Game Developers Conference Europe 2013: David Cage über Regie und virtuelle Charaktere

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4P|BOT2
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Game Developers Conference Europe 2013: David Cage über Regie und virtuelle Charaktere

Beitrag von 4P|BOT2 »

"The Dark Sorcerer and Beyond: Shooting, Directing and Filming Virtual Actors"David Cage sprach in seinem Vortrag über die Regie virtueller Schauspieler, die er in der PlayStation-4-Demo von The Dark Sorcerer sowie in seinem kommenden PlayStation-3-Spiel Beyond: Two Souls einsetzt. Dabei ging es nicht nur um die schauspielerische Umsetzung, sondern auch um den Einsatz von Kamera und Licht.Cage erl...

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gracjanski
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Re: Game Developers Conference Europe 2013: David Cage über

Beitrag von gracjanski »

oh ja, bitte noch mehr Film und noch weniger Gameplay :lol:
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Lord Hesketh-Fortescue
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Re: Game Developers Conference Europe 2013: David Cage über

Beitrag von Lord Hesketh-Fortescue »

Der beste Weg eine gute Geschichte zu erzählen sei über greifbare Charaktere und bewegendes Storytelling.
Ist für mich der entscheidende Satz, sofern man "greifbar" nicht nur optisch liest. Auch hinsichtlich der Frage, ob Spiele irgendwann mehr als nur Spaß sein können. Danach folgt bei Cage gaaanz viel Technikverliebtheit mit bis auf die einzelne Mikropore genauem Scanning und seiner "Kameraarbeit". Ist ok, ist interessant, kann sicher zur Erstellung virtueller Schauspieler, die weder hölzern noch uncanny rüberkommen, ein wichtiger Schritt sein. Ist aber alles vergebliche Liebesmüh, wenn das oben Zitierte nicht als Basis dient. Und wenn sich zusätzlich die spielerische Kernmechanik im Wesentlichen auf Reaktionstests und Analogstickgeruckel beschränkt, müssen Charaktere und Storytelling umso mehr überzeugen und dürfen nicht im Klischee-Sumpf dümpeln. Wenn äußere Inszenierung und innere Substanz nicht aufeinander aufbauen können, werden Spiele nach dem Cage'schen Prinzip es imho schwer haben, den Experimental-Stempel loszuwerden (was nichts Schlimmes sein muss!). Es ist halt manchmal ein ganz schmaler Grad, vom Filmgenre sinnvoll und fruchtbar zu lernen oder sich ihm anzubiedern. Hoffentlich gelingt Cage der Spagat zwischen detailversessenem Cineasmus und spielerischen Wurzeln.
Mach mir ein Spiel mit der Regie à la Citizen Kane auf Knopfdruck?
Spooky 8-O
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Wigggenz
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Re: Game Developers Conference Europe 2013: David Cage über

Beitrag von Wigggenz »

Lord Hesketh-Fortescue hat geschrieben:Auch hinsichtlich der Frage, ob Spiele irgendwann mehr als nur Spaß sein können.
Können sie vielleicht, müssen sie ganz sicherlich nicht. Es sind Spiele.

Die Aussage "mehr als Spaß" ist ohnehin nur vertretbar, wenn man die Art von Muße, die manche Menschen beim Genuss von Kunst erfahren, die nicht in erster Linie mit Unterhaltung verbunden wird, krampfhaft als etwas anderes als Spaß bezeichnet.

Spaß ist für mich nicht mehr als Freude an einer Tätigkeit, die habe ich auch beim Lesen/Musikhören/Anschauen von Filmen, auch manchen (bei weitem nicht allen) Kunstfilmen (schon seltsam dass es es für eine eigene Art der Kunst noch eine Unterart gibt wo der Kunstaspekt extra betont werden muss).
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Lord Hesketh-Fortescue
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Re: Game Developers Conference Europe 2013: David Cage über

Beitrag von Lord Hesketh-Fortescue »

"Spaß" hat als Begriff einfach eine andere Wirkung als z.B. Freude oder Beeindruckung, es hat etwas Kurzlebiges, Impulsives und in gewisser Weise auch an der Oberfläche Verbleibendes. Kein Mensch würde wahrscheinlich hingehen und sagen, er habe bei Schauen von "Das weiße Band" oder "Waltz with Bashir" wirklich Spaß gehabt, sofern er gefühlsmäßig nachhaltig und tief beeindruckt ist. Das selbe wahrscheinlich bei Spielen wie "Dear Esther". Es sei denn, er hat, wie du, einen sehr weiten Begriff von Spaß, der sowas mit umfasst.

Aber egal, wie man Spaß definiert, sollte klar sein, dass Spiele GAR NICHTS müssen und auf jede erdenkliche Weise unterhalten dürfen. Logo.
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superboss
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Re: Game Developers Conference Europe 2013: David Cage über

Beitrag von superboss »

spaß ist einfach ein dummer Begriff, da er so klischeehaft positiv behaftet ist, auch wenn ich ihn zugegebenermaßen selber viel zu oft verwende und er ja auch jicht falsch ist.

Faszination, Neugier, mitfühlen, experimentieren , spannende Momente, mittendrin Gefühl, Bedürfnisse befriedigen.....deswegen können ja auch bewegende, frustrierende oder realistische Spiele "Spaß" machen....wir alle kennen doch aus unserem wahren Leben die absurdesten Dinge, die Spaß machen. Und wenn nicht uns dann eben anderen. Der eine flirtet den halben Tag , der andere rennt den ganzen Tag durch die Stadt um seine.neue Jacke zu zeigen........

bin übtigens sehr auf beyond gespannt, wobei ich Angst hab, dass es zu abgehoben sein wird....aber was solls....das wird schon gut..
Fiddlejam
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Re: Game Developers Conference Europe 2013: David Cage über

Beitrag von Fiddlejam »

Zuerst einmal muss ich meinen Vorpostern bezüglich des Begriffes Spaß zustimmen. Es ist nicht einmal die Kurzlebigkeit, Oberflächlichkeit oder dergleichen, aber einfach diese positive Konnotation reiner Freude. Und wenn wir an wirklich tragische und teilweise deprimierende Themen herangehen, ist es mit einem solchen Begriff einfach nicht mehr getan.

Ansonsten zum Artikel... oh gottverdammt, David Cage.
Ich will dem Mann wirklich keinen Böswillen unterstellen, aber manchmal frage ich mich ernsthaft, ob er nur so ein überheblicher Arsch ist dass er denkt, er wäre der große Geschichtenerzähler oder einfach nicht die richtigen Worte für das findet, was er macht.

Für mich ist der Mann primär ein Kameramann, mit sehr viel Liebe vielleicht noch ein Regisseur. Aber selbst daran zweifle ich schon. Denn von einem David Cage hört man nichts über Charakterentwicklung, Dialoggestaltung und -dynamik, Exposition, Symbolismus, Dekonstruktion, Spannungsaufbau, ... Stattdessen über Beleuchtung, Einfangen der Mimik, Mo-Cap... ganz ehrlich, das ist nicht einmal annähernd echte Regie.