Da ist jeder einer anderen Meinung. Aber warum auch nicht? Es darf ja mehr als nur eine Meinung geben. Es gibt ja auch mehr als einen Geschmack. Menschen sind halt sehr verschieden. Es gibt Bitterschmecker und Nichtbitterschmecker, es gibt
Zungenroller, und scheinbar gibt es Leute, die können einen Unterschied in unterschiedlich getakteten Bildabfolgen wahrnehmen.
Ich denke man kann, unabhängig von Geschmack oder Sinn für bestimmte Spiele, folgendes sagen:
- Der zeitliche Abstand zwischen den Bildern einer Bildabfolge ist kürzer, je mehr Bilder pro Sekunde angezeigt werden.
- Je früher eine Änderung oder ein neues Bild in einer Bildabfolge zu sehen ist, desto früher kann es wahrgenommen werden.
Jetzt könnte man sich fragen, ob es zwingend nötig ist, eine Bildänderung in einem Fußball-Manager-Spiel ca. 17ms früher (60fps) als mit 30fps wahrnehmen zu können. Vielleicht könnte man sagen, das es in einem Spiel, wo es kaum auf Echtzeit-Interaktion ankommen, der Spielmechanik keinen Abbruch tut. Bei anderen Spielen könnte es jedoch einen Unterschied ausmachen. Rennsimulationen oder First-Person-Shooter fallen einem da ein. Natürlich kommt es trotzdem immer noch auf die Machart und vom Entwickler angepeiltes Spieltempo an - und auf den persönlichen Anspruch.
Mir persönlich sind 60fps erstmal lieber. Bei Beat'em'Ups oder Rennsimulationen merke ich einen Unterschied, und mir sagen mehr Bilder pro Sekunde zu. Bei solchen Spielen reagiere ich auch recht empfindlich auf
Input Lag. Extra wegen Input Lag musste ich einen Fernseher wieder zurück geben, weil ich mir beim Spielen solcher Spiele vorkam, als hätte ich Grippe und noch ne Flasche Whiskey intus. Allerdings kann ich problemlos JRPGs oder Point'n'Click-Adventures auch mit weniger fps genießen. Es kommt halt immer drauf an.
Zusätzlich noch in den Raum geworfen: Die periphere Sicht des menschlichen Auges hat eine höhere zeitliche Auflösung als der
gelbe Fleck. Das kann man selbst ausprobieren. Einfach mal an einer "Bildquelle" bewusst dran vorbei gucken, sodass sie noch am Rande des Gesichtfeldes wahrnehmbar ist. Es bietet sich ein alter Röhrenfernseher, ein Plasma oder eine Leuchtstoffröhre an. Bei LCDs klappt das (glaube ich) nicht so gut, weil dort stets eine gewisse Mindesthelligkeit gegeben ist. Was ich noch in der Wikipedia gefunden habe, ist folgendes aus dem Artikel "
Auge - Facettenauge (Komplexauge)"
Sie liegt etwa bei fliegenden Insekten bei 250 Bildern pro Sekunde (also 250 Hz), was etwa dem vierfachen des menschlichen Auges mit 60 bis 65 Hz [6] entspricht.
[6] Wolf D. Keidel: Kurzgefasstes Lehrbuch der Physiologie, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 1973, S. 422.
Am Ende kommt es darauf an, ob man Spaß am Spiel hat. Und den kann man auch haben, wenn andere etwas anderes bevorzugen. Ich beleidige auch nicht den Koch, wenn mir sein Kohl nicht schmeckt. Ich bin Bitterschmecker, und da kann der Koch rein gar nichts für.
Gruß
Doc Angelo