Und auch die Kritik an Bioshock und Dishonored (auch wenn ich es liebe) ist durchaus begründet. In Dishonored gab es zwar durchaus wichtige weibliche Charaktere (Delilah, Emily und die Königin, der Name ist mir leider entfallen), aber das ist noch laaaange keine Entschuldigung dafür, dass die Nutten aus der Golden Cat halb nackt sind, während ihre Kunden gut bekleidet daneben stehen. Müssten die Männer dann nicht auch nur in Unterhosen/hemden herumlaufen?
Bist du wirklich so naiv, oder tust du nur so? So schlimm es sich auch anhört, aber in einem Bordell ist der weibl. Körper eine Ware, die im wahrsten Sinne des Wortes an den Mann gebracht werden soll.
Und diese Körper werden halt so bestmöglich angepriesen, wie der Big Mac bei McDonalds auf dem Plakat aussieht.
Ansonsten muss man gar nicht erst nen Burger Bordell aufmachen :ugly:
übrigens, dein Avatar ist ja auch mal überhaupt net sexualisiert dargestellt
Also entweder hast du dich durch meinen Text irgendwie angegriffen gefühlt, oder du hast absichtlich den Kern meiner Aussage überlesen. Es ist mir klar dass Nutten im Bordell angeboten werden, ihre Körper sind das Geschäft. Meine Kritik geht an die Darstellung der KUNDEN. Warum sind die komplett angezogen? Glotzen die die Frauen nur an oder passiert da noch was? Ein Mann der neben einem Zigarettenautomaten steht ist nicht automatisch ein Raucher. Der "Beweis" ist die qualmende Kippe im Mund. Der Beweis für einen Mann der ins Bordell geht um das zu machen, was dort nun mal angeboten wird, wäre zumindest mal ein freier Oberkörper oder ein Kerl der genauso halbnackt neben einer Prostituierten liegt. Aber nope, das sieht man in den wenigsten Spielen. Siehe Dishonored: Wachmann in kompletter Montur liegt neben einer freizügigen Frau. In der Gogo-Bar ist das eine andere Sache, aber im Bordell kommt ein angezogener Mann doch etwas seltsam rüber, oder nicht?
Was meinen Avatar angeht: Man kann Sexismus auch in allem erkennen. Wenn ein Charakter nicht mehr sexy aussehen darf, ohne gleich auf den Strich gehen zu müssen, ist das echt traurig. Dein Avatar trägt übrigens einen Rock und ist umgeben von Männern, schwul ist er dadurch trotzdem nicht (nichts gegen Homosexuelle an der Stelle).
Zuletzt geändert von Junko am 26.08.2014 19:59, insgesamt 2-mal geändert.
Crypo hat geschrieben:Witcher war das Spiel mit den Sammelkarten als Belohnung für erfolgreiche Verführungen, nicht wahr? Also ob man das nun direkt als Positivbeispiel für moderne Frauenbilder in Computerspielen anführen kann...
Lern lesen. Hier ist von Witcher 2 die Rede. Nix Sammelkarten.
WAS? Keine Sammelkarten mehr in Witcher 2? Dann bleibt der Teil wohl weiterhin ungespielt...
Meine Frau hat seinerzeit alle gefunden und hatte riesen Spass dran. Mir war es irgendwie zu blöd sämtliche Bauersfrauen und was da alles war abzuklappern. Die Sache und die Bildchen selbst waren ja insgesamt recht harmlos, fand es nur witzig, dass der zweite Teil nun scheinbar als Vorzeigespiel in Sachen Frauenbild in Frage kommt.
PB ist da resistenter was die Kritik an ihrem Frauenbild anbelangt
Re Z hat geschrieben:
Na solange wir unsere Kinder noch nicht in Reagenzgläsern Züchten hat diese Spezialisierung nach wie vor Gültigkeit. Eben weil es die niedrigste Ebene ist - kannst du sie auch nicht Leugnen. Das ist in etwa so als würdest du behaupten Menschen können unterwasser genau so gut atmen wie an Land - obwohl sie keine Kiemen haben
Mir ging doch überhaupt nicht um Reproduktion... wie kommt man denn bloß beim Thema Gleichberechtigung auf die Rollenverteilung bei der Fortpflanzung?
Er hat ein Buch von dawkins gelesen und versucht dessen Theorien jetzt irgendwie krampfhaft auf die sarkesian Debatte anzuwenden. Oft auch am Thema vorbei :wink:
Und du hast jenes Buch eben nicht gelesen - und maßt dir an Leute als Nazis abzustempeln. Ich habe dir meine Motivation bereits hinreichend erklärt. Mach daraus was du für richtig hältst - wenn du meinst damit etwas ändern zu können.
Für mich stellt die Homosexualität sehr wohl ein existentielles Dilemma dar - ich habe auch schon erklärt weshalb. Klar kannst du das in Frage stellen und mich dabei beleidigen soviel du willst - aber das Dilemma lösen wird dir nicht gelingen...
Re Z hat geschrieben:
Für Kinder ist menschlicher Kontakt nicht notwendig? Tut mir Leid, aber das musst du wirklich etwas genauer erklären. Sprechen wir hier von Leihmutter oder gleich vom Klonen - ich empfinde beides als gleichermaßen degenerativ. Wenn du nur ein Kind adoptierst, dann sehe ich das nicht als weitergabe deines Erbguts. In einer Gleichgeschlechtlichen Beziehung kannst du nicht deine Gene mit dem Menschen vermischen den du liebst - was letztlich zu einem existentiellen Dilemma führt.
Jetzt bin ich mir aber nicht mehr so sicher, ob du nur dawkins oder auch hitler gelesen hast.
Was gibt es bitte gegen Mein Kampf einzuwenden?
Gibt keine bessere Lektüre um zu sehen, wie krank Hitler in der Birne war und sein Gedankengut sich lieber nicht weiter verbreiten soll.
Gut ich hab nicht wirklich viel gelesen, das Sütterlinschrift wie ich finde auf dauer ansträngt zu lesen.
Ich hoffe ja nach dem der Staat Bayern an dem Werk die Rechte verliert, jemand das Buch neu verlegt.
Mein Kapf sollte in keiner Buchsammlung fehlen, bei mir würde es ein Platz direkt neben Der Gottes Wahn von Dawkins bekommen.
Die Diskussionskultur zu sämtlichen Sarkeesian-Videos kann ja eigentlich immer nur wieder als bestes Beispiel für die Tatsache hergeholt werden, dass die Gamer-Szene ein Misogynieproblem hat. Die Hälfte aller "Argumente" gegen diese Videos geht direkt ad hominem ("Die Alte soll die Klappe halten", "Scheiß Feministin", "Was will die eigentlich, die schminkt sich doch auch"), bzw., genauer, ad feminam. Und das Interessante: Ich habe den Eindruck, manche Beitragenden *checken* gar nicht, wie sie sich verhalten. Paar Sprüche gegen Frauen rausklopfen ist vermutlich im sozialen Umfeld unproblematisch und wird also auch, logischerweise, nicht als Problem wahrgenommen - was regen die Gutmenschen sich also wieder auf?
Der unreflektierte und unangebrachte Charakter solcher "Beiträge" wäre offensichtlicher, wenn da ein Schwarzer ein Video über Rassismus in Videospielen gemacht hätte und die Kommentare lauteten "Der Neger soll die Klappe halten", "Scheiß Bürgerrechtler", "Was will der eigentlich, der hat doch bestimmt auch schon mal `n Auto geknackt". - Aber vielleicht würden wir in diesem Fall entsprechende Kommentare gar nicht vorfinden. Denn in Sachen Rassismus ist man ja sensibilisiert - in Sachen Misogynie offenbar noch nicht. Die Weiber stellen sich doch bloß an.
Meine persönliche Meinung zu den Sarkeesian-Videos bzw. zum aktuellen Ableger: Die Autorin spricht ein evidentes Problem an, das sie allerdings in der Tat etwas zu wenig vielschichtig beleuchtet. Erstens nämlich problematisiert sie nicht, inwieweit die Frauendarstellungen in Videospielen sich in das generell in den Medien verwendete Frauenbild einfügen; die "Damsel", die "Decoration", das sind ja alles Frauentropen, die vom Videospiel nicht erfunden wurden. Zweitens ordnet sie mir die Frauenrollen zu wenig in den Gesamtkontext der jeweils sezierten Spiele ein; diese Games zeigen nämlich zum überwiegenden Teil Gewalt und Objektisierung auch gegenüber männlichen NPCs - und teilweise sexualisierte Trivialisierung und Überzeichnung von Genderklischees gerade auch bei männlichen Figuren, vor allem Spielercharakteren. Man denke nur an den halbnackten Ubermuskelmann Kratos.
Allerdings hat Sarkeesian im aktuellen Video vor allem mit der Beobachtung ganz recht, dass weibliche Figuren in Videospielen vor allem jüngeren Datums zunehmend sexualisiert dargestellt werden - und zwar eindeutig im Gegensatz zu männlichen Charakteren - und zwar primär zur Illustation einer "dark and gritty"-Narrativität. Vereinfacht ausgedrückt: Wir zeigen, wie erwachsen Videospiele geworden sind, indem wir ein paar Titten einbauen, oder wenigstens halbnackte Stripperinnen. Und wenn wir zeigen wollen, wie super-erwachsen und dramatisch hochwertig wir sind, legen wir die Stripperinnen auch noch um. Natürlich killen wir auch ein paar Kerle. Aber die bleiben dabei bekleidet.
Dabei vergisst Sarkeesian aber, zu erwähnen, dass "dark and gritty" in den letzten Jahren gerade auch in Film und Fernsehen unglaublich im Trend liegt (Game of Thrones, anyone?), und auch dort wird die Düsternis und Erwachsenheit eines Setting zumeist über Brüste und Netzstrumpfhosen transportiert. Denn siehe! Gewalteskapaden gibt es in jedem Genre ja schon seit umme, die taugen kaum mehr zum Abdunkeln eines Settings - und die wirken dann auch irgendwann eher albern als gritty. Man ist ja densensibilisiert. Berge, die Vipern die Augen rausquetschen, sind dann nur noch ein Splatter-Effekt und kein dramatischer Höhepunkt.
Die Sexualisierung weiblicher Figuren ist also derzeit ein erzählerischer Trend in jeder Form von Bildmedium, ein Versuch, in einen Bereich vorzustoßen, der so bislang nicht zu verwenden war, und ihn zur Markierung von Adult-Content zu verwenden. Das ist natürlich eigentlich reichlich dünn und - das ist ja Sarkeesians eigentlicher Punkt - furchtbar einseitig, was die dahinterstehenden Menschenbilder angeht. Aber der Trend ist eben nicht nur auf Videospiele beschränkt - die Branche springt eigentlich nur auf einen schon fahrenden Zug auf.
Aber es ist vermutlich gut, wenn im Rahmen einer letztendlich medienwissenschaftlichen Analyse (denn das liefert Sarkeesian ja, wenn auch, wie gesagt, nicht auf wirklich hohem Niveau) über solche Dinge gesprochen wird, wenn die Branche sich reflektiert und vielleicht versucht, wirklich erwachsene Erzählkonzepte zu entwickeln, mit multidimensionalen Männer- und Frauenbildern. Das Fernsehen macht es vor; gerade in Game of Thrones gibt es genug starke, nicht sexualisierte weibliche Charaktere (Arya! Brienne!) oder solche, die ihre Sexualität selbstbewusst als Waffe verwenden (Melisandre, Shae) - wenngleich gerade die Serie zB mit dem Huren-Plot in Kings Landing auch ein Musterbeispiel für einen gänzlichen unnötigen Story-Arc offenbar nur zur Darstellung von Gewalt gegen sexualisierte Frauenfiguren als Illustration für die Dunkelheit des Settings erfindet. Entsprechende Entgleisungen gibt es in Videospielen ja nun auch zur Genüge, Sarkeesians Video zeigt einige und bauscht einige andere auf - aber wir haben auch in unserer Branche positive Beispiele, zB Ellie aus The Last of Us, oder Bayonetta.
Insgesamt würde ich (und würden vermutlich die meisten Gamer über 30) es sehr begrüßen, wenn sich in modernen Videospielenim Bereich der Story- und Charakterzeichnung etwas tun würde und wir mehr erwachsene Geschichten und Inhalte bekommen, die eben ihre Erwachsenheit *nicht* an der Anzahl der gezeigten Brüste festmachen. Langweilige Charaktere und Stories sind für mich persönlich mit der Hauptgrund, warum mich aktuell Videospiele nicht mehr so reizen wie früher. Wenn wir also durch die Sarkeesian-Diskussionen mittelfristig Innovationen im Bereich des Storytelling bei Videospielen bekommen, dann vielen Dank, Anita!
Zuletzt geändert von andymk am 26.08.2014 20:07, insgesamt 1-mal geändert.
So ganz nebenbei: modernere westliche Rollenspiele scheinen da im Sinne der Autorin mittlerweile etwas fortschrittlicher zu sein, jedenfalls bilde ich mir ein dass manch ein Programmierer inzwischen begriffen hat, dass ein Blech-Bikini nur schlecht vor Schwerthieben schützt (sieht man mal vom Ablenkungsfaktor ab, der nur bei männlichen Gegener funktionieren dürfte, hahaha...um).
Ganz im Gegensatz zu fernöstlichen RPGs...aber da wird wohl mit anderen Messlatten...auweia, noch ein Kalauer...na, ich hör mal lieber auf.
Schade, ist das wirklich schon das letzte Video?! Was macht 4P demnachst ohne den Klickgenerator, oder die gelangweilten Sozialwissenschaftler/Genderbeauftragten in ihrer reichlich vorhandenen Freizeit?
Da hat sie sich jetzt nen schönen Urlaub verdient, etwas Geld dürfte ja noch übrig sein.
Re Z hat geschrieben:Für mich stellt die Homosexualität sehr wohl ein existentielles Dilemma dar - ich habe auch schon erklärt weshalb. Klar kannst du das in Frage stellen und mich dabei beleidigen soviel du willst - aber das Dilemma lösen wird dir nicht gelingen...
Nicht sicher ob du nur trollst oder das tatsächlich glaubst. Ist Zweiteres der Fall, hast du ganz elementare Momente der Evolution/Evolutionstheorie nicht verstanden, sonst wüsstest du das partielle Homosexualität, wie beim Menschen, ganz offensichtlich einen evolutionären Vorteil für eine Spezies darstellt. Homosexualität ist kein Dilemma sondern ein Bestandteil ganz natürlicher evolutionärer Prozesse, nicht nur beim Menschen sondern auch bei anderen Arten. Abgesehen davon sind deine naturalistischen Fehlschlüsse natürlich Bombe. Danke dafür.
@ andymk
Ich seh das mit dem dark und gritty anders. Sex ist eben immer noch etwas, was gerade in Fiktion tabuisiert wird. Darf man nicht zeigen, ist unnormal ect. aber bei einem George R. R. Martin ist das eben einfach Bestandteil des Alltags, so wie in der Realität auch. George R. R. Martins Game of Thrones bzw. Song of Ice and Fire ist übrigens nebenbei besonders berühmt auch für die ständige Nahrungsaufnahme, die in der Serie nicht so deutlich hervorsticht, weil sie nicht so schön beschrieben wird. Die Vipergeschichte ist durchaus dramatischer Höhepunkt - immer noch. Ich war "live dabei" und die Reaktionen waren, obwohl sowas wirklich ganz normaler Splatter ist, trotzdem nicht anders als vor zehn, zwanzig, dreißig oder vierzig Jahren.
Gerade Sexualisierung trifft man momentan eigentlich zunehmend weniger an, sondern eben einen normalen Umgang mit dem menschlichen Körper und Sex. Manchmal versteht man es nicht, da versucht man dann Game of Thrones zu kopieren und glaubt es wäre mit Blut und Titten getan aber der Erfolg beruht darauf, dass es eben so authentisch ist.
Die Diskussionskultur zu sämtlichen Sarkeesian-Videos kann ja eigentlich immer nur wieder als bestes Beispiel für die Tatsache hergeholt werden, dass die Gamer-Szene ein Misogynieproblem hat. Die Hälfte aller "Argumente" gegen diese Videos geht direkt ad hominem ("Die Alte soll die Klappe halten", "Scheiß Feministin", "Was will die eigentlich, die schminkt sich doch auch"), bzw., genauer, ad feminam. Und das Interessante: Ich habe den Eindruck, manche Beitragenden *checken* gar nicht, wie sie sich verhalten. Paar Sprüche gegen Frauen rausklopfen ist vermutlich im sozialen Umfeld unproblematisch und wird also auch, logischerweise, nicht als Problem wahrgenommen - was regen die Gutmenschen sich also wieder auf?
Der unreflektierte und unangebrachte Charakter solcher "Beiträge" wäre offensichtlicher, wenn da ein Schwarzer ein Video über Rassismus in Videospielen gemacht hätte und die Kommentare lauteten "Der Neger soll die Klappe halten", "Scheiß Bürgerrechtler", "Was will der eigentlich, der hat doch bestimmt auch schon mal `n Auto geknackt". - Aber vielleicht würden wir in diesem Fall entsprechende Kommentare gar nicht vorfinden. Denn in Sachen Rassismus ist man ja sensibilisiert - in Sachen Misogynie offenbar noch nicht. Die Weiber stellen sich doch bloß an.
Meine persönliche Meinung zu den Sarkeesian-Videos bzw. zum aktuellen Ableger: Die Autorin spricht ein evidentes Problem an, das sie allerdings in der Tat etwas zu wenig vielschichtig beleuchtet. Erstens nämlich problematisiert sie nicht, inwieweit die Frauendarstellungen in Videospielen sich in das generell in den Medien verwendete Frauenbild einfügen; die "Damsel", die "Decoration", das sind ja alles Frauentropen, die vom Videospiel nicht erfunden wurden. Zweitens ordnet sie mir die Frauenrollen zu wenig in den Gesamtkontext der jeweils sezierten Spiele ein; diese Games zeigen nämlich zum überwiegenden Teil Gewalt und Objektisierung auch gegenüber männlichen NPCs - und teilweise sexualisierte Trivialisierung und Überzeichnung von Genderklischees gerade auch bei männlichen Figuren, vor allem Spielercharakteren. Man denke nur an den halbnackten Ubermuskelmann Kratos.
Allerdings hat Sarkeesian im aktuellen Video vor allem mit der Beobachtung ganz recht, dass weibliche Figuren in Videospielen vor allem jüngeren Datums zunehmend sexualisiert dargestellt werden - und zwar eindeutig im Gegensatz zu männlichen Charakteren - und zwar primär zur Illustation einer "dark and gritty"-Narrativität. Vereinfacht ausgedrückt: Wir zeigen, wie erwachsen Videospiele geworden sind, indem wir ein paar Titten einbauen, oder wenigstens halbnackte Stripperinnen. Und wenn wir zeigen wollen, wie super-erwachsen und dramatisch hochwertig wir sind, legen wir die Stripperinnen auch noch um. Natürlich killen wir auch ein paar Kerle. Aber die bleiben dabei bekleidet.
Dabei vergisst Sarkeesian aber, zu erwähnen, dass "dark and gritty" in den letzten Jahren gerade auch in Film und Fernsehen unglaublich im Trend liegt (Game of Thrones, anyone?), und auch dort wird die Düsternis und Erwachsenheit eines Setting zumeist über Brüste und Netzstrumpfhosen transportiert. Denn siehe! Gewalteskapaden gibt es in jedem Genre ja schon seit umme, die taugen kaum mehr zum Abdunkeln eines Settings - und die wirken dann auch irgendwann eher albern als gritty. Man ist ja densensibilisiert. Berge, die Vipern die Augen rausquetschen, sind dann nur noch ein Splatter-Effekt und kein dramatischer Höhepunkt.
Die Sexualisierung weiblicher Figuren ist also derzeit ein erzählerischer Trend in jeder Form von Bildmedium, ein Versuch, in einen Bereich vorzustoßen, der so bislang nicht zu verwenden war, und ihn zur Markierung von Adult-Content zu verwenden. Das ist natürlich eigentlich reichlich dünn und - das ist ja Sarkeesians eigentlicher Punkt - furchtbar einseitig, was die dahinterstehenden Menschenbilder angeht. Aber der Trend ist eben nicht nur auf Videospiele beschränkt - die Branche springt eigentlich nur auf einen schon fahrenden Zug auf.
Aber es ist vermutlich gut, wenn im Rahmen einer letztendlich medienwissenschaftlichen Analyse (denn das liefert Sarkeesian ja, wenn auch, wie gesagt, nicht auf wirklich hohem Niveau) über solche Dinge gesprochen wird, wenn die Branche sich reflektiert und vielleicht versucht, wirklich erwachsene Erzählkonzepte zu entwickeln, mit multidimensionalen Männer- und Frauenbildern. Das Fernsehen macht es vor; gerade in Game of Thrones gibt es genug starke, nicht sexualisierte weibliche Charaktere (Arya! Brienne!) oder solche, die ihre Sexualität selbstbewusst als Waffe verwenden (Melisandre, Shae) - wenngleich gerade die Serie zB mit dem Huren-Plot in Kings Landing auch ein Musterbeispiel für einen gänzlichen unnötigen Story-Arc offenbar nur zur Darstellung von Gewalt gegen sexualisierte Frauenfiguren als Illustration für die Dunkelheit des Settings erfindet. Entsprechende Entgleisungen gibt es in Videospielen ja nun auch zur Genüge, Sarkeesians Video zeigt einige und bauscht einige andere auf - aber wir haben auch in unserer Branche positive Beispiele, zB Ellie aus The Last of Us, oder Bayonetta.
Insgesamt würde ich (und würden vermutlich die meisten Gamer über 30) es sehr begrüßen, wenn sich in modernen Videospielenim Bereich der Story- und Charakterzeichnung etwas tun würde und wir mehr erwachsene Geschichten und Inhalte bekommen, die eben ihre Erwachsenheit *nicht* an der Anzahl der gezeigten Brüste festmachen. Langweilige Charaktere und Stories sind für mich persönlich mit der Hauptgrund, warum mich aktuell Videospiele nicht mehr so reizen wie früher. Wenn wir also durch die Sarkeesian-Diskussionen mittelfristig Innovationen im Bereich des Storytelling bei Videospielen bekommen, dann vielen Dank, Anita!
Ein schöner und auch sachlicher Beitrag. In deinem Anfangspart stimme ich dir jedoch nicht zu, denn Misogynie bezeichnet bewussten Frauenhass - und diesen Begriff würde ich genauso wie den Rassismusvorwurf nicht voreilig zücken.
Hinter den flapsigeren Beitragsverfassern steht auch großteils (Ausnahmen gibt es hier natürlich) keine allgemeine Misogynie, sondern weil man
a) keine höhere Relevanz in dem Thema erkennt.
b) Anita für eine Opportunistin hält, die das Thema vorwiegend zwecks persönlicher Publicity behandelt.
Und gerade wegen dem höheren Maß an Polemik und kontextbefreiten Videobeispielen in ihren späteren Folgen (die sich wohl bewusst eher an eine uninformierte Zielgruppe richten), tendiere ich mittlerweile auch stärker zu Punkt b. Ein geringeres Maß an Polemik (oder anders gesagt, machen wir die Analysen sachlich und staubtrocken) wäre der Sache weitaus dienlicher - würde jedoch wiederum für weniger Zündstoff, Aufregung und damit Publicity sorgen.
Zuletzt geändert von Gast am 26.08.2014 20:58, insgesamt 2-mal geändert.
Und auch die Kritik an Bioshock und Dishonored (auch wenn ich es liebe) ist durchaus begründet. In Dishonored gab es zwar durchaus wichtige weibliche Charaktere (Delilah, Emily und die Königin, der Name ist mir leider entfallen), aber das ist noch laaaange keine Entschuldigung dafür, dass die Nutten aus der Golden Cat halb nackt sind, während ihre Kunden gut bekleidet daneben stehen. Müssten die Männer dann nicht auch nur in Unterhosen/hemden herumlaufen?
Bist du wirklich so naiv, oder tust du nur so? So schlimm es sich auch anhört, aber in einem Bordell ist der weibl. Körper eine Ware, die im wahrsten Sinne des Wortes an den Mann gebracht werden soll.
Und diese Körper werden halt so bestmöglich angepriesen, wie der Big Mac bei McDonalds auf dem Plakat aussieht.
Ansonsten muss man gar nicht erst nen Burger Bordell aufmachen
übrigens, dein Avatar ist ja auch mal überhaupt net sexualisiert dargestellt :wink:
Also entweder hast du dich durch meinen Text irgendwie angegriffen gefühlt, oder du hast absichtlich den Kern meiner Aussage überlesen. Es ist mir klar dass Nutten im Bordell angeboten werden, ihre Körper sind das Geschäft. Meine Kritik geht an die Darstellung der KUNDEN. Warum sind die komplett angezogen? Glotzen die die Frauen nur an oder passiert da noch was? Ein Mann der neben einem Zigarettenautomaten steht ist nicht automatisch ein Raucher. Der "Beweis" ist die qualmende Kippe im Mund. Der Beweis für einen Mann der ins Bordell geht um das zu machen, was dort nun mal angeboten wird, wäre zumindest mal ein freier Oberkörper oder ein Kerl der genauso halbnackt neben einer Prostituierten liegt. Aber nope, das sieht man in den wenigsten Spielen. Siehe Dishonored: Wachmann in kompletter Montur liegt neben einer freizügigen Frau. In der Gogo-Bar ist das eine andere Sache, aber im Bordell kommt ein angezogener Mann doch etwas seltsam rüber, oder nicht?
Die Szenen waren aus diesem Foyer wo sich die Freier eine Dame aussuchen. Wieso sollten die Männer da schon nackt sein? Das war ein Bordell und kein Swinger Club.
Prostituierte werden halt mit entsprechender Kleidung dargestellt, ich weiss gar nicht wie sowas ein ernsthafter Vorwurf sein kann. Ist es auch in irgendeiner Art diskrimierend oder herabwürdigend, wenn man einen Polizisten in seiner Uniform darstellt?
Und was leider auch ausser Acht gelassen wird..... nur weil Anita mal eben ein Blitzlichtgewitter sorgfältig ausgewählter Beispiele zeigt, heisst das noch lange nicht, dass man sowas in jedem 2. Spiel findet. Genau das soll ja bezweckt werden, nur hätte ich nicht gedacht, dass so viele Gamer darauf reinfallen. Hätte man eher von einem senilen ARD/ZDF Publikum erwartet.
Tatsache ist, nur 6-9% aller Spiele sind überhaupt USK18. Und in dieser ohnehin schon kümmerlichen Minderheit, findet man auch nicht in jedem davon ein Bordell Setting oder Prostituierte vor. Darunter sind auch einfach viele Baller-Kriegsspiele, Zombie und Horror Games usw.
Wenn es dann aber mal diesen seltenen Fall gibt, dass man sich in einem Videospiel in einem Bordell wiederfindet, oder auf Prostituierte trifft, dann kann, darf und sollte es auch entsprechend dargestellt werden.
Was meinen Avatar angeht: Man kann Sexismus auch in allem erkennen.