Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist ein gesellschaftliches Problem

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sabienchen.banned
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von sabienchen.banned »

Wulgaru hat geschrieben:Also ich denke langfristig geht es aber genau darum. Das du eben dein Trashgenre hast, dein Qualitätsgenre, dein irgendwasGenre. Das es Spiele mit Anspruch und leichter Unterhaltung gibt. Die Entwicklung läuft ja bereits seit längerem und wird durch die Feminismus-Debatte die wir jetzt seit bald einem Jahr haben nur beschleunigt. Der Prozess ist für mich eher natürlich.

Natürlich werden jetzt die radikalen Stimmen eher gehört, sowohl bei den Kritikern als auch den Verteidigern. Aber letztendlich sind diese Standpunkte viel zu extrem. Feministinnen wie Anita sind weniger mächtig als sie gemacht werden. Sie haben keine politische Struktur oder Unternehmen hinter sich. Anhänger im Internet und Vorträge auf Spielekonferenzen sind keine tatsächliche Macht, es sind Möglichkeiten gehört zu werden und Debattenbeiträge zu leisten. Die Albtraumvisionen von politischen korrekten Spielen als Zukunft ist Unfug, Unternehmen denken nicht in solchen Kategorien.

Umgekehrt ist es auch Unfug zu glauben man müsse Anita und co quasi verbal besiegen und dann geht alles so weiter wie bisher. Das wird es nicht. Bei Filmen hatten wir doch die gleichen Diskussionen. Weibliche Heldinnen, weibliche Actionheldinnen, Frauen mehr als nur Staffage, Frauen als Sexobjekt. Diese Entwicklung ist ebenfalls noch nicht abgeschlossen, aber doch sehr sehr viel weiter und was man bei Filmen sieht: Es kann beides parallel existieren. Es hat niemandem geschadet.
Diese entwicklung ist zu begrüßen.
Wie du ja auch schreibst gibt es verschiedenste Arten, von VideoSpielen.
Es kann allerdings in Zukunft nicht gehandhabt werden, dass eine SpielePlattform die sich versucht seriöser im Sinne einer künstlerischen Untersuchung von VideoSpielen zu widmen, jeden Release testet.
Es macht einfach keinen Sinn jedes "Trash"-Spiel unter solchen Gesichtspunkten zu testen.

Das ist aber im Moment eine Auffassung die viele in meinen Augen vertreten.

Wie bei Film oder Literatur muss ich mich dann meinen Vorlieben entsprechend auf unterschiedlichen Plattformen bewegen.
Bzw. je nachdem über welches Spiel ich mich in welcher Art gerade informieren möchte muss ich andere Plattformen aufsuchen.
Gegen eine solche Entwicklung habe ich rein garnichts auszusetzen, ich genieße es Gefallen an sehr unterschiedlichen Genres und Formen von VideoSpielen zu haben.
Man kann es auf einen Umbruch in der Sicht auf VideoSpiele als Kulturgut reduzieren, dass es momentan oft chaotisch vermischt wird.
Ich hoffe hier auf eine Änderung und wünsche mir nur, dass sich dies nicht zusehr auf Releases in absehbarer Zeit auswirkt, weil Publisher versuchen Vorschnell auf diese Entwicklung zu reagieren.
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Wulgaru
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von Wulgaru »

sabienchen hat geschrieben:
Das ist aber im Moment eine Auffassung die viele in meinen Augen vertreten.
Sind es denn wirklich viele? Wir sollten die Mechanismen einer solchen Debatte nicht verkennen. Wie viele Leute formulieren denn wirklich diese extremen Gedanken das alles gleichgemacht werden muss? Man sollte eine Flut von Kommentaren, Twittereinträgen und Shitstorms auf beiden Seiten nicht mit tatsächlicher Macht verwechseln. Die Leute die in der Branche was zu sagen haben, was im wesentlichen natürlich die Publisher sind, nehmen keine Befehle von Anita oder den Gamergate-Leuten entgegen.

Sie registrieren die Debatte, werden Marktforschung betreiben und unter diesen Aspekten darauf reagieren. Die politische korrekte Normvideospielwelt wird es niemals geben und ob Anita nun als Beraterin für ein Spiel engagiert wird oder gar für mehrere ist auch kein Indikator dafür. Ich finde es gerade spannend zu sehen was dabei herauskommt. Vielleicht ist es ja so schrecklich wie alle sagen, vielleicht ist es total super oder vielleicht nicht der Rede wert.

Was aber eben klar sein sollte...je härter sich die Leute die meinen Gamer zu sein oder für Gamer zu sprechen gegen "das böse" wehren. Je radikaler sie das formulieren, desto mehr schaden sie ihrer eigenen Sache. Gamer haben genug Klischees die an ihnen haften und wenn ich irgendeine Befürchtung habe ist es das Label frauenfeindlich was danach an uns haftet....und nachdem was man in den letzten Monaten gesehen hat ist es wirklich nicht weiter verwunderlich wenn genau das herauskommen würde, weil es für Leute die von außen gucken nur diesen Schluss zulässt.

Normal ist nämlich: Anita macht diese Videos, finde ich scheiße (oder gut) und weiter im Text und eben nicht das was tatsächlich passiert ist.
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mr archer
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von mr archer »

sabienchen hat geschrieben: Wie du ja auch schreibst gibt es verschiedenste Arten, von VideoSpielen.
Es kann allerdings in Zukunft nicht gehandhabt werden, dass eine SpielePlattform die sich versucht seriöser im Sinne einer künstlerischen Untersuchung von VideoSpielen zu widmen, jeden Release testet.
Es macht einfach keinen Sinn jedes "Trash"-Spiel unter solchen Gesichtspunkten zu testen.
Genau so ist es. Was in den nächsten Jahren verschwinden wird, ist das "Wir testen alles und jedes" - Portal, wie es als Modell die 90er und noch die 00er Jahre beherrscht hat. Am besten noch mit einer einheitlichen "Wertungsphilosophie", darstellbar in irgendwelchen Zahlensystemen und Skalen. Wie beim Filmfeuilleton der Kinogänger wird auch der Videospielinteressierte in Zukunft ein journalistisches Angebot finden, das weitaus vielgestaltiger ist und vom "Apotheken-Rundschau" - Niveau bis zur "Arschloch-Spex für 180 IQler" reichen wird. Teilweise ist diese Struktur ja auch schon vorhanden. Das verlangt einerseits zwar eine stärkere Beschäftigung mit den Eigenheiten, Stilen und natürlich zunehmend auch den politischen Verortungen (siehe z.Bsp. die Feministische Fraktion) der jeweiligen Angebote. Andererseits wird so die Sache dann auch wirklich mal vielgestaltig und interessant.


@ Wulgaru: Sehr gute Beiträge, unterschreib ich alles so, danke dafür.
maho76
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von maho76 »

....und nachdem was man in den letzten Monaten gesehen hat ist es wirklich nicht weiter verwunderlich wenn genau das herauskommen würde, weil es für Leute die von außen gucken nur diesen Schluss zulässt.
von aussen guckt da praktisch keiner, das ist ja das praktische an hashtag-wars dass es eigentlich nur die mitbekommen die involviert sind. ich kenne genug "gamer" als auch "nichtgamer" die in entsprechenden medien unterwegs sind und da kennt nichtmal 1 von 10 begriffe wie gamergate oder die namen sarkesian & co. (selbst wenn man den Artikel in deutschen Printmedien liest hat man ihn morgen wieder vergessen wenn man nicht direkt involviert ist, dazu ist das Thema einfach zu unglaublich irrelevant gegenüber anderen) glaubt nur nicht dass diese Konfrontation irgendeine rolle ausserhalb von fachstammtischen spielt. eventuell dient sie als vorlage irgendeines grölenden bayrischen provinzpolitikers (Achtung vorurteil^^) der 3 Artikel in der bild bekommt und gut is.
der ganze aufschrei ist in bezug auf die Nachwirkung nicht der rede wert, das ganze geht kaum über digitales schulhofmobbing hinaus. wie gesagt was die Nachwirkung betrifft, dass es sich eventuell lohnt sich mit echten Inhalten zu dem Thema auseinanderzusetzen ist was ganz anderes was aber hier schon lange nicht mehr ausserhalb von Schlagwörtern stattfindet.
ist aber wohl ein zeichen der zeit bedingt durch ego-darstellungs-Einstellung und entsprechend kurzbedienende medien wie twitter der weg weg vom Inhalt hin zur reinen persönlichkeitenbewertung (von BEIDEN seiten) stattfindet. eine irgendwie geartete Diskussion ist das doch schon seit geraumer zeit nicht mehr, wenns denn jenseits der Anita-versuche durch ihre Videos überhaupt mal als solches angedacht war und nicht von vornherein ego-ausmerksamkeits-erhaschung war (ebenfalls von allen seiten).
die heutige schnellebigkeit tut ihr übriges, in 1-2 Monaten hat sich das alles gegessen und es gibt ein neues aufregerthema für neue aufgeregte ... dass sich dann auch innerhalb 1/4 jahres erledigt hat...
Zuletzt geändert von maho76 am 17.10.2014 11:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Melcor
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von Melcor »

SingendeElch hat geschrieben: Manchmal habe ich das Gefühl ich lebe im Mittelalter ...

Und die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen? Auch nur Provokation und Wichtigtuerei?


Informier dich doch bitte etwas besser über Statistiken, bevor du sie als Argumentationsgrundlage verwendest. Die Lohnunterschiede ergeben sich aus den Unterschieden in der Anstellung, Position, Bildung, Beschäftigungsverhältnisdauer und Arbeitsstunden pro Woche. Nichts aus dubiosen sexistischen Gründen, was natürlich viele militante Feministinnen felsenfest behaupten.
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sabienchen.banned
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von sabienchen.banned »

Wulgaru hat geschrieben:Sind es denn wirklich viele? Wir sollten die Mechanismen einer solchen Debatte nicht verkennen. Wie viele Leute formulieren denn wirklich diese extremen Gedanken das alles gleichgemacht werden muss? Man sollte eine Flut von Kommentaren, Twittereinträgen und Shitstorms auf beiden Seiten nicht mit tatsächlicher Macht verwechseln. Die Leute die in der Branche was zu sagen haben, was im wesentlichen natürlich die Publisher sind, nehmen keine Befehle von Anita oder den Gamergate-Leuten entgegen.
Also es gab doch in den lezten Monaten zig Fälle in denen Publisher zurückrudern mussten, bzw.
sinnlose PR Meldungen rauschickten, nachdem der OnlineMob sich gemeldet hat bzw. um diesen zu vermeiden.

Seien es die Meldungen um einen weiblichen Character in AC, oder die sexuellen Neigungen der Charaktere in Dragons Age usw.
Oder Abseits der Sexismus Debatte das Paritätsdebakel um AC Unity etc.
Es geht also eine tatsächliche Macht von diesen Shitstorms aus, die von den Publishern zumindest soweit ernst genommen wird, dass sie darauf reagieren.
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Usul
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von Usul »

Imperator Palpatine hat geschrieben:
Kumbao hat geschrieben:
Scorcher24_ hat geschrieben:Leb du ruhig in deiner SJW Welt..
Was ist SJW?
SJW ist die Bezeichnung für " Social Justice Warrior ", gewissermassen ein
gesellschaftlicher " White Knight ".

Und nein das ist kein Kompliment.
Das ist in der Tat kein Kompliment, sondern eine Beleidigungsform für Feiglinge, die sich nicht trauen, ihr Gegenüber offen und ehrlich zu beleidigen.
Ganz zu schweigen davon, dass es Bände über denjenigen spricht, der das als Beleidigung verwendet - als ob es etwas Schlechtes wäre, wenn man tatsächlich für soziale Gerechtigkeit kämpfen würde.

P.S.: und ja klar... Ist natürlich nicht als Beleidigung gemeint und blabla, das übliche Relativieren usw.
johndoe979851
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von johndoe979851 »

Melcor hat geschrieben:
SingendeElch hat geschrieben: Manchmal habe ich das Gefühl ich lebe im Mittelalter ...

Und die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen? Auch nur Provokation und Wichtigtuerei?


Informier dich doch bitte etwas besser über Statistiken, bevor du sie als Argumentationsgrundlage verwendest. Die Lohnunterschiede ergeben sich aus den Unterschieden in der Anstellung, Position, Bildung, Beschäftigungsverhältnisdauer und Arbeitsstunden pro Woche. Nichts aus dubiosen sexistischen Gründe, was natürlich viele militante Feministinnen felsenfest behaupten.
Dünne Frauen verdienen mehr als dicke.
Dicke Männer verdienen mehr als dünne.

Alles Statistik! :D

Hatte ich schonmal irgendwann so gepostet.
Die Videospieler haben ja verdammt Angst das jemand ihr Hobby zerstört:
Steam-Nuter, Vorbesteller, DLC Käufer, Casual Gamer, Nintendo Spieler, Xbox Spieler, Feministen, RTL, 4Players,...
Gibt es diese Paranoia eigentlich so ausgeprägt auch in anderen Freizeitbeschäftigungen? Läufer die mit Nike Schuhen joggen machen mein Laufhobby zunichte?
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mr archer
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von mr archer »

Melcor hat geschrieben:


Informier dich doch bitte etwas besser über Statistiken, bevor du sie als Argumentationsgrundlage verwendest. Die Lohnunterschiede ergeben sich aus den Unterschieden in der Anstellung, Position, Bildung, Beschäftigungsverhältnisdauer und Arbeitsstunden pro Woche. Nichts aus dubiosen sexistischen Gründen, was natürlich viele militante Feministinnen felsenfest behaupten.
Der Post ist lustig. Frauen verdienen also statistisch nachweisbar weniger als Männer, weil sie bei gleichem Bildungsniveau weniger oft in vergleichbare Gehaltspositionen kommen. So weit so deutlich und bekannt. Aber der Rückschluss, dass das etwas mit einer strukturellen Benachteiligung zu tun hat, die sich an der Kategorie "Geschlecht" festmacht sowie an den Rollen, die mit dieser beispielsweise in der Familienplanung verbunden sind, der ist dann dubios.
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sabienchen.banned
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von sabienchen.banned »

Usul hat geschrieben:Ganz zu schweigen davon, dass es Bände über denjenigen spricht, der das als Beleidigung verwendet - als ob es etwas Schlechtes wäre, wenn man tatsächlich für soziale Gerechtigkeit kämpfen würde.

P.S.: und ja klar... Ist natürlich nicht als Beleidigung gemeint und blabla, das übliche Relativieren usw.
relativieren?
^.^
Es ist Ironie..
vergleiche es mit "Gutmensch"..
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Melcor
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von Melcor »

mr archer hat geschrieben:
Melcor hat geschrieben: Informier dich doch bitte etwas besser über Statistiken, bevor du sie als Argumentationsgrundlage verwendest. Die Lohnunterschiede ergeben sich aus den Unterschieden in der Anstellung, Position, Bildung, Beschäftigungsverhältnisdauer und Arbeitsstunden pro Woche. Nichts aus dubiosen sexistischen Gründen, was natürlich viele militante Feministinnen felsenfest behaupten.
Der Post ist lustig. Frauen verdienen also statistisch nachweisbar weniger als Männer, weil sie bei gleichem Bildungsniveau weniger oft in vergleichbare Gehaltspositionen kommen. So weit so deutlich und bekannt. Aber der Rückschluss, dass das etwas mit einer strukturellen Benachteiligung zu tun hat, der sich an die Kategorie "Geschlecht" festmacht sowie an den Rollen, die mit diesem beispielsweise in der Familienplanung verbunden sind, der ist dann dubios.
Ach, und woher der Rückschluss, dass Männer und Frauen durch die Bank das gleiche Bildungsniveau haben, die gleichen Karrieren verfolgen und ähnlich stabile Arbeitsverhältnisse haben? Ach klar, jedeweder Geschlechterunterschied ist ja nur kontruiert von unserer patriarchalischen Gesellschaft.
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3nfant 7errible
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von 3nfant 7errible »

mr archer hat geschrieben:
Scipione hat geschrieben:
ist natürlich auch ne Frage wie so ein Typ, der uns fast 2 Dekaden zurück in die Vergangenheit katapultiert, das Medium voranbringen kann :Blauesauge:

Na gar nicht, schrieb ich doch auf der letzten Seite bereits. Aber weil es auf der Welt den einen oder anderen Trottel gibt, soll ich mich jetzt generell vor einer breiteren Debatte zu Videospielen fürchten oder wie?

Pff.
naja, wenn du das auch unbedingt als Furcht bezeichnen willst...

Ist ausserdem nichts anderes wie.... ein Idiot verschickt Morddrohung und alle fürchten sich vor der eigentlichen Debatte

Ich sehe es eher so...... irgendjemand macht Spiele, irgendjemand kritisiert manche dieser Spiele, und es gibt irgendjemanden, der manche dieser Kritiker kritisiert. Ist eigentlich kein grosses Drama, und hätte auch nie eins werden müssen.......... wenn, WENN Anita Sarkeesian nicht rein zufällig eine Frau wäre, und manche Leute der ganzen Sache deshalb auch noch einen misogynen Hintergrund aufgezwungen hätten.


Wulgaru hat geschrieben:Gamer haben genug Klischees die an ihnen haften und wenn ich irgendeine Befürchtung habe ist es das Label frauenfeindlich was danach an uns haftet.
Die meisten, die sich mal kurz empören, regen sich morgen sowieso schon wieder über was ganz anderes auf. Ausserdem kann das kein Argument sein, dass man lieber nicht kritisieren sollte. Fuck, Foren und Co. sind Kommunikations- und Diskussionsplattformen. Es wäre schon ein Anfang und mit Sicherheit auch deeskalierend, wenn entsprechende Leute zu einem fairen Dialog bereit wären. Aber nein, dem entzieht man sich konsequent, möchte keine kritischen Fragen beantworten. Irgendwann nutzen sich die Entschuldigungen ab und Motivationen können ernsthaft hinterfragt werden.
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mr archer
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von mr archer »

Melcor hat geschrieben:
Ach, und woher der Rückschluss, dass Männer und Frauen durch die Bank das gleiche Bildungsniveau haben, die gleichen Karrieren verfolgen und ähnlich stabile Arbeitsverhältnisse haben? Ach klar, jedeweder Geschlechterunterschied ist ja nur kontruiert von unserer patriarchalischen Gesellschaft.
Ein Vorschlag: wenn wir uns hier weiter ankacken wollen, dann liest bitte vorher jeder genau das, was der andere schreibt und diskutiert auch nur auf der Grundlage eben dieses Geschrieben, ja?
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mr archer
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von mr archer »

Scipione hat geschrieben: wenn, WENN Anita Sarkeesian nicht rein zufällig eine Frau wäre, und manche Leute der ganzen Sache deshalb auch noch einen misogynen Hintergrund aufgezwungen hätten.
Na ja, in dem Zusammenhang von "aufzwingen" zu sprechen, halte ich mit Verlaub für den Euphemismus der Saison.
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Usul
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von Usul »

sabienchen hat geschrieben:
Usul hat geschrieben:Ganz zu schweigen davon, dass es Bände über denjenigen spricht, der das als Beleidigung verwendet - als ob es etwas Schlechtes wäre, wenn man tatsächlich für soziale Gerechtigkeit kämpfen würde.

P.S.: und ja klar... Ist natürlich nicht als Beleidigung gemeint und blabla, das übliche Relativieren usw.
relativieren?
^.^
Es ist Ironie..
vergleiche es mit "Gutmensch"..
Gutmensch wird ebenso nur von jenen verwendet, die es abschätzig und beleidigend meinen und sich damit über den Adressaten lustig machen wollen. Das hat mit Ironie nicht mehr viel zu tun. Ich kann auch grinsend "Arschloch" sagen und es als Ironie titulieren, was es aber nicht wahr macht.

Was mich an diesen Begriffen stört, ist nicht das Beleidigen an sich... So empfindlich bin ich nicht (zumal das ja nicht mal gegen mich ging). Ich rege mich nur zum einen über die Arroganz auf, die damit einhergeht... Zum anderen eben die Feigheit, weil häufig genug nicht eingestanden wird, dass es schlichtweg als Beleidigung gemeint ist... Und last but not least die Implikation, dass es etwas negatives ist, was da gesagt wird.