Day One: Garry's Incident: Wollte Entwickler kritische Berichterstattung unterbinden?

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Kajetan
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Re: Day One: Garry's Incident: Wollte Entwickler kritische B

Beitrag von Kajetan »

Usul hat geschrieben: Warum sollten die Entwickler also nur TB ans Bein pinkeln? Wenn es wegen kritischer Berichterstattung wäre, hätte es womöglich auch andere Kanäle getroffen.
Solche Entscheidungen werden in der Regel NICHT nach sorgfältiger, rationaler Betrachtung aller Fakten getroffen. Der Entwickler war einfach pissed und wollte sich rächen! Typischer hissy fit!
Mir aber egal... denn ich schau keine Youtube-Reviews. ;)
Soll ich jetzt extra für Dich Martin Niemöller zitieren? :)
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Usul
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Re: Day One: Garry's Incident: Wollte Entwickler kritische B

Beitrag von Usul »

Kajetan hat geschrieben:
Usul hat geschrieben: Warum sollten die Entwickler also nur TB ans Bein pinkeln? Wenn es wegen kritischer Berichterstattung wäre, hätte es womöglich auch andere Kanäle getroffen.
Solche Entscheidungen werden in der Regel NICHT nach sorgfältiger, rationaler Betrachtung aller Fakten getroffen. Der Entwickler war einfach pissed und wollte sich rächen! Typischer hissy fit!
Das kann schon sein. Aber das ist ja dann kein allgemeiner Kreuzzug gegen kritische Berichterstattung, sondern nur gegen TB. Mag für TB natürlich schwerwiegend sein und es ist auch allgemein fragwürdig, wenn man zuerst Ja sagt und dann irgendwann das Gegenteil behauptet. Aber mir ging es eher darum, daß hier ja ganz offensichtlich keine allgemeine Aktion gegen kritische Berichterstattung vorliegt (sagt offensichtlich TB ja auch selbst, wenn ich den Artikel richtig gelesen habe).

Soll ich jetzt extra für Dich Martin Niemöller zitieren? :)
Stimmt schon... das ist eine sehr kurzsichtige Sicht, die ich da an den Tag lege. Aber da es ja offensichtlich nichts Allgemeines ist, sondern "nur" gegen TB gerichtet (und die paar Videos, die ich mir von dem angeschaut habe, fand ich lediglich nervig), gehe ich das geringe Risiko der allgemeinen Unterdrückung gerne in Kauf. ;)
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Temeter 
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Re: Day One: Garry's Incident: Wollte Entwickler kritische B

Beitrag von Temeter  »

Kajetan hat geschrieben:TB ist ein Freund klarer Worte. Da wird nichts weichgespült oder konfliktscheu gemieden. Er bezieht nicht nur klare Positionen, er hat in der Regel auch jede Menge klarer Argumente, mit denen er seine Position begründen kann.

Ich kann schon nachvollziehen, dass so jemand leicht den Hass von Leuten auf sich zieht, die ihm bei einem Thema nicht zustimmen, die aber auch keine Argumente mehr haben, um ihm Kontra geben zu können. Dann kommen halt nur noch persönliche Angriffe, bei denen TB natürlich sehr direkt zurückgiftet, wie es eben seine Art ist, worauf diese Leute noch greller aufheulen, weil sie nicht einstecken können, was sie austeilen. Ein altbekanntes Muster und soooooo ermüdend!
Sein Sarkasmus, insbesondere auf Twitter, tut vermutlich sein übriges. Man sieht ja an dem geposteten Auszug, dass der andere Typ keine Ahnung von TB's eigentlicher Aussage hatte, worüber sich der Brite ausgiebig lustig macht.

Im großen und ganzen finde ich die offene Art in seinen Videos sehr erfrischend, verglichen mit großen Teilen der englischen Spielepresse. Da scheinen einfach Regeln zu gelten, wie 'Du gibst einem GTA niemals weniger als 8 Punkte', denen der zynische Brite nicht die geringste Beachtung schenkt. Stattdessen bekommt man imo einige der ehrlichsten und kritischsten Reviews, die man im Web finden kann.
Usul hat geschrieben:
Andere Kanäle, die ebenfalls gewinnbringend und kritisch über Day One: Garry's Incident berichtet haben, wären zudem nicht betroffen
Warum sollten die Entwickler also nur TB ans Bein pinkeln? Wenn es wegen kritischer Berichterstattung wäre, hätte es womöglich auch andere Kanäle getroffen.
Vielleicht weil es das Video mit den meisten Views war, oder es sich hier um einen Youtuber, und keine etablierte Seite wie IGN handelte? Die ganze Sache war von Anfang nicht durchdacht, also würde ich da kaum mehr als eine Kurzschlussreaktion hinter erwarten. Alleine schon rechtliche Konsequenzen, die öffentliche Reaktion oder ein Streisand-Effekt würde mehr Schaden als Nutzen verursachen. Wobei erst der Entwickler selbst das ganze öffentlich gemacht hat, was einfach nur bescheuert war.

Der Entwickler hat, wie auch im Video erwähnt wird, generell einen recht fragwürdigen Hintergrund.
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Sir Richfield
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Re: Day One: Garry's Incident: Wollte Entwickler kritische B

Beitrag von Sir Richfield »

Temeter  hat geschrieben:Stattdessen bekommt man imo einige der ehrlichsten und kritischsten Reviews, die man im Web finden kann.
Nein, bekommt man nicht! Das ist ihm wichtig, immer und immer wieder darauf hinzuweisen und er bellt gerne auch seine besten Kumpels dafür an, wenn sie es wagen, seine Videos "Review" zu nennen.

Was man bekommt ist seine ehrliche Meinung über ein beliebiges Stück Software.

Und mehr möchte ich von ihm eigentlich auch nicht bekommen. Ich gehe teilweise mit seinen Meinungen konform, dank eines Videos kann ich mir einen Eindruck verschaffen, ob ich persönlich das Spiel mag, unabhängig davon, ob TB das mag. Gibt genug Beispiele, wo TB total begeistert ist, das Spiel aufgrund seiner Mechanik mir aber nur ein "Meh" entlocken kann. Und umgekehrt. ;)

Diese Ehrlichkeit ist allerdings auch sein Kapital, dass er sehr hart verteidigen muss - gerade vor seinen Zuschauern. Sobald sein WTF oder Alpha Strike danach riecht, dass er aufgrund irgendwelcher Deals oder aus persönlichen Gründen ein Spiel unverdient lobt, kann er alle seine Credits verlieren.
Und ohne Street Cred kann er gleich wieder bei Gamestop anfangen...
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Kajetan
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Re: Day One: Garry's Incident: Wollte Entwickler kritische B

Beitrag von Kajetan »

Usul hat geschrieben: Das kann schon sein. Aber das ist ja dann kein allgemeiner Kreuzzug gegen kritische Berichterstattung, sondern nur gegen TB.
Richtig. Der Entwickler, der auf TB sauer ist, das ist eine kleine, begrenzte Sache. Nicht weiter der Rede wert.

Im größeren Zusammenhang jedoch wirft das Vorgehen dieses Entwicklers ein schönes Schlaglicht auf die Leichtigkeit, mit der bestimmte mißliebige Inhalte aus der Öffentlichkeit entfernt werden können. Siehe auch Scientology, wo man jahrelang z.T. recht erfolgreich mit dem Verweis auf Urheberrechte viele kritische Beiträge und Dokus über Scientology aus dem Netz und der Presse klagen konnte.
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Usul
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Re: Day One: Garry's Incident: Wollte Entwickler kritische B

Beitrag von Usul »

Kajetan hat geschrieben:Im größeren Zusammenhang jedoch wirft das Vorgehen dieses Entwicklers ein schönes Schlaglicht auf die Leichtigkeit, mit der bestimmte mißliebige Inhalte aus der Öffentlichkeit entfernt werden können. Siehe auch Scientology, wo man jahrelang z.T. recht erfolgreich mit dem Verweis auf Urheberrechte viele kritische Beiträge und Dokus über Scientology aus dem Netz und der Presse klagen konnte.
Aber man sieht ja, daß es so einfach ja doch nicht geht mittlerweile - zumal hier ja eindeutig ein Fehlverhalten des Entwicklers vorliegt, der offensichtlich zuerst Ja und dann Nein gesagt hat.

Insofern sehe ich wirklich keine große Sache. Da haben sich zwei gegenseitig eine auf die Ömme gegeben, es wird bissi darüber berichtet, fertig.
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Kajetan
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Re: Day One: Garry's Incident: Wollte Entwickler kritische B

Beitrag von Kajetan »

Usul hat geschrieben: Aber man sieht ja, daß es so einfach ja doch nicht geht mittlerweile - zumal hier ja eindeutig ein Fehlverhalten des Entwicklers vorliegt, der offensichtlich zuerst Ja und dann Nein gesagt hat.

Insofern sehe ich wirklich keine große Sache. Da haben sich zwei gegenseitig eine auf die Ömme gegeben, es wird bissi darüber berichtet, fertig.
Du verstehst es nicht, oder? Kann man also Leuten ungefragt aufs Maul hauen, nur weil die Wunde bei Dir nach nur kurzer Zeit spurlos verheilen würde?
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Usul
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Re: Day One: Garry's Incident: Wollte Entwickler kritische B

Beitrag von Usul »

Kajetan hat geschrieben:Du verstehst es nicht, oder? Kann man also Leuten ungefragt aufs Maul hauen, nur weil die Wunde bei Dir nach nur kurzer Zeit spurlos verheilen würde?
Ich verstehe es schon, aber ich wiederhole mich: Der Zusammenhang zwischen diesem Fall und Scientology z.B. ist in meinen Augen nicht vorhanden.

Wenn jemand ein Video erstellt, das zum größten Teil aus Aufnahmen eines Spiels besteht, dann ist es zuerst einmal nicht unbedingt ein Skandal, wenn dann der Rechteinhaber dagegen vorgeht. Das mag dir oder mir nicht gefallen, aber er ist nun einmal der Inhaber der Rechte. Wenn ich einen Artikel über Scientology schreibe und dabei den größten Teil irgendeines Scientology-Buches dabei als Zitat verwende, werde ich mich nicht wundern, wenn dies nicht einfach so hingenommen wird.
Das nur mal allgemein.

Hier ist es nun wohl so, daß die Entwickler/Publisher die ganzen Video-Verarbeitungen ihrer Spiele "dulden". D.h. aber in meinen Augen nicht, daß man grundsätzlich das Recht hat, das zu machen. Dulden impliziert, daß in beliebigen Fällen diese Duldung entzogen werden kann. Rechtlich zumindest, meiner Meinung nach.
Welche öffentlichkeitswirksamen Folgen das hat, ist eine andere Frage. Daß Kunden nicht begeistert reagieren würden, wenn ein Publisher gezielt Videos zensieren läßt, während andere - z.B. wohlgesinntere - weiter unangetastet bleiben, liegt auf der Hand.

Daß in diesem Fall TB offenbar die Erlaubnis hatte, das Spiel auf seine vorher bereits angekündigte Art zu verbraten, und vom Entwickler selbst den Steam-Code erhalten hat, bedeutet im Umkehrschluß: Der Entwickler wußte, was daraus gemacht werden wird. Folglich ist es nicht nachvollziehbar, daß er das Video dann runternehmen läßt.

Aber nachgerade an der Reaktion durch TB und der News-Werdung dieser Angelegenheit sieht man ja, daß es eben NICHT MEHR so einfach für Entwickler/Publisher ist, Kritik an ihren Werken zu unterdrücken. Wenn dem nämlich so wäre, hätten wir gar nichts von dieser Sache mitbekommen. Insofern ist es das, was hier geschieht, symptomatisch für die Zeit: Dank der allgemeinen Informationsverkettung ist eine Zensur so einfach nicht mehr möglich, auch wenn der Zensierende von seinem Staat oder anderen Staaten unterstützt werden sollte.

Das nimmt dem Ganzen in meinen Augen die Dramatik. Hinzu kommt, daß hier erwähntermaßen ja gar keine Kritik-Zensur bzw. der Versuch einer solchen Zensur vorliegt, sondern offensichtlich eine Kurzschlußreaktion - wie ja auch andere schon gemeint haben. Es geht also rein um die Zweierbeziehung zwischen TB und Entwickler. Der Entwickler begeht dabei den Fehler, entgegen dem ursprünglichen Einverständnis das Video runternehmen zu lassen. Dieser Fehler wird öffentlich gemacht und danach, wenn ich es richtig verstanden habe, wieder revidiert.

Der Vergleich mit dem aufs Maul hauen ist hierbei fehl am Platze.
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Sir Richfield
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Re: Day One: Garry's Incident: Wollte Entwickler kritische B

Beitrag von Sir Richfield »

Usul hat geschrieben:Insofern sehe ich wirklich keine große Sache. Da haben sich zwei gegenseitig eine auf die Ömme gegeben, es wird bissi darüber berichtet, fertig.
Ich fürchte, du unterschätzt ein wenig die Auswirkung eines Strikes.
TB hat sich von SEGA schon mal einen eingefangen, als die meinten, den Daumen fest in den Arsch zu klemmen. TB wird wahrscheinlich einen Bogen um Nintendo machen, weil er denen kein Geld schenken möchte und befürchten muss, dass die ihm auch einen Strike verpassen, wenn denen der Kanal nicht passt.
Dieses sollte dann sein zweiter Strike sein.

Bei drei macht einem Google den Kanal zu - ungefragt!
Der Mann verdient seinen Lebensunterhalt teilweise mit diesem Kanal.

Bissie auf die Ömme war ja auch nur, weil TB ein nicht gerade kleines Netzwerk hinter sich hat. Ansonsten hätten nämlich der Entwickler und Google erst recht auf seinen Einwand geschissen.
Und das ist halt sein Punkt abseits von diesem Ereignis. Das Ereignis an sich hat TB sicherlich verärgert, aber umbringen wird ihn das nicht - im Gegenteil, er kann sich die Arroganz erlauben, dass das dem Entwickler mehr schmerzen wird.

Der Punkt ist - und das ist tatsächlich erwähnenswert im Bereich Spieleberichterstattung - es ist dank dieses Automatismus sehr einfach, kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen. (Wenn auch nur auf Youtube und es gibt immer Alternativen, aber dann sagt mir doch mal, welche Suchmaschine und Video Platform ihr so nutzt...)
Der Verantwortliche hätte sich auch die Mühe machen können und ALLE "Kritiken" auf YouTube abschießen. Wie viele von denen hätten sich dann wehren können? Bei wem hättest du dich dann über den tatsächlichen Zustand des Spieles informiert (um der Polemik TBs zu folgen...)?
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Temeter 
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Re: Day One: Garry's Incident: Wollte Entwickler kritische B

Beitrag von Temeter  »

Sir Richfield hat geschrieben:
Temeter  hat geschrieben:Stattdessen bekommt man imo einige der ehrlichsten und kritischsten Reviews, die man im Web finden kann.
Nein, bekommt man nicht! Das ist ihm wichtig, immer und immer wieder darauf hinzuweisen und er bellt gerne auch seine besten Kumpels dafür an, wenn sie es wagen, seine Videos "Review" zu nennen.

Was man bekommt ist seine ehrliche Meinung über ein beliebiges Stück Software.

Und mehr möchte ich von ihm eigentlich auch nicht bekommen. Ich gehe teilweise mit seinen Meinungen konform, dank eines Videos kann ich mir einen Eindruck verschaffen, ob ich persönlich das Spiel mag, unabhängig davon, ob TB das mag. Gibt genug Beispiele, wo TB total begeistert ist, das Spiel aufgrund seiner Mechanik mir aber nur ein "Meh" entlocken kann. Und umgekehrt. ;)
Jep, ich kenne seine Ansichten zur Reviews und First Impressions. Aber wenn man ein Review auf den Kern reduziert, dann bekommt man im besten aller Fälle eine ehrliche Meinung des Autors. Abseits davon kann man nur Vermutungen anstellen, was Leute mit anderen Preferenzen über das Spiel denken könnten. Was TB auch macht, sonst würde er wohl nie einen Puzzle-Plattformer anrühren.

Die WTF's, die ich bis jetzt gesehen habe konnten mir dazu fast immer ein genauso gutes Bild von Spielen abliefern, wie geschriebene Reviews - wenn nicht sogar besser. Sogar wenn mich z.B. das Genre in Gegensatz zum Briten überhaupt nicht interessiert oder keinen Spaß macht.

Deswegen sehe ich die Trennung First Impression/Review zumindest in diesem Fall nicht so dramatisch, auch wenn man sie natürlich im Hinterkopf behalten sollte.

@Usul:
Guckt dir mal sein Video an, da wird unter anderem anhand Sega's Copyright-Strikes veranschaulicht, warum dieses System teilweise einfach nur krank ist. U.a. wurden Videos illegal runtergenommen, nur damit der neue Sega-Trailer weiter oben erscheint. Sowas ist gängige Praxis auf Youtube.
Zuletzt geändert von Temeter  am 21.10.2013 13:43, insgesamt 1-mal geändert.
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Sir Richfield
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Re: Day One: Garry's Incident: Wollte Entwickler kritische B

Beitrag von Sir Richfield »

Usul hat geschrieben:Hier ist es nun wohl so, daß die Entwickler/Publisher die ganzen Video-Verarbeitungen ihrer Spiele "dulden". D.h. aber in meinen Augen nicht, daß man grundsätzlich das Recht hat, das zu machen.
Steht der "Fair Use" Passus nicht als Quellenangabe in TBs Video zu dem Thema?
Es ist schon so, dass einem (wenigstens in Amerika) das Recht zugestanden wird, urheberrechtlich geschützte Werke in Auszügen zur Kritik zu nutzen.
Ich denke, sogar wir haben ein ähnliches Konstrukt, wenn auch nicht so stark ausgeprägt.

Technisch gesehen hätte TB das Video auch einfach mit einem Kaufexemplar machen können.

Normalerweise müsste es in so einem Fall also zur Klage kommen, auf dass ein Gericht entscheidet, welche Auslegung hier nun rechtens ist.

Dank Googles Automatismen gibt es diesen Fall aber nicht. Bei Youtube wird aus dem rechtlich verbrieften Fair Use plötzlich eine Duldung. Da wird ein Gesetz genutzt, automatisch gegen ein anderes zu schießen.
Nur weil die Mechanismen von den meisten Publishern überlegt eingesetzt werden, bedeutet das ja nicht, dass die toll sind, die Mechanismen. Wenn die Publisher eines Tages auf den Trichter kämen, dass ihnen die Öffentliche Meinung egal sein kann, gibt es von Heute auf Morgen keine privaten Videos mehr von Videospielen.
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Kajetan
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Re: Day One: Garry's Incident: Wollte Entwickler kritische B

Beitrag von Kajetan »

Usul hat geschrieben:
Kajetan hat geschrieben:Du verstehst es nicht, oder? Kann man also Leuten ungefragt aufs Maul hauen, nur weil die Wunde bei Dir nach nur kurzer Zeit spurlos verheilen würde?
Ich verstehe es schon, aber ich wiederhole mich: Der Zusammenhang zwischen diesem Fall und Scientology z.B. ist in meinen Augen nicht vorhanden.
Das zeigt, dass Du den größeren Zusammenhang nicht verstanden hast. Du schaust nur darauf, wer hier gegen wen vorgeht, anstatt Deine Aufmerksamkeit dem Werkzeug zu widmen, welches hier benutzt wird, um jemanden mundtot zu machen.
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Usul
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Re: Day One: Garry's Incident: Wollte Entwickler kritische B

Beitrag von Usul »

Kajetan hat geschrieben:Das zeigt, dass Du den größeren Zusammenhang nicht verstanden hast. Du schaust nur darauf, wer hier gegen wen vorgeht, anstatt Deine Aufmerksamkeit dem Werkzeug zu widmen, welches hier benutzt wird, um jemanden mundtot zu machen.
Was heißt hier nicht verstanden? Mag ja sein, daß das 3-Strikes-System nicht gut ist... aber ich würde nicht so weit gehen zu meinen, daß die Zensurmaßnahmen bei Youtube den Weltfrieden gefährden. Offensichtlich gewichten wir die Sachlage anders.

Es ist ja nicht so, daß das System völlig unbekannt und intransparent wäre. Wenn du dann weißt, daß Youtube offensichtlich eine Schurkenseite ist, warum steigerst du die Popularität der Seite dann noch, indem du deine gefragten Videos dort postest? Weiche auf andere Plattformen aus... oder noch besser: Mach deine eigene Seite.

Das klingt jetzt vielleicht kindischer, als ich es meine. Mir wäre es ebenfalls lieber, wenn dieses Zensurmaßnahmen auf Youtube nicht so einfach gingen. Aber ich finde nicht, daß Youtube einen integralen Bestandteil der freiheitlichen Welt darstellt. Oder gar eine öffentliche Seite ist. Es ist eine private Plattform, auf der gewisse Regeln herrschen. Wenn die mir nicht gefallen, nutze ich Youtube nicht. Wenn ich sie nutze, muß ich mich darauf gefaßt machen, daß im Zweifelsfall auch ich von diesen Regeln getroffen werde.

Das heißt nicht, daß man sich darüber dann nicht aufregen darf... soll man gerne machen. Aber nur weil ich diese Aufregung nicht teile, heißt das noch lange nicht, daß ich den Gesamtzusammenhang nicht verstehe oder gar Zensur gutheiße oder kleinrede.

Es mag jedoch sein, daß ich hier tatsächlich etwas mißverständlich geklungen habe. Aber es ist tatsächlich so, daß ich weder den speziellen Einzelfall noch das allgemeine Youtube-Problem als so schwerwiegend erachte, wie manch anderer.
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Re: Day One: Garry's Incident: Wollte Entwickler kritische B

Beitrag von DasGraueAuge »

Usul hat geschrieben: Es ist ja nicht so, daß das System völlig unbekannt und intransparent wäre. Wenn du dann weißt, daß Youtube offensichtlich eine Schurkenseite ist, warum steigerst du die Popularität der Seite dann noch, indem du deine gefragten Videos dort postest? Weiche auf andere Plattformen aus... oder noch besser: Mach deine eigene Seite.
Aus einem einfachen Grund: Herr Bane ist auch "nur" ein Kapitalist und verdient auf youtube seinen Lebensunterhalt. Er hat also ein Interesse daran, dass die Regelungen dort angepasst werden, denn ein Wechsel der Plattform käme einer Bankrotterklärung gleich.

Dass er hier nun den großen "freedom of speech"- train ins Rollen bringt, liegt natürlich trotz gegenteiliger Beteuerung eher daran, dass er seine Schafe im Trockenen wissen möchte und weniger an seinem Kampf gegen Zensur und für Konsumentenrechte. Natürlich absolut nachvollziehbar!
Ich finde den Freiheitskämpfer-Anstrich, den er dem zugehörigen Video gab, aber eher belustigend. Ein Großteil seines Publikums ist eigentlich intelligent genug, um die eigentliche Motivation zu erkennen.
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Re: Day One: Garry's Incident: Wollte Entwickler kritische B

Beitrag von Kajetan »

Usul hat geschrieben: Was heißt hier nicht verstanden? Mag ja sein, daß das 3-Strikes-System nicht gut ist... aber ich würde nicht so weit gehen zu meinen, daß die Zensurmaßnahmen bei Youtube den Weltfrieden gefährden. Offensichtlich gewichten wir die Sachlage anders.
Daran merkt man ja, dass Du den Hintergrund dieser Sache nicht verstandne hast :)
Es ist ja nicht so, daß das System völlig unbekannt und intransparent wäre. Wenn du dann weißt, daß Youtube offensichtlich eine Schurkenseite ist, warum steigerst du die Popularität der Seite dann noch, indem du deine gefragten Videos dort postest? Weiche auf andere Plattformen aus... oder noch besser: Mach deine eigene Seite.
Ok, dann mache ich meine eigene Seite. Die Seite wird ganz dolle populär (weil sie vielviel besser ist als das dumme Dutube) und dann stehen plötzlich einige Herren der Contentindustrie vor der Tür, die mit mir über Three-Strike-Regelungen und Filter sprechen wollen und mir, sollte ich mich weigern, einfach einige Urteile vorlegen, mit dem gut gemeinten Rat, mich nicht auf unnötige Prozesse einzulassen, weil die Rechts- und Gesetzeslage aktuell nämlich AUF DEREN Seite ist.

Sprich, Du ignorierst erneut den Hintergrund und die Ursache des Ganzen und hälst Dich erneut mit Nebensächlichkeiten auf.
Es mag jedoch sein, daß ich hier tatsächlich etwas mißverständlich geklungen habe. Aber es ist tatsächlich so, daß ich weder den speziellen Einzelfall noch das allgemeine Youtube-Problem als so schwerwiegend erachte, wie manch anderer.
Klar, ich kann auch jedes Mal, wenn jemand darüber reden will, dass das heutige Urheberrecht in Kombination mit speziell dem deutschen Abmahnwesen das Abmahnen von bestimmten Filesharing-Inhalten lukrativer macht als es der reguläre Vertrieb der Inhalte tut, auf hungrige Negerkinder in Afrika verweisen.

Sprich, Du weichst aus.