Nesta92 hat geschrieben:
Ich empfinde die Gamerscores oder Trophäen an sich sind keine schlechte Idee, da auch dies eine Motivationsquelle sein kann. Es gibt Leute die deswegen Spiele dann noch einmal auf einen höheren Schwierigkeitsgrad durchspielen oder alle Sammelobjekte suchen. Ich selbst würde dies nicht mehr tuen, da Spiele wie Assassins Creed dies ins unermessliche führen, aber andere haben Spaß damit. Mich würde aber interessieren was dich daran stört, immerhin ist dies optional. Dies ist die selbe Diskussion ob Share-Button sinnvoll ist oder nicht. Man wird doch gar nicht gezwungen dieses Feature zu nutzen, aber es gibt andere die dieses Feature mögen.
Den fehlenden Schwierigkeitsgrad würde ich nicht direkt unterstreichen. Es gibt genug Spiele auf dem NES die wirklich utopisch schwer sind(Ninja Gaiden oder Castlevania um mal zwei zu nennen), dies aber auch wichtig ist. Die Spiele wären sonst recht kurz und nur der Schwierigkeitsgrad hält einen ab durch dieses Spiel zu flitzen. Ich persönlich finde das super. Diese beiden Spiele sind so brutal schwer das man wirklich Schweißausbrüche kriegt wenn man mit einem kleinen bisschen Leben noch den Boss killt, aber auch viel Frust ist dabei. Heutzutage ist dies Dark Souls oder I wanna be the guy. Nicht jeder hat so eine Frustresistenz, deshalb gibt es ja auch verschiedene Schwierigkeitsgrade.
Diese "früher war alles besser"-Geschichten sind oftmals quatsch. Bei Tomb Raider was du so lobst war es vor allem so schwer da die Steuerung fummelig war. Heute würde sowas jeder kritisieren.
Zu den Rätseln in Adventures kann ich nicht viel sagen. Ich selbst hab nur folgende Adventures gespielt: Monkey Island 1 & 2, Day of the Tentacle, Edna bricht aus und The Walking Dead. Wenn ich jetzt Monkey Island mit Edna bricht aus vergleiche, empfinde ich nicht grad schlechteres Rätsel-Design. Daher finde ich es übertrieben was du behauptest. Wenn man Telltale-Games meint, dann kann man wirklich nicht von schweren Rätseln reden, aber die Atmosphäre und die Story sind grandios. Da kann ich dann mit schwachen Rätseln leben.
Ich wurde zwar nicht von dir angesprochen, melde mich aber trotztdem einfach mal zu Wort, weil du in deinem Post ein paar interessante Punkte ansprichst...
Bezüglich der Trophäen bin ich (leider) irgendwie schizophren, denn auf der einen Seite verteufel ich diese blöden Dinger als billigen Ersatz für Inhalte, stumpfsinnige Grind-/Sammelaufforderungen und elektronische Schwanzprothesen, auf der anderen Seite habe ich mir auf der PS3 im Laufe der Zeit mittlerweile selber 22 Stück von diesen ePenis-Upgrades ge"gönnt".
Also gebe ich dir Recht insoweit, dass sie einen dazu animieren können, ein Spiel öfter zu spielen oder andere Strategien zu verwenden und in einem Spiel alles zu erreichen.
Genau dort setzt dann aber auch schon der Grund an, warum ich Trophäen verteufel. Denn hat man früher beim komplettieren eines Spielstandes noch erstrebenswerte Boni bekommen (Rüstungen in GoW, Bandanas/Verkleidungen in MGS, etc.), so wurde dies alles auf die DLC-Schiene umgelenkt und ich als Spieler bekomme nur noch ein olles, kurzes High-Signal und ne elektronische 1 ins Archiv geschrieben.
Zudem kann ich das Gefühl nicht leiden, wenn mir die Trophäen signalisieren, ich hätte ein Spiel noch nicht perfekt durch gespielt, nur weil ich drölfzig Scherben noch nicht eingesammelt (InFamous) oder nicht 500 Gegenstände erschaffen habe (Trine) - als Beispiele. Hinzu kommt, dass mittlerweile so gut wie jedes Spiel mindestens einen Online- oder Multiplayerteil besitzt, mit entsprechenden Erfolgen. Hier plädiere ich schon seit Ewigkeiten für eine Aufspaltung der Platintrophäen in die Bereiche Online- Mehrspieler und Einzelspieler. Dies hat mich u.a. bei Tomb Raider 2013 oder auch Burnout Paradise extrem angegast. Bei ersterem soll ich online drei mal den Prestige-Rang erreichen, um in einem eigentlichen reinen Einzelspieler-Spiel Platin zu bekommen??? Und in letzterem soll ich mir auch noch extra eine dusselige Eye-Kamera zulegen, um einen "Snapshot" von mir an einen Mitspieler senden zu können??? Aber sicher doch... Nun gut, dies sind aber zugegebenermaßen meine persönlichen Probleme, dass ich mich von Trophäen so bedrängen lasse. Nichts desto Trotz würde ich es willkommen heißen, wenn ich nicht nur einstellen könnte, ob jemand meine Erfolge sehen kann oder nicht, sondern wenn ich sie garnicht erst bekommen könnte.
Zu guter Letzt fällt mir noch ein, dass in Online-Partien auch schon der eine oder andere blöd angemacht worden sein soll, weil sein Gamerscore nicht hoch genug sei...sollte dies der Wahrheit entsprechen ist dies ein weiteres erbärmliches Phänomen, welches aus solch einem kompetitiven Unsinn heraus geboren wurde.

Da lobe ich mir einfach Nintendo, die ihren Kurs durchziehen und spiele auf meiner U ganz gemütlich AC4, ohne irgendwelche sinnbefreiten Einblendungen, weil ich mir zum zwanzigsten Mal mit der Piratenflagge die Nase geschnäuzt habe. ^^
Bezüglich der Schwierigkeitsgrade (SG im Folgenden genannt) hast du ja schon korrekt erwähnt, dass die Spiele früher sonst viel zu schnell zu Ende gewesen wären. Da heute Spiele allerdings schon obgleich ihrer Einfachheit mehrere Stunden dauern, wäre es glaube ich kein Gefallen, wenn der SG wieder so extrem angezogen werden würde. Stell dir doch nur mal ein Super Mario 64 vor. Wie viele Level gab es dort? Ziemlich viele jedenfalls. Und jetzt stell dir vor, du bräuchtest für jedes von ihnen dutzende Versuche und hättest für das gesamte Spiel nur drei Leben und keine Möglichkeit zum Zwischenspeichern.

OK, sehr übertrieben, aber worauf ich hinaus will ist, dass es heute auch nicht mehr nötig ist, Spiele unfair schwer zu gestalten. Womit ich mich jetzt natürlich nicht dagegen aussprechen möchte, dass einige Spiele heute doch etwas zu leicht geraten sind.
Ein Punkt, den du auch schon erwähnt hattest, war die hakelige Steuerung von Spielen damals. Wenn ich da z.B. an Shadow Man 64 oder Metal Gear Solid 1+2 denke, bekomme ich noch immer einen Brechreiz. Sogar Hideo Kojima hatte angemerkt, dass sie in ihrer HD-Neuauflage von MGS2 absichtlich auf die modernere Steuerung aus Teil 4 bzw. Peace Walker verzichtet haben, da der SG sonst zu extrem darunter gelitten hätte. Ich für meinen Teil bin sehr dankbar darüber, dass wir uns heute eigentlich nicht mehr mit Steuerungen plagen müssen, sondern so gut wie alles angenehm flutscht.

Demons's Souls macht da, weil du es genannt hattest, einfach so extrem viel richtig. Wobei ich bei den Souls-Spielen auch nicht unbedingt von einem hohen SG sprechen würde, sondern eher von einer konsequenten Spielwelt. Man stirbt nunmal, wenn man von einer Klippe fällt oder einen ein turmhoher Gegner ein, zwei Mal erwischt. Es gibt halt zur Ausnahme einfach mal wieder ein paar wenige grundlegende Regeln zu beachten. Damit kommen ein paar wohl nicht mehr so ganz klar. Hält man diese aber ein, so kann man sich das Spiel extrem vereinfachen und landet eigentlich wieder auf dem Niveau von GoW oder DmC. Ich behaupte mal, heute stellen die Spiele einfach nur kaum noch Regeln auf, an die man sich zum Bestehen halten muss. Um AC erfolgreich durch zu spielen, muss man sich z.B. nur daran halten, immer zu kontern und nie aktiv die Sprungtaste zu drücken, wenn man nicht gerade auf Vogelscheiße steht (also ein Heuhaufen unter einem ist). Früher gab es halt mehr zu beachten.
Aber allgemein frage ich dich jetzt mal, wenn man auf Grund einer zu extremen Spielzeit keinen unfairen SG mehr einführen sollte und gleichzeitig nicht auf den Komfort einer anständigen Steuerung verzichten möchte (Auf diesen beiden Punkten beruht schließlich ein Gros des SG älterer Spiele), wie soll man dann heute in Spielen den SG erhöhen?
Der letzte Aspekt, der mir einfällt sind Rätsel. Ich habe in meiner Laufbahn schon wirklich viele Spiele gespielt, aber wirkliche Rätsel, die nicht daraus bestanden in einer verschachtelten Welt irgendwo ein Objekt zu finden und es anderswo einzusetzen oder diese typischen Kisten-Rätsel (Soul Reaver), sind mir bisher eher selten begegnet. Nehme ich jetzt Portal heraus, welches ja ein reines Parkour-Spiel ist, fällt mir spontan(!) jetzt nur Soul Reaver 2 oder Ocarina of Time ein und richtige Kopnüsse wären da jetzt auch nicht dabei.
Daher meine Frage, was für Spiele nehmt ihr immer als Messlatte, wenn ihr "
wieder mehr Rätsel" fordert? Welche Art von Rätseln würdet ihr euch wünschen? Labyrinthe? Kisten? Suchen und Finden?
Ich bin sehr wohl auch für mehr Denkarbeit in Spielen, mir fällt nur nichts ein, wo dies bisher jemals groß gefordert war.
