Ich bin auch am Überlegen... Auf der einen Seite interessiert michs ja schon, wie das Livekonzert mit dem "Spielfilm" harmoniert. Auf der anderen Seite hab ich zu viel Schiss, dass es dann eventuell 17 verschwendete Euros wären, wenns mir auf den Sack geht. Gegen den Kauf spricht auch, dass sowieso nix gegen "Seattle 89" von der "Live Shit: Binge & Purge" ankommt. Das ist einfach die Überlivedvd.
Also ich kann ihn dir empfehlen, das Konzert ist absolut Bombe, die Bühne, die Effekte und nicht zuletzt die Songauswahl, absolut Granate. Das Ganze gepaart mit perfekter Technik was Bild und Ton angeht, in meinen Augen fast schon Referenz was Konzertfilme angeht. Was die Rahmenhandlung angeht, ich fand sie echt nicht so schlecht, hat mich unterhalten und war absolut ok, aber das Highlight ist natürlich das Konzert.
Und der Gipfel der Dekadenz: ich nutz das gute Stück lediglich zum Abspielen meiner CD´s, die ich von hier aus über die Teufel 5.1 - Boxen von anno dunnemals jage.
Verschenkt? Aber hallo! Warum? Weil ich es kann.
Das einzig bizarre daran ist die Vorstellung, Musik von Scheiben abzuspielen, die man ständig wechseln muss ... Für das selbe Geld wäre auch ein Intel NUC mit einer Festplatte machbar gewesen, die gereicht hätte, um jede CD-Sammlung in verlustfreier Form zu speichern - und bequemer wäre das dann auch gewesen.
Eben. Eine Musiksammlung in digitaler Form auf irgendeiner mistigen Festplatte ist NICHT identisch mit der gleichen Sammlung in meinem Regal gleich über dem sanft mit seinem Display blau leuchtenden Pioneer-Gerät. Diese Sammlung atmet Geschichte, mit vielen ihrer Exemplare verbinden sich Erinnerungen an die Orte ihres Kaufes und den biografischen Lebensabschnitt, in dem sie erworben wurden. Ziehe ich eine CD aus dem Schrank halte ich gleichsam einen Teil meiner Vergangenheit in der Hand und den Schlüssel für die Erinnerung an sie. Und VERNÜNFTIGE Alben stellen nebenher gesagt ein Gesamtkunstwerk dar, das man in einem Stück von vor bis hinten durch hört. So oft wechselt man da gar nix.
So wie Bücher. Die natürlich ebenfalls NICHT in digitaler Form aufbewahrt gehören.
Ich meine, klar, ich hab meine CDs auch "geFLACt" und als MP3 Datei fürs Mitnehmen parat. Alles fein archiviert. Aber ich habe nicht eine Playlist. Ich höre immer ein Album. Auch auf dem Handy, unterwegs. Ich überspringe niemals. Ich denke in Alben. Und Archer hat vollkommen Recht, wenn er sagt, dass jedes Album beim in die Hand nehmen eine kleine Geschichte erzählt. Ich weiß bei jeder CD auf welchem Weg und wo/wann ich sie erstanden habe. Die CDs sind quasi autobiographisch. Und selbst bei den CDs, die ich meinem Vater abgezogen habe, muss ich immer daran denken, wie ich sie als Kind für mich entdeckt habe. Ich finde das einfach schön. Und das will ich auch weiterhin so haben. Beim reinen Abrufen von der Festplatte ginge das irgendwie verloren.
Am Wochenende sitze ich manchmal vor der Anlage und schiebe eine CD nach der nächsten rein. Meistens ein Bierchen dabei. Plötzlich ist es 4. Das hat für mich was meditatives. Man nimmt das Beiheft raus, ließt die Widmungen, guckt paar Bildchen, geht den Text mit durch und denkt drüber nach, wann man die CD gekauft hat.
Ich liebe auch das "mechanische" musikhören, aber ich halte mich nicht stoisch an die Titelreihenfolge. Außer wenn ich mal richtig Lust auf Musik habe.
Es liegt aber auch an meinem Musikgeschmack, oftmals gibt es keinen roten Faden oder die Titel sind derart lang dass man keine Lust hat ungemochte Titel in voller Länge zu hören.