Scipione hat geschrieben:Aus Amy Hennigs Wikipedia Eintrag...
Und das eine spezifische Person selbst meint, nie Sexismus erfahren zu haben, beweist jetzt bitte was?
"Ich als kompletter Outsider glaube nicht, dass es Sexismus gibt und darum ist das jetzt ein Fakt" ist ja schon ein ziemlich nutzloses Argument. Aber "Hey, diese eine Person meint nie Sexismus erfahren zu haben, ergo gibt es auch keinen" schlägt nun wirklich dem Fass den Boden aus.
Da ich nie irgendwelche Credits lese, weiss ich immer garnicht ob da ne Frau mit dran rumgebastelt hat oder nicht. Schade, entgeht mir jedesmal ne Chance sexistisch zu sein. Ich würde bestimmt jedesmal wenn ich einen weiblichen Namen in der Liste denken :"Ha, da steht ja eine Spielemacherin zwischen den Entwicklern!"
Naja, dann jetzt mal stellvertretend für alle Spiele die ich gespielt habe, bei denen Frauen das Spiel mitgestaltet haben: Ihr seid bestimmt an der Causalisierung in der Entwicklung der Videospiele verantwortlich. Ebenso für alle Bugs und, jetzt kommts, für den Sexismus in Videospielen!
Scipione hat geschrieben:Aus Amy Hennigs Wikipedia Eintrag...
Und das eine spezifische Person selbst meint, nie Sexismus erfahren zu haben, beweist jetzt bitte was?
"Ich als kompletter Outsider glaube nicht, dass es Sexismus gibt und darum ist das jetzt ein Fakt" ist ja schon ein ziemlich nutzloses Argument. Aber "Hey, diese eine Person meint nie Sexismus erfahren zu haben, ergo gibt es auch keinen" schlägt nun wirklich dem Fass den Boden aus.
Das soll wohl ein Scherz sein? ^^
Du kommst hier mit deinen Einzelbeispielen, Zitaten und Anekdoten, die weder du noch sonst jemand von uns überprüfen kann, aber glaubst das alles blind (weils dir so gerade in den Kram passt). Und wenn ich eine wirklich bekannte Person aus der Branche zitiere, dann soll das auf einmal nichts wert sein (weils dir mal eben nicht in den Kram passt)
Weisst du was? Ich komm dir sogar entgegen und sage, es mag durchaus sein, dass die Damen *glauben* einem Fall von Sexismus begegnet zu sein. Heisst aber noch lange nicht, dass es auch wirklich einer war. Und schon gar nicht, dass man es auf die gesamte Branche übertragen könnte.
Es gab schon genügend Berichte von Entwicklern, die sich über die Arbeitsbedingungen beschwert haben. Erst dieses Jahr hat wieder ein Typ über das fürchterliche Arbeitsklima während der Entwicklung von Castlevania: LOS2 berichtet. Der Chefe soll wohl ein ziemlicher Arsch und Tyrann gewesen sein. Hat niemanden mitreden lassen. Der Unterschied ist nur, als Mann kommt man dann nicht auf die dumme Idee sowas Sexismus nennen.
Der siebente Zwerg hat geschrieben:Da ich nie irgendwelche Credits lese, weiss ich immer garnicht ob da ne Frau mit dran rumgebastelt hat oder nicht.
Wenn ein Spiel so gut ist, dass ich es auch durchspiele, dann schaue ich mir in der Regel auch die Credits an. Meistens weil die Mucke auch ganz gut ist, oder weil noch Artworks oder sonst irgendwelche Gimmicks gezeigt werden.
Jedenfalls sind da nach meiner Beobachtung schon verdammt viele Frauen dabei
Ich persönlich bin von dem ganzen Gendergeseire auch genervt.
Das birgt zwei Gefahren: Einerseits reagiert man auch bei angemessenen Beschwerden genervt, andererseits werden Nebenschauplätze aufgemacht. Beides ist schade, da Gleichberechtigung nach wie vor nicht gegeben ist. Das wird aber nicht davon besser, indem wir neben männlichen auch weibliche grüne Männchen haben und von Herr Professorin reden. Ganz im Gegenteil.
Das ist dummes ideologisches Zeug und entzieht den "guten" Frauenbewegungen den fruchtbaren Boden. Auch wenn viele es hier negieren: Diskriminierung gibt es nach wie vor. Wird es immer geben. Deswegen sollte man es allerdings nicht hinnehmen. Und das sage ich als Allergiker von (?) Gender Studies.
Fiddlejam hat geschrieben:Solange dies die Antwort auf eine solche "Meckerei" ist:
Ah, die Tussen jammern mal wieder herum.
Das Weib schweige in der Gemeinde.
und keiner was sagt, solange rechtfertigt sich die "Meckerei" von selbst.
Es war ein reiner Trollpost, und er wurde (vorbildlicherweise) ignoriert bzw. nur mit einem Schmunzeln oder Augenrollen zur Kenntnis genommen. Ich wünschte, man würde genau so auch weitaus öfter in diesem Forum verfahren - dann hätten wir auch mehr konstruktive Diskussionen wie in diesem Thread.
@ Gex83_2: Ich sehe es ähnlich. Bei der Genderdebatte habe ich zusätzlich oftmals den Eindruck, dass es nur noch um das Profilieren einer Einzelperson oder eines Unternehmens geht (oder wie im Falle von EA/Bioware, um sich Ausreden für ausbleibende Verkaufserfolge oder den Worst Company of America Award zu verschaffen), die eigentliche Sache gerät allerdings ins Hintertreffen.
Im Falle von Jenny LeClue haben ich und andere sogar den Entwickler kontaktiert, damit eine Feature-Angabe abgeändert werde, und sie kamen dem auch nach:
Female Protagonist - Jenny is a brilliant young detective, sharp eyed, intuitive and a ruthless pursuer of the truth.
Und das ist auch vollkommen ok so. Zuvor stand dort ein längerer Absatz über die allgemeine Frauenrolle in Videospielen, Women / Tropes, etc. ("Trope", "Trophy" kam wortwörtlich vor) - und das fühlte sich einfach fremdbestimmt und nicht richtig an. Man hatte den Eindruck, der Hauptcharakter sei nur zwecks Profilierung und Aufmerksamkeitserregung bei der aktuellen Genderdebatte so designt worden, und nicht, weil der Autor es schlicht für richtig und bereichernd für das Game hielt.
Was mich bisweilen noch mehr nervt, als dieser Diskriminierungswahn, ist, dass es einigen Portalen wie diesem hier ständig auch noch eine News wert ist.
„Oh, da hat sich mal wieder ein Angehöriger einer, in unseren Scheuklappen der politischen Korrektheit, als schützenswert eingestuften Gruppierung über erfahrene Benachteiligungen beschwert. Das müssen wir doch gleich publik machen! Man, wir sind ja so was von progressiv…“
Überraschen tut es mich, dass sich nicht mehr, wie z. B. noch in den Annita-Threads, sofort eine regelrechte Phalanx aus Leuten gebildet hat, die den Darstellungen der Dame bedingungslos beipflichtet, meist ohne jegliche nüchterne und sachliche Reflexion der getätigten Darstellungen. Da hast, nach meiner Einschätzung, bisher nur du dich etwas hervorgetan, Fiddlejam. Wie auch Scipione darlegte, ist es doch schon bezeichnend, dass du zwar diese Aussagen einer einzelnen, völlig unbekannten Person als Initialzündung nutzt, um einen Rundumschlag in dieser leidigen Genderdebatte zu führen, aber dann die zitierte Darstellung von Mrs. Hennigs, die die Frechheit besessen hat, nicht in dasselbe Horn zu tuten, als irrelevante Einzelwahrnehmung abzutun. Warum ist es ein so weit verbreiteter Reflex, Angehörigen mancher Gruppierungen sofort zur Seite zu springen und alles, was diese von sich geben, als Tatsachen zu erachten? Und noch schlimmer: jeder der so unverschämt ist, das nicht in vollem Umfange zu bestätigen oder zu unterstützen, ist entweder nicht ernst zu nehmen oder eben sogar ein ewig gestriger Reaktionär.
Wie hier der Alte Sack und andere bereits andeuteten, halte auch ich diese Haltung in einer Gesellschaft für sehr gefährlich. Man beginnt schnell den klaren Blick auf die wirklichen Tatsachen zu verlieren, wie eben wirkliche Ungleichbehandlungen, seien sie nun rassistischer oder sexistischer oder was auch immer für einer Gestalt. Diese gibt es und es gibt Leute, die dagegen vorgehen. Aber im Fahrwasser dieser Leute befinden sich auch immer zahlreiche Menschen, die dem nur aus purem Opportunismus folgen mit dem Ziel der totalen Rosinenpickerei. Daher sollte man immer vorsichtig sein, wem man im Zuge solcher Sozialdiskurse Glauben schenkt und nicht nach dem Motto verfahren „Oh, sie ist eine Frau / sie ist lesbisch / er ist schwul / er / sie ist Immigrant! Es muss also stimmen, was er / sie sagt!“.
Auch positive Andersstellung ist eine Form von Diskriminierung, wenngleich auch eine, die von nicht wenigen, die meinen, in ihrem Leben quasi alles negative auf irgendeine Form von Diskriminierung schieben zu müssen, sehr gerne in Kauf genommen wird; schon lustig irgendwie, oder?!
Aber genau das erzielt man damit, wenn man so unreflektiert an diese Themen herangeht. Man erzieht sich eine Gesellschaft, in der jeder versucht, seinen Willen zu kriegen, indem er nur laut genug schreit: „Nur weil ich schwarz bin / eine Frau bin / was auch immer bin!!!“. Das mündet dann darin, dass sich z. B. kaum noch ein Personalchef traut, eine Frau / einen Immigranten / einen Homosexuellen nicht einzustellen oder zu befördern, weil er befürchten muss, sofort vom Ansturm der ewig politisch Korrekten, in Folge einer skandalisierenden Medienberichterstattung, überrollt zu werden. Es geht dann vielen gar nicht mehr darum, tatsächlich gesellschaftliche Probleme zu lösen, sondern nur noch darum, Gründe zu finden, weshalb man von anderen diskriminiert werden könnte, um dies dann stets als Totschlagargument anzuführen, mit dem Ziel, sich selbst zu übervorteilen. Man beginnt den Schuldreflex einer Gesellschaft zu missbrauchen, die, ironischerweise, je weiter sie in ihrer Entwicklung in Sachen Gleichstellung aller Menschen voranschreitet, immer mehr in einen Wahn von Wahrnehmungen vermeintlicher Ungleichbehandlungen abdriftet, der sie zunehmend an allen Ecken und Enden über jegliches noch mit menschlicher Vernunft begründbares Ziel hinausschießen lässt.
Ich kenne diese Dame nicht. Ich weiß nichts über die Arbeitsbedingungen bei den Arbeitgebern, bei denen sie war. Daher möchte ich sie nicht pauschal in die Gruppe der eben beschriebenen Personen einordnen. Aber ich möchte doch dazu ermahnen, trotz all der nicht bekannten Tatsachen, nicht so einfach mal davon auszugehen, dass es wirklich alles so ist, wie sie es beschreibt. Denn auch diejenigen, die ihr pauschal Recht geben, wissen nichts über sie. Sie muss nicht, kann aber durchaus zu der nicht kleinen Gruppe von Leuten gehören, die alles in ihrem Leben, was nicht nach ihren Wünschen lief, mit erlittener Diskriminierung begründen, um der schmerzlichen Erkenntnis davonzulaufen, dass es vielleicht auch an eigenen Fehlern oder (wie es im Leben nun mal manchmal läuft) schlicht an Pech gelegen haben könnte.
Zu diesem ganzen Thema passt der Vorfall mit der Frau Zoe Quinn.
Unter dem Schutzmantel des Feminismus hat sich diese Person ethisch moralisch in den sozialen Netzwerken stark gemacht für die Rechte der Frauen in der Spielebranche.
Jetzt kam in den letzten Tagen das wirkliche Gesicht dieser Frau ans Tageslicht und das ist alles andere als Feminismus und ethisch moralische Korrektheit.