei nicht das Entscheidende ist.
Was ist das Ironische etwa an "Gutmensch"? Dass man jemanden als guten Menschen bezeichnet, der es jedoch nicht ist. So wie, wenn ich " Sehr gut, jetzt habe ich mir das Bein gebrochen" sage, es eben nicht gut finde. Also ich sage etwas, meine aber mehr oder minder das Gegenteil dessen, was meine Worte ausdrücken.

Aber bei Gutmensch kommt jetzt eben diese Implikation ins Spiel, die ich ja ebenfalls kritisiert habe: es wird Gutmensch gesagt, aber nicht gemeint, dass der Adressat eigentlich ein schlechter Mensch ist. Sondern dass er eben übertrieben und betont gut ist... DAS ist das Perfide an der Sache für mich.
Wenn ich einen Schwerverbrecher als Gutmenschen bezeichnen würde, könnte man das ironisch auffassen. Aber wenn ich jemanden, der tatsächlich "gut" ist, als Gutmenschen bezeichne und das beleidigend meine, so ist das nicht ironisch.
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rainji
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von rainji »

Ich finde es interessant, wie sexistisch 4Players geworden ist und warum sie nurnoch stumpf irgendwelche News kopieren.

Es gibt einen Grund warum nur wenige Frauen programmieren und dieser ist: "NUR WENIG FRAUEN WOLLEN PROGRAMMIEREN". Überall wird in technischen Berufen versucht Frauen zu begeistern, sei es Frauentage, Bevorzugung bei Bewerbungen, Frauenquoten usw. Während meines Informatikstudiums konnte man die Anzahl der Frauen an einer Hand abzählen, aber nicht weil sie vertrieben oder sonstwie anders behandelt wurden. Sondern weil es einfach nur weniger Frauen interessiert. Gibt es Männertage?

Aber interessant, wie 4Players nur News über die ach so armen Frauen bringt, die überall bedroht werden und um ihr Leben fürchten müssen. Nicht so wie wir Männer, die Krone der Schöpfung. Warum wurde nicht über Boogie berichtet? Ist er euch zu dick? Ist er euch zu männlich? Ist er euch zu hässlich? Passt er nicht in euer Weltbild bzw. Profil? Warum wird nie über Männer berichtet, dehnen das gleiche passiert? Ich habe auch noch nie was von den Morddrohungrn an TotalBiscuit hier gelesen? Nicht hübsch genug? Zu männlich? Warum nie männliche Programmier dehnen das gleiche passiert?

Ich dachte nicht das 4Players sich wie ein dreckiges Klatsch und Mitläufermagazin präsentiert und den amerikanischen News so nacheifert. Sorry, aber die Probleme die hier so propagandiert werden, von dehnen sind alle betroffen unabhängig vom Aussehen und Geschlecht und dass sich 4Players zu nichts mehr zu billig ist, ist hiermit bewiesen. Bei so einer einseitigen Berichtserfassung will ich nicht wissen, wie tief die deutschen Spielemagazine im Korruptionssumpf tauchen.

Zum Feminismus: Feministen2.0 wollen nur eines, nicht das es Frauen besser geht, sondern Männern schlechter. Wäre ja zuviel verlangt, wenn man nur Chancengleichheit wollte und man sich gegenseitig mit Respekt behandelt.
Zuletzt geändert von rainji am 17.10.2014 12:48, insgesamt 2-mal geändert.
maho76
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von maho76 »

Und nicht weil heutzutage junge Frauen von irgendjemanden in feste Rollen gesteckt werden, sondern einfach durch unterschiedliche Veranlagungen und Interessen. Daneben investieren Frauen in ähnlichen Gehaltspositionen im Schnitt weniger Arbeitsstunden pro Woche. Daraus ergibt sich ein geringeres Durschnittsgehalt. Ist dies nun eine Benachtteiligung aufgrund einer misogynen Arbeitswelt? Aufgrund unserer sexistischen Gesellschaft, die Frauen dazu zwingt in der Küche zu stehen und für die Familie zu sorgen? Wohl kaum. Der Gehaltunterschied ergibt sich aus der freien und persönlichen Entscheidung vieler Frauen, und wird anschließend als arbiträrer Beweis für nicht(mehr)existente Missstände verwendet.
nee du, nach Ansicht insbesondere der Feministen ergibt sich das doch alles weil du als kindmädchen bereits durch die patriarchischen Verhältnisse genau dazu gedrängt wirst so zu denken und zu handeln, sozusagen Beeinflussung bereits im Mutterleib. weil eigentlich sind wir alle komplett leer und komplett gleich, es ist ausschliesslich die Erziehung die uns unterscheidet, und die ist natürlich vom Patriarchat gesteuert. musst du doch verstehen! ;)

mal im ernst: es gibt genug Beispiele (in buchhaltungsjobs gut zu vergleichen) in denen Frauen der exakt selben Tätigkeit nachgehen, genauso lange im betrieb sind, die gleiche Stundenzahl haben und trotzdem nur 3/4 von dem verdienen was ein mann mit dem exakt selben verdient. und das ist kein Einzelfall. früher wars die anerkannte regel, heute ist es aber immer noch erwähnenswert. ist also besser geworden, hat sich aber noch nicht erledigt.
Zuletzt geändert von maho76 am 17.10.2014 12:48, insgesamt 1-mal geändert.
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mr archer
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von mr archer »

Melcor hat geschrieben: Ist dies nun eine Benachtteiligung aufgrund einer misogynen Arbeitswelt? Aufgrund unserer sexistischen Gesellschaft, die Frauen dazu zwingt in der Küche zu stehen und für die Familie zu sorgen? Wohl kaum. Der Gehaltunterschied ergibt sich aus der freien und persönlichen Entscheidung vieler Frauen, und wird anschließend als arbiträrer Beweis für nicht(mehr)existente Missstände verwendet.
Das hängt davon ab. Wenn wir von einer Kommune oder Region reden, in der genügend finanziell erschwingliche Kinderkrippen- bzw. Kindergartenplätze zur Verfügung stehen, in der religiöse Institutionen kein aus der Vormoderne tradiertes Geschlechterverhältnis mehr als systemisch durchzudrücken versuchen, in der Firmen arbeitnehmerfreundliche Positionen zu Erziehungsjahr, familienbedingter Kurzarbeit usw. usw. haben - dann will ich Dir gern beipflichten.
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3nfant 7errible
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von 3nfant 7errible »

Wulgaru hat geschrieben:
Oh, ich rede nicht von Kritik. Ich habe Anita selbst von Anfang an kritisiert. Ich rede davon was darüber hinaus passiert ist, sich wiederholt hat, nicht aufgehört hat und immer kuriosere Blüten geschlagen hat.

Es geht doch schon lange nicht mehr um Kritik. Wäre Anita einfach nur kritisiert worden, hätte man genauso darüber berichtet, aber das wurde sie von Anfang an leider nicht. Auch Zoe Quinn wurde nicht einfach nur kritisiert, sie wurde fertiggemacht und auch viele andere Aspekte von Gamergate, diesem culture war und dergleichen haben doch nichts mit Inhalten zu tun die kritisiert werden, sondern funktionieren auf einer sehr viel oberflächlicheren und aggressiveren Ebene.

Wenn ich von außen darauf gucken würde, wie zum Beispiel die Sueddeutsche, wirft das kein gutes Licht auf uns als Gamer...nicht weil wir kritisiert haben sondern weil wir ausgerastet sind. Es steht in keinem Verhältnis mehr.
Hm ja, weil der Bericht in der Suddeutschen genauso einseitig ist, niemand hat sich die Mühe gemacht mal richtig zu recherchieren. Das war von Anfang an das ganze Problem, und es werden auch immer nur die Chaoten der einen Seite hervorgehoben. Schau doch mal bei Twitter unter dem Hashtag, da gibt es gerad mehr Gewalt- und Morddrohungen gegen pro GG Leute als andersrum. Gedoxxt, gehackt etc wurde auch von Anfang an von beiden Seiten, was aber auch nirgendwo erwähnt wird.
Von beiden Seiten gibt es Spinner, die mit fragwürdigen Methoden versuchen den anderen mundtot zu machen, aber das sollte niemanden davon abhalten abseits davon zu diskutieren.

mr archer hat geschrieben:
Scipione hat geschrieben: Fuck, Foren und Co. sind Kommunikations- und Diskussionsplattformen. Es wäre schon ein Anfang und mit Sicherheit auch deeskalierend, wenn entsprechende Leute zu einem fairen Dialog bereit wären.
Well, das gilt halt in beide Richtungen. Und bei aller Kritik an Anita Sarkeesian, die auch ich in Teilaspekten immer mal wieder geäußert habe - sie hat niemandem mit Vergewaltigung und Tod gedroht, niemanden persönlich beleidigt oder unflätig beschimpft.

Der Ton macht die Musik. Und man muss sich auch im Internet und in den Handy-Netzwerken unter dem Label "freie Kommunikation" nicht alles gefallen lassen, weiß Gott nicht. Jeder hat das Recht auf freie Meinungsäußerung. Bitte, gern. Jeder hat aber genauso das Recht, wegzuhören oder die Kommunikation zu verweigern. Wenn ich also tatsächlich an Meinungsaustausch interessiert wäre, dann würde ich dazu raten, das in einem gesitteten Ton zu versuchen.

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ich rede auch nicht vom Erlauben von Youtube Comments. Es gäbe aber zb die Möglichkeit einer geschlossenen Konferenzschaltung mit begrenzten ausgewählten Mitgliedern beider Seiten und einem neutralen Moderator. Es gäbe rein nichts was dagegen spräche, im Gegenteil. Es hätte nur positive Effekte. Vorausgesetzt natürlich, alle Beteiligten haben ein reines Gewissen und wirklich hehre Motive. Wenn man die nicht hat, tja, dann sollte man sich natürlich lieber keinen kritischen Fragen stellen :wink:
Zuletzt geändert von 3nfant 7errible am 17.10.2014 12:58, insgesamt 1-mal geändert.
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rainji
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von rainji »

Naja, Frauen passen (laut Medien) besser in die Opferrolle, darum wird auch lieber über sie berichtet. Sie stellen sich ja auch lieber öffentlich als Opfer da (siehe Anita). :wink:
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Lebensmittelspekulant
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von Lebensmittelspekulant »

Fiddlejam hat geschrieben: Konkret hast du dich da gewundert, warum hier all diese Artikel in so kurzem Abstand erschienen sind. Konkret meine Antwort darauf ist, dass das bei jeder Form von Journalismus ist, ob Sport, Politik, usw. News werden endlos voneinander und von den selben Quellen abgeschrieben. Und im Falle von aktuellen Kontroversen und Diskussionen sieht man halt auch diverse oftmals ähnliche Meinungskundgebungen zeitlich nah beieinander. So funktioniert Journalismus nun mal, da kann sich keiner leisten zu sagen "Oh, da haben die schon drüber geschrieben, na dann, ein andermal".
Ich hahe doch gesagt, daß Journalismus so funktioniert. Mir gefällt das aber trotzdem nicht. Nicht nur bei der Spielepresse, sondern eben auch ganz allgemein bei den Leitmedien. Da finde ich es sogar besonders schlimm, gerade wenn man einheitlich über Kriege berichtet. Hierbei geht es nicht nur um Nachrichtenartikel, sondern um Kolumnen, also Meinungen von Journalisten. Die "Gamers are dead"-Artikel waren Kolumnen, keine Nachrichten.
Pressefreiheit wird immer von Meinungsvielfalt bezeugt. Wenn jede Zeitung dieselbe Meinung abdruckt, dann gibt es diese Pressefreiheit nicht.
Fiddlejam hat geschrieben:Davon dass sich dadurch scheinbar alles wiederholt mag man meinen was man will, aber hinter so einer Selbsverständlichkeit wieder eine geplante Verschwörung zu sehen, ist halt die typische Paranoia auf der der ganze Müll aufbaut.
Ist in dem Fall ja keine Verschwörung mehr. Die Emailgruppe der angelsächsischen Journalisten wurde geleakt und veröffentlicht. Wir wissen, daß die sich absprechen. Wir wissen auch, daß eine gewisse Zahl an Journalisten Druck auf andere Journalisten ausgeübt haben, die sich nicht ihrer Linie fügen wollten.

Fiddlejam hat geschrieben:Und über SJW rege ich mich schon gar nicht mehr auf, weil ihr seht ja doch nicht ein, wie lächerlich ihr euch hier selbst macht wenn ihr diesen Begriff verwendet.
Einige von denen bezeichnen sich mittlerweile selber so. Warum sollte ich diesen Begriff also jetzt nicht auch verwenden dürfen?
Fiddlejam hat geschrieben:Schau, lass mich dir mal ganz einfach erklären, wie das mit den Schaffenden und den Konsumierenden in so ziemlich jedem Medium funktioniert:
Was richtig nervt, sind Leute die immer rufen "Könnte ich auch", weil, fuck you, wenn du es könntest, würdest du es machen. Das sind so die Leute die sich einbilden, dass sie mit ihrer krassen Idee eigentlich schon 90% des Prozesses abgeschlossen haben und sich einbilden, sie wären gute Autoren, weil sie ja hier voll die Idee für ein Buch haben. Erneut, fuck you. Wer in seinem ganzen Leben nichts zu Papier bringt, IST kein guter Autor, KANN kein guter Autor sein; sondern einfach nur irgendein Honk mit einer Idee.
Auf der anderen Seite haben wir das Extrem, dass die Schaffenden jedes mal wenn sie kritisiert werden rufen "Dann machts doch besser!". Das ist für mich irgendwie die Heuchelei des Jahrhunderts, weil als Schaffender sollte ich wissen, dass es eben nicht jeder kann. Soviel Elitarismus gehört dazu. Gleichzeitig bedeutet das im Umkehrschluss aber auch, dass ich die Bescheidenheit besitzen muss einzusehen, dass ich auf mein Publikum angewiesen bin; und dass ich es nicht selber besser machen können muss um zu sehen was kacke ist. Häuptlings-Indianer-Problem.
Es gibt feministische Musiker, Autoren, Regisseure und sonstige Künstler. Da wird es doch auch feministische Programmierer, Grafiker etc. geben.
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von muecke-the-lietz »

rainji hat geschrieben:Naja, Frauen passen (laut Medien) besser in die Opferrolle, darum wird auch lieber über sie berichtet. Sie stellen sich ja auch lieber öffentlich als Opfer da (siehe Anita). :wink:
naja, mord- und vergewaltigungsdrohungen machen aber jeden zum opfer, egal welchen geschlechts. wir reden ja hier nicht von plumpen beleidigungen, sondern von strafrechtlich relevanten drohungen.

am ende macht sowas einfach jede diskussion kaputt. wie soll man noch solchen vorfällen noch halbwegs neutral über dieses thema und über anitas videos diskuttieren können, wenn solche drohungen aus der eigenen szene im raum stehen.

das ist wie als metal fan im metal - bei den aussagen mancher musiker, auch von eigenen lieblingsbands, möchte man einfach nur noch beschämt im boden versinken. auch die meinungen und politischen ansichten vieler fans führt manchmal zu extremen kopfschüttel attacken.
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Lebensmittelspekulant
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von Lebensmittelspekulant »

sabienchen hat geschrieben:
Usul hat geschrieben:Ganz zu schweigen davon, dass es Bände über denjenigen spricht, der das als Beleidigung verwendet - als ob es etwas Schlechtes wäre, wenn man tatsächlich für soziale Gerechtigkeit kämpfen würde.

P.S.: und ja klar... Ist natürlich nicht als Beleidigung gemeint und blabla, das übliche Relativieren usw.
relativieren?
^.^
Es ist Ironie..
vergleiche es mit "Gutmensch"..
Genau so würde ich das Wort auch übersetzen.

Die Politik-Terminologie in den USA kann sehr verwirrend sein. Ein Social Justice Warrior muss überhaupt nichts mit sozialer Gerechtigkeit zu tuen haben. Genauso können die Einordnungen "links" und "rechts" was ganz anderes bedeuten als bei uns. Ein "Liberaler" ist in den USA auch nicht unbedingt ein Anhänger liberaler Ideen, sondern ein Marxist.

Da raucht mir manchmal der Kopf von ^^
Usul hat geschrieben: Aber bei Gutmensch kommt jetzt eben diese Implikation ins Spiel, die ich ja ebenfalls kritisiert habe: es wird Gutmensch gesagt, aber nicht gemeint, dass der Adressat eigentlich ein schlechter Mensch ist. Sondern dass er eben übertrieben und betont gut ist... DAS ist das Perfide an der Sache für mich.
Wenn ich einen Schwerverbrecher als Gutmenschen bezeichnen würde, könnte man das ironisch auffassen. Aber wenn ich jemanden, der tatsächlich "gut" ist, als Gutmenschen bezeichne und das beleidigend meine, so ist das nicht ironisch.
Seit wann gibt es denn gute Menschen? :)

Natürlich ist sowohl der Begriff SJW als auch Gutmensch ironisch gemeint. Er soll aber nicht auf die Bösartigkeit eines Menschen aufmerksam machen, sondern auf seine Bigotterie. Es gibt universell nunmal kein Gut und Böse. Gutmenschen denken aber trotzdem, sie würden für das Gute einstehen. Der Vorwurf an sie lautet, daß sie nicht weit genug denken und es deswegen nur "gut meinen" und eben nicht "gut machen".
Selbiges bei SJWs. Die sind auch davon überzeugt für soziale Gerechtigkeit zu kämpfen, was letztendlich allerdings sehr fragwürdig bleibt.
Zuletzt geändert von Lebensmittelspekulant am 17.10.2014 13:19, insgesamt 1-mal geändert.