Watch_Dogs: Ubisoft bedauert Journalistengeschenke

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Kajetan
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Re: Watch_Dogs: Ubisoft bedauert Journalistengeschenke

Beitrag von Kajetan »

adventureFAN hat geschrieben:Kennst du die Spieleveteranen?
Die geben zu, alle mal ab und zu solche Werbegeschenke anzunehmen, hälst du sie deshalb für unseriös? Ernsthaft?
Ja. Ernsthaft. Da gibt es kein "bisschen" seriös. Da gibt es nur "seriös" oder "nicht seriös". So wie es auch kein "bisschen" bestechlich gibt. Deswegen haben es Korruptionsbekämpfer auch so schwer. Weil viele Menschen nicht verstehen wollen, dass es sich mit Korruption wie mit der Schwangerschaft verhält. Entweder ist man schwanger oder man ist es nicht. Es gibt kein Dazwischen.
Ich verwette auch meinen aller Wertesten, dass das jeder namenhafte Journalist auf irgendeine Weise mal gemacht hat.
Kein Thema. Wenn er aber eines Tages beschloßen hat sich "Seriös" zu nennen, wird er damit auch aufgehört haben. Wenn nicht, ist er weiterhin nicht seriös.
Du denkst zu sehr Schwarz/Weiß.
Nein. Nur konsequent. Wenn ich als Journalist seriös sein möchte, DARF ich keine Geschenke mehr annehmen. Weil ich dann nicht serös bin.
Zuletzt geändert von Kajetan am 23.04.2014 13:48, insgesamt 2-mal geändert.
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Usul
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Re: Watch_Dogs: Ubisoft bedauert Journalistengeschenke

Beitrag von Usul »

Kajetan hat geschrieben:Nein. Nur konsequent. Wenn ich als Journalist seriös sein möchte, DARF ich keine Geschenke mehr annehmen. Weil ich dann nicht serös bin.
Das ist einfach totaler Unsinn. Wie viele seriöse Journalisten kennst du? Wie viele sehen das so unsinnig strikt wie du?
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Lord Hesketh-Fortescue
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Re: Watch_Dogs: Ubisoft bedauert Journalistengeschenke

Beitrag von Lord Hesketh-Fortescue »

Usul hat geschrieben:
Kajetan hat geschrieben:Nein. Nur konsequent. Wenn ich als Journalist seriös sein möchte, DARF ich keine Geschenke mehr annehmen. Weil ich dann nicht serös bin.
Das ist einfach totaler Unsinn. Wie viele seriöse Journalisten kennst du? Wie viele sehen das so unsinnig strikt wie du?
Wieso? Finde ich vollkommen normal. Da gibt es für mich überhaupt nichts dran zu diskutieren. Man kann es auch umformulieren: Journalisten, die von mir (dem Leser) ernstgenommen werden wollen, nehmen solche Geschenke erst gar nicht an.

Aber es ist auch eine Sache des eigenen Selbst- und Berufsverständnisses. Letztendlich bekommt jeder "Journalist" die Leserschaft, die er verdient. Umgekehrt bekommt jede Leserklientel den Journalismus, den sie verdient (siehe BILD). Was das für einen Haufen unkritischer, wertungsgeiler Zahlenfetischisten auf dem Selbstbestätigungstrip bedeutet, denen es völlig Banane ist, ob die 85,8259%-Wertung für "Fifa Drölftausend" nun die unabhängige Meinung des Testers ist oder ob da von außen mit freundschaftserhaltenden Maßnahmen ein wenig nachgeholfen wurde, kann man sich an 2 Fingern ausrechnen.

Man muss als Leser schon gewisse Minimalansprüche an guten Journalismus stellen und diese auch einfordern. Wenn bei 4P ans Tageslicht käme, dass fröhlich teure Geschenke angenommen wurden (und ein 300-Euro-Handy IST völlig out of line), während man sich gleichzeitig die Attribute "ehrlich" und "kritisch" ans Revers heftet, dann bin ich hier sofort als Leser weg. So einfach ist das. Wenn man sich besseren Spielejournalismus wünscht, darf man als Leserschaft nicht unkritisch alles schlucken - am besten noch mit der (am Kern der Sache gänzlich vorbeigehenden) Floskel "man gönne den armen Schreibern ja schließlich auch mal was Schönes".
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DasGraueAuge
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Re: Watch_Dogs: Ubisoft bedauert Journalistengeschenke

Beitrag von DasGraueAuge »

adventureFAN hat geschrieben: Kennst du die Spieleveteranen?
Ja, kenne ich. Wenn der Schneider-Johne mit seiner Microsoft Marketing Nummer anfängt, muss ich mir immer vor Scham die Ohren zu halten. Kein sehr glückliches Beispiel für Seriosität.
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adventureFAN
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Re: Watch_Dogs: Ubisoft bedauert Journalistengeschenke

Beitrag von adventureFAN »

Schwarz/Weiß, Konsequent, kompromisslos, rücksichtslos, fanatisch... ist im Prinzip doch eh das gleiche.

Also auch die bezahlten Reisen zu Spiele-Präsentationen findest du unseriös, Kajetan?
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Kajetan
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Re: Watch_Dogs: Ubisoft bedauert Journalistengeschenke

Beitrag von Kajetan »

Usul hat geschrieben:
Kajetan hat geschrieben:Nein. Nur konsequent. Wenn ich als Journalist seriös sein möchte, DARF ich keine Geschenke mehr annehmen. Weil ich dann nicht serös bin.
Das ist einfach totaler Unsinn.
Du hast, wenn ich das mal so deutlich sagen darf, keinen blassen Schimmer von dieser Thematik.
Wie viele seriöse Journalisten kennst du? Wie viele sehen das so unsinnig strikt wie du?
Alle seriösen Journalisten sehen das so. Ausnahmslos. Nennt sich auch ethisches Verhalten im Journalismus. Man nimmt keine Geschenke an. Wer Geschenke annimmt, handelt unseriös.

Warum glaubst, macht Ubisoft extra so einen Aufstand? Warum bedauert man jetzt offiziell diese Aktion? Weil es UNSERIÖS war! Und wer diese Geschenke angenommen, bzw. nicht umgehend weitergeben hat, der ist ebenfalls UNSERIÖS! So einfach ist das.
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adventureFAN
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Re: Watch_Dogs: Ubisoft bedauert Journalistengeschenke

Beitrag von adventureFAN »

DasGraueAuge hat geschrieben:
adventureFAN hat geschrieben: Kennst du die Spieleveteranen?
Ja, kenne ich. Wenn der Schneider-Johne mit seiner Microsoft Marketing Nummer anfängt, muss ich mir immer vor Scham die Ohren zu halten. Kein sehr glückliches Beispiel für Seriosität.
Stimmt... oder Jörg Langer mit seinem GamersGlobal, der hört sich echt gerne selbst reden.
Der geht mir manchmal echt tierisch auf die Nerven.

Aber ich meinte nicht was jetzt ist, sondern was war ^^
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Usul
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Re: Watch_Dogs: Ubisoft bedauert Journalistengeschenke

Beitrag von Usul »

Lord Hesketh-Fortescue hat geschrieben:Man kann es auch umformulieren: Journalisten, die von mir (dem Leser) ernstgenommen werden wollen, nehmen solche Geschenke erst gar nicht an.
Aber der Punkt ist, daß solche "Geschenke" eben in der Branche nicht nur üblich sind, sondern auch teilweise notwendig. Auch Werbeverträge mit Publishern könnte man als Geschenke bezeichnen... und es gibt nicht wenige Fälle, in denen höhere Wertungen gegen höhere Werbeverträge eingetauscht wurden. Was hinter den Kulissen abgeht, wissen wohl nur die Betroffenen.

Wer die Seriosität eines Journalisten daran bemißt, ob dieser "Geschenke" annimmt oder nicht, muß dann wohl sehr differenzierte Angaben zu diesen Geschenken machen. Das Beispiel wurde genannt: Wenn Harley Davidson in Amerika neue Motorräder vorstellt und man ausgewählte Journalisten auf eigene Kosten dorthin fliegt und in Hotels unterbringt und sie verpflegt... ist das dann auch ein unzulässiges Geschenk?

Ihr dürft das gerne so strikt und schwarz-weiß sehen, wie ihr mögt... aber die Journalistenwelt, wie ich sie kennengelernt habe, hat auch einige Grautöne. Und ich persönlich habe auch kein Problem damit... am Ende kommt es auf den Inhalt an und wie gesagt: Der kann auch bei Journalisten, die keine wie auch immer gearteten Geschenke annimt, unbewußt oder gar bewußt unbefriedigend sein.
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Usul
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Re: Watch_Dogs: Ubisoft bedauert Journalistengeschenke

Beitrag von Usul »

Kajetan hat geschrieben:Alle seriösen Journalisten sehen das so. Ausnahmslos.
Ah, OK.
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Kajetan
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Re: Watch_Dogs: Ubisoft bedauert Journalistengeschenke

Beitrag von Kajetan »

adventureFAN hat geschrieben:Schwarz/Weiß, Konsequent, kompromisslos, rücksichtslos, fanatisch... ist im Prinzip doch eh das gleiche.
Nein. Ist es nicht. Ich sehe hier fünf Begriffe mit MINDESTENS fünf verschiedenen Bedeutungen.
Also auch die bezahlten Reisen zu Spiele-Präsentationen findest du unseriös, Kajetan?
Natürlich. Was denn sonst? Wenn ich als seriöser Spiele-Journalist gelten will, dann wird der Aufenthalt auf und die Reise zu Messen/Veranstaltungen von der Redaktion bezahlt (oder von mir selber, falls ich Freelancer bin). Alles andere ist ... richtig, unseriös.
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Kajetan
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Re: Watch_Dogs: Ubisoft bedauert Journalistengeschenke

Beitrag von Kajetan »

Usul hat geschrieben:
Kajetan hat geschrieben:Alle seriösen Journalisten sehen das so. Ausnahmslos.
Ah, OK.
Usul, ehrlich. Du hast keine Ahnung von dieser Thematik, nur eine Meinung.
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adventureFAN
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Re: Watch_Dogs: Ubisoft bedauert Journalistengeschenke

Beitrag von adventureFAN »

Jau, jedem seine Meinung.

Nur aus interesse: Welche Journalisten im Spiele-Bereich sind deiner Meinung nach seriös?
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Usul
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Re: Watch_Dogs: Ubisoft bedauert Journalistengeschenke

Beitrag von Usul »

Kajetan hat geschrieben:Usul, ehrlich. Du hast keine Ahnung von dieser Thematik, nur eine Meinung.
Wie so oft tust du hier wieder mal so, als ob deine Meinung der Weisheit letzter Schluß ist und der Rest eben nichts weiter als Meinungen... schlimmstenfalls von Ahnungslosen. Das sei dir belassen. Ich kenne genügend "seriöse" Journalisten, die nicht in das Schema passen, das du hier beschreibst. Woran ich die Seriosität erkenne? Weil ich die Personen kenne, weil ich ihre Texte kenne und weil ich teilweise erlebe, wie diese Texte entstehen. Auch weiß ich gerade um das harte Leben von freien Journalisten, die selbstverständlich froh darum sind, wenn sie die Kosten ihrer Arbeit nicht selbst tragen müssen.

Aber das und anderes ist ja gelebte Praxis. Kein Vergleich zu deiner ahnungsvollen und unantastbaren Theorie.
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Kajetan
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Re: Watch_Dogs: Ubisoft bedauert Journalistengeschenke

Beitrag von Kajetan »

Usul hat geschrieben: Wie so oft tust du hier wieder mal so, als ob deine Meinung der Weisheit letzter Schluß ist ...
Dein Problem ist ... Du betrachtest meine Äusserungen zu diesem Thema als reine Meinung. Wenn wir uns darüber unterhalten würden, ob Spiel XYZ Spass macht oder nicht, dann wäre das ja auch kein Problem. Denn da gibt es nur Meinungen.

Ich hingegen rede hier von Standards, wie sie innerhalb des Journalismus definiert wurden. Das ist nicht auf meinem Mist gewachsen, das wird einem so auf der Journalistenschule beigebracht. Es sind schon Journalisten wegen Annahme von Geschenken gefeuert worden. Weil es unseriös ist, weil es als nicht akzeptables Verhalten gilt. Dass sich viele Journalisten und Redaktionen aber darum einen feuchten Dreck kümmern, das ist deren Entscheidung. Deswegen gelten solche Journalisten und ihre Arbeitgeber auch als nicht seriös :)
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Lord Hesketh-Fortescue
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Re: Watch_Dogs: Ubisoft bedauert Journalistengeschenke

Beitrag von Lord Hesketh-Fortescue »

Usul hat geschrieben:
Lord Hesketh-Fortescue hat geschrieben:Man kann es auch umformulieren: Journalisten, die von mir (dem Leser) ernstgenommen werden wollen, nehmen solche Geschenke erst gar nicht an.
Aber der Punkt ist, daß solche "Geschenke" eben in der Branche nicht nur üblich sind, sondern auch teilweise notwendig. Auch Werbeverträge mit Publishern könnte man als Geschenke bezeichnen... und es gibt nicht wenige Fälle, in denen höhere Wertungen gegen höhere Werbeverträge eingetauscht wurden. Was hinter den Kulissen abgeht, wissen wohl nur die Betroffenen.
Ein Grund mehr, sich als Leserschaft gerade bei dieser ohnehin inzestuös verbandelten Spielebranche mal etwas zu emanzipieren und zu fordern, dass Werbung und Redaktion gefälligst sauberst (!) getrennt werden. Was eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist.
Wer die Seriosität eines Journalisten daran bemißt, ob dieser "Geschenke" annimmt oder nicht, muß dann wohl sehr differenzierte Angaben zu diesen Geschenken machen. Das Beispiel wurde genannt: Wenn Harley Davidson in Amerika neue Motorräder vorstellt und man ausgewählte Journalisten auf eigene Kosten dorthin fliegt und in Hotels unterbringt und sie verpflegt... ist das dann auch ein unzulässiges Geschenk?
Grundsätzlich ja. Das gilt noch in erhöhtem Maße, wenn der betreffende Journalist tatsächlich ein Kritiker/Tester ist, also über das Produkt nicht nur informiert, sondern wirklich urteilt. Ich will da auch gar nicht die penetrante Moralsau raushängen lassen (oder gar behaupten, ich wäre an des Journalisten Stelle immer wer weiß wie "standhaft" bei solchen Verführungen), aber sofern dieser Journalist von mir als Kritiker ernst genommen werden will, erwarte ich, dass er sowas selber zahlt. Natürlich. Wie gesagt, als Leser gewisse Ansprüche an guten Journalismus zu stellen, kann gar nicht verkehrt sein.