Newo hat geschrieben:Uff, dabei ist Ni No Kuni relativ stark beworben worden^^.
JRPGs werden wohl nie so stark werden, weil wir hier einfach ne andere vorherrschende Kultur haben^^.
Anime schaun, Mangas lesen, ja sogar Comics werden noch viel zu sehr als Kinderkram abgetan, aber dafür verkauft sich Mist wie Haftbefehl am laufenden Band...
Seh ich nicht so. Das Bewusstsein fehlt einfach und daran ist die Industrie selber schuld. Wer kein Risiko eingeht und kein Geld investiert, kann den Markt nicht erweitern. Ja hier gibt es Probleme mit der Kinderkram-Mentalität, in Frankreich sieht das aber schon ganz anders aus. Kultur ist finde ich nichts weiter als eine Ausrede, die von allen Seiten sehr gern verwendet wird. Statt zusagen "Wir trauen uns nicht, wir mögen unseren kleinen, feinen Markt mit Stammkunden." sagt man lieber "Oh die haben so eine ganz andere Kultur!". Wie kann es dann sein, dass sie hier trotzdem Abnehmer haben? Nicht gerade eine universelle Formel, wenn sie nicht universell anwendbar ist. Anime hatten ein riesiges problem, dass sie im Fernsehen kaum liefen und zu unmöglichsten Zeiten ausgestrahlt wurden, dazu kamen ellenlange Verspätungen, schlechte Übersetzungen und Zensur. Ein weiteres Problem von Anime: In Japan hat man sich zwischenzeitlich auf eine kleine Kerngemeinschaft beschränkt. Die hat für astronomische Summen die DVDs abgekauft, auf denen dann nur wenige Folgen drauf war. Und diese Kerngruppe hat einen sehr bescheidenen Geschmack. Konsequenz? Es wurden über Jahre mehrheitlich Mist produziert. Das betraf nicht nur die Geschichten und Charaktere, sondern ging sogar zu einem Verfall der Animationsqualität.
Manga haben ein ähnliches Problem gehabt. Hier haben Boys Love, Yaoi und Schmalzgeschichten irgendwann dominiert, weil es eine kleine aber zahlungskräftige Gemeinde gab. Konsequenz daraus: Viele Leser anderer Genres sprangen ab. Mittlerweile besser es sich wieder aber die fehlende Investitionsbereitschaft hat dem Markt geschadet und letztendlich auch den Unternehmen selbst.
Auch die japanischen Videospiele haben erhebliche Probleme. Ja Ni No Kuni wurde stärker beworben, deswegen hat es auch eine gar nicht so unerhebliche Zahl abgesetzt. 1,4 Millionen ist für so ein Spiel supi und für Spiele allgemein ein eher normaler Betrag. Allgemein könnten sich auch andere Titel besser absetzen, vorausgesetzt man würde nicht all diese Fehler begehen: Unterschiedliche Versionen, je nach Kontinent, unterschiedliche Releasedaten, erhebliche Unsicherheiten, ob ein Spiel hier überhaupt rauskommt, fehlende Bereitschaft zur Lokalisation, Japanischer Nationalismus in Punkto Extras, die das Ausland nicht bekommt und so weiter und so fort. Bei Manga ist es ja ähnlich, auch hier wurden eine Zeit lang Serien frühzeitig abgesetzt, was darin resultierte, dass vermehrt Leute Angst hatten überhaupt wieder eine Serie anzufangen. Es ist kein Wunder, dass das Genre der JRPGs nicht wächst oder nur solala, wenn die Kunden verunsichert sind.
Noch ein Beispiel dafür, was falsch läuft: Letztens bat eine Firma darum, dass man Devil Summoner 2 für den DS bei ihnen vorbestellt (1800 wurden btw. gebraucht), damit das Spiel nach Europa oder Deutschland kommen kann. Unter anderem gab es da eine Möglichkeit es mit dem Erstling zu geben, was für Deutsche aber nicht galt, wegen Lizenz-Blah-Blah. Kunden interessieren sich dafür nicht, sie lesen nur, dass ihnen was vorenthalten wird. Das ist scheiße! Weiterhin wirkte das ganze fragwürdig, weil Devil Summoner 2 ja auch in Japan schon für den 3DS draußen ist. Letzten Endes müssten die Fans das Spiel also zwei Mal kaufen. Auch das hat wohl wieder Lizenzgründe aber das ist mir als Kunden egal, ich seh nur eine ziemlich blöde Geschäftspraxis.
Noch ein Beispiel, auch Shin Megami Tensei, Aussagen nach denen Fans irgendwas wollen, was man selber aber gar nicht teilt und möglicherweise nur einen winzigen Bruchteil japanischer Hardliner-Fans betrifft. In diesem Fall war es, man wolle keinen weiblichen Hauptcharakter.
Anime, Manga, Comics, JRPGs, mit all diesen Dingen kann man Geschichten erzählen und es spielt keine Rolle ob ich nun Mexikaner, Japaner oder Inuit bin, Menschen jeder Herkunft lassen sich von Geschichten und Spielen begeistern. Das ist aber mit Arbeit, Verständnis und Zeit verbunden.