Auch dieser hypothetische Fall ist sehr einfach ... Roberts Space Industries darf all diese Gelder behalten und in ihrem Sinne verwenden. Man hat nur dann eine reelle Chance auf Erfolg bei einer Klage, wenn die Jungs um Chris Roberts GAR NICHTS tun würden und sich mit der Summe absetzen oder das fertige Ergebnis qualitativ und in Sachen Umfang so derart unter aller Sau ist, dass man ebenfalls von Betrug reden kann, weil klar ist, dass hier drei Affen fünf Minuten lang willkürlich Code in die Tastatur getippt haben und keine Firma mit aberdutzenden Entwicklern daran saß. Man hätte auch dann eine Chance auf Klageerfolg, wenn die Methoden, derer sich Roberts Space Industries zum Spendensammeln bedient, unlauter und betrügerisch wären. Aber das ist unabhängig von der gesammelten Summe.Usul hat geschrieben:Bleiben wir doch bei Star Citizen: Angenommen es beteiligen sich noch 4 Millionen andere Spieler und wir kommen auf eine Gesamtsumme von 1 Mrd. - sollen sie das Geld jetzt - verhältnismäßig größtenteils - in das Projekt pumpen, wenn es - zum Beispiel - aber schon mit 200 Millionen völlig ausgereizt finanziert ist? Wie gesagt, ein dummes Beispiel, aber ich frage mich weiterhin, wie man feststellen soll, was direkt in das Projekt fließt, was indirekt in das Projekt fließt (etwa durch Freizeitaktivitäten der Mitarbeiter), was nicht in das Projekt, aber dafür in andere Projekte fließt, was direkt in die Taschen der Mitarbeiter fließt usw.... und vor allem: Ab welchen Ergebnissen bei diesen Fragen man dann erfolgreich klagen könnte.
Wenn ein Crowdfunding-Projekt nur 10.000 € haben möchte, aber bis zu einem bestimmten Stichtag 100.000.000.000 € gesammelt werden, dann darf der Verantwortliche dieses Projekts diese Gelder natürlich verwenden, wie er das für richtig hält, solange er halbwegs das abliefert, was im Rahmen des Crowdfundings versprochen wurde. Es besteht keine Maximalgrenze, wie viel jemand an Spendengeldern (!) sammeln darf. Und weil es im Gegensatz zu entsprechenden Vereinen keine Verpflichtung zur Transparenz gibt, muss er auch keine Rechenschaft darüber ablegen, was er mit nur zehntausend oder zehn Milliarden Euro getan hat. Solange man nicht nachweisen kann, dass die Backer übers Ohr gehauen wurden, darf der gute Mann den Rest für Booze, Blackjack und Hookers ausgeben. Nach Abzug aller Steuern logischerweise, denn was an Crowdfundinggeldern reinkommt, ist natürlich nicht steuerfrei. Ich weiß nicht, wie es in anderen Ländern aussieht, aber meines Wissens wäre in Deutschland höchstwahrscheinlich Umsatz- und/oder Einkommenssteuer fällig.
