Britische Verbraucherschützer stellen Regeln gegen In-App-Abzocke auf

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muecke-the-lietz
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Re: Britische Verbraucherschützer stellen Regeln gegen In-Ap

Beitrag von muecke-the-lietz »

@bl4ckst4r

Du machst es dir aber auch sehr einfach. Es ist durchaus möglich, als Elternteil seine Erziehungsverantwortung zu übernehmen, ohne dass gleich ein verstörtes Individuum zurück bleibt.

Was du hier so vehement verteidigst, ist nichts weiter, als Verhätschelung.

Denn man hat schon die Verantwortung, was das eigene Kind konsumiert, ob es unter 6 Jahren unbedingt schon eigenständig mit nem Tablet hantieren muss, wofür es Geld ausgibt, etc.

Kinder wollen erstmal immer alles mögliche und als Eltern hat man die Verantwortung zu schauen, was passt und was nicht. Du lässt dich ja, wenn man deinen Text durchliest, eher von deinem Kind erziehen als andersrum.

Mir geht es nicht um Verbote oder Strafen, sondern um maßvollen Umgang mit modernen Medien, bis das Kind ein gewissen Alter erreicht und eine gewisse Reife entwickelt hat. Wenn das Kind noch nicht das System Geld verstandenen hat, was man spätestens einer Zweitklässlerin aber zutrauen kann, dann kann man ihr einfach noch nicht so ein f2p Spiel erlauben.

Und mit Geld umgehen zu können, ist Erziehungssache, da kommen die ja nicht von alleine drauf. Aber wenn man ein gewisses mathematisches Verständnis entwickelt hat, liegt es an den Eltern durch Erlauben und nicht Erlauben gewisse Wertmaßstäbe klar zu machen. Nur so bekommen Kinder überhaupt eine Vorstellung von materiellen Werten.

Ich weiß, dass du vieles nicht so direkt meinst, wie hier gepostet, aber du traust dir und Kindern allgemein ganz schön wenig zu.

@Brakiri
Der Staat muss einfach dafür sorgen, dass sich der Bürger in seinem Konsum halbwegs sicher fühlen kann. Es geht doch nicht an, dass man legale, seriöse Produkte erwirbt, und trotzdem über den Tisch gezogen wird, als schulde man dem Paten einen Gefallen.

F2P ist in dem Maße noch nicht besonders alt und viele Leute haben noch nicht die Erfahrung, die sie eigentlich bräuchten, um diesen Kram zu spielen. Daher brauchen wir Gesetzte und Hilfestellungen, die es den Leuten ermöglichen, halbweg sicher und ohne schlimme versteckte Konsequenzen konsumieren zu können. Aber heutzutage wird man einfach an jeder Ecke abgezockt. Das ist doch nicht normal.

Man muss sich halt immer informieren, informieren, informieren. Und selbst erziehen und sich bestimmte Begrenzungen setzten.
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Wigggenz
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Re: Britische Verbraucherschützer stellen Regeln gegen In-Ap

Beitrag von Wigggenz »

muecke-the-lietz hat geschrieben:Wenn das Kind noch nicht das System Geld verstandenen hat, was man spätestens einer Zweitklässlerin aber zutrauen kann, dann kann man ihr einfach noch nicht so ein f2p Spiel erlauben.

Und mit Geld umgehen zu können, ist Erziehungssache, da kommen die ja nicht von alleine drauf. Aber wenn man ein gewisses mathematisches Verständnis entwickelt hat, liegt es an den Eltern durch Erlauben und nicht Erlauben gewisse Wertmaßstäbe klar zu machen. Nur so bekommen Kinder überhaupt eine Vorstellung von materiellen Werten.
Man traut Kindern zurecht wenig zu! Nicht umsonst bedürfen Minderjährige für alle Geschäfte, die über bloßes Taschengeldverprassen (was auch enger zu verstehen ist als es klingt) der Einwilligung oder Genehmigung der Eltern... falls die Eltern dann aus irgendwelchen Gründen selber nicht informiert sind und deshalb nicht wissen, wie man auf modernen Geräten abgezockt werden kann, ist es Sache des Staates, die Kinder vor Abzocke zu schützen!

Im Übrigen lässt du völlig außer Acht, dass gerade F2P-Spiele, die man sich heutzutage sehr einfach auf jedes Handy laden kann, gerade so konstruiert werden, dass jeder herkömmliche durch Erziehung vermittelte Bezug zu Geld möglichst verwaschen wird und sich der Verbraucher erst über die wahren Ausmaße seines Geldausgebens klar wird, wenn es zu spät ist. Ein möglichst suchtforderndes Grundkonzept in Verbindung mit auf den ersten Blick klein aussehenden Beträgen.
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muecke-the-lietz
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Re: Britische Verbraucherschützer stellen Regeln gegen In-Ap

Beitrag von muecke-the-lietz »

Wigggenz hat geschrieben:
muecke-the-lietz hat geschrieben:Wenn das Kind noch nicht das System Geld verstandenen hat, was man spätestens einer Zweitklässlerin aber zutrauen kann, dann kann man ihr einfach noch nicht so ein f2p Spiel erlauben.

Und mit Geld umgehen zu können, ist Erziehungssache, da kommen die ja nicht von alleine drauf. Aber wenn man ein gewisses mathematisches Verständnis entwickelt hat, liegt es an den Eltern durch Erlauben und nicht Erlauben gewisse Wertmaßstäbe klar zu machen. Nur so bekommen Kinder überhaupt eine Vorstellung von materiellen Werten.
Man traut Kindern zurecht wenig zu! Nicht umsonst bedürfen Minderjährige für alle Geschäfte, die über bloßes Taschengeldverprassen (was auch enger zu verstehen ist als es klingt) der Einwilligung oder Genehmigung der Eltern... falls die Eltern dann aus irgendwelchen Gründen selber nicht informiert sind und deshalb nicht wissen, wie man auf modernen Geräten abgezockt werden kann, ist es Sache des Staates, die Kinder vor Abzocke zu schützen!

Im Übrigen lässt du völlig außer Acht, dass gerade F2P-Spiele, die man sich heutzutage sehr einfach auf jedes Handy laden kann, gerade so konstruiert werden, dass jeder herkömmliche durch Erziehung vermittelte Bezug zu Geld möglichst verwaschen wird und sich der Verbraucher erst über die wahren Ausmaße seines Geldausgebens klar wird, wenn es zu spät ist. Ein möglichst suchtforderndes Grundkonzept in Verbindung mit auf den ersten Blick klein aussehenden Beträgen.
Ja, ja und ja.

Ich würde dir in keinem Punkt widersprechen, weil du mir in keinem Punkt widersprichst. Du unterstützt meine These, dass man als Eltern einfach aufpassen muss, was Kinder da auf dem Smartphone oder Tablet konsumieren, dass man manchmal streng sein muss, um seine Kinder davor zu bewahren, zuviel Geld in diese Spiele zu investieren und dass man eben schauen muss, ab welchem Alter ein Kind überhaupt selbsständig mit so einem Gerät hantieren sollte.

Was auf gar keinen Fall hilft, ist nachgeben. Gerade weil die Verschleierungstaktik dieser Apps so hinterhältig ist, muss man seinem Kind klar machen, um welche Werte es sich handelt.

Wir haben in der Schule einfach das Taschengeld mal als Beispiel genommen. Was kann man sich für wieviel Geld kaufen. Und dann haben wir geschaut, was man im Verhältnis für diese Spiele investiert. Und da haben die Kinder (wir haben es mit Grundschülern ab der 3. Klasse gemacht, von denen aber noch nicht alle Taschengeld bekommen), sehr schnell kapiert. Das kann man in einer gesonderten Mathestunde ganz gut tun. Sind ja im Prinzip einfache Rechnungen. Und gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, dass Kinder früh das Prinzip von virtuellem Geld kennenlernen, da es später im Alltag omnipräsent ist.

Und wenn man kein Geld mehr in der Hand hat, was man ausgibt, muss dieser Wertevorgang eben ganz natürlich im Kopf stattfinden. Früher sind Kinder auf Jamba Sparabos reingefallen, weil die Gefahr nicht frühzeitig erkannt und angegangen wurde und heute werden sie mit solchen Apps, oder irgendwelchen zahlungspflichtigen Netzwerken für Kinder geködert. Das kann man als Lehrer und Eltern nicht mehr einfach ignorieren.

Und deswegen lautet meine Devise. Erziehen nicht verbieten, beschränken nicht verhätscheln. Wertmaßstäbe können und müssen früh anerzogen werden. Materiell wie ethisch.

Und der Gesetztgeber muss endlich Beschränkungen und Regulierungen auf den Weg bringen, die den Verbraucher schützen. Denn nicht nur Kinder sind durch Abzocke gefährdet. Auch viele Erwachsene sind im Umgang mit virtuellem Geld oft nicht so reif, wie man meinen sollte. Es darf einfach keine versteckten Kosten geben, die Kostenstruktur muss von Anfang an klar sein und Personen, die (noch) nicht geschäftsfähig sind, müssen dabei besonders geschützt und informiert werden.

Das heißt aber nicht, dass Kinder generell nicht schlau genug sind, das System Geld zu verstehen. Man muss es ihnen beibringen und dabei trotzdem vor modernen Gefahren schützen. So lernt man auch selber, wieder stärker auf seine Ausgaben zu achten.
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Wigggenz
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Re: Britische Verbraucherschützer stellen Regeln gegen In-Ap

Beitrag von Wigggenz »

Du hast es ja selber schon nebenbei erwähnt:

Eltern sind eben häufig nicht informiert genug! Klar, in unseren Diskussionskreisen hier, wo jeder sehr viel mit Spielen zu tun hat ist das eine abwegige Vorstellung, aber die meisten Menschen informieren sich nunmal nicht so über Spiele. Haben halt (wenn überhaupt) eine Konsole mit ein paar Spielen zu Hause und alles mögliche auf dem Smartphone. Ist auch ihr gutes Recht, schließlich hat der Mensch das Recht, einem Hobby auch nachzugehen, das nicht zu seinen Hauptinteressen gehört und auf das er deshalb nicht so viel Zeit verschwendet.

Mein Punkt ist, dass viele Eltern nicht wissen, was es mit den Spielen auf sich hat, und deshalb ihre Kinder nicht "präventiv erziehen" und zum Teil auch keine Vorstellung davon haben, ab wann man einem Kind Geräte wie Smartphones etc. anvertrauen kann, auch weil sie sich selber nicht im Klaren darüber sind, was da für Gefahren mit anfallen können.

Und für solche Fälle muss der Staat Maßnahmen treffen. Auch durch entsprechende Hinweise in Schulen, das wäre natürlich das Beste, aber auch gesetzlich, durch zusätzliche MiJ-Schutz/Verbraucherschutzbestimmungen. Da kann man nicht einfach sagen "haben die Eltern/Erzieher versagt, ist das Pech".

Auch wenn irgendwelche Verträge, die ein Kind schließt, wahrscheinlich (falls die Publisher nicht ein Schlupfloch gefunden haben) nichtig sind, ist das Geld erst einmal weg, und insbesondere weniger vermögende Familien werden sich hüten, da den Rechtsweg zu beschreiten, insbesondere bei Streitwerten, die in der Gerichtsleben niedrig sind, aber für die Familien schon hoch sein können.

Ich habe hier im Forum schon oft betont, dass ich den Verbraucherschutz bezügl. Software etc. als viel zu lasch empfinde. Da muss endlich aufgeholt werden. Aber auch mit Restriktionen für Angebote, die sich an MiJ richten (sollen). Sodass es für die Anbieter mehr als nur nichtige Verträge zur Folge hat, Minderjährige abzuzocken zu versuchen.
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muecke-the-lietz
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Re: Britische Verbraucherschützer stellen Regeln gegen In-Ap

Beitrag von muecke-the-lietz »

@Wigggenz

Ich zitiere mich mal selber, damit du merkst, dass wir absolut auf der selben Seite stehen.
muecke-the-lietz hat geschrieben:
[...]

Wir haben in der Schule einfach das Taschengeld mal als Beispiel genommen. Was kann man sich für wieviel Geld kaufen. Und dann haben wir geschaut, was man im Verhältnis für diese Spiele investiert. Und da haben die Kinder (wir haben es mit Grundschülern ab der 3. Klasse gemacht, von denen aber noch nicht alle Taschengeld bekommen), sehr schnell kapiert. Das kann man in einer gesonderten Mathestunde ganz gut tun. Sind ja im Prinzip einfache Rechnungen. Und gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, dass Kinder früh das Prinzip von virtuellem Geld kennenlernen, da es später im Alltag omnipräsent ist.

[...]

Und der Gesetztgeber muss endlich Beschränkungen und Regulierungen auf den Weg bringen, die den Verbraucher schützen. Denn nicht nur Kinder sind durch Abzocke gefährdet. Auch viele Erwachsene sind im Umgang mit virtuellem Geld oft nicht so reif, wie man meinen sollte. Es darf einfach keine versteckten Kosten geben, die Kostenstruktur muss von Anfang an klar sein und Personen, die (noch) nicht geschäftsfähig sind, müssen dabei besonders geschützt und informiert werden.

Das heißt aber nicht, dass Kinder generell nicht schlau genug sind, das System Geld zu verstehen. Man muss es ihnen beibringen und dabei trotzdem vor modernen Gefahren schützen. So lernt man auch selber, wieder stärker auf seine Ausgaben zu achten.
So, das wirkt jetzt zwar ziemlich selbstverliebt, ist aber nicht so gemeint. Ich möchte dir nur zeigen, dass ich der Meinung bin, dass du absolut Recht hast. Wir brauchen einen stärkeren Verbraucherschutz, der auch mal hart durchgreifen kann, wenn es denn angebracht ist. Derzeit hat die Industrie überhaupt keinen starken Widersacher und kann daher oft machen, was sie will. Und gerade in der Wild West Welt der Smartphone Apps mit versteckten Kosten kommt der Verbraucherschutz überhaupt nicht hinterher. Aber auch generell bei Software hat man das Gefühl, der Verbraucherschutz stecke noch irgendwo in den 90ern fest.
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Wulgaru
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Re: Britische Verbraucherschützer stellen Regeln gegen In-Ap

Beitrag von Wulgaru »

Ich muss sagen das es alles eine Frage der Situation ist. Ein Kind hat solange keinen richtigen Bezug zu Geld, wenn es lediglich die Dinge wahrnimmt die toll erscheinen. Selbst wenn ein Kind sparen muss, solange es auf einen Vergnügungsgegenstand ist, wie zum Beispiel ein Spiel, weiß es eigentlich nicht was Geld bedeutet.

Meine Eltern haben mir und meinen Geschwistern ab einem Alter von ca. 10 Jahren kein Taschengeld mehr gegeben, sondern einen festgesetzten monatlichen Geldbeitrag von dem wir alle Ausgaben, was zum Beispiel Schulmaterial und Klamotten angeht, bestreiten sollten. Natürlich war man die ersten zwei Monate erstmal pleite, weil man es für Scheiß ausgegeben hat, aber danach hat man ziemlich schnell selektieren gelernt. Das Kinder also grundsätzlich verantwortungslos sind, kann ich persönlich nicht bestätigen und ich glaube nicht das ich besonders vernünftig war, diese Erfahrung könnte jeder machen. Kinder haben lediglich weniger Lebenserfahrung als Erwachsene, aber grundsätzlich fallen sie nicht mehr oder weniger auf Betrug herein als diese.

Ich sehe in dieser ganzen Diskussion eh nicht über welche Kinder man redet. Diese f2p-Kinder müssen schon wirklich sehr sehr jung sein, wenn sie zum Beispiel den Unterschied eines richtigen Videospiels zu einem f2p nicht erkennen und darüber hinaus das f2p irgendwie reizvoller finden. Und diese sehr jungen Kinder sollten sowieso nicht einen so freien Zugang zum Internet haben, dass sie auf f2p reinfallen können. Ich seh da überhaupt keinen Verbotsbedarf, weil das wirklich eine Aufgabe der Eltern ist, angefangen wie früh ein Kind ins Internet darf und wie sie das kontrollieren.
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muecke-the-lietz
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Re: Britische Verbraucherschützer stellen Regeln gegen In-Ap

Beitrag von muecke-the-lietz »

@wulgaru

Ganz genau so schauts aus. Und aus pädagogischer Sicht war das durchaus eine interessante Methode deiner Eltern, euch das System Geld näher zu bringen. Aber das funktioniert natürlich erst am einem gewissen Reifegrad und Alter. Grundsätzlich war das aber sicherlich eine gute Erfahrung, zu verstehen, dass man Geld für alles im Leben braucht, nicht nur für Dinge, die einem Freude bereiten.

Ich halte dieses einfache Ausschütten von Taschengeld eh fragwürdig. Man sollte Taschengeld immer mit einem Lerneffekt verbinden, ohne den Kindern jetzt den Spaß zu rauben, sich auch mal Blödsinn zu kaufen. Aber einfach nur 50 € am Anfang des Monats und das Kind läuft dann los und knallt in der ersten Woche alles für McDonalds und nutzlosen Sammel/Spiel-Kram raus, halte ich erzieherisch für wenig sinnvoll. Aber da muss man auch von Kind zu Kind schauen. Und im Prinzip soll das Kind ja auch selbstständig lernen mit SEINEM Geld umzugehen. Aber das heißt ja nicht, dass man da als Eltern völlig aus der Verantwortung genommen ist. Man kann ja immer noch als Ratgeber und Unterstützer zu Seite stehen, was sinnvoll ist und was nicht.

Und viel zu viel Geld für Smartphone Spiele zu verbraten, die man nach 2 - 3 Monaten nicht mehr spielt, weil denn was anderes interessanter ist, halte ich ab einem gewissen Grad tatsächlich für sinnlos.
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Wulgaru
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Re: Britische Verbraucherschützer stellen Regeln gegen In-Ap

Beitrag von Wulgaru »

Natürlich haben die uns nicht einfach ein paar Geldscheine in die Hand gedrückt und das hat funktioniert. Sowas muss man begleiten, aber gerade wenn man da als Elternteil konsequent bleibt, ist es eine gute Methode. Denn als 10jähriger habe ich erstmal natürlich nicht daran gedacht, was passiert wenn meine Jeans kaputtgeht. Aber wenn man das eben selbst bezahlen musste, hat man das dann anders gesehen.

Es ist jedenfalls ein sinnvolleres System als ein Kind quasi knapp zu halten und ihm nen Minimalbeitrag an Taschengeld für Vergnügen zahlt und alles was wirklich Verantwortung bedeutet für das Kind kauft. Natürlich hast du Recht, das geht erst ab einem gewissem Alter, aber ich glaube wie gesagt nicht, dass wir bei der f2p-Falle wirklich von Jugendlichen reden. Jugendliche von heute wachsen mit Internet und Videogames auf...ich glaube einfach nicht das diese Gruppe im großen Stil auf dieses Geschäftsmodell hereinfällt. Die sind nicht verantwortungsvoller, aber die wissen das f2p nichts ist wo viel Vergnügen für sie rausspringt, wenn sie richtige Spiele spielen können.

Bei Kleinkindern ist es etwas anderes, aber wie ich schon sagte...wer sein kleines Kind, was vielleicht gerade lesen kann, unbeaufsichtigt im Internet fuhrwerken lässt, hat etwas falsch gemacht...das ist nicht die Schuld von EA.
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Wigggenz
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Re: Britische Verbraucherschützer stellen Regeln gegen In-Ap

Beitrag von Wigggenz »

Wulgaru hat geschrieben:Bei Kleinkindern ist es etwas anderes, aber wie ich schon sagte...wer sein kleines Kind, was vielleicht gerade lesen kann, unbeaufsichtigt im Internet fuhrwerken lässt, hat etwas falsch gemacht...das ist nicht die Schuld von EA.
Nö, deine pauschalierte Schuldzuweisung an Eltern kann ich nicht einfach stehen lassen.

Wie ich schon geschrieben habe, kann man absolut nciht von allen Eltern verlangen, über die Abzock-Situation Bescheid zu wissen. Nicht alle Eltern haben die Zeit, sich über so etwas Gedanken zu machen, oder kommen überhaupt auf die Idee, was da passieren könnte. Ich denke insbesondere an Familien, wo Eltern (oder ein allein erziehendes Elternteil) knapp bei Kasse sind, trotzdem viel arbeiten (müssen), und halt versuchen, wenig verbrachte Zeit durch Geschenke auszugleichen, wie z.B. ein Smartphone. Nicht alle Eltern sind informiert.

Die Unternehmen zielen ja gerade darauf ab, dass der Verbraucher uninformiert bleibt, deswegen wird weder vom Internetprovider noch Mobilfunkanbieter oder Handyhersteller garantiert nicht auf die Gefahren von mit MTA behafteten Apps hingewiesen.

Wer sein Kind "herumfurhwerken" lässt, tut dies wohl nur aus eigener Unwissenheit, die bei weitem nicht immer verschuldet sein muss, und das wird gezielt von Unternehmen ausgenutzt.

Dazu kommt, dass Eltern oft auch selbst nicht gut mit Geld umgehen können... vielleicht weil sie es selbst nie beigebracht bekommen haben...
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Wulgaru
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Re: Britische Verbraucherschützer stellen Regeln gegen In-Ap

Beitrag von Wulgaru »

Wenn Eltern nicht mit Geld umgehen können, ist das wohl ihr eigenes Problem.

Was das mangelnde Wissen um das f2p angeht, möchte ich dir allerdings widersprechen. Erstmal halte ich es für völlig unwahrscheinlich, dass man in der heutigen Zeit nichts über Internetabzocke weiß...das hat ja nichts mit der jetzigen Situation zu tun, sondern passiert schon seit Jahren in anderen Zusammenhängen.

Zweitens sind die Eltern dafür verantwortlich was ihre Kinder so machen dürfen und wenn sie ihren Kindern (ich rede hier wohlgemerkt von kleinen Kindern) erlauben im Internet zu surfen, haben sie das auch zu kontrollieren. Das mögen nicht alle Eltern wollen und es mag nicht allen möglich sein, aber das kann ihnen kein Gesetz abnehmen. Es gibt immer Betrüger, in jedem Lebensbereich.
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Re: Britische Verbraucherschützer stellen Regeln gegen In-Ap

Beitrag von Wigggenz »

Wulgaru hat geschrieben:Zweitens sind die Eltern dafür verantwortlich was ihre Kinder so machen dürfen und wenn sie ihren Kindern (ich rede hier wohlgemerkt von kleinen Kindern) erlauben im Internet zu surfen, haben sie das auch zu kontrollieren. Das mögen nicht alle Eltern wollen und es mag nicht allen möglich sein, aber das kann ihnen kein Gesetz abnehmen. Es gibt immer Betrüger, in jedem Lebensbereich.
Wow, sorry, ich möchte ab diesem Punkt nicht weiter mit dir darüber diskutieren.

Ich habe versucht darzulegen, dass Eltern auch völlig unverschuldet oder zumindest nicht oder nur im geringen Maße vorwerfbar in die Lage kommen können, dass ihre Kinder auf Abzocke hereinfallen.

Du antwortest darauf so pauschal negiernd mit wirtschaftsliberalsten Eigenverantwortungs-Allgemeinplätzen, die den zu Grunde liegenden Leitgedanken von rechtlichem Verbraucher- und Minderjährigenschutz (den ich sehr begrüße und teile) so dermaßen zuwiderlaufen, dass ich das nicht näher ausführen möchte. Das macht mich so sauer, dass ich fürchte, bei weiterem Verlauf persönlich werden zu können, was ich vermeiden möchte.
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Re: Britische Verbraucherschützer stellen Regeln gegen In-Ap

Beitrag von Wulgaru »

Das ist doch völliger Quatsch. Ich habe nicht gesagt das es keine Regeln geben sollte. Das du mich in eine bestimmte politische Ecke stellen willst, lässt dich bereits persönlich werden und ist zudem äußerst arrogant, weil du nicht das geringste über mich weißt, egal was ich hier tagtäglich schreibe.

Das was wir hier haben ist dreist, gemäß des Screenshots der diese News anführt zum Beispiel. Aber es ist nicht so, das man den Preis nicht sehen kann. Für meine Begriffe muss man wirklich sehr sehr sehr naiv sein um zum Beispiel 89 Euro für diese Rubine oder was das ein soll zu bezahlen. In einem Maße naiv, das mich zweifeln lässt, wie man sonst durch sein Leben kommt.

Ich rede hier wohlgemerkt nicht von Sachen wo du dich anmeldest und dann hinterher eine Rechnung präsentiert bekommst, die aus dem Angebot was du vor deinen Augen hattest nicht abzusehen war...aber hier ist das ja der Fall. Es ist saudreist und ich verstehe wirklich nicht wie man als Anbieter auf solche Preise kommen kann, aber es ist keine versteckte Kostenfalle. Die Regeln die hier jetzt aufgestellt werden, ändern für meine Begriffe am Grundkern dieses Geschäftsmodell sowieso sehr wenig.
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Re: Britische Verbraucherschützer stellen Regeln gegen In-Ap

Beitrag von Wigggenz »

Wulgaru hat geschrieben:Das du mich in eine bestimmte politische Ecke stellen willst, lässt dich bereits persönlich werden und ist zudem äußerst arrogant, weil du nicht das geringste über mich weißt, egal was ich hier tagtäglich schreibe.
Ich habe deine zitierten Äußerungen als in höchstem Maße wirtschaftsliberal bezeichnet, nicht dich als Person. Hättest du mit aufmerksamen Lesen auch gemerkt.

Etwas anderes fiel mir bei Sätzen wie folgenden:
Zweitens sind die Eltern dafür verantwortlich was ihre Kinder so machen dürfen und wenn sie ihren Kindern (ich rede hier wohlgemerkt von kleinen Kindern) erlauben im Internet zu surfen, haben sie das auch zu kontrollieren. Das mögen nicht alle Eltern wollen und es mag nicht allen möglich sein, aber das kann ihnen kein Gesetz abnehmen. Es gibt immer Betrüger, in jedem Lebensbereich.
nicht ein. Dieser Satz ist extrem laissez-faire, egal wie du als Person genrell sein magst.
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Re: Britische Verbraucherschützer stellen Regeln gegen In-Ap

Beitrag von muecke-the-lietz »

@wigggenz und wulgaru

Ich glaube eure beiden Standpunkte machen die Schwierigkeit dieser Diskussion klar.

Einerseits ist der Verbraucher natürlich mündig und kann selbst entscheiden, was er und seine Kinder konsumieren. Und ein mündiger Verbraucher sollte natürlich auch ein gut informierter Verbraucher sein.

Andererseits ist der Verbraucher kein Alleswisser, Eltern sind keine strahlenden Engel und die Welt der modernen Medien ist einfach unglaublich komplex und für viele einfach nicht zu durchschauen. Und oftmals liegt es ja auch im Interesse der Industrie, dass der zwar mündige Verbraucher kein gut informierter Verbraucher ist.

Und dafür braucht es einfach einen starken Verbraucherschutz, der dafür sorgt, dass man sich halbwegs sicher in der Welt des Konsums bewegen kann. Wenn man sein Kind erziehen und informieren möchte, muss man ersteinmal selbst gut informiert sein. Und das ist oft nicht der Fall. Deswegen stellen Britische Verbraucherschützer wohl diese Regeln auf.

Einerseits liegt die Verantwortung natürlich beim Verbraucher, andererseits aber auch beim Gesetzgeber und der Industrie. Einseitige Verantwortungs- und Schuldzuweisung nützen in dieser Diskussion nichts.
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Re: Britische Verbraucherschützer stellen Regeln gegen In-Ap

Beitrag von Wigggenz »

Deswegen habe ich ja von einem krassen Wertungskonflikt mit dem Verbraucherschutzgedanken gesprochen.

Das deutsche (oder vielmehr europäische, worauf das deutsche beruht) Verbraucherleitbild geht von einem mündigen, aber nicht immer gut informierten Verbraucher aus. Und gerade das ist besonders bei Apps hochaktuell, wo AGBs und unauffällige Süchtigmach-Strategien eine entscheidende Rolle spielen.