Nintendo begrüßt folgendes Urteil: Umgehung technischer Schutzmaßnahmen zum Abspielen von Raubkopien ist illegal

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Kajetan
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Re: Nintendo begrüßt folgendes Urteil: Umgehung technischer

Beitrag von Kajetan »

Wulgaru hat geschrieben:Ist es aber nicht noch subjektiver zu behaupten es gäbe ein richtiges Geschäftsmodell?
Es gibt kein "richtiges" Geschäftsmodell. "Richtig" wäre dann subjektiv. Es gibt aber funktionierende (!) Geschäftsmodelle, was man ganz objektiv nachweisen kann. Ich persönlich halte das Geschäftsmodell von z.B. Monsanto für eine Ausgeburt des Teufels, aber es funktioniert. Das muss ich zuerst anerkennen, bevor ich daran gehen kann mich darüber aufzuregen :)
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Sir Richfield
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Re: Nintendo begrüßt folgendes Urteil: Umgehung technischer

Beitrag von Sir Richfield »

Usul hat geschrieben:EDIT: Zumal es eine sehr diskussionswürdige Aussage ist zu behaupten, daß Daten ihren Sinn darin hätten, daß man sie (verlustfrei) kopieren kann. Wenn du sagen würdest, daß sie die Eigenschaft hätten, wäre es kein Problem... aber wenn der Sinn von Daten bestehen soll, daß sie kopiert/vervielfältigt werden, wirst du nicht unwidersprochen bleiben.
Dann lass es mich spezifizieren:
Der Sinn DIGITALER Daten ist es, dass sie verlustfrei kopiert, etc.

"Der Computer" an sich könnte nicht funktionieren, wenn der Zustand der Schalter nicht gespeichert, kopiert und an anderer Stelle wieder genau so wiederhergestellt werden könnte.
Das ist analog zum Internet, dessen Sinn und Zweck es ist, Daten an einer beliebigen Stelle wiederherzustellen. Wünschenswerterweise mittels einer dezentralen Struktur, damit einzelne Verbindungen durchaus mal ausfallen können.

Wobei das natürlich nur eine sehr begrenzte Sichtweise auf das wirkliche Problem ist: Das Problem ist, dass die Monetarisierung von Ideen in den Köpfen derer, die damit ein Geld machen, nur mit Verknappung der Zugänglichkeit zu diesen Ideen zu erreichen ist.
Änderungen in der Technnik und Gesellschaft werden erst ignoriert und dann bekämpft.
Und dieses Problem ist WEIT älter als der PC!
Das Problem ist sogar noch älter als das ironische Beispiel "Buch". Das ist ja auch erst so richtig in Fahrt gekommen, seit man seinen Inhalt günstig kopieren kann. Und wie ist das bekämpft worden von denen, die bis dato die Hoheit hatten. (Jetzt ist es auf dem Weg von etwas ergänzt! zu werden, dass die Kopie noch einfacher macht.)
Wissen, bzw. Ideen zu einem knappen Gut zu machen, das konnten Menschen schon bevor es die Weltreligionen gab.
Und immer hat es erst dann (im Nachhinein als "Verbesserung" gesehene) Veränderungen gegeben, als Wissen mehr als nur einem kleinen, elitären Truppe zur Verfügung stand.

Womit ich nicht die Augen davor verschließen möchte, dass es beim Thema "Videospiele und die Erschleichung von Lizenzen." nicht sehr spezielle Herausforderungen gibt.
Auch würde ich nicht behaupten wollen, das Thema dermaßen hoch aufhängen zu wollen.

Aber diesen Kreislauf fahren wir immer, wenn es um genau dieses Thema geht.
Kajetan und ich haben da halt die Meinung: Hört auf, den Erschleicher von Lizenzen in den Fokus eurer Bemühungen zu stellen (Weil das nur sinnlos Zeit und Geld verschwendet) und setzt den Menschen in den Mittelpunkt, der euch Geld gibt: Den (potentiellen) Kunden!

Technisch kann der Kampf nicht gewonnen werden. (Digitale) Daten sind nur dann sinnvoll, wenn sie (verlustfrei) kopiert werden können. Entweder akzeptiert man dies oder man macht die Daten kaputt. Die Folgen von letzterem möchte ich mir lieber nicht vorstellen.
Die Ironie ist: Wir kennen diese Folgen bereits! Die Musikindustrie hat in der Definition kaputte CDs auf den Markt gebracht. Mit der Folge, dass der Kunde fast keinen Nutzen mehr hatte. Was tut der Kunde also, wenn man ihm ein ungenügendes Angebot macht? Genau, er hört auf ein Kunde zu sein.

PS: Es ist vollkommen nachvollziehbar, dass es nicht rechtens sein sollte, die in dem Urteil gemeinten Module zu vertreiben.
Wenn du meinst, du müsstest zu Hause für dich alleine an deinem DS (Nicht: 3DS) herumlöten und den damit aufknacken, OK, sehr schön. Dein Risiko, wenn du das Ding dabei brickst.
Aber ein Geschäftsmodell damit aufziehen, das ist schon eine andere Hausnummer.
Leider aber ist diese Grenze "Privat rumwurschteln - Geschäftsmäßig handeln" unter anderem auf Drängen/Wunsch/Lobbyismus der Unterhaltungsindustrie völlig verwaschen worden.
Lil Ill
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Re: Nintendo begrüßt folgendes Urteil: Umgehung technischer

Beitrag von Lil Ill »

Todesglubsch hat geschrieben:
Mr. Gameexperte hat geschrieben:Kann Fanman eigentlich nur zustimmen. Wer PS+ hat, hat keinen Anlass, sich die PS3 zu cracken oder wie man das auch immer nennen mag. Man zahlt halt nur 50€ im Jahr und kriegt so viele Spiele, wie man sie nicht mal in zwei Jahren runterladen könnte ^^.
Quatsch. Wer seine Konsole cracken möchte, der macht das auch. Redet sich dann rigendwelche schwachsinnigen Gründe ein von wegen "50€ im Jahr sind zu teuer" oder "Ich will nicht warten bis die Spiele in PS+ aufgenommen werden und bei Releasekauf sind sie zu teuer".
Soweit stimme ich dir zu.

Was ich aber blöd finde ist, dass man jedes bereits gekaufte Spiel bei einem Wechsel zur neueren Konsolen Generation zumindest bei der PS wieder neu kaufen muss. Abwärtskompatibilität gibts nicht oder wird verleugnet. Komisch ist dann doch, dass die erste Generation der PS3 PS2-Spiele abspielen konnte, was dann aber auch weggepatcht wurde. Diese Geldgier muss man auch nicht unterstützen.
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crimsonidol
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Re: Nintendo begrüßt folgendes Urteil: Umgehung technischer

Beitrag von crimsonidol »

Kajetan hat geschrieben: Zudem, schau Dich einfach mal um ... wenn das Angebot attraktiv ist, dann zahlen die Leute. Freiwillig!!! Und Attraktivität funktioniert im Digitalen Zeitalter nicht mehr über künstliche Verknappung des Angebotes, sondern auf anderem Wege. Einfachheit und Bequemlichkeit des Zuganges. Faire, angemessene Preise, guter Service, Mehrwert für den Kunden. Weil die große, große Mehrheit der Kunden WILL zahlen, wenn das Angebot gut ist. Schau Dir im Spielebereich Steam oder GOG.com an. Die Leute kaufen ja keine Steam-Spiele, weil sie das lächerlich mickrige DRM fürchten, sondern weil Steam einen ganz gehörigen Mehrwert anbietet. Die Leute kaufen bei freiwillig GOG.com alte Klassiker und neue Indie-Titel, obwohl es die Spiele doch auch für umme im Netz gibt. Weil GOG.com Mehrwert anbietet.
Ich kann das jetzt zwar nicht für Steam und GOG bestätigen, aber im Allgemeinen stimme ich dem zu. Wenn ich beispielswiese in PSN-Sales ältere Spiele für 5 Euro oder weniger bekomme (Legend of Dragoon, Crash Bandicoot, Final Fantasy), dann überlege ich nicht lange und kaufe die Spiele auch, statt sie mir in der (Piraten)Bucht zu angeln.

Persönlich sind mir bei so Flashcards die Möglichkeiten zum Abspielen von Raubkopien aktueller Titel übrigens egal. Was für mich dort den Reiz ausmacht (genauso wie bei CFW) ist die Möglichkeit, ältere Spiele darauf spielen zu können (sowohl eigene Images als auch aus Fremdquellen) oder die nervigen Region-Locks zu umgehen.
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|Chris|
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Re: Nintendo begrüßt folgendes Urteil: Umgehung technischer

Beitrag von |Chris| »

Da ich es mehr als ein mal gelesen habe: 3DS Flashkarten können nur NDS roms abspielen. Keine 3DS Roms. Das wird sich auch in absehbarer Zeit nicht ändern.

Der R4 war ein sehr großes Problem zu nds Zeiten und hat den Umsatz der Plattform wirklich gedrückt. Zum Homebrew abspielen haben nun mal die wenigsten die Karte benutzt. Dank des niedrigen Preises und der extrem einfachen Handhabung war die Karte dementsprechend verbreitet. Ich kann sehr gut verstehen warum Nintendo versucht den Verkauf unter Strafe zu stellen.

Andererseits ist es natürlich besorgniserregend zu sehen wie der Konsument in seinem Recht beschnitten wird, die Hardware die er gekauft hat zu modifizieren. Aber soweit ich das Urteil verstanden habe ist nur der Verkauf solcher Exploits strafbar, nicht aber der Besitz oder die Herstellung. Das könnte aber der nächste Schritt sein, was wir nicht hoffen wollen.
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Usul
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Re: Nintendo begrüßt folgendes Urteil: Umgehung technischer

Beitrag von Usul »

|Chris| hat geschrieben:Da ich es mehr als ein mal gelesen habe: 3DS Flashkarten können nur NDS roms abspielen. Keine 3DS Roms. Das wird sich auch in absehbarer Zeit nicht ändern.
Lies dich mal zum Thema Gateway 3DS und Klone ein.


@Kajetan/Sir Richfield:
Daß sich die Hersteller nicht auf Raubkopierer konzentrieren sollen, sondern ihre Inhalte entsprechend verlockender für die ehrlichen Käufer machen sollen - da habt ihr selbstverständlich recht.

Zwei Dinge sind es, bei denen wir uns in diesen Themen im Kreis drehen:
Immer wenn es um Kopien geht, klingt es bei den "Hersteller-Kritikern" so, als ob das Kopieren an sich kein Problem sei. Bzw. ja sogar zwangsläufig vorkommt.
Und auch klingt es so, als ob die Hersteller den ganzen lieben Tag nix anderes machen würden, als sich um die bösen Raubkopierer zu kümmern.

Dazu meine Sicht der Dinge:
ad 1)
Wer kopieren will, soll das ja gerne machen. Ich behaupte einfach mal, daß ein Großteil aller Leute - auch derjenigen hier - hier und da mal was kopiert hat bzw. das auch regelmäßig tut. Diese Entscheidung sei jedem selbst überlassen... aber man sollte es sich doch nicht so einfach machen, dieses Verhalten dann auch noch zu rechtfertigen. Man kann sicherlich über die Nuancen der Diebstahldefinition diskutieren... aber wer ernsthaft behauptet, daß man "geistiges Eigentum" - für das der Urheber aus welchen Gründen auch immer - eine Gegenleistung verlangt eben ohne Aufbringung dieser Gegenleistung nutzen kann und das dann auch noch "moralisch" einwandfrei ist, kann nicht wirklich ernstgenommen werden.
Wer sich dessen bewußt ist und dennoch kopiert... das ist eine ganz andere Sache.

ad 2)
Ich bin mir sicher, daß sich Nintendo z.B. nicht allzu sehr auf Raubkopierer konzentriert. Nur wenn sie paar Anwälte oder paar Techniker mit der Sache beschäftigen, ist das ja nicht die Welt. Insofern liegt hier ja nix im Argen. Sie freuen sich halt über das Urteil - das an sich ganz OK ist. Also alles beschtens.
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Hiri
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Re: Nintendo begrüßt folgendes Urteil: Umgehung technischer

Beitrag von Hiri »

Fanman hat geschrieben:Go with the flow, Nintendo. Spiele, die gerade mal so groß sind wie eine MP3 Datei, landen so oder so weiterhin massenhaft in den Emulatoren der Nutzer.

Legale Konkurrenz schaffen und Mehrwert anbieten ist das Zauberwort. Sony haben das mit PSN+ gut hinbekommen und für Nintendo wäre es ein leichtes das Potential der Virtual Console voll auszuschöpfen und nach dem Vorbild von Steam und PSN+ richtig Kohle zu machen. Aber die wollen das nicht, da sie sonst ihre anachronistische Retro-Haltung aufs Spiel setzen würden. Der gefühlte Wert alter Spiele würde durch die Auflösung der künstlichen Verknappung verringert werden und man könnte kein New Super Mario Bros U 3 mehr zum Vollpreis verkaufen. Aber genau das muss jetzt passieren! Raus aus der Komfort-Zone - Zukunft erschaffen!
So siehts aus.
Nanimonai
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Re: Nintendo begrüßt folgendes Urteil: Umgehung technischer

Beitrag von Nanimonai »

Kajetan hat geschrieben:
b1tchnow hat geschrieben:Es schallt aus dem Wald, wie man hinein ruft und wenn die Konsumenten so eine Scheißegaleinstellung an den Tag legen, darf man sich nicht wundern, wenn Firmen das auch tun.
Du verwechselst Ursache und Wirkung.
Nein, tut er nicht.
Keine Kopie ohne Original, das ist kausal nicht möglich.
Es hat in der Geschichte also zwangsläufig die ursächliche "Scheissegaleinstellung" (illegale Kopien, weil man es kann oder will) der Konsumenten bei Firmen Wirkung (Kopierschutzmechnismen und rechtliche Schritte gegen Schwarzkopierer) gezeigt.
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Kajetan
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Re: Nintendo begrüßt folgendes Urteil: Umgehung technischer

Beitrag von Kajetan »

Nanimonai hat geschrieben: Keine Kopie ohne Original, das ist kausal nicht möglich.
Das ist soweit korrekt.
Es hat in der Geschichte also zwangsläufig die ursächliche "Scheissegaleinstellung" (illegale Kopien, weil man es kann oder will) der Konsumenten bei Firmen Wirkung (Kopierschutzmechnismen und rechtliche Schritte gegen Schwarzkopierer) gezeigt.
Aus Kopien entsteht nicht automatisch der Zwang zu Kopierschutzmaßnahmen. Kopierschutzmaßnahmen entstehen, weil Firmen nicht verstanden haben, dass Kopierschutzmaßnahmen im Digitalen Zeitalter kontraproduktiv, bestenfalls nur nutzlos sind. Du stellst hier also falsche Kausalitäten her.
AtzenMiro
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Re: Nintendo begrüßt folgendes Urteil: Umgehung technischer

Beitrag von AtzenMiro »

Lil Ill hat geschrieben:
Todesglubsch hat geschrieben:
Mr. Gameexperte hat geschrieben:Kann Fanman eigentlich nur zustimmen. Wer PS+ hat, hat keinen Anlass, sich die PS3 zu cracken oder wie man das auch immer nennen mag. Man zahlt halt nur 50€ im Jahr und kriegt so viele Spiele, wie man sie nicht mal in zwei Jahren runterladen könnte ^^.
Quatsch. Wer seine Konsole cracken möchte, der macht das auch. Redet sich dann rigendwelche schwachsinnigen Gründe ein von wegen "50€ im Jahr sind zu teuer" oder "Ich will nicht warten bis die Spiele in PS+ aufgenommen werden und bei Releasekauf sind sie zu teuer".
Soweit stimme ich dir zu.

Was ich aber blöd finde ist, dass man jedes bereits gekaufte Spiel bei einem Wechsel zur neueren Konsolen Generation zumindest bei der PS wieder neu kaufen muss. Abwärtskompatibilität gibts nicht oder wird verleugnet. Komisch ist dann doch, dass die erste Generation der PS3 PS2-Spiele abspielen konnte, was dann aber auch weggepatcht wurde. Diese Geldgier muss man auch nicht unterstützen.
Warum muss du bei einem Generations-Wechsel das Spiel neu kaufen? Spiel es einfach weiter auf der alten Konsole und gut ist. Was ist das für ein Argument? Und die PS2-Kompatibilität wurde nicht weggepatcht (sie war nur zur Hälfte eine Software-Emulation), sondern wegrationalisiert, damit man die PS3 für 400€ anbieten konnte, da sie für 600€ nicht den Kunden gefunden hat.
Mr. Gameexperte hat geschrieben:Das Urteil würde dann doch eigentlich zur Folge haben, dass man die Konsolen offiziell nicht mehr umbauen darf, oder ist das rechtlich gesehen wieder etwas anderes?

LG

EDIT: Ansonsten wird das Urteil wohl nicht viel dran ändern, ob jemand Spiele kopiert oder nicht. Sie runterzuladen ist ja schon jetzt illegal, nur lassen sich die meisten dennoch auf das Risiko ein...
Du darfst mit deiner eigenen Konsole machen, was du willst. Das kann dir niemand verbieten. Nur ob du das, was du einbauen willst, dann noch legal erhältlich ist, das ist was anderes.
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JesusOfCool
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Re: Nintendo begrüßt folgendes Urteil: Umgehung technischer

Beitrag von JesusOfCool »

Kajetan hat geschrieben:
Es hat in der Geschichte also zwangsläufig die ursächliche "Scheissegaleinstellung" (illegale Kopien, weil man es kann oder will) der Konsumenten bei Firmen Wirkung (Kopierschutzmechnismen und rechtliche Schritte gegen Schwarzkopierer) gezeigt.
Aus Kopien entsteht nicht automatisch der Zwang zu Kopierschutzmaßnahmen. Kopierschutzmaßnahmen entstehen, weil Firmen nicht verstanden haben, dass Kopierschutzmaßnahmen im Digitalen Zeitalter kontraproduktiv, bestenfalls nur nutzlos sind. Du stellst hier also falsche Kausalitäten her.
nö.
kopierschutzmaßnahmen die den ehrlichen käufer auf die nerven gehen, den raubkopierern aber nicht, das ist kontraproduktiv.
es gibt aber immer noch kopierschutzmechanismen die das nicht tun.
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Re: Nintendo begrüßt folgendes Urteil: Umgehung technischer

Beitrag von Tonkra04 »

Alter Sack hat geschrieben:
@Usul: Da schließ ich mich an. Etwas "Unmoralisches" mit etwas "Unmoralischem" zu bekämpfen ist Heuchelei.
Wie hat man das zu verstehen?

Findest du es unmoralisch, wenn ein Ladenbesitzer sein Geld (seine Waren) vor Diebstahl schützt, indem er ein Alarmsystem einsetzt ?

Ist das dann noch unmoralischer Software mit Kopierschutzmachen vor raubkopierern zu schützen?


Genauso diese Verschiebung der Wahrnehmung... im Laden eine spiel-dvd zu stehlen ist schlimmer angesehen, als sich ein spiel illegal downzuloaden? In beiden fällen ist der gleiche finanzielle schaden entstanden. Warscheinlich, weil das "greifbare" einfach "greifbarer" wirkt.. oder die digitale welt für viele einfach eine andere ist..


nein ist sie nicht, jeder der illegal raubkopiert ist genauso ein dieb wie derjenige, der ein spiel im Laden einfach mitgehen lässt. bei ersteren fühlen sich die meisten aber sicherer.

Ist es aber nicht noch subjektiver zu behaupten es gäbe ein richtiges Geschäftsmodell? Nur weil Steam Erfolg hat mit ihrem Modell, muss es nicht die Blaupause für alle anderen sein. Wenn jemand wie Nintendo oder irgendjemand anderes einen anderen Weg einschlägt und damit nicht genauso großen Erfolg hat, kann man daraus keine Erlaubnis zum raubkopieren ableiten.
Zumal steam und co. ja ein super beispiel dafür sind wie man es "richtig" macht.

Kontrolle der Benutzer über ein permanenten Onlinezwang, bzw. eine onlinekontrolle, dass auch wirklich gerade der richtige nutzer das spiel spielt, der dafür auch bezahlt hat.


Klar nintendo könnte auch den gleichen weg gehen, um finanziellen schaden abzulenken, wenn DRM Maßnahmen das einzige sind, was die leute noch halbwegs verstehen als einzige sprache..
Nintendo hatte sich damals gegen Origin auf der Wii U ausgesprochen und somit für die Kunden.


Wer also hier bei diesem Thema sagt "Nintendo ist selbst schuld, wenn jemand raubkopiert... da sie mir zu teuer sind... oder kein tolles geschäftsmodell bietet".... ich geh ja auch nicht los und klau mir den nächst besten ferrari, weil ich meine, dass der viel zu teuer ist.. oder ich klau ja auch nicht deine jacke, weil ich meine, dass sie mir besser stehen würde und du sie nicht verdient hast.


ich glaub die leute, die so eine meinung vertreten sollten mal checken, ob in ihrer rechtschaffenden vorstellung noch alles ganz sauber ist! wir leben nunmal in einer freien wirtschaft.

diebstahl -muss- verboten werden, in jeglicher form... um die güter zu schützen.. denn wenn keiner was damit verdient, wird er es auch nicht herstellen (können)
Zuletzt geändert von Tonkra04 am 17.02.2014 13:51, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: Nintendo begrüßt folgendes Urteil: Umgehung technischer

Beitrag von Usul »

Kajetan hat geschrieben:Kopierschutzmaßnahmen entstehen, weil Firmen nicht verstanden haben, dass Kopierschutzmaßnahmen im Digitalen Zeitalter kontraproduktiv, bestenfalls nur nutzlos sind.
Und die Behauptung, daß sie nutzlos sein, ist halt weiterhin nur eine Behauptung, die höchstens auf wackligen Beinen steht.

Rein technisch nutzlos sind sie z.B. gerade beim 3DS nicht - da hier bisher ein freies Kopieren wie bei Wii oder DS nicht bzw. nicht ohne weiteres möglich ist. Dasselbe gilt für die PS3 (je nach Firmware) und X360 (noch komplizierter).

Ob die Maßnahmen hinsichtlich der finanziellen Details was bringen.... das ist der Punkt, der auf beiden Seiten immer Spekulation bleiben wird. Keiner kann 100%ig sicher sagen, welchen Einfluß es z.B. hätte, wenn man auch 3DS-Spiele frei kopieren könnte - würden die Hersteller mehr Geld einnehmen, weil mehr Geräte verkauft würden? Würden sie weniger einnehmen, weil die Zahl der Kopien steigen würde? Wer mag das wissen?

Daß Kopierschutzmaßnahmen bisweilen jedoch ärgerliche Konsequenzen für die ehrlichen Käufer haben - da widerspreche ich nicht.
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Alter Sack
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Re: Nintendo begrüßt folgendes Urteil: Umgehung technischer

Beitrag von Alter Sack »

Tonkra04 hat geschrieben:
Alter Sack hat geschrieben:
@Usul: Da schließ ich mich an. Etwas "Unmoralisches" mit etwas "Unmoralischem" zu bekämpfen ist Heuchelei.
Wie hat man das zu verstehen?

Findest du es unmoralisch, wenn ein Ladenbesitzer sein Geld (seine Waren) vor Diebstahl schützt, indem er ein Alarmsystem einsetzt ?

Ist das dann noch unmoralischer Software mit Kopierschutzmachen vor raubkopierern zu schützen?
Du musst auch alles lesen bevor du hier was verdrehst ... also auch Usuls Beitrag.

Ich halte es für Heuchelei wenn man Raubkopieren damit bergründet und für gut heißt weil man es ja denen klaut die einen auch nur beklauen :wink: Ich hab nirgends geschrieben das ich den Schutz davor als unmoralisch bezeichne.
Auf gut Deutsch: Wenn man den Dieb bestiehlt ist man auch ein Dieb :wink:
Wobei ich bezweifel das man für das anbieten überteuerter Luxuxgüter als Dieb bezeichnte werden kann. Wohingegen ich nicht bezweifel das wenn man überteuerter Luxusgüter stiehlt ein Dieb ist.
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Kajetan
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Re: Nintendo begrüßt folgendes Urteil: Umgehung technischer

Beitrag von Kajetan »

JesusOfCool hat geschrieben: es gibt aber immer noch kopierschutzmechanismen die das nicht tun.
Es gibt keine Kopierschutzmaßnahmen, die dem rechtmäßigen Lizenznehmer nicht auf den Sack gehen. Weil das in der Natur der Sache liegt.

Ich kann ein gecracktes Steam-Spiel ohne Client, ohne Account, ohne Internetanbindung zocken. Total easy. Als rechtmäßiger Lizenznehmer benötige ich mindestens einen gültigen Account und den installierten Client und eine Internetanbindung für die Verknüpfung mit dem Account und das nachträgliche Re-Aktivieren, wenn ich das Spiel aus einem Backup restore. Die gecrackte Kopie schiebe ich stattdessen einfach auf einen Datenträger und fertig. Oder ich muss immer einen Original-Datenträger im Laufwerk haben, während die gecrackte Kopie nur auf der Festplatte installiert sein muss. Oder, oder, oder. Reine Schikane ohne Mehrnutzen für den Käufer.

Kopierschutzmaßnahmen sind nicht nur wirkungslos im Massenmarkt, sie sind auch kontraproduktiv, weil sie den Kunden benachteiligen. Und wenn man die Kopierschutzmaßnahmen massiv erhöht, weil man glaubt als alleiniger Anbieter in einem Nischenmarkt sich das erlauben zu können, dann führt dies nur dazu, dass z.B. Kunden von Spezialsoftware für Tonstudios sich entsprechend gecrackte Hardware-Dongles besorgen, um ihre regulär erworbene Software produktiv einsetzen zu können.

Ein Kopierschutz ist technisch sinnlos, er ist kommerziell sinnlos und im Extremfall sogar schädlich für den Umsatz der Firma. Profitieren tun hier nur die Anbieter von Kopierschutz- und DRM-Systemen. Dass Kopierschutzmaßnahmen sinnvoll oder gar zwingend notwendig sind, das ist die größte und hartnäckigste Urban Legend der letzten Jahrzehnte, geboren aus einem fundamentalen Mißverständnis der Natur des Digitalen Zeitalters und der Natur des Menschen.