maho76 hat geschrieben:Natürlich wollen sie genau das produzieren, was der Markt will. Das ist gar nicht der Punkt. Die Frage ist, ob sie überhaupt genau wissen, was der Markt will, oder ob man das überhaupt so genau wissen kann, sodass man direkt ne halbe Milliarde in ne neue IP stecken kann.
die Meinung des marktes kann man ohne Probleme an seine eigenen Bedürfnisse anpassen, man muss nur genug Konsum/hip-schafe mit genug Werbekampagnen zubomben, dann glauben die sogar dass mit Sauerstoff versetztes wasser "gesünder" als anderes sei.
Wie ich hier ja schon mal schrieb: Wieso glauben so viele Forenuser, dass sie mehr von der Materie verstehen als die Leute, die damit tagtäglich ihr Geld verdienen und schon mehrfach bewiesen haben, dass sie ziemlich erfolgreich das bedienen, was der Markt möchte?
1. weil genug Manager keinen plan von dem haben was sie tun und sie ihren Job nur haben weil der vorstand/Boss noch weniger plan hat und "einfach mal was probiert". das merkt man nach spätestens 10 jahren Berufserfahrung. vernuft, verstand und fachkenntnis haben nur wenig mit wirtschaft zu tun und sind meist eher schädlich fürs Geschäft, wenns um kurzfristige Gewinnmitnahmen geht.
2. weil hier vielleicht nicht NUR schüler und arbeitslose rumhängen, sondern vielleicht auch der ein oder andere Manager / Spekulant / marketingmanager etc. der mindestens genausoviel, wenn nicht mehr plan von businessmaterie hat wie die typen hier in den Artikeln weil er sich für das Thema games sogar wirklich interessiert?

zu 2. gehörst du aber scheinbar nicht, ansonsten kann ich schlecht deine verbitterung aus 1. nachvollziehen
in modernen unternehmen haben vernunft, verstand und fachkenntnis ganz besonders viel mit wirtschaft zu tun, weil man so nämlich sparten und interessen bedienen kann, die andere "old-school-management" unternehmen nicht so einfach bedienen können. schon allein weil denen häufig die flexibilität und reaktionsgeschwindigkeit fehlt.
was ich äußerst interessant finde ist, dass in der forengemeinschaft unternehmen wie activision, ea usw. gerne als "old-school" geführt gelten. es ist aber so, dass diese unternehmen auf einem markt wie it unterhaltung null überlebenschance hätten, wenn sie nicht instant von hypetrain zu hypetrain springen können. was automatisch bedeutet, dass was hier so als führungsmarrote von ceos beschrieben wird gar nicht funktionieren kann. patriarchisch geführte unternehmen haben null chance, so ein entwicklungstempo und innovationsgeschwindigkeit mitzumachen, daher sagt schon allein die wahrscheinlichkeit, dass es bei ea und activision ähnlich zugeht wie bei valve - vielleicht nicht ganz so liberal. und wen interessiert was da besonders ist, der kann sich bei valve mal das mitarbeiterhandbuch anschauen.
will sagen: verglichen mit traditionellen branchen (automobil, stahlbau, rüstung usw.) bin ich mir ziemlich sicher, dass unterhaltungselektronische unternehmen deutlich moderner, flacher und weniger direktiv geführt werden.
und die activision aktien, die seit kurz vor modern warfare 3 bis heute um knapp 80% gestiegen sind, geben mir da recht :-p die nächste illusion die die forengemeinschaft hier gern hat ist nämlich die, dass man den investoren das blaue vom himmel runterlügen kann und die alle fachfremd sind.