NoBoJoe hat geschrieben:Ok. Mein Problem. Ernsthaft jetzt. Nicht als Provokation gedacht. Mich stört, dass seit der Ps4/XBone die wirkliche Weiterentwicklung der Spiele stehen geblieben ist. Was gab es zu Release alles für Titel? Fifa, irgendein Autorennen, Call of Duty, Battlefield und ein paar Psn-Titel, respektive Xbox-shop-Gedöns. Dazu den ein- oder anderen "Exklusivtitel" welche aber nun wirklich nicht der Rede wert waren, was ja Testergebnisse auch bestätigt haben. Das sind zwar im Wortsinne nicht wirklich Portierungen, das ist mir klar, aber es sind auch keine Neuentwicklungen, oder Meilensteine. Es sind Aufgüsse von bereits da gewesenem. In einem anderen Fred hat man mir mal vorgeworfen, ich wäre evtl schon in die Jahre gekommen. Das mag sein, trotzdem bin ich nicht blind. Dazu kommt, dass auch einige der soooo hoch gelobten Übertiteln, die bisher raus kamen, und damit meine ich nicht nur Ps4/XBone, sondern auch Spiele der vorigen Generation (Bioshock infinite, TLOU zum Beispiel) nicht so der Bringer waren. Sie waren flach, schlauchig und letztendlich rückständig (Stichwort Waffen in Bioshock zum Beispiel, oder die erwarteten und dann völlig zunichte gemachten Zeitrissen, die in Videos noch echt Lust auf mehr gemacht hatten) und teilweise sogar einfach unlogisch, im Sinne von Munition im Nachtschrank eines leeren Hauses. Das soll jetzt nur ein Beispiel sein. Und ja, wow, man konnte Leitern an Häuser stellen... Bin ich echt der Einzige der merkt, dass es nichts wirklich neues mehr gibt? Ich meine, klar. Irgendwann wird die Luft auch mal dünn und der Raum für neues kleiner, aber es tut sich einfach so gut wie nichts.
Bioshock war seit jeher ziemlich linear und das nicht erst seit Infinite.
Spielerisch gibt es dort relativ wenig, einzig Wolfenstein konnte in der Form wirklich überzeugen.
Liegt an zwei Faktoren, zum einen das Budget das einfach unheimlich hoch ist bei solchen Titeln und somit jedes Risiko eliminiert wird, und zum anderen der Fokus auf den Multiplayer.
Die meisten Shooter sind ja größtenteils nurnoch darauf ausgelegt im MP zu funktionieren, ebend weil diese Kundschaft auch mehr Geld investiert wie z.B. in Mappacks etc.
Aber wie schon erwähnt gibt es mit Wolfenstein eine recht tolle Ausnahme.
NoBoJoe hat geschrieben:
Erinnert sich hier noch jemand an das Spiel "Eternal Darkness" (Gameqube). Das kam zu einer Zeit raus, als Resident Evil grad groß draussen war, wenn ich mich recht entsinne. Und es war auch "nur" ein weiteres Horror-Survival-Game. Aber die Macher haben ein bis heute sehr seltenes (wenn nicht sogar einzigartiges, bin nicht sicher) Feature implementiert, Angst. Je mehr Angst der Charakter hatte, desto öfter hatte der Spieler sozusagen Halluzinationen. Es sah beim speichern auf einmal so aus, als hätte man alle Spielstände gelöscht, der eigene Kopf ist plötzlich abgefallen und was weiss ich nicht noch alles. Das ist jetzt auch keine wirkliche Neuerung, aber es hat das Spiel für mich und viele meiner Freunde damals einzigartig und besser gemacht. Bis heute wünsche ich mir, dass sowas mal in Resi Spielen genutzt wird, ihr wisst schon, lieber gut geklaut, als schlecht selber gemacht und so. Aber bis heute, Fehlanzeige. Da wird dann lieber laufen beim Schiessen eingebaut, was mal so gar nicht zu Resi passt. Und warum? Damit es Call-of-Duty-mäßiger wird. Ganz toll... Und Thema Resident Evil. Erinnert ihr euch noch an Resi 1 auf der Ps1? Vergleicht dieses mal mit dem Remake auf der Gameqube. Das nenne ich dann eine gelungene Portierung oder wie das auch immer heissen mag. Sowas findet man heute auch kaum noch, oder irre ich mich da? Wenn heute ein Code Veronika X für Ps3 angeboten wird, sieht es von der Optik noch genau so aus wie früher und am Spiel was ändern? Hinzufügen? Näääääää, zu aufwendig, zu teuer. So verkauft es sich ja auch...
Der Unterschied ist recht einfach.
Bei Resident Evil hatte man am Remake mit Shinji Mikami jemanden sitzten, der nicht nur das Originalspiel gemacht hat sondern das Remake auch sinvoll erweitert hat.
Jedoch ist das Spiel einfach schon so dermaßen alt gewesen das eine einfache Portierung nicht drin gewesen ist.
Mikami hat jedoch jederzeit den Geist des Spiels eingefangen und die wohl hübschesten Hintergründe aller Zeiten gestaltet und einen meiner allzeit Favoriten geschaffen.
Jedoch ist Mikami nicht mehr bei Capcom und die kriegen es kaum hin, irgendetwas richtig zu machen...
Die werden ganz sicher nicht ihre Kohle in einen Port stecken...
Noch dazu sind die Japaner ja sowieso total hinten dran...
Bei TLOU lagen die meisten Beschwerden z.B. im Teil der Technik und das Spiel wäre auch in der Form nicht mehr rausgekommen wäre die letzte Hardware Generation nicht so dermaßen lang gewesen.
NoBoJoe hat geschrieben:
Das man ein bestehendes Genre nicht neu erfinden kann, ist mir durchaus bewusst, aber man kann es durch innovative kleine Ideen besser machen. Das passiert aber einfach kaum noch. Man verlässt sich meist nur auf altbekanntes. Ich gebe nicht den Spielern welche das kaufen die Schuld, wie gesagt, mir egal wofür die Geld ausgeben. Aber wenn ich dann lese, weitere Portierung geplant, fängt es in mir an zu brodeln, weil ich denke: maaaaaaaaan, nutzt die Zeit und das Geld lieber, um mal Leute an ein Reissbrett zu stellen und brainstormen zu lassen, was uns Spieler mal wieder wirklich mit Gänsehaut und/oder offenen Mündern an der Konsole sitzen lässt.
Kaum ein Hersteller traut sich mehr daran mal was neues in meinetwegen auch altbekannte Muster einzubauen. Es läuft viel zu viel nach Schema-F ab. Kaum jemand macht sich mehr wirklich Gedanken den Spieler zu unterhalten. Was sich damals gut verkauft hat, muss sich ja heute auch gut verkaufen. Und das bremst die Entwicklung dann, meiner Meinung nach, sehr wohl aus. Vielleicht nicht so sehr, wie ich glaube, aber immer noch genug, um mich zu nerven. Und ja, möglicherweise (!) werden Gelder von Portierungen auch für neue Sachen genutzt. Aber für was dann? Fifa Teil 100? Call of Duty 9? Battlefield 1492? TLOU 2, 3 und 4? Bioshock was weiss ich? Das nervt mich einfach nur. Wenn die Fortsetzungen wenigstens mal Elemente enthielten, die mich wirklich zum Staunen bringen, wäre das ja ok. Aber ich denke wir wissen, dass dem nicht so ist. Wie sagt man so schön? Never touch a running system.
Du solltest mal einen Abstecher in die Indie Kategorie wagen oder eher Low Budget Spiele unter die Lupe nehmen.
Ich habe die Tage Puppeteer für die PS3 ausprobiert und es ist wundervoll, halt ein kleinerer titel von Sony.
Aber auch bei den ganzen Indie Titeln gibt es dermaßen viele Perlen, besonders Spielerisch.
NoBoJoe hat geschrieben:
Das Einzige, wo die Firmen noch wirklich kreativ sind, und das ist nunmal ganz fest meine Meinung, ist, wie sie uns während des Spielens, nachdem wir das Spiel schon bezahlt haben, noch weiter zahlen zu lassen, ob es jetzt mit DLC, Addons, irgendwelchem Optikschnösel oder sonst irgendwelchen ingame-Transaktionen ist. Da sitzen sie alle in der Runde, am Reissbrett und raufen sich die Haare und schäumen über vor Kreativität. Versteht mich nicht falsch, mir ist klar, dass diese Firmen auch ihren Schnitt machen wollen/müssen. Aber das so unverholen und auf Kosten der wirklichen Kreativität oder Innovation, finde ich nunmal alles andere als toll. Wer das nicht verstehen will/kann, bitte. Ich finds zum k....
Möglicherweise übertreibe ich in euren Augen, aber es ist wirklich schon verdammt lang her, dass mich ein Spiel mal so richtig an den Bildschirm gefesselt hat, oder mit coolen Neuerungen positiv überrascht hat. Und das fehlt mir nunmal. Daher mein Unmut über solche "Hiobsbotschaften".
Dito, aber das ist einfach das Schicksal wenn etwas eine bestimmte größe erreicht.
Deswegen lohnt es sich einfach über den Tellerrand der üblichen Verdächtigen zu bewegen und mal etwas anderes auszuprobieren.
Dennoch kann man Sony verstehen indem sie ihre Hits vll. Neu auflegen.
Die Statistiken lügen nicht und es sind wirklich viele neue Spieler dazu gekommen die diesen Titel noch nicht gespielt haben, bei einigen Titeln ist es sogar ganz sinvoll aufgrund der technischen Restriktionen, die viele abstriche mit sich gebracht haben, gegen Ende der letzten Gen.
Solche Ports fressen kaum Ressourcen und es übernimmt meist ein anderer kleiner Hersteller die Arbeit.
Besonders bei den Japanern läuft so dermaßen viel falsch im Managment Bereich.
Zwar gibt es auch etwas wie Atlus und Level 5 die sehr viel richtig machen, jedoch läuft der Großteil einfach Mies.
Als Beispiele gibt es z.B. diesen Artikel über Sony Japan :
http://kotaku.com/how-sonys-most-creati ... 1458030068
When Becker came back, there were over 40 titles in development at the Japan Studio. Becker had to make the tough calls.
"In some sense, it was great that everyone got to do what they wanted to, and there was this sense of a creative playground," said Becker. "And nothing was getting done. And nothing was selling."
Generell beschreibt der Artikel wie das Studio von Sony Japan lange Zeit ohne richtige Führung lief und inwiefern man dies jetzt ändert.
Ein anderes Beispiel das ich immer wieder gerne nehme ist Square Enix.
Auf Neogaf hat sich ein User die Mühe gemacht und zusammengetragen, warum der Laden so dermaßen nach unten gerutscht ist...
Sehr Empfehlenswert zu lesen.
http://www.neogaf.com/forum/showthread.php?t=744184
Was mich daran bis heute noch umhaut ist ein bestimmter teil eines Interviews mit Nobue Uematsu.
Square suchte ein neues Gebäude, eines das relativ nah an den bisherigen Gebäude lag und ein anderes das etwas weiter weg lag.
Und wie hat sich der gute CEO Yoichi Wada damals entschieden ?
Er ist zu einem Wahrsager gegangen !
Was daran wirklich traurig ist ?
Es wurde das weiter entfernte Gebäude ausgewählt und aufgrund dieser Entscheidung, ist Uematsu nicht mitgekommen und man hat einen der besten dieser Branche verloren.