Nintendo begrüßt folgendes Urteil: Umgehung technischer Schutzmaßnahmen zum Abspielen von Raubkopien ist illegal

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Wulgaru
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Re: Nintendo begrüßt folgendes Urteil: Umgehung technischer

Beitrag von Wulgaru »

Steam ist doch 10mal schlimmer als ein Kopierschutz. Das Spiel gehört mir ja nichtmal wenn ich dort was kaufe. Da muss man sich doch nichts vormachen. Sowas wie Steam benutzen die Leute nur aus einem einzigem Grund: Weil es komfortabel, bequem und unkompliziert ist.
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Alter Sack
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Re: Nintendo begrüßt folgendes Urteil: Umgehung technischer

Beitrag von Alter Sack »

Wulgaru hat geschrieben:Steam ist doch 10mal schlimmer als ein Kopierschutz. Das Spiel gehört mir ja nichtmal wenn ich dort was kaufe. Da muss man sich doch nichts vormachen. Sowas wie Steam benutzen die Leute nur aus einem einzigem Grund: Weil es komfortabel, bequem und unkompliziert ist.
Ja ... mehr Kopierschutz als bei Steam geht nicht ... da ändert auch der Preis nichts dran. Also jeder der gegen Kopierschutz wettert (was OK ist) aber gleichzeitig Steam verteidigt dem sprech ich die Mündigkeit ab.
Nanimonai
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Re: Nintendo begrüßt folgendes Urteil: Umgehung technischer

Beitrag von Nanimonai »

Kajetan hat geschrieben:
Usul hat geschrieben:
Kajetan hat geschrieben:Kopierschutzmaßnahmen entstehen, weil Firmen nicht verstanden haben, dass Kopierschutzmaßnahmen im Digitalen Zeitalter kontraproduktiv, bestenfalls nur nutzlos sind.
Und die Behauptung, daß sie nutzlos sein, ist halt weiterhin nur eine Behauptung, die höchstens auf wackligen Beinen steht.
Sie sind nutzlos. Weil es keinen Beweis für einen wie auch immer gearteten positiven EInfluß auf den Umsatz gibt.
Natürlich gibt es einen positiven Einfluss auf den Umsatz. Wäre dem nicht so, würden sich Kopierschutzmechanismen nicht schon seit Jahrzehnten trotz immenser Kosten halten können.

Was Du möchtest ist ein direkter Beweis für den positiven Einfluss, aber der muss gar nicht gegeben sein, um diese Beweisführung anzutreten.
Denn die Tatsache, dass alleine das Vorhandensein eines Kopierschutzmechanismus Aktionäre und potentielle Geldgeber dazu bewegt, in ein bestimmtes Projekt zu investieren, beweist einen wie auch immer gearteten positiven Einfluss.
Ohne Kopierschutzmechanismen wären faktisch sehr viele (vor allem große AAA)-Produktionen nicht realisierbar, würden also das Licht der Welt gar nicht erblicken und könnten demnach auch keinerlei Umsatz generieren.

Es ist vermutlich schwierig den Beweis anzutreten, dass die Kosten für die Implementierung eines Kopierschutzmechanismus durch Mehrverkäufe (weil weniger kopiert wurde) 1:1 gedeckt sind, aber das muss wie gesagt auch gar nicht geschehen.
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Mr. Gameexperte
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Re: Nintendo begrüßt folgendes Urteil: Umgehung technischer

Beitrag von Mr. Gameexperte »

Nightfire123456 hat geschrieben:
Marina Cheslock hat geschrieben:
Mr. Gameexperte hat geschrieben:Kann Fanman eigentlich nur zustimmen. Wer PS+ hat, hat keinen Anlass, sich die PS3 zu cracken oder wie man das auch immer nennen mag. Man zahlt halt nur 50€ im Jahr und kriegt so viele Spiele, wie man sie nicht mal in zwei Jahren runterladen könnte ^^.
wenn man sich mit fast jedem dreck zufrieden gibt und von anfang an dabei ist, ist das bestimmt ein nettes angebot
Vor allem denke ich nicht das die durchschnittsfamilie die sich eine Nintendo Konsole kauft in Betracht zieht ein Abo für einen Online Dienst abzuschliesen.
Ebenso wenig wird sie die Konsole hacken, denke ich mal ;)
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ActionJackson
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Re: Nintendo begrüßt folgendes Urteil: Umgehung technischer

Beitrag von ActionJackson »

Steam:
- Internetverbindung vorausgesetzt, Client + Benutzerkonto, Spiel kaufen > Spiel spielen.
Von daher:
Wulgaru hat geschrieben: ... Sowas wie Steam benutzen die Leute nur aus einem einzigem Grund: Weil es komfortabel, bequem und unkompliziert ist.
Ich gebe dir vollkommen recht. (Sind allerdings drei Gründe :D)
Man könnte das auch euphemistisch als Service bezeichnen.

Wenn Steam von heute auf morgen plötzich nicht mehr da ist hab ich allerdings ein gewaltiges Problem. Weiß ich. Risiko nehme ich in kauf. Kann passieren, siehe Games for Windows.
Wäre toll wenn der Gesetzgeber sich hierzu mal etwas mehr engagieren würde.


Kopierschutz:
- Spiel im Laden kaufen oder DRM-freier Download:
1. Disc wird vom Laufwerk wegen des Kopierschutzes nicht erkannt
2. Kopierschutz (Software oder Dongle) hat was gegen mein Betriebssystem und/oder andere Software auf meinem Rechner
3. Anbieter des Spiels sagt: Interessiert mich nicht das wegen meines Kopierschutzes mein Produkt auf deinem Rechner nicht funktioniert. Ändere gefälligst dein Laufwerk/Betriebssystem/etc.
Nanimonai
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Re: Nintendo begrüßt folgendes Urteil: Umgehung technischer

Beitrag von Nanimonai »

ActionJackson hat geschrieben:Steam:
- Internetverbindung vorausgesetzt, Client + Benutzerkonto, Spiel kaufen > Spiel spielen.

Kopierschutz:
- Spiel im Laden kaufen oder DRM-freier Download:
1. Disc wird vom Laufwerk wegen des Kopierschutzes nicht erkannt
2. Kopierschutz (Software oder Dongle) hat was gegen mein Betriebssystem und/oder andere Software auf meinem Rechner
3. Anbieter des Spiels sagt: Interessiert mich nicht das wegen meines Kopierschutzes mein Produkt auf deinem Rechner nicht funktioniert. Ändere gefälligst dein Laufwerk/Betriebssystem/etc.
Bei "Steam" beschreibst Du ein Best-Case-Szenario, bei "Kopierschutz" ein Worst-Case-Szenario.
Das ist nicht sonderlich objektiv.
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SethSteiner
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Re: Nintendo begrüßt folgendes Urteil: Umgehung technischer

Beitrag von SethSteiner »

@Nanimonai
Wieso muss es nicht geschehen? Das was du anbringst ist ein Zirkelschluß, kein Argument.
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ActionJackson
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Re: Nintendo begrüßt folgendes Urteil: Umgehung technischer

Beitrag von ActionJackson »

Nanimonai hat geschrieben:Bei "Steam" beschreibst Du ein Best-Case-Szenario, bei "Kopierschutz" ein Worst-Case-Szenario.
Das ist nicht sonderlich objektiv.
Hier geht es ja eigentlich um Kopierschutz und nicht um Steam.

Ich habe hier über meine Erfahrung geschrieben und diese ist eben das ich in all den Jahren (seit 2004) nicht einmal auf Steam ein Problem hatte das ein Spiel nicht laufen wollte wegen dem Kopierschutz.

Was ich allerdings seit Mitte/Ende der 90er Probleme mit legal erworbenen Spielen/Filmen/Musik hatte sie auf legal erworbenen PCs/Playern zu spielen würde den Rahmen dieses Forums sprengen.
Und so "worst-case"-Aussagen wie: "Sie benötigen ein anderes Laufwerk", hab ich nicht nur einmal gehört.

Vorallem Musik und Filme aus der Zeit zwischen 1999 und 2002 stellen eine besondere Herausvorderung dar.
Was ich mir damals Wissen und Fähigkeiten aneignen musste nur um legal erworbene Medien zu nutzen ist ein Armutszeugniss für die Spiele-, Film-und Musikbranche, die ja so Panik hatte weil ihr bishergies Geschäftsmodell nicht mehr funktioniert hatte.
Da wurde lieber der letzte zahlende Kunde mit Kopierschutzmaßnahmen gegängelt und beim kleinsten Verdacht auf illegale Kopien sofort mit existenzgefährdenden Regressforderungen gedroht als sich Gedanken über neue Möglichkeiten des Marktes zu machen.
Kopierschutz ist eine fixe Idee von jemanden der gierig und faul ist.
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Nightfire123456
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Re: Nintendo begrüßt folgendes Urteil: Umgehung technischer

Beitrag von Nightfire123456 »

Nightfire123456 hat geschrieben:
Marina Cheslock hat geschrieben:
Mr. Gameexperte hat geschrieben:
wenn man sich mit fast jedem dreck zufrieden gibt und von anfang an dabei ist, ist das bestimmt ein nettes angebot
Vor allem denke ich nicht das die durchschnittsfamilie die sich eine Nintendo Konsole kauft in Betracht zieht ein Abo für einen Online Dienst abzuschliesen.
Ebenso wenig wird sie die Konsole hacken, denke ich mal ;)
Wenn du dich da mal nicht irrst. Beim Ds war es ein richtiger Trend eine solche Karte zu besitzen. Wurde sogar schon öfters von Freunden und Bekannten mit kleinen Kindern gefragt wo man denn diese Karten her bekommt die viele für ihren DS besitzen um die Spiele darauf zu speichern. Die Teile sind halt echt meist idioten Sicher und bieten gerade für Kinder eine menge Vorteile. Viele der Eltern haben mir bestätigt das am Spielplatz fast jeder mit einem DS eine solche Karte besitzt. Vielleicht sollte Nintendo diesen "Trend" lieber aufgreifen anstatt das ganze einfach nur zu verbieten. Statt sowas wie ps+ auf dem DS einzuführen wäre ich eher dafür das Nintendo es möglich macht die Spiele optional auf einem Gerät zu installieren und zu binden. Denn gerade für Kinder ist es ein riesen Vorteil wenn sie nicht zig Karten mit nehmen müssen und dann evtl. auch noch verlieren oder ob sie alle Spiele auf dem Gerät haben. Der E-shop geht zwar in die richtige Richtung allerdings ist der schon ziemlich umständlich und unübersichtlich aufgebaut
Nanimonai
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Re: Nintendo begrüßt folgendes Urteil: Umgehung technischer

Beitrag von Nanimonai »

SethSteiner hat geschrieben:@Nanimonai
Wieso muss es nicht geschehen? Das was du anbringst ist ein Zirkelschluß, kein Argument.
Das habe ich doch eigentlich erklärt.
Ein direkter Beweis ist nicht möglich, weil wir hier mit einem "Was-wäre-wenn" Szenario arbeiten. Kausalitäten sind weder in die eine noch die andere Richtung direkt nachweisbar.

Daher muss man sich mit Logik behelfen. Und die sagt mir, dass etwas sehr kostenintensives wie ein Kopierschutz in der Industrie nicht jahrzehntelang bestehen würde, wenn es keinen Nutzen daraus geben würde. "Nutzen" definiert sich marktwirtschaftlich im Endeffekt immer über Umsatz. Ob nun direkt durch Verkäufe oder indirekt durch Monopole, Kleinhalten der Konkurrenz oder eben Anwerben von Sponsoren und Investoren.

Selbst wenn ein Kopierschutz also deutlich mehr Geld kostet, als durch Mehrverkäufe eingenommen wird, ist dadurch noch lange nicht bewiesen, dass er keinen Nutzen hat.

In einer idealen Welt werden große AAA-Spiele ohne Kopierschutz veröffentlicht und alle kaufen, keiner kopiert.
In der Realität ist es aber schwierig, für einen Titel ohne Kopierschutz überhaupt Investoren zu finden um es zu realisieren. Ein veröffentlichtes Spiel mit Kopierschutz ist also trotz hoher Kosten und eventuell weniger Umsätzen durch den Kopierschutz immer noch umsatzwirksamer als gar kein Spiel.
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SethSteiner
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Re: Nintendo begrüßt folgendes Urteil: Umgehung technischer

Beitrag von SethSteiner »

Es ist nicht logisch zusagen "Das machen viele, darum muss es sinnvoll sein", es ist ein Zirkelschluß. Logisch wäre es, würde man sagen "Statistiken zeigen, dass Plattformen und Spiele ohne Kopierschutz sich um XY% schlechter verkaufen als Plattformen und Spiele mit Kopierschutz". Wenn Kopierschutz einen Sinn macht, kann man das durch wissenschaftliche Arbeit auch belegen. Unternehmen werden von Menschen geleitet, damit sind sie grundsätzlich anfällig für irrationale Entscheidungen, sinnbefreite Tradition oder egozentrische, kurzsichtige Kundengängelungen.
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Re: Nintendo begrüßt folgendes Urteil: Umgehung technischer

Beitrag von Marina Cheslock »

AtzenMiro hat geschrieben: Warum muss du bei einem Generations-Wechsel das Spiel neu kaufen? Spiel es einfach weiter auf der alten Konsole und gut ist. Was ist das für ein Argument? Und die PS2-Kompatibilität wurde nicht weggepatcht (sie war nur zur Hälfte eine Software-Emulation), sondern wegrationalisiert, damit man die PS3 für 400€ anbieten konnte, da sie für 600€ nicht den Kunden gefunden hat.
laber nicht so einen dreck..
so eine hardwareemulation hätte bestimmt nicht viel gekostet.
sony hat es nur gestrichen, damit man diese lächerlichen hd ports verkaufen kann, aus keinem anderen grund.
nintendo schafft es auch immer abwärtskompatibilität anzubieten. die wii konnte cubespiele abspielen, die wiiu kann wii spiele abspielen, der ds konnte zu anfangs sogar gba spiele abspielen (extra nen slot dafür!), 3ds kann ds spiele..
nur sony kanns nicht - mit der psp go wollten sie auch nochmal abkassieren. man muss sich mal überlegen: dieselbe generation, dieselben spiele..
selbst am pc gibts mittlerweile ne sehr gute softwareemulation.
aber gut, jetzt wird ja dann auch noch bald direkt über gaikai abkassiert.

außerdem: vielleicht hat nicht jeder bock und platz dutzende konsolen unterm tv stehen zu haben?
ich habe 8 konsolen bei mir im wohnzimmer stehen und es ist einfach kein platz mehr, ohne dass die lüfter blockiert werden.
und DU fragst ihn ernsthaft "was ist das für ein argument?"?!
red dir in deinem wahn nicht jeden dreck schön..
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Lord Hesketh-Fortescue
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Re: Nintendo begrüßt folgendes Urteil: Umgehung technischer

Beitrag von Lord Hesketh-Fortescue »

SethSteiner hat geschrieben:Wenn Kopierschutz einen Sinn macht, kann man das durch wissenschaftliche Arbeit auch belegen.
Das ist in diesem Fall leider nicht so einfach.

Das Thema um die "Beweise" ist mittlerweile auch eher dogmatischer Natur und blockiert imho auch viel an der Diskussion, weil es - reflexartig eingeworfen - zu einer stets gleich ablaufenden Kreisdreh-Argumentation führt, die doch sehr schwarz-weiß ist. Im Grunde genommen müsste man hier auch 2 Fragen trennen und der Reihe nach betrachten, weil sie aufeinander aufbauen:
1. Gibt es überhaupt einen schädlichen Effekt von Raubkopien auf die Umsätze?
2. Wenn dem so ist, sind Kopierschutzmaßnahmen dann ein taugliches Mittel, diesen Schaden zu verringern (insofern wäre in der Reduktion des Schadens der "positive" Effekt zu sehen)?

Ersteres ist einem endgültigen Beweis überhaupt nicht zugänglich. Natürlich muss grundsätzlich derjenige, der einen Schaden aktiv behaupten, diesen auch beweisen (und nicht etwa die Skeptiker den Nicht-Schaden). Wie hier User aber bereits richtig einwandten, ist ein solcher "wasserdichter" Beweis in diesem Fall gar nicht möglich, da wir dazu einen Parallelmarkt bräuchten, in dem alle Bedingungen exakt gleich wären, mit einziger Ausnahme des Umstands, dass Kopien nicht möglich sind. Denn nur dann könnte ich über Korrelationen hinaus wirklich kausale sowie hieb- und stichfeste Beweise liefern. Die wird es nie geben, insofern ist es schon verständlich, aber auf Dauer eben wenig produktiv, in Diskussionen ständig auf einen "Beweis" zu pochen, der gar nicht erbringbar ist.

Es bleibt einem also nichts anderes übrig, als Indizien anzuführen und mit konstruierter Plausibilität zu arbeiten. Und hier muss man einfach zur Kenntnis nehmen, dass die jüngeren Studien, die nicht im Dunstkreis der Contentindustrie stehen, momentan keinen schädigenden volkswirtschaftlichen Effekt durch Raubkopien nahelegen. Für einzelne (kleinere) Branchen, in denen weniger Faktoren wechselwirken, oder gar einzelne Betriebe sagt das aber erst mal GAR NICHTS aus. Natürlich kann es für ein kleines Unternehmen, was eine exklusive Software für einen überschaubaren Interessentenkreis anbietet, der sofortige Genickbruch sein, wenn die wenigen potenziellen Kunden sich das Ding über andere Kanäle kostenlos besorgen. Man kann hier also gar kein allgemeines Urteil fällen und muss im Zweifel jedem zugestehen, sein geistiges Eigentum irgendwie schützen zu wollen.

Die o.g. zweite Frage ist dann natürlich erst Recht nicht eindeutig zu beantworten. Wenn es schon gar keinen Schaden gibt, dann kann es auch kein taugliches Gegenmittel zu irgendwas geben. Gibt es ihn, bräuchte man erneut einen 2. Beweis, ob dieser Schaden effektiv durch Kopierschutz verringert werden kann, was aber wiederum - analog zum oben gesagten - in wasserdichter und allgemeinverbindlicher Weise nie erbracht werden kann. Man sieht, wie spekulativ und schwammig das letztlich alles ist.

Daher finde ich diese ewigen "Beweis-Diskussionen" etwas ermüdend. Man sollte stattdessen lieber gleich zu den Alternativen kommen. Für mich hieße das: Selbst wenn es einen schädlichen Effekt durch Kopien gäbe und selbst wenn man diesen Schaden durch Kopierschutz etwas verringern könnte, steht der Aufwand hier überhaupt noch im Verhältnis zum Nutzen? Oder wäre es nicht von vornherein weitsichtiger und v.a. zeitgemäßer, sich NUR auf die (zahlenden) Kunden zu konzentrieren und die Attraktivität des Angebots so zu erhöhen, dass man all die vielen Zahlungswilligen mit ins Boot holt und sich um den Rest nicht weiter scheren muss? Hier sind wir nämlich mitten in einer firmenphilosophischen Grundsatzfrage und dem Bild/Grundverständnis vom Kunden. Ein Großteil der Industrie beantwortet das alles noch mit einem klaren Nein, und in der Tat brauchen sie Kopierschutz auch mindestens als Placebo-Beruhigungspille für die Investoren. Ob das schlau ist, ist eine ganz andere Frage, aber es wird als lohnend erachtet. Darüber hinaus haben sie mit umfassendem DRM längst eine Möglichkeit gefunden, weit über die Zwecke des Kopierschutzes hinaus eine umfassende Kundenkontrolle zu erlangen und zudem mit Leichtigkeit an große Mengen von Konsumdaten zu kommen. Man schlägt hier gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe, und wenn die Kundschaft das bereitwillig mitmacht, wird man den Teufel tun und damit aufhören. Aber es bilden sich als Gegenentwurf auch DRM-freie-Inseln wie GOG, die in den kommenden Jahren auch noch deutlich wachsen und eine echte Alternative werden können, zunehmend auch für größere und neuere Titel.

Das realistischste Zukunftsszenario bleibt für mich aber diese Konkurrenz der verschiedenen Wege/Philosophien. Auf absehbare Zeit wird es nicht passieren, dass die großen Publisher oder Hersteller wie aus einem bösen Traum erwachen und sich plötzlich denken: "Oh Shit (*schnipp*), digitales Zeitalter und so, richtig, wie konnten wir nur jahrelang so dumm sein." Im Gegenteil wird man zukünftig noch alle Hände voll zu tun haben, noch weitaus massivere Einschnitte in Kundenrechte abzuwehren, da gibt es extrem finstere Mächte innerhalb der Urheberlobby, die schon eifrig mit den Hufen scharren. Aber solange es eben parallel diese wachsenden Alternativen gibt, die für eine andere Denkweise und ein anderes Bild vom Kunden stehen, sehe ich da gar nichts verloren.
Nanimonai
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Re: Nintendo begrüßt folgendes Urteil: Umgehung technischer

Beitrag von Nanimonai »

SethSteiner hat geschrieben:Es ist nicht logisch zusagen "Das machen viele, darum muss es sinnvoll sein", es ist ein Zirkelschluß.
Es ist logisch nach marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten. Aber kein Beweis. Was ich aber auch bereits mehrfach betont habe.
Marktlogik funktioniert immer nach dem Prinzip der Gewinnmaximierung. Ordnet sich etwas nicht diesem Prinzip unter, verschwindet es vom Markt oder bildet eine kleine, unbedeutende Nische. Die Geschichte der Videospiele hat gezeigt, dass die Spiele am erfolgreichsten sind, bei denen die Rechteinhaber die maximale Kontrolle haben. Sei es hardware- oder softwareseitig.
Es ist also rein logisch, im Sinne der Gewinnmaximierung nach genau dieser maximalen Kontrolle zu streben.

Eine zwingende Kausalität zwischen maximaler Kontrolle und maximalem Gewinn ist das freilich nicht, aber es reicht aus, um Geldgeber davon zu überzeugen, auf dieses Pferd zu setzen.
Kontrolle über mein Produkt = Kontrolle über mein Geld.
Findest Du das nicht logisch?
Nanimonai
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Re: Nintendo begrüßt folgendes Urteil: Umgehung technischer

Beitrag von Nanimonai »

Lord Hesketh-Fortescue hat geschrieben:Oder wäre es nicht von vornherein weitsichtiger und v.a. zeitgemäßer, sich NUR auf die (zahlenden) Kunden zu konzentrieren und die Attraktivität des Angebots so zu erhöhen, dass man all die vielen Zahlungswilligen mit ins Boot holt und sich um den Rest nicht weiter scheren muss?
Das geschieht ja bereits seit Jahren verstärkt durch Free2Play und wird sich wohl auch weiter durchsetzen.
Es ist die perfekte Mischung: Maximale Marktdurchdringung und dadurch auch maximale Anzahl Zahlungswilliger.
Einziger "Nachteil" aus Sicht der Industrie: Das Produkt muss auch wirklich etwas taugen.