Usul hat geschrieben:Also ich lehne mich nicht allzu weit aus dem Fenster, wenn ich sage, daß Homosexuelle auf ewig in der Minderheit sein werden. Alles andere wäre dann doch sehr überraschend.

Je umfassender wir Menschen selber die Rahmenbedingungen festlegen, unter den wir leben wollen, je stärker wir unsere Evolution in die eigene Hand nehmen können, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Homosexualität eines Tages in einer bestimmten menschlichen Kultur gesellschaftliche Mehrheit sein
könnte. Wenn wir immer stärker selber definieren können, was wir sind und wenn wir nicht mehr bestimmte Geschlechterkombinationen benötigen, um uns fortplanzen zu können, wenn wir frei sind das zu sein, was wir sein wollen, anstatt sich dem Diktat der Gene zu unterwerfen, können aus bestimmten Moden durchaus neue kulturelle Normen entstehen.
Da mag es in Zukunft Gesellschaften und Kulturen geben, die von einem sehr starken asexuellen Element geprägt sind, wo die Mitglieder dieser Gesellschaft keine deutlich sichtbaren primären und sekundären Geschlechtsorgane mehr haben und die Fortpflanzung ex vivo efolgt. Da mag es Kulturen geben, wo es überhaupt keine klar unterscheidbaren Geschlechtergrenzen mehr gibt und jeder alles sein kann. Zugleich oder nacheinander oder je nach Sommermode. Und da mag es durchaus Männergesellschaften geben, in der es keine biologischen Frauen mehr gibt und alle schwul sind. Sozusagen eine Gesellschaft, in der es nur nackische, muskelgestählte Putins und 300-Darsteller gibt
Es ist so vieles denkbar und durchaus im Rahmen des Möglichen und Machbaren (auch im Sinne der Verschmelzung von Mensch und Maschinen), dass unser heutiges Verständnis von Geschlechtern eines Tages so veraltet sein kann wie die einstige Vorstellung, die Erde sei eine Scheibe und würde im Zentrum des Universums liegen, weil das Universum nur aus der Erde und dem sie umgebenden Firmament bestand.