SethSteiner hat geschrieben:Nur dass eben in anderen Fällen wohl die Verlage und Gesellschaften, wie auch immer sie es anstellten, die Attraktivität der Einhaltung gewährleisteten und wer weiß, vielleicht auch nicht etliche Tage vorher bereits die Ware auslieferten, sondern so kurz wie möglich davor. Es ging aber darum, ob andere Dinge auch früher verkauft werden und nicht um Harry Potter. Die Antwort auf diese Frage würde lauten: Nein, bei Harry Potter hat man das Datum wohl eingehalten. Und nun? GTA V wurde früher verkauft oder ausgeliefert, was jetzt? Wo ist nun ein Schaden entstanden, wo hat eine Industrie dadurch einen Sonderstatus?
Ich mache jetzt noch ein letztes Mal den Versuch, sinnvoll mit Dir zu diskutieren.
Ansonsten heißt es wieder mal Hallo Ignoriertaste und an Dich geht der Rat, sich rauszuhalten, wenn Erwachsene sich unterhalten, solange Du noch mit der Bedeutung von Konzepten wie (Selbst)reflexion, Lesekompetenz und sinnvolle Argumentation kämpfst.
1. Bücher z.B. sind schwerer und klobiger als Videospiele, deshalb, und weil es keinen Grund gäbe, der dagegen spricht, ist davon auszugehen, dass eine Lieferung nicht in letzter Minute, sondern wie bei Spielen auch ein paar Tage zuvor erfolgt. Das Argument, "es war halt im Lager, also haben wir es schon verkauft", ist Unsinn.
2. Das Harry Potter einen Sonderfall darstellt, ist zum einen eine unbewiesene Behauptung von Dir. Wenn Du sagst, andere Bücher/Alben/Filme wurden stellenweise früher verkauft, solltest Du das belegen können. Du kannst auch stur auf Deiner verschwommenen Erinnerung beharren, schon irgendwann mal irgendwas früher als eigentlich erhältlich bekommen zu haben, aber erwachsen geht anders.
3. Zum anderen ist GTA genau solch ein Sonderfall,was Hype und erwartete Verkaufszahlen angeht.
Im einen Fall wurde sich an Regeln gehalten, im anderen nicht. Dass das wohl mit einem Sonderstatus beim Verkauf von Spielen zusammenhängt, der von den Publishern in den letzten Jahren wohl zumindest stillschweigend geduldet und damit salonfähig wurde, habe ich weiter oben schon erwähnt. Wenn jetzt aber eine Firma wie Rockstar diese Geschäftspraxis kritisch sieht und sich vorbehält, dagegen vorzugehen ist das ihr gutes Recht.
Genau das war ja mein anfängliches Argument: der Produzent eines Werkes hat erstmal grundsätzlich das Recht, über die Verbreitung zu bestimmen, und wieso sollte man ihm das absprechen? Damit ein paar Spielesüchtige Teenies einen Tag früher aufhören, Hausaufgaben zu machen?
4. Der Schaden entsteht in diesem Fall genau den Händlern, die sich an die Regeln halten. Wer ein Spiel ganze drei Wochentage vor Release verkauft verschafft sich damit auf dem Markt einen - meiner Meinung nach unlauteren - Vorteil. Das heißt, in diesem Falle ist der Ehrliche der Dumme. Das Argument ist aber schon weiter oben nachzulesen, ich frage mich wirklich, warum ich das offensichtlich fünfmal schreiben muss bis Du es verstehst.
Von einem Sonderstatus einer Industrie, oder gar einem Vorteil, hat hier niemand gesprochen.
Mir wäre es einfach lieb, wenn sich die Spielepublisher in Zukunft darauf besinnen würden, ihre Rechte besser zu schützen (ich gehe davon aus, dass Buchhändler genau wissen, welche Forderungen bei Nichteinhaltung der Regeln ins Haus stehen), dann hätten wir diese ganze Diskussion nicht.
Grundsätzlich stellt sich die Spielecommunity mit ihrem ewigen Mimimi nämlich nicht gerade in einem guten Licht dar. Wer will, dass Videospiele gleichberechtigt mit anderen Kulturgütern betrachtet werden, sollte sich auch wie ein Erwachsener verhalten, und nicht wie ein verwöhntes, egoistisches Kind mit einem Horizont bis zu dem Brett vor dem eigenen Kopf.
(Dumm nur, dass viele Spieler genau das sind. Ein Grund mehr, für reife Spieler, das Bild geradezurücken.)