Crypo hat geschrieben:Viele haben offensichtlich keine rechte Vorstellung was in unterschiedlichen Wissenschaften so an Methodik herangezogen wird. Nicht jedes Problem lässt sich bspw. statistisch angehen. Man muss Probleme ja erst einmal begrifflich fassen, bevor man sie statistisch untersuchen kann.
Was Anita macht ist in gewisser Weise einfach grundlegender als das was sich viele hier scheinbar unter (Natur-)Wissenschaft vorstellen. Ich finde die Art der Präsentation wirklich nicht sonderlich gelungen, aber dass da ein wissenschaftliches Untersuchungsprojekt hintersteckt, welches nicht einfach auf einem Lügengebäude aufbaut, ist doch eigentlich erkennbar.
Es basiert natürlich nicht auf einem Lügengebäude, sondern auf einer Meinung. Daran ist natürlich auch nichts schlechtes, solange andere Leute daran interessiert ist. Es bleibt allerdings ein bischen falsche Werbung für Außenstehende, da man hier wissenschaftlichen Anspruch und Aufklärung vermitteln will.
'Wissenschaftliches Arbeiten' lässt sich zumindest in dieser Thematik oft auf einen winzigen gemeinsamen Nenner zusammenschrumpfen. Im Grunde gehts bei ehrlicher Wissenschaft einfach darum, unparteiisch und offen an eine Thema ranzugehen:
Man beobachtet einen Effekt. Dann stellt man Fragen und Hypothesen dazu, um ihn zu erklären, man untersucht einzelne Spiele. So z.B. die Fokussierung von Spielen auf männliche Hauptrollen. Man fragt schlichtweg, 'warum ist das so?'
In Anita's Videos passiert das nicht, es ist auch keine Entschlussfindung zu erkennen. Stattdessen werden Beobachtungen genommen, und versucht sie mittels ihrer etablierten Perspektive zu erkennen. Schwer zu widerlegen, aber es ist oft leicht zu erkenne, dass etwas nicht an so einer Argumentation stimmt.
Ähnliches geschah bei den Killerspielen, wenn auch auf
viel, viel niedrigerem Niveau: Die Meinung 'Spiele führen zu realer Gewalt' war etabliert, nun versuchen wir
die Meinung zu beweisen. Ist natürlich eine völlig falsche Reihenfolge, und führte dann zu unzähligen Studien mit dem Ergebnis 'Spiele können unter Umständen potentiell vielleicht Gewalt auslösen'.