Grauer_Prophet hat geschrieben:Gravity
9/10 Epic
Eindrucksvoller Film, aber leider hat mir Kerbal Space Programm das Ding ein wenig ruiniert.

(Also nicht weiterlesen wenn man den Film noch nicht gesehen hat^^)
Man hat nicht nur die grundlegendsten orbitalen Mechaniken ignoriert, sondern gleichzeitig alles, was den Weltraum wirklich groß macht. In Gravity gab es keine Umlaufbahnen, sondern einfach Raumstationen, die sich unbewegt und nah einander im unendlichem Nichts befanden - wobei allerdings immer atmosphärische Reibung auftrat. In der Realität fällt man mit zigtausend M/S in einem bestimmten Winkel um einen Planeten. Will man ein Rendezevous, beschleunigt man kurz und ultrapräzise in eine bestimmte Richtung. Nicht auf sein Ziel zu, sondern nur um die eigene Umlaufbahn zu beeinflussen und hofft darauf, dass sie sich ~6+ Stunden mit der des Ziels kreuzt, um dort abzubremsen.
Irgendwie fehlte Gravity mit dem Wissen ein wenig der Sinn der Bedrohlichkeit, des gefährlichsten Raumes, in dem die Menschheit je vordrang.
[/pointless_rant]
Die eizige legitime Kritik ist wohl die Stelle, wo man einfach mal die etablierten Regeln geändert hat, um George Clooney (der ein bischen zu sehr den Übermenschen spielte) zu killen. Das er plötzlich in der Schwerelosigkeit weggezogen wurde, machte in etwa genau so viel Sinn wie die Raumstation in CoD Ghosts, die aus irgendeinem Grund sofort ~300.000 KM in die Tief fiel, nachdem sie um ein par Grad gedreht wurde.

Trotzdem, der Film funktioniert, und liefert ein unheimliches Erlebnis. Kann ich trotz anfänglicher Skepsis nur weiterempfehlen.
Für ein glaubwürdigeres Drama würde ich aber eher etwas wie Apollo 13 empfehlen. Das konzentriert sich auf die Komplexität und Klaustrophobie in den unendlichen Weiten, während Gravity mehr Kinozauber sein will. Was imo viel zu wenige Filme mit einer derartigen Zielstrebigkeit umsetzen.