Spielkultur: Russland: Will mehr "patriotische und historisch akurate" Spiele

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NotSo_Sunny
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Re: Spielkultur: Russland: Will mehr "patriotische und histo

Beitrag von NotSo_Sunny »

Wulgaru hat geschrieben: Daher würde es keinem Menschen auf der ganzen Welt Schaden eine Art russische Version zu spielen in dem dann Amis oder sonstige Westler dumme Bösewichter-Klischees darstellen würden. Das einzige was dabei beschädigt werden würde ist unser westliches Ego. Russlands Bevölkerung selbst ist eh zu einem großen Teil patriotisch bis nationalistisch eingestellt, das wäre nichts was dieses Spiel plötzlich hervorrufen würde.
Stell dir doch mal vor, Amerikaner würden nur noch Filme wie BlackHawkDown oder ActOfValor forgesetzt bekommen. FullMetalJacket, Platoon oder DerSchmaleGrat würde bedeutent weniger Leute kennen, da sie verboten sind. Immerhin diskreditieren sie den amerikanischen Soldaten und verzerren historische Fakten (nach Meinung der US-Army).

Da siehst du kein Schadenspotential?
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Umimatsu
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Re: Kommentar

Beitrag von Umimatsu »

Freakstyles hat geschrieben:
Kajetan hat geschrieben:
Freakstyles hat geschrieben: @Kajetan: Ich finds nur scheinheillig, ist schließlich nicht das erste mal das sowas vorkommt.
Was findest Du scheinheilig?
Ich find es scheinheilig jetzt über die Russen zu meckern, obwohl man sich da schon hätte längst an die eigene Nase fassen können. Die Amis sind da z.B auch ganz groß drinnen, hätte man längst eingreifen können, aber es interessiert halt nun mal zu wenig Menschen, warum da jetzt noch über die Russen meckern. Entschuldige meinen schwarzen Humor mit Zynismus gepaart, aber anders ertrage ich diese sich ewig wiederholenden Vorwürfe nicht, geschieht schließlich eh nie was danach. Kann man sich es auch gleich ganz sparen ;)
Bitte was? Die Amis werden ständig wegen ihres nervenden Patriotismus kritisiert. Und das völlig zurecht. Wenn die Russen in die gleiche Kerbe holzen, habe sie es genauso verdient, deswegen angemacht zu werden. Das hat mit Scheinheiligkeit nichts zu tun.
Freakstyles
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Re: Spielkultur: Russland: Will mehr "patriotische und histo

Beitrag von Freakstyles »

Umimatsu hat geschrieben:@ Freakstyles

Der BND musste die Archive aufgrund einer gerichtlichen Anordnung öffnen, die DER SPIEGEL erwirkte. Nur nicht im Falle Adolf Eichmanns: Da darf der BND kritische Stellen aufgrund der Geheimhaltungsinteressen der BRD weiterhin schwärzen.
Joa, es wurden 17 Millionen Dokumente von 30 Millionen freigegeben. Sprich manche historische Fakten sollen auch garnicht mit der Wahrheit in die Geschichte eingehen. Aber des is ja schon seit Jahrhunderten so, die Machthaber machen Ihre eigene Geschichte, stehen dabei im möglichst positivem Lichtschein und verfälschen damit die Menschheitsgeschichte. Aber hey, wen störts? Scheinbar nicht genügende...
Freakstyles
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Re: Kommentar

Beitrag von Freakstyles »

Umimatsu hat geschrieben:
Bitte was? Die Amis werden ständig wegen ihres nervenden Patriotismus kritisiert. Und das völlig zurecht. Wenn die Russen in die gleiche Kerbe holzen, habe sie es genauso verdient, deswegen angemacht zu werden. Das hat mit Scheinheiligkeit nichts zu tun.
Jo, hast Du ja auch recht mit, Du musst meinen Post mit viel mehr Zynismus lesen ;) !! Mich regts nur auf das man da soviel Kritik üben kann wie man will und sich da eh nichts ändert. Und deshalb find ich es irgendwie scheinheillig wenn man das bei tausenden Themen immer wieder tut, aber sich nichts danach rührt von den Menschen. Wofür dann überhaupt noch Kritik äussern (zynisch)??
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Deuterium
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Re: Spielkultur: Russland: Will mehr "patriotische und histo

Beitrag von Deuterium »

Menschen gesellen sich gerne. Oft in Gruppen, in denen man sich gegenseitig verstehen kann. Da wo die Leute eine Sprache sprechen und dadurch eine Identifikation haben fühlt man sich verbunden. Setzt willkürliche Grenzen und gründet ein Land. Haut, wenn man gerne mehr davon hätte, anderssprachigen paar aufs Maul und gut. So breche ich das für mich immer ganz billig runter. Und irgendwie hat man es immer leicher das zu mögen, was man versteht. Sich da wohl zu fühlen wo man ist finde ich gar nicht verkehrt. Scheiße ists halt, wenn man meint, Leuten verbieten zu können, sich irgendwo heimelig zu fühlen, weil sie anders aussehen. Ich fühle mich auch wohl hier, freue mich aber auch über Leute, die hier herkommen, um was aus sich zu machen. Mit so übertriebenen Nationalismusquatsch kann ich aber auch nichts anfangen. Warum auch. Jeder, der sich bei der Seele-zu-Körper-Auslosung vor der Geburt eine Broschüre über das Kartoffelsein durchgelesen hat und jetzt in der Realität angekommen ist, muss eigentlich furchtbar enttäuscht sein. Von den versprochenen Herrerasseeigenschaften hab ich noch nicht viel mitbekommen. Noch nicht mal blond und blauäugig bin ich geworden obwohl die Veranlagung auf väterlicher Seite gegeben war. Ich sehe hier keine besseren Menschen als sonst wo auf der Welt. Auch keine schlechteren. Da wo sie sich verbreitet, stellt die Menschheit nichts als Unfug an. Eine Lebensform, die sich selbst erdreistet Herr zu sein und dabei eigentlich nur versagt.
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Wulgaru
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Re: Spielkultur: Russland: Will mehr "patriotische und histo

Beitrag von Wulgaru »

D_Radical hat geschrieben:
Wulgaru hat geschrieben: Daher würde es keinem Menschen auf der ganzen Welt Schaden eine Art russische Version zu spielen in dem dann Amis oder sonstige Westler dumme Bösewichter-Klischees darstellen würden. Das einzige was dabei beschädigt werden würde ist unser westliches Ego. Russlands Bevölkerung selbst ist eh zu einem großen Teil patriotisch bis nationalistisch eingestellt, das wäre nichts was dieses Spiel plötzlich hervorrufen würde.
Stell dir doch mal vor, Amerikaner würden nur noch Filme wie BlackHawkDown oder ActOfValor forgesetzt bekommen. FullMetalJacket, Platoon oder DerSchmaleGrat würde bedeutent weniger Leute kennen, da sie verboten sind. Imherhin diskreditieren sie den amerikanischen Soldaten und verzerren historische Fakten (nach Meinung der US-Army).

Da siehst du kein Schadenspotential?
Manche Leute halten Black Hawk Down ja sogar für einen Antikriegsfilm, auch wenn sich mir die Logik dahinter nie erschlossenen hat. :wink:

Was aber die Intention deines Beispieles angeht, glaube ich nicht das es irgendwas verändern würde. Full Metal Jacket und Co haben die US-Feldzüge der letzten Jahre auch nicht verhindert, man erinnere sich nur an den im Grunde unglaublich stumpfen Michael Moore der ja genau in diese Wunde gebohrt hat. Natürlich sind Verbote und Zensur falsch, aber die patriotische Grundhaltung eines Landes, ob das nun die USA oder Russland sind...wird davon denke ich kaum betroffen.
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Kajetan
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Re: Kommentar

Beitrag von Kajetan »

Freakstyles hat geschrieben:Wofür dann überhaupt noch Kritik äussern (zynisch)??
Weil die Menschen sich nicht von jetzt auf nachher ändern. Wenn Du hier Veränderung haben willst, brauchst Du Geduld, die weiter reicht als Deine eigene Lebensdauer. Du brauchst Söhne und Töchter und Enkel und Großenkel usw. usf. die alle immer weiternerven, die nicht nachgeben, die nicht aufgeben. Und die sich auch nicht zurücklehnen, wenn es denn eines Tages geschafft ist. Freiheit und Demokratie sind z.B. keine stabilen Naturzustände, sondern müssen jeden Tag aufs Neue errungen werden.

Von daher, was Du eigentlich willst, das ist größer als Dein Leben :)
Zuletzt geändert von Kajetan am 10.10.2013 12:08, insgesamt 1-mal geändert.
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Kajetan
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Re: Spielkultur: Russland: Will mehr "patriotische und histo

Beitrag von Kajetan »

Wulgaru hat geschrieben:Natürlich sind Verbote und Zensur falsch, aber die patriotische Grundhaltung eines Landes, ob das nun die USA oder Russland sind...wird davon denke ich kaum betroffen.
Angeblich kam das Umdenken Ronald Reagans in Sachen atomarer Abrüstung, nachdem er "The Day after" gesehen hatte. Es gibt Zeitzeugen, die bestätigt haben, dass Reagan diesen Film gesehen hat. Von daher ... unterschätze nicht die Macht, die solche Werke haben können.
Freakstyles
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Re: Kommentar

Beitrag von Freakstyles »

Kajetan hat geschrieben:
Freakstyles hat geschrieben:Wofür dann überhaupt noch Kritik äussern (zynisch)??
Weil die Menschen sich nicht von jetzt auf nachher ändern. Wenn Du hier Veränderung haben willst, brauchst Du Geduld, die weiter reicht als Deine eigene Lebensdauer. Du brauchst Söhne und Töchter und Enkel und Großenkel usw. usf. die alle immer weiternerven, die nicht nachgeben, die nicht aufgeben. Und die sich auch nicht zurücklehnen, wenn es denn eines Tages geschafft ist. Freiheit und Demokratie sind nämlich keine stabilen Naturzustände, sondern müssen jeden Tag aufs Neue errungen werden.
Von daher, was Du eigentlich willst, das ist größer als Dein Leben :)
Die Geschichte zeigt da anderes und meiner Meinung nach sind wir "modern" genug damit man an den Verhältnissen mal was ändern könnte, es gibt genug Kommunikationsformen um sich zu mobilisieren und man versuchts ja auch immer wieder, aber der Anteil an interessierten scheint nicht wirklich zuzunehmen. In heutigen Zeiten scheints sogar abzunehmen da man durch die Medien massenhypnotisiert wird. Kurz, der eine blickt da optimistisch in die Zukunft, meine Erfahrungswerte sind da eher pessimistisch, aber jeder wie er mag. Optimistisch in die Zukunft zu blicken, ist auf jedenfall der gesündere Weg für die Nerven ;)
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Umimatsu
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Re: Spielkultur: Russland: Will mehr "patriotische und histo

Beitrag von Umimatsu »

Wulgaru hat geschrieben: Was aber die Intention deines Beispieles angeht, glaube ich nicht das es irgendwas verändern würde. Full Metal Jacket und Co haben die US-Feldzüge der letzten Jahre auch nicht verhindert, man erinnere sich nur an den im Grunde unglaublich stumpfen Michael Moore der ja genau in diese Wunde gebohrt hat. Natürlich sind Verbote und Zensur falsch, aber die patriotische Grundhaltung eines Landes, ob das nun die USA oder Russland sind...wird davon denke ich kaum betroffen.
Solange es genügend Menschen gibt, die stolz sind, ihrem Land dienen zu dürfen, wird sich nichts ändern.
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mr archer
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Beitrag von mr archer »

Wulgaru hat geschrieben:
Tja, ihr wisst beide das ihr da gerade versucht auf Spitzfindigkeiten herumzureiten um mein Beispiel irgendwie nicht patrotisch nennen zu müssen. Erstens zum "andere Mannschaften anfeuern". Ja machen Leute, genau wie manche lieber Rad fahren während Fußball läuft. Negiert die 20-30 Millionen die das deutsche Spiel gucken jetzt irgendwie nicht gerade oder was meint ihr?
Es schauen auch alle paar Wochen mehrere Millionen Menschen "Wetten das". Ist dann wohl auch Patriotismus.

Siehst Du, wenn mich jemand nach meiner Nationalität fragt und nicht nach meiner Staatszugehörigkeit, dann sage ich "sorbisch". Was macht nun ein armer Tropf wie ich zur WM? Man guckt mal ein bisschen, wie sich die "slawischen Brudervölker" so schlagen, drückt hier mal den Daumen und mal da - und klar geht man zu jedem Spiel "der Deutschen" zu den anderen in die Stammkneipe und fiebert mit. Das ist ein Ritual der Kultur dieses Landes hier. Das hat was mit Gruppendynamik zu tun, mit kulturellen Traditionen, mit dem Bedürfnis nach Identität.

Das sind aber alles Dinge, die auch völlig ohne Patriotismus funktionieren, weil sie primäre menschliche Eigenschaften zur Grundlage haben. Patriotismus ist hingegen ein sekundäres intellektuelles Konstrukt, das auf diesen Dingen aufbaut und sie für sich nutzbar macht.

Das muss man auch überhaupt nicht problematisch finden. Aber man sollte auch nicht so tun, als wäre Patriotismus ein neutrales, rationales und ausgewogen-reflektiertes Gefühl. Ganz im Gegenteil. Und Kunst, die sich in den Dienst dieser Idee stellt, interessiert mich einfach nicht. Wie schon gesagt, da kommt so gut wie immer nichts anderes als Zeugs dabei heraus, das im besten Fall wenigstens noch unfreiwillig komisch ist. Wenn "die Russen" da eine schmerzhaftes Defizit empfinden, bitte schön. Cha cha. Nur so ist es eben nicht gemeint. Und Leute, die im Moment in Russland das Bedürfnis haben, "unpatriotische" Kunst zu machen, die landen derzeit gerne mal im Arbeitslager. So gesehen gebe ich mich da was den Gehalt dieser patriotischen Spiele angehen wird, überhaupt gar keinen Illusionen hin.
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Wulgaru
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Re: Spielkultur: Russland: Will mehr "patriotische und histo

Beitrag von Wulgaru »

Kajetan hat geschrieben:
Wulgaru hat geschrieben:Natürlich sind Verbote und Zensur falsch, aber die patriotische Grundhaltung eines Landes, ob das nun die USA oder Russland sind...wird davon denke ich kaum betroffen.
Angeblich kam das Umdenken Ronald Reagans in Sachen atomarer Abrüstung, nachdem er "The Day after" gesehen hatte. Es gibt Zeitzeugen, die bestätigt haben, dass Reagan diesen Film gesehen hat. Von daher ... unterschätze nicht die Macht, die solche Werke haben können.
Versteh mich nicht falsch, ich will hier ganz sicher nicht schreiben das Gesellschaftskritik sinnlos ist. Ich will das solche Filme gemacht werden, aber betrachte eine patriotische Grundhaltung einer Nation für sehr viel stärker verankert als die Beziehung zu so etwas konkretem wie "Atomwaffen". Das letztere ist ein einzelnes Element und vor allem noch sehr viel jünger als das Gefühl Angehöriger eines Landes zu sein.

In Russland ist man sehr stolz auf sein Land und gerade wenn es um Kriegsspiele geht, wird dem "großen Vaterländischen Krieg" ein Aspekt berührt der in der nationalen Erzählung durch alle politischen Grenzen eine wichtige Rolle spielt. Das ist eine Grundhaltung die kaum jemals verändert werden wird. Man kann sich kritisch mit Einzelelementen auseinandersetzten, nicht ohne Grund führen die Russen seit Jahrzehnten eine Debatte über Stalin und seine Ära, aber nicht mit so elementaren Grundhaltungen.
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Wulgaru
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Re: Kommentar

Beitrag von Wulgaru »

mr archer hat geschrieben:
Wulgaru hat geschrieben:
Tja, ihr wisst beide das ihr da gerade versucht auf Spitzfindigkeiten herumzureiten um mein Beispiel irgendwie nicht patrotisch nennen zu müssen. Erstens zum "andere Mannschaften anfeuern". Ja machen Leute, genau wie manche lieber Rad fahren während Fußball läuft. Negiert die 20-30 Millionen die das deutsche Spiel gucken jetzt irgendwie nicht gerade oder was meint ihr?
Es schauen auch alle paar Wochen mehrere Millionen Menschen "Wetten das". Ist dann wohl auch Patriotismus.

Siehst Du, wenn mich jemand nach meiner Nationalität fragt und nicht nach meiner Staatszugehörigkeit, dann sage ich "sorbisch". Was macht nun ein armer Tropf wie ich zur WM? Man guckt mal ein bisschen, wie sich die "slawischen Brudervölker" so schlagen, drückt hier mal den Daumen und mal da - und klar geht man zu jedem Spiel "der Deutschen" zu den anderen in die Stammkneipe und fiebert mit. Das ist ein Ritual der Kultur dieses Landes hier. Das hat was mit Gruppendynamik zu tun, mit kulturellen Traditionen, mit dem Bedürfnis nach Identität.
Also das halte ich jetzt eher für deinen individuellen Fall, der seine Entsprechungen haben wird, aber daraus würde ich keine Regel machen. Wie gesagt ist das Turnier nur eines von vielen Beispielen. Das Bedürfnis dem jeweiligen deutschen Sportler die Daumen zu drücken geht weit weit über Gruppendynamik heraus und wie viele Beispiele man hier anbringen kann hängt natürlich auch mit dem Interesse an Sport allgemein zusammen.

Sowas wie 54 oder 90 waren für das Land wichtige "einigende" Ereignisse und zwar im patriotischen Sinne. Das kann man meinetwegen auch gerne kritisieren, aber es ist nicht wegzudiskutieren. Das du dann die Kehrbrücke zu Russland schlägst, ist im übrigen unfair, weil wir darüber speziell gerade nicht diskutiert haben sondern lediglich über den Begriff Patriotismus.
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Kajetan
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Re: Kommentar

Beitrag von Kajetan »

Freakstyles hat geschrieben:Die Geschichte zeigt da anderes ...
Nö, ganz und gar nicht. Sie zeigt, dass es nur einer kritischen Menge an Menschen braucht, damit grundlegende gesellschaftliche Veränderungen passieren. Ob diese Veränderungen friedlich stattfinden oder dabei Millionen von Menschen umkommen, das ist eine andere Sache. Aber stattfinden werden solche Veränderungen, sobald genügend Menschen der Auffassung sind, dass der "alte Weg" nichts mehr taugt.
und meiner Meinung nach sind wir "modern" genug damit man an den Verhältnissen mal was ändern könnte, es gibt genug Kommunikationsformen um sich zu mobilisieren und man versuchts ja auch immer wieder, aber der Anteil an interessierten scheint nicht wirklich zuzunehmen.
Wir sind "modern" genug, um Prozesse, die früher ganze Generationen gedauert haben, in sehr viel kürzerer Zeit ablaufen zu lassen. Weil uns Kommunikationsmittel zur Verfügung stehen, die uns enger vernetzen wie jemals zuvor in der Menschheitsgeschichte. Da gebe ich Dir vollkommen Recht. Und genau DESWEGEN sehe ich der Zukunft positiv gegenüber. Weil solche komplexen Systeme, solche Strukturen zwar überwacht, die Menschen dahinter aber nicht kontrolliert werden können.

Man schaue nur mal nach China ... meinst Du, die staatliche Zensur ist so effektiv, dass sie das ganze Volk im Griff hat? Die chin. Parteibosse haben ANGST, einen HEIDENSCHISS vor einer Bevölkerung, die trotz dauerüberwachtem Internet immer besser lernt sich ausserhalb der Strukturen der Partei zu organisieren. Die "Great Firewall of China" ist in erster Linie ein Propagandagebilde! Man hat jetzt kürzlich wieder eine neue Wirtschaftsonderzone eröffnet, in der die Menschen weniger kontrolliert werden, deutlich mehr Freiheiten haben, weil man verzweifelt versucht den unglaublichen Druck im Kessel Chinas kontrolliert abzulassen.

Die Machteliten im Westen werden sich auch noch wundern, wenn sie trotz ihrer tollen Überwachungsssteme eines Tages abgesetzt werden, so sie nicht freiwillig den Sessel räumen oder sich den Forderungen der Bevölkerung schlauerweise genug anpassen, um weiterhin an der Macht sein zu dürfen (!).
Freakstyles
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Re: Kommentar

Beitrag von Freakstyles »

Kajetan hat geschrieben:
Freakstyles hat geschrieben:Die Geschichte zeigt da anderes ...
Nö, ganz und gar nicht. Sie zeigt, dass es nur einer kritischen Menge an Menschen braucht, damit grundlegende gesellschaftliche Veränderungen passieren. Ob diese Veränderungen friedlich stattfinden oder dabei Millionen von Menschen umkommen, das ist eine andere Sache. Aber stattfinden werden solche Veränderungen, sobald genügend Menschen der Auffassung sind, dass der "alte Weg" nichts mehr taugt.
Ich wusste das Du das schreibst ^^ !! Is richtig, die Menschen haben auch immer wieder für Ihre Freiheit gekämpft, aber wie lange hat der Frieden angehalten? Mir geht einfach dieser elende Kreislauf auffen Sack und das die Jahre des elends sich über viel längere Zeit erstrecken als die Tage des Glücks.
Kajetan hat geschrieben:Wir sind "modern" genug, um Prozesse, die früher ganze Generationen gedauert haben, in sehr viel kürzerer Zeit ablaufen zu lassen. Weil uns Kommunikationsmittel zur Verfügung stehen, die uns enger vernetzen wie jemals zuvor in der Menschheitsgeschichte. Und genau DESWEGEN sehe ich der Zukunft positiv gegenüber. Weil solche komplexen Systeme, solche Strukturen zwar überwacht, die Menschen dahinter aber nicht kontrolliert werden können.

Man schaue nur mal nach China ... meinst Du, die staatliche Zensur ist so effektiv, dass sie das ganze Volk im Griff hat? Die chin. Parteibosse haben ANGST, einen HEIDENSCHISS vor einer Bevölkerung, die trotz dauerüberwachtem Internet immer besser lernt sich ausserhalb der Strukturen der Partei zu organisieren. Die "Great Firewall of China" ist in erster Linie ein Propagandagebilde! Man hat jetzt kürzlich wieder eine neue Wirtschaftsonderzone eröffnet, in der die Menschen weniger kontrolliert werden, deutlich mehr Freiheiten haben, weil man verzweifelt versucht den unglaublichen Druck im Kessel Chinas kontrolliert abzulassen.

Die Machteliten im Westen werden sich auch noch wundern, wenn sie trotz ihrer tollen Überwachungsssteme eines Tages abgesetzt werden, so sie nicht freiwillig den Sessel räumen oder sich den Forderungen der Bevölkerung schlauerweise genug anpassen, um weiterhin an der Macht sein zu dürfen (!).
Und weil das so gut funktioniert hat die Merkel nun fast die absolute Mehrheit erreicht ^^ ?! Is halt wieder Optimist und Pessimist. Ich weiß worüber Du redest und hast da zum Teil auch Recht mit, nur was das Engegement der Menschen angeht da auch wirklich mal was anzupacken, da haperts bei meiner Zuversicht gewaltig ;)