Grand Theft Auto 5: Test-Überblick: "Großartige Spielwelt", "tolle Missionen", "ziemlich frauenfeindlich" und "furchtbare Charaktere"

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johndoe553505
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Re: Grand Theft Auto 5: Test-Überblick: "Großartige Spielwel

Beitrag von johndoe553505 »

Sieht aus wie bei GTA4 damals, bei welchem sich die Wertungen im Nachhinein ja als total überzogen herausgestellt haben. Vermutlich wurde das Spiel von den meisten Reviewern nur ca zur Hälfte gespielt. Aber genau ab da fing GTA4 an monoton zu werden. Mal sehen ob es Teil 5 besser macht.
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Usul
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Re: Grand Theft Auto 5: Test-Überblick: "Großartige Spielwel

Beitrag von Usul »

TheDinoMan hat geschrieben:Ich kann einfach nicht nachvollziehen, wie man als Erwachsener Mensch ein Singleplayer Game in den Himmel loben kann, bei dem man ohne jegliche Moral, ohne jemals zu hinterfragen, ohne ethische Werte, Menschen zum Vergnügen auf brutale Weise tötet, ausraubt und verprügelt.
Das Tolle ist: Du mußt das alles ja nicht machen. Und wenn du dann die Story eben nicht durchspielen kannst, hast du immer noch eine umfangreiche, offene Welt, in der du dich austoben kannst.

Abgesehen davon ist es mir ehrlich gesagt egal, ob und wer nachvollziehen kann, warum ich (und viele andere) fiktionale Gewalt faszinierend finden. Diese Diskussionen gibt es, seitdem es fiktionale Gewalt gibt, und daher ist sie äußerst langweilig.
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TheLaughingMan
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Re: Grand Theft Auto 5: Test-Überblick: "Großartige Spielwel

Beitrag von TheLaughingMan »

Meisterdieb1412 hat geschrieben:Sieht aus wie bei GTA4 damals, bei welchem sich die Wertungen im Nachhinein ja als total überzogen herausgestellt haben. Vermutlich wurde das Spiel von den meisten Reviewern nur ca zur Hälfte gespielt. Aber genau ab da fing GTA4 an monoton zu werden. Mal sehen ob es Teil 5 besser macht.
Der Hauptkritik Punkt bei IV war ja das eintönige Missionsdesign. Die meiste Zeit war man einfach als Hitman unterwegs, viel mehr gab es nicht. Selbst "Polizeiarbeit" war im Grunde nichts anderes. Aber hier zeigt V schon in den ersten paar Stunden sehr viel mehr Abwechslung und Abgedrehtheit als sein Vorgänger. Ich glaube nicht das es ab der Mitte durchhängt weil jede Mission nach Schema F läuft.
baPhOmET_LD
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Re: Grand Theft Auto 5: Test-Überblick: "Großartige Spielwel

Beitrag von baPhOmET_LD »

Für mich ist GTA seit dem 4ten Teil, das schlimmste Kantenflimmerspiel überhaupt. Das ist für mich nicht auszuhalten.
Geht mir ähnlich. Auch mit der niedrigen Framrate hab ich noch Probleme. Ich konnte trotzdem nicht wiederstehen. :mrgreen: Man gewöhnt sich halbwegs dran. Nichts desto trotz ist es echt schade. Finde das Spiel bislang einfach großartig...
Zuletzt geändert von baPhOmET_LD am 17.09.2013 17:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Mindflare
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Re: Grand Theft Auto 5: Test-Überblick: "Großartige Spielwel

Beitrag von Mindflare »

Oldholo hat geschrieben:
TermiXx hat geschrieben: Oh und ich glaube, dass das Spiel trotz 18er-Freigabe eine jüngere Zielgruppe anspricht, als ich es heute morgen ausm Media Markt geholt habe, haben mich 3 Kids (etwa 14-16) gefragt, ob ich denen das Spiel nicht kaufen könnte, sie hätten sogar 5€ mehr bezahlt...
Da muss man allerdings so fair sein zu sagen, dass das außerhalb von Rockstars Kontrolle liegt. Das Spiel ist ab 18 und gut ist. Wenn jüngere Menschen das spielen (was natürlich zweifelsfrei der Fall sein wird), würde ich das eher den Eltern anlasten.
Trotzdem sind sie die angesprochene Zielgruppe. Das ist doch unabhängig davon wie/ob sie an das Spiel drankommen.

Ich kann mir aber auch voirstlelen, das hier einige die älter sind so ausflippen, wie der kleine Junge aus dem Video. Dann frage ich mich: "Warum?" GTA 5 bringt ja anscheinende weder erzählerisch, noch spielerisch, noch optisch großatige Neuerungen. (Dass jetzt jeder sehnlichst ein Spiel mit 3 Hauptcharakteren erwartet hat, kann mir keiner erzählen). Das Game macht sicher Laune, ich werd mir das auch definitiv zulegen. Aber worin genau war der Hype denn jetzt gerechtfertigt?
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Kajetan
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Re: Grand Theft Auto 5: Test-Überblick: "Großartige Spielwel

Beitrag von Kajetan »

Scipione hat geschrieben:Wie auch immer, wenn das Storytelling wirklich so schlecht ist in GTAV und die willkürliche Gewalt, obwohl ich sie nach wie vor für authentisch halte, total schlecht rübergebracht wurde, dann werde ich das genauso kritisieren, wie ich gerade als TW-Fan wie ein Rohrspatz über RomeII schimpfe :Häschen:
Ich kenne ja nur GTA3 etwas inwendiger als andere Serienteile. Das war kein schlechtes Storytelling. Das war ein sehr, sehr atmosphärisch präsentierter Gangster-Flick. Nichts weltbewegendes, weil die Filme thematisch schon längst weiter waren, aber im Spielebereich ohne große Konkurrenz weit und breit. Und die Houser-Brüder haben natürlich ohne Ende aus zig paar hundert Filmen zitiert und sich Anleihen geholt. Das gab es SO noch nicht. Ich kann verstehen, warum GTA3 eingeschlagen ist wie eine Bombe.

Doch wenn man nach Vice City, San Andreas, GTA4 + Addons jetzt mit GTA5 immer noch die gleiche Art Charakter in den Mittelpunkt der Handlung stellt und die Motivation vieler dieser Charaktere doch ziemlich oberflächlich bleibt ... dann stelle ich mich nicht hin und erzähle der Presse was vom großen Storytelling-Pferd.

Du hast ja selber schon Mass Effect erwähnt. Eines der wenigen Spiele, in denen ich ohne viel Nachzudenken den Renegade-Pfad gewählt habe, weil während der Charakter-Generierung plötzlich alles im Kopf fertig war. Meine toughe, grobe und unsymphatische FemShep, die sich durch das ganze Spiel gebitched hat. Aber das Spiel hat das nicht getan. Das Spiel hat nichts dergleichen getan, weil diese Entscheidungen immer sehr aufgesetzt und unglaubwürdig waren. ICH habe das im Kopfkino dann mit Hintergrund und Motivation versehen.

Auf mich hört ja (zum Glück) niemand, schon gar nicht die Houser-Brüder, aber an deren Stelle würde ich den Begriff Storytelling gar nicht mehr verwenden, sondern einfach nur genug Stoff liefern, damit im Kopf der Spieler genau die Art Charakter entstehen kann, den sie in diesem Moment spielen wollen. Und wer nicht kopfkinoen will, geniesst eben "nur" die große Welt und treibt dort nach seinem Belieben sein Unwesen. Weil DAS ist ein Spiel. GTA ist ein Spiel und kein Film und keine TV-Serie. Storytelling in Spielen muss anders ausgeführt werden als in passiven Medien.

Nunja, wie auch immer ... ich schaue auf jeden Fall selber rein, wenn nächstes Jahr die PC-Version erscheint. Und wenn nur, um einfach selber reingeschaut zu haben.
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adventureFAN
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Re: Grand Theft Auto 5: Test-Überblick: "Großartige Spielwel

Beitrag von adventureFAN »

Was für eine Frage... warum ist ein Hype gerechtfertigt? x]

Ein Hype ensteht einfach, das kann mach nicht rechtfertigen.
Ein bekannte und beliebte Marke, ein paar gute Trailer und News... ja, so entsteht das halt.
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samsa09
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Re: Grand Theft Auto 5: Test-Überblick: "Großartige Spielwel

Beitrag von samsa09 »

Bin ich der einzige der findet, dass GTA V seinen Erwartungen nicht gerecht wird?
Nicht falsch verstehen, es ist ein großartiges Spiel mit einer großen, deatillierten Spielewelt die kaum noch atmosphärischer sein könnte, aber es setzt m.M.n. zu wenig eigene Akzente. Tattoo-Shops, Friseur-Salons, Werkstätten, Fähigkeitensystem, erwerbliche Immobilien ect. sind alles Dinge die GTA:SA so verdammt stark gemacht haben und jetzt auch wieder funktionieren, aber dazu beitragen, dass sich das Spiel schnell recht abgenutzt anfühlt nachdem die erste Euphorie verflogen ist.
Die Tatsache, dass es keine Polizeiwagen mehr gibt die Streife fahren und Explosionsketten mit Fahrzeugen wohl auch der Vergangenheit angehören zu scheinen, wirkt dem nicht unbedingt entgegen. Für mich bricht da schon ein nicht unerheblicher Anteil Spielspaß weg.

Ich hatte mir zumindest ein paar mehr begehbare Gebäude, die nicht einem speziellen Zweck dienen, erhofft. Oder irgendetwas anderes als den fliegenden Charakterwechsel über den sich GTA V hauptsächlich definiert. Es gibt zwar an allen Ecken Veränderungen, aber nichts was mir das Gefühl gibt ich würde GTA V spielen anstatt GTA San Andreas 4.

Und nein, ich will damit nicht sagen, dass ich enttäuscht bin - ich bin nur der Meinung, dass da noch Luft nach oben wäre.
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Stalkingwolf
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Re: Grand Theft Auto 5: Test-Überblick: "Großartige Spielwel

Beitrag von Stalkingwolf »

Was ich schon einmal Positiv finde, ist das man keinen Babysitter mehr spielen muss. Hol mich hier ab, fahr mich dort hin, geh mir mit Bowlen/Dart spielen/Stripclub.

Dennoch warte ich ab bis es auf dem PC, oder der Xbox One raus ist.
So langsam kann ich die Grafik und die Systembedingten Einschränkungen nicht mehr sehen. Die Hardware ist einfach zu alt mittlerweile. Jedesmal wenn ich vom PC an die Xbox wechsel, läuft es mir eiskalt den Rücken runter. Einzige Ausnahme ist aktuell NHL 14.
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Nevarin
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Re: Grand Theft Auto 5: Test-Überblick: "Großartige Spielwel

Beitrag von Nevarin »

samsa09 hat geschrieben:Bin ich der einzige der findet, dass GTA V seinen Erwartungen nicht gerecht wird?
Das ist ein Problem was viele "heiß" erwartete Spiele haben, siehe Diablo 3. Der "Hype" wird so extrem hoch, dem kann man gar nicht gerecht werden.
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adventureFAN
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Re: Grand Theft Auto 5: Test-Überblick: "Großartige Spielwel

Beitrag von adventureFAN »

Stalkingwolf hat geschrieben:Was ich schon einmal Positiv finde, ist das man keinen Babysitter mehr spielen muss.
Musste man gar nicht, konnte man abschalten.
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Oldholo
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Re: Grand Theft Auto 5: Test-Überblick: "Großartige Spielwel

Beitrag von Oldholo »

Usul hat geschrieben:Abgesehen davon ist es mir ehrlich gesagt egal, ob und wer nachvollziehen kann, warum ich (und viele andere) fiktionale Gewalt faszinierend finden. Diese Diskussionen gibt es, seitdem es fiktionale Gewalt gibt, und daher ist sie äußerst langweilig.
Diese fiktionale Gewalt wird aber nicht weniger drastisch, weniger realistisch oder weniger bedenklich.
Das fing mal damit an, 4*4-Pixel große, einfarbige Alienraumschiffe abzuschießen und mittlerweile simulieren wir Mimik und Gestik beim Töten und Sterben durch präzise Motion Capture-Techniken, übertragen auf 20.000+-Polygonen starke, ziemlich realistische Figuren, die der Realität nicht mehr in Vielem nachstehen.
Man kann verschiedener Meinungen darüber sein, wie gut oder schlecht, verwerflich oder unbedenklich das ist, aber mit Verweis auf "das ist doch schon ewig so" ist es nicht getan. Das Thema bleibt so akut wie es war.
Mindflare hat geschrieben:
Oldholo hat geschrieben:
TermiXx hat geschrieben: Oh und ich glaube, dass das Spiel trotz 18er-Freigabe eine jüngere Zielgruppe anspricht, als ich es heute morgen ausm Media Markt geholt habe, haben mich 3 Kids (etwa 14-16) gefragt, ob ich denen das Spiel nicht kaufen könnte, sie hätten sogar 5€ mehr bezahlt...
Da muss man allerdings so fair sein zu sagen, dass das außerhalb von Rockstars Kontrolle liegt. Das Spiel ist ab 18 und gut ist. Wenn jüngere Menschen das spielen (was natürlich zweifelsfrei der Fall sein wird), würde ich das eher den Eltern anlasten.
Trotzdem sind sie die angesprochene Zielgruppe. Das ist doch unabhängig davon wie/ob sie an das Spiel drankommen.
Na ja, sind sie? Insgeheim freut mich sich bei R* sicher auch über die Verkäufe beim jüngeren Publikum, es bringt schließlich Geld rein. Allerdings war die Werbung für's Spiel nun nicht unbedingt altersspezifisch auf irgendetwas ausgerichtet. Man verkauft hier ja schließlich kein Horror-Splatter-Game im Bob der Baumeister-Gewand.
Kajetan hat geschrieben: Du hast ja selber schon Mass Effect erwähnt. Eines der wenigen Spiele, in denen ich ohne viel Nachzudenken den Renegade-Pfad gewählt habe, weil während der Charakter-Generierung plötzlich alles im Kopf fertig war. Meine toughe, grobe und unsymphatische FemShep, die sich durch das ganze Spiel gebitched hat. Aber das Spiel hat das nicht getan. Das Spiel hat nichts dergleichen getan, weil diese Entscheidungen immer sehr aufgesetzt und unglaubwürdig waren. ICH habe das im Kopfkino dann mit Hintergrund und Motivation versehen.
Das ist eigentlich ziemlich spannend. Für mich kommt sowas einfach nicht infrage, der Identifikation wegen nicht. Mir mangelt's nicht an Phantasie, aber ich könnte mir dennoch keinen Hintergrund, keine Motivation ausdenken, um eine FemShep zu spielen, die in irgendeiner Weise "Ich" sein könnte und trotzdem diese Bioware-Holzhammer-Bösartigkeit durchzieht. Wie machst Du das? :D
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Iconoclast
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Re: Grand Theft Auto 5: Test-Überblick: "Großartige Spielwel

Beitrag von Iconoclast »

Mindflare hat geschrieben:
Oldholo hat geschrieben:
TermiXx hat geschrieben: Oh und ich glaube, dass das Spiel trotz 18er-Freigabe eine jüngere Zielgruppe anspricht, als ich es heute morgen ausm Media Markt geholt habe, haben mich 3 Kids (etwa 14-16) gefragt, ob ich denen das Spiel nicht kaufen könnte, sie hätten sogar 5€ mehr bezahlt...
Da muss man allerdings so fair sein zu sagen, dass das außerhalb von Rockstars Kontrolle liegt. Das Spiel ist ab 18 und gut ist. Wenn jüngere Menschen das spielen (was natürlich zweifelsfrei der Fall sein wird), würde ich das eher den Eltern anlasten.
Trotzdem sind sie die angesprochene Zielgruppe.
Sicher? Ich würde mich schon wundern, wenn die 16 jährigen Sesselfurzer auch nur eine einzige Anspielung/einen einzigen Sitekick im Spiel verstehen würden. Da steckt so viel drin, das rafft die Mehrheit der heutigen Teenager nicht mal. Die lachen sich doch hauptsächlich über so Dinge wie poppende Hunde schlapp. Zumindest wenn man sich mal so in den Foren umguckt. Die ganzen Kernaussagen im Spiel gehen bei denen völlig unter.
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TheDinoMan
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Re: Grand Theft Auto 5: Test-Überblick: "Großartige Spielwel

Beitrag von TheDinoMan »

Kajetan hat geschrieben:
Scipione hat geschrieben: Zu gutem Storytelling gehört mehr, und nein, ab irgendeinem Zeitpunkt ist es nicht mehr nachvollziehbar, wieso jemand immer noch weiter stiehlt, betrügt, erpresst, mit Drogen handelt und Menschen tötet, selbst wenn er es schon lange nicht mehr nötig hat, es eigentlich schon längst "geschafft" hat. Ausser dass er immer noch mehr und noch mehr will, und es liebt oder sich zumindest daran gewöhnt hat diese Macht und Terror auf andere Menschen auszuüben.
Breaking Bad. Warum macht Walter immer weiter. Wieso machen alle anderen weiter, die mit drin hängen? Warum macht seine Frau weiter, obwohl sie ihren Mann hasst? Ist es nur Angst? Warum lässt sich sein Schwager, der DEA-Beamte von ihm erpressen. Warum lässt sich Jesse immer wieder von Walter breitschlagen? Warum? Und welche Rolle spielen Zufälle und schicksalhaftes Aufeinander- oder eben Nichtaufeinandertreffen? Stichwort "Rosa Teddybär im Pool".

Auf all diese Fragen gibt es Antworten innerhalb der Serie. Weil das Storytelling vom anderen Stern ist! Die Housers können meiner Meinung nach erst dann von "Storytelling" reden, wenn sie Charaktere wie Jesse Pinkman überzeugend darstellen können und nicht immer nur eine Scarface-Variante nach der anderen runternudeln, so bächtig cool und möse diese auch immer in formvollendeter Perfektion präsentiert werden.

Weil, das können sie. Scarface als Videospiel. Das können sie richtig gut.
This.

Stimme dir da voll zu. Einen verkommenen, hinterlistigen "schlechten" Hauptcharakter zu haben, ist ja völlig legitim. Jedoch wichtig dabei ist: Wie bringe ich es rüber?
Wenn der Charakter als Good-Guy startet, so wie Walter White bei Breaking Bad, für den man mitfühlt und den man bejubelt, und sich dann irgendwann mal fragt "Moment mal...warum bin ich noch auf seiner Seite?" und realisiert, dass sich schleichend eine Entwicklung hin zum Antagonisten entwickelt hat, DAS ist gutes Storytelling. Bei ihm versteht man seine Motivation, warum er gerade Person XY das oder das antun muss, auch wenn man es selber nicht gut heißt.

Doch GTA geht diesen Weg nicht, da heißt es einfach der Hauptchar ist ein böser Gangster und dir hat das zu gefallen. Wie und warum ist egal. Einfacher kann es sich ein Autor nicht machen.
Selbst bei Folterfilmen wie Seven oder Saw wird dem Serienkiller dennoch eine charakterliche Tiefe gegeben. Man weiß, er tötet zich Menschen, man weiß, er foltert sie. Aber dennoch kann man es nachvollziehen, weil er einen (mehr oder weniger plausiblen) Grund hat.

Bad-Guys bei denen eben diese Charakterzeichnung oder das gute Storytelling fehlen, kann man meinetwegen als Gegner ins Spiel / in die Geschichte einbauen, da beschwert sich ja keiner. Aber sowas kann doch nicht der Protagonist sein, hier sogar in dreifacher Ausführung. Wenn wirklich nichtmal ein Funken Sympathie für die Figur da ist, kann ich nicht 60+ Stunden mit ihr und vor allem (und hier unterscheiden sich nunmal Spiele als Medium) als sie verbringen.

Wenn nun das ganze Game als Satire oder als lustiges und nicht ernstzunehmendes Spiel vermarktet werden würde, wäre es ja was anderes. Aber dafür ist GTA 5 in seiner Darstellung zu realistisch. Wenn man dann noch von einer großartigen, epischen Story redet, hörts bei mir auf.
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SethSteiner
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Re: Grand Theft Auto 5: Test-Überblick: "Großartige Spielwel

Beitrag von SethSteiner »

Ch4ozD3m0n hat geschrieben:
samsa09 hat geschrieben:Bin ich der einzige der findet, dass GTA V seinen Erwartungen nicht gerecht wird?
Das ist ein Problem was viele "heiß" erwartete Spiele haben, siehe Diablo 3. Der "Hype" wird so extrem hoch, dem kann man gar nicht gerecht werden.
Das sehe ich anders. Ich denke sogar GTA 5 dürfte seinem Hype weitestgehend gerecht sein, nicht dass der Hype selbst gerecht wäre aber abgesehen davon, dass die erzählte Geschichte wohl ganz und gar nicht realitätsnah und deep ist, wie mancher es zu verkaufen versucht hat, hält es seine Versprechen weitestgehend ein. Das ist schon ein Unterschied zu anderen Spielen, die in vielen Aspekten weder ihrer Marke gerecht werden, geschweige denn den direkten Vergleich zur Konkurrenz und sogar früheren Produkten wirklich bestehen können - wie es bei Diablo 3 der Fall war. GTA V würde ich, auch als Kritiker, nach allem gesehenen keinesfalls in die gleiche Kategorie einordnen.