Gone Home: Wird auch Konsolengefilde unsicher machen

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Cheraa
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Re: Gone Home: Wird auch Konsolengefilde unsicher machen

Beitrag von Cheraa »

Klar ist es Marketing, aber auch nur für absolute Kenner und bekennende Fans vom Hobby Zocken.
Der 08/15 Causal Gamer wird aber nur durch TV Werbung angesprochen wie bei CoD oder Fifa, wird sich aber nicht die Zeit nehmen im Internet entsprechende Review Seiten regelmäßig anzusteuern.
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Alter Sack
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Re: Gone Home: Wird auch Konsolengefilde unsicher machen

Beitrag von Alter Sack »

Kajetan hat geschrieben:
Alter Sack hat geschrieben:
GrinderFX hat geschrieben:Marketing gabs doch genug. So viel wie drüber berichtet wurde und so viel wie es gelobt wurde, ist es durchaus wenig.
Ja das sehe ich auch so. Marketing gabs ohne Ende kostenlos.
Presseberichte sind kein Marketing und schon gar nicht "ohne Ende". Marketing ist das, was der Anbieter von sich aus unternimmt, um sein Produkt bekannter zu machen, in dem er z.B. Anzeigen schaltet. Presseberichte stehen auch nicht alleine im luftleeren Raum, sondern sind gestockt voll mit Berichten zu ALLEN Spielen, so dass Marketingeffekte von Presseberichten nur gering ausfallen. Du überschätzt ein wenig den Werbeeffekt und die Wirkung von Presseberichten. Das funktioniert nicht einfach linear hochskalierend X Presseberichte gleich Y Umsätze.

250.000 SIND eine mehr als nur ordentliche Zahl für so ein Spiel, mit so gut wie keinem Marketing und einem Gameplay, welches eben nicht irgendwelchen traditionellen Bahnen folgt.
Das sehe ich komplett anders und das zeigt auch meine jahrelange Erfahrung im Beruf.
Das beste Marketing was du bekommen kannst ist eine positive Presse im Print und TV-Bereich. Deshalb sind auch alle dahinter her wie der Teufel hinter der armen Seele. "Unabhängige" positive Berichterstattung in großen Mengen ist wertvoller als jede Marketingaktion und bedeutend effektiver.
Wir können zig Anzeigen in der c't plazieren und nichts spürbares tut sich im Vertriebskanal aber ein positiver Bericht des gleichen Magazins lässt die Testinstallationen um 10% nach oben gehen.
Und das ist in fast allen Bereichen so. Nicht umsonst hat z.B. der ADAC jetzt so einen Dreck am Stecken. Oder auch die großen Publisher in der Spielebranche ... warum betreiben die denn so einen großen Aufwand um die Journalisten auf ihre Seite zu ziehen. Die Effektivität einer positiven Berichterstattung kannst du mit keiner geplanten Marketingaktion aufwiegen, außer du nimmst extrem viel Geld in die Hand.

Und das ist auch kein Marketing nur für absolute Kenner. Wenn nur Insider Spielmagazine lesen würden gäbs bestimmt nicht so viele. Und auch im TV gabs ausreichend Berichte über das Spiel in den einschlägigen Spielemagazinen. Außerdem gabs auch in der fachfremden Presse Berichte darüber.
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The_Outlaw
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Re: Gone Home: Wird auch Konsolengefilde unsicher machen

Beitrag von The_Outlaw »

@Alter Sack
Man muss aber auch das Werk für sich betrachten. In der Flut an Indie-Spielen ist sogar Gone Home vergleichsweise ungewöhnlich, weil es sich voll und ganz auf eine Geschichte und zu keinem Zeitpunkt auf das Gameplay konzentriert, womit es sogar unter den Indies noch ziemlich gegen den Strom schwimmt, wo bei einem Nidhogg zB nach einer Geschichte gar nicht erst gefragt wird.

Jeder, der schon länger Videospiele spielt, wird hier schnell erkennen, dass das ein SEHR spezielles Spiel ist, wo abzusehen ist, dass das nicht vielen Leuten gefällt. Es ist auch nicht wie bei zB Heavy Rain (dem ja auch regelmäßig der Status ''Spiel'' abgesprochen wird), wo mehr Tamtam drum gemacht wurde und mit Fahrenheit bereits ein Titel draußen war, der mit dem Studio in Verbindung gebracht werden konnte.

Ich will dir nicht widersprechen, da ich mich zu wenig mit der Wirkung von Werbung im Detail auskenne. Ich halte es aber für falsch, zu sagen, dass: Viel Marketing (wie auch immer definiert) + Anerkennung in der Presse + wenige Verkaufszahlen = überbewertet
Als ob der kommerzielle Erfolg jemals der Maßstab für Qualität war, unabhängig davon, über welches Medium man spricht.
(Du sagst gerade das ja nicht, ich will dir nichts unterstellen! Klingt bei anderes etwas danach.)

Wenn ich nur das Spiel betrachte und dann, was sich sonst so im Indie-Bereich gut verkauft... dann überraschen mich die 250.000 eher positiv.
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Alter Sack
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Re: Gone Home: Wird auch Konsolengefilde unsicher machen

Beitrag von Alter Sack »

The_Outlaw hat geschrieben:@Alter Sack
Man muss aber auch das Werk für sich betrachten. In der Flut an Indie-Spielen ist sogar Gone Home vergleichsweise ungewöhnlich, weil es sich voll und ganz auf eine Geschichte und zu keinem Zeitpunkt auf das Gameplay konzentriert, womit es sogar unter den Indies noch ziemlich gegen den Strom schwimmt, wo bei einem Nidhogg zB nach einer Geschichte gar nicht erst gefragt wird.

Jeder, der schon länger Videospiele spielt, wird hier schnell erkennen, dass das ein SEHR spezielles Spiel ist, wo abzusehen ist, dass das nicht vielen Leuten gefällt. Es ist auch nicht wie bei zB Heavy Rain (dem ja auch regelmäßig der Status ''Spiel'' abgesprochen wird), wo mehr Tamtam drum gemacht wurde und mit Fahrenheit bereits ein Titel draußen war, der mit dem Studio in Verbindung gebracht werden konnte.

Ich will dir nicht widersprechen, da ich mich zu wenig mit der Wirkung von Werbung im Detail auskenne. Ich halte es aber für falsch, zu sagen, dass: Viel Marketing (wie auch immer definiert) + Anerkennung in der Presse + wenige Verkaufszahlen = überbewertet
Als ob der kommerzielle Erfolg jemals der Maßstab für Qualität war, unabhängig davon, über welches Medium man spricht.
(Du sagst gerade das ja nicht, ich will dir nichts unterstellen! Klingt bei anderes etwas danach.)

Wenn ich nur das Spiel betrachte und dann, was sich sonst so im Indie-Bereich gut verkauft... dann überraschen mich die 250.000 eher positiv.
Da gebe ich dir ja recht. Ich hab ja schon vorher geschrieben das ich dem Spiel auf keinen Fall die Qualität abspreche. Ich hätte auf Grund des großen medialen Interesses allerdings mit mehr verkauften Einheiten gerechnet. Ist aber vermutlich wie du sagst der Thematik und des Gameplays des Spieles geschuldet das viele Spieler es dann doch nicht spielen wollen.
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SethSteiner
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Re: Gone Home: Wird auch Konsolengefilde unsicher machen

Beitrag von SethSteiner »

Es wird wohl schon seinen Grund haben, warum die Presse so umworben wird:
https://fbcdn-sphotos-d-a.akamaihd.net/ ... 1291_o.jpg
Mehr als grenzwertig ist das.

Nichts desto trotz, ich denke Gone Home wird sich noch ganz gut machen, wenn man damit Multiplattform geht (würde sich Vita nicht anbieten?). Ich sage 1 Million voraus.
Ravrav
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Re: Gone Home: Wird auch Konsolengefilde unsicher machen

Beitrag von Ravrav »

Gone Home kostet etwa 20 Dollar. Wenn es sich 250.000 mal verkauft hat wären das etwa 5 Millionen an Umsatz. Steam kriegt natürlich noch seinen Cut und es ist nicht bekannt, wie viel die Entwicklung gekostet hat. Wenn man aber bedenkt, dass das Spiel von nur 4 Leuten in knapp 1 1/2 Jahren entwickelt wurde, war das Ganze so oder so wahrscheinlich verdammt profitabel.
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Kajetan
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Re: Gone Home: Wird auch Konsolengefilde unsicher machen

Beitrag von Kajetan »

Alter Sack hat geschrieben:Das sehe ich komplett anders und das zeigt auch meine jahrelange Erfahrung im Beruf.
Die habe ich auch :)
Das beste Marketing was du bekommen kannst ist eine positive Presse im Print und TV-Bereich. Deshalb sind auch alle dahinter her wie der Teufel hinter der armen Seele. "Unabhängige" positive Berichterstattung in großen Mengen ist wertvoller als jede Marketingaktion und bedeutend effektiver.
Jain. Es kommt ganz auf das Produkt an und für wen das Produkt gemacht wird. Für Produkte, die am Massenmarkt platziert werden, sind Presseberichte nur ein kleiner Teil des Marketingmixes. Da ist es wirklich entscheidender, ob es TV-Werbung gibt und ob in einschlägigen Geschäften eine Palette mit der Ware prominent genug platziert ist, damit der Wiedererkennungswert aus der Werbung durch Impulskäufe entsprechend monetarisiert werden kann.

Bei einem kleinen Indie-Spiel sind Presseberichte in der Regel die EINZIGE Form einer öffentlichen Zurschaustellung. Und dafür sind 250.000 Einheiten, mal ganz dezent und vorsichtig ausgedrückt, eine richtig, richtig gute Hausnummer. Man könnte in Relation zum Produktionsaufwand sogar von einem sehr großen Erfolg sprechen :)

Zum Vergleich: Als Beyond Good & Evil erschien, überschlugen sich die positiven Pressestimmen. Ubisoft war zuversichtlich, es wurde auch ne Menge ins Marketing gesteckt. Die Umsätze waren so niedrig, dass Ubisoft seitdem die Finger von "experimentellen" Spielen mit AAA-Budget lässt. Man munkelt von nicht mal 100.000 verkauften Einheiten in den ersten Wochen. Als bekannt wurde, dass sich das Spiel so miserabel verkaufte, wollte das auch zuerst niemand glauben. Weil "aber, aber ... all die umfangreiche, positive Berichterstattung?"

Anderer Vergleich: "Project Nomads" von Radon Labs. Bekam Awards, bekam tonnenweise positive Previews, sah fantastisch aus, spielte sich neuartig und trotzdem gut ... und floppte derart heftig, dass der Publisher CDV nur mit viel Releaseglück durch andere Spiele einer Insolvenz entging. Für 250.000 verkaufte Spiele hätte man dort kleine Kinder geopfert!
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mr archer
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Re: Gone Home: Wird auch Konsolengefilde unsicher machen

Beitrag von mr archer »

Ravrav hat geschrieben:Gone Home kostet etwa 20 Dollar.
Zu Beginn, ja. Allerdings dürfte der Humble Sale Anfang des Jahres bei den 250.000 nicht ganz unwichtig gewesen sein. Und da kostete das Spiel deutlichst unter 10 Dollar.
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Knarfe1000
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Re: Gone Home: Wird auch Konsolengefilde unsicher machen

Beitrag von Knarfe1000 »

GrinderFX hat geschrieben:Heutzutage heißt es ja noch lange nicht das etwas gut ist nur weil es Preise bekommen hat.
Da kriegen Filme 8 Oscar, die zwar ok sind aber mehr auch nicht, Spiele irgendwelche Preise die mittlelklasse und irgendwelche Service, die gerade so akzeptabel sind.
Naja, es kann ja nicht jeder Schimpanse anspruchsvolle Unterhaltung - egal ob Filme, Musik oder Spiele - mögen.