Weil das die einfache Lösung ist, um allen möglichen Problemen in diesem Zusammenhang aus dem Weg zu gehen. Die Entwickler müssen sich die Mühe des Recherchierens nicht machen und die Spieler (zumindest diejenigen, denen das offenbar Mühe bereitet) ersparen sich die Mühe das Nachdenkens und Reflektierens, weil die simple Überlegung "Mich interessiert so ein Spiel nicht, also beschäftige ich mich damit nicht" auch schon wieder zu viel der Mühe ist.SethSteiner hat geschrieben:Wieso sollte man es nicht versuchen?
Company of Heroes 2: Verkauf in Russland nach Protesten von Spielern gestoppt
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- Kajetan
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Re: Company of Heroes 2: Verkauf in Russland nach Protesten
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Re: Company of Heroes 2: Verkauf in Russland nach Protesten
Ob das Spiel jetzt historisch akkurat ist oder nicht, ist eine Sache. Darüber kann man sicherlich diskutieren. Was ich aber schrecklich finde ist, wie das auch schon der zynische Brite in seinem Content Patch anmerkte, dass Spieler für Zensur, für ein Verkaufsverbot plädieren. Dabei wird mir schlecht !
- Obstdieb
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Re: Company of Heroes 2: Verkauf in Russland nach Protesten
eli1995 hat geschrieben:@sarnokh:Ich finde man sollte bei einem Spiel nie versuchen, Geschichte korrekt darzustellen, sondern nur z.B. die Waffensysteme in der Mitte des 20.Jh. nachzubilden und durch ein fiktives Szenario den (historisch interessierten) Spielern die Möglichkeit zu geben, diese auszuprobieren. Ich hoffe, dass meine Aussage richtig rüberkommt und verständlich ist.
Und warum? MIr ist das Szenario völlig egal. Verdammt. Ein richtiges Urzeitspiel würde ich mit offenen Armen empfangen. Realistisches Jagen mit Speerschleuder und vielleicht einem Bogen. Oder mal wieder ein richtiges Piratenspiel im Stil von Pirates, und Mount and Blade. Das Szenario spielt genauso wie die Waffensysteme keine Rolle. Das Gameplay ist der wichtigste Punkt. Und da kann man mit jeder Epoche etwas interessantes machen.
Unc13Fu hat geschrieben: Was ich aber schrecklich finde ist, wie das auch schon der zynische Brite in seinem Content Patch anmerkte, dass Spieler für Zensur, für ein Verkaufsverbot plädieren. Dabei wird mir schlecht !
Ich denke auch, dass der wichtige Punkt die geforderte Zensierung bzw. das Verbot ist. Da sollte drüber diskutiert werden. Ansonsten sehe ich das natürlich auch so. Ein Verbot ist, gerade bei Medien, immer das schlechteste was man machen kann.
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Freakstyles
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Re: Company of Heroes 2: Verkauf in Russland nach Protesten
Die Öffentlichkeit hat nicht die geringste Ahnung was genau damals passiert ist. Das wird auch in jeder halbwegs seriösen Dokumentation erwähnt das damals wie heute, so viel Propaganda verbreitet wird von den Staatsmächten, das man oftmals garnicht genau zwischen Wahrheit und historischen Fakten unterscheiden kann. Das ist übrigens schon seit 2000 Jahren so und ist heute genauso wie damals. Nur das man heute viel mehr Möglichkeiten hat die Leute mit Scheisse zu füttern.
- 3tagewach
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Re: Company of Heroes 2: Verkauf in Russland nach Protesten
Ich verstehe diesen offensichtlich ironischen Satz nicht so ganz:
"Nach der dritten Mission hatte ich ehrlich gesagt erwartet, Bär-Kavallerie zu sehen."
Ich hab nach der dritten Mission ehrlich gesagt auch eine Bär-Kavellerie erwartet, weil Bären im 2. WK auch eingesetzt wurden.
Da war ich jetzt doch schon leicht verärgert, weil relic ja mit einem historisch korrekten Spiel wirbt, aber es in gewissen Punkten doch nicht so ganz historisch akkurat ist, schade.
Ich hoffe die vergessen die Bären im 3ten Teil nicht, wenn die Russen mit ihren Bären Berlin angreifen.

btw. hat sich schon jemand von euch gefragt, wieso auf dem Berliner Wappen ein Bär abgebildet ist? :wink:
"Nach der dritten Mission hatte ich ehrlich gesagt erwartet, Bär-Kavallerie zu sehen."
Ich hab nach der dritten Mission ehrlich gesagt auch eine Bär-Kavellerie erwartet, weil Bären im 2. WK auch eingesetzt wurden.
Da war ich jetzt doch schon leicht verärgert, weil relic ja mit einem historisch korrekten Spiel wirbt, aber es in gewissen Punkten doch nicht so ganz historisch akkurat ist, schade.
Ich hoffe die vergessen die Bären im 3ten Teil nicht, wenn die Russen mit ihren Bären Berlin angreifen.

btw. hat sich schon jemand von euch gefragt, wieso auf dem Berliner Wappen ein Bär abgebildet ist? :wink:
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hazelnut
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Re: Company of Heroes 2: Verkauf in Russland nach Protesten
warum kann dota net coh sein.... 
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frostbeast
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Re: Company of Heroes 2: Verkauf in Russland nach Protesten
Was für ein riesen mimimi. Die Russen sollen mal vom Vodka runter kommen. Scheint ihnen nicht gut zu tun. Es ist historisch nicht korrekt? Na und? Wie oft wurden die Nazis "angepasst". Bei uns beschwert sich auch keiner, wenn plötzlich Nazis auf dem Mond leben (KA wie der Film heisst^^)
- Wigggenz
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Re: Company of Heroes 2: Verkauf in Russland nach Protesten
Was gäbe es denn auch da zum Beschweren?frostbeast hat geschrieben:Bei uns beschwert sich auch keiner, wenn plötzlich Nazis auf dem Mond leben (KA wie der Film heisst^^)
Btw du meinst Iron Sky
- 3nfant 7errible
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Re: Company of Heroes 2: Verkauf in Russland nach Protesten
Doch mindestens 1 oder 2 beschweren sich hier auch immer. Kannst ja mal im Thread zu Wolfenstein nachschauenfrostbeast hat geschrieben:Was für ein riesen mimimi. Die Russen sollen mal vom Vodka runter kommen. Scheint ihnen nicht gut zu tun. Es ist historisch nicht korrekt? Na und? Wie oft wurden die Nazis "angepasst". Bei uns beschwert sich auch keiner, wenn plötzlich Nazis auf dem Mond leben (KA wie der Film heisst^^)
Zum Glück fällt so ein Kack bei uns aber auf keinen fruchtbaren Boden. Da können die Mimimis noch so sehr rumheulen, dass wir ja nur der Siegermächte-Propaganda unterliegen
- SethSteiner
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Re: Company of Heroes 2: Verkauf in Russland nach Protesten
Warum ist das Kack? Es wäre doch gut, wenn das mal auf fruchtbaren Boden fällt. Andere Darstellungen oder vielschichtigere würden mich zumindest äußerst freuen. Sowas wie hier wäre aber natürlich ein absolutes No-Go.
- 3nfant 7errible
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Re: Company of Heroes 2: Verkauf in Russland nach Protesten
die Darstellungen sind schon vielschichtig genug. Es gibt genügend Spiele, in denen du gegen ganz normale, oder sogar als ganz normaler deutscher Soldat (oder General in Strategiespielen) spielen kannst. Jeglicher politischer Hintergrund ist dabei ausgeblendet. Also es gibt kein, "Fuck Yeah, lasst uns die ganzen dreckigen Untermenschen vernichten! Heil *******!"SethSteiner hat geschrieben:Warum ist das Kack? Es wäre doch gut, wenn das mal auf fruchtbaren Boden fällt. Andere Darstellungen oder vielschichtigere würden mich zumindest äußerst freuen. Sowas wie hier wäre aber natürlich ein absolutes No-Go.
Und dann gibts noch die Spiele, die offensichtlich vollkommen überzeichnet sind und in denen man gegen das Ur-Böse des Nationalsozialimus kämpft.
Was soll es denn da noch geben, ohne sich in moralisch und verfassungsrechtlich fragwürdige Gewässer zu begeben? Das einzige wäre doch nur noch ein deutsches Äquivalent zu Blowjob Blazkowizc, wo man als deutscher SS-Offizier für verbrecherische Ideale kämpft.
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Fiddlejam
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Re: Company of Heroes 2: Verkauf in Russland nach Protesten
Nachdem ich mir das Video von BadComedian angeschaut habe, denke ich, dass beide Seiten passende Argumente haben aber auch Unsinn erzählt wird.
Die Darstellung im Spiel ist übertrieben, aber ich sage einmal auf eine "schlechter Film"-Weise übertrieben. Es kommt mir nicht vor wie wirkliche Anti-russische-Propaganda, sondern ein Spiel dass eigentlich ein ziemlich ernstes und reales Thema behandeln will, aber dann an dessen Verarbeitung in der Story scheitert. Es fehlt einfach das Subtile, es ist wirklich nur ein Bombardement mit "har har, seht zu wie die bösen Russen jeden in den Rücken schießen der sich auch nur wegdreht um zu niesen".
So gesehen Idee gut, Ausführung schlecht.
Auf der anderen Seite merkt man schon, dass hier eine, nunja, ziemlich andere kulturelle Einstellung zugrundeliegt. Wenn in dem Video dann so in die Richtung argumentiert wird "ja natürlich starben viele, weil wenn viele sterben ist der Sieg ja viel glorreicher" oder "ja, es wurden 153.000 Leute als Deserteure hingerichtet und 427.000 wurden in Selbstmordkommandos gesteckt, aber es waren ja auch insgesamt 34 Mio. Soldaten, und es wurden ja auch nur so und so viele in Gulags deportiert, du-uh..." zeigt das schon, dass der verminderte Wert des Individuums im Angesicht einer großen Masse noch in den Köpfen festsitzt. Allein schon die Bezeichnung "The Great Patriotic War". Es war zunächst ein Überlebenskampf, und solange kann man sicherlich gewisse, wenn auch nicht alle Exzesse entschuldigen, aber jenseits davon war es ein genauso schmutziger Krieg wie jeder andere auch.
Genauso dieses "Von wegen sie hätten keine Wahl, sie können von den Deutschen umgebracht werden oder in der Armee dienen (und dort umgebracht werden)" (inklusive geschmacksloser KZ-Slideshow)
Es wäre ja noch ok zu sagen "der Umgang mit Deserteuren ist in keiner Weise moralisch zu rechtfertigen, aber in diesem Moment mag es einfach nötig gewesen sein", aber so verkommt es zu blinder Heroisierung.
Mir gefällt einfach dieses Gemeckere nicht, dass es ja so viele positive Seiten gab und großes Heldentum blabla. Ich sehe persönlich keinen Unterschied zwischen den Verbrechen der einzelnen Parteien - bezogen auf deren Wertung, nicht auf deren Quantität und Ausmaß. Alle am Krieg Beteiligten Parteien haben unsägliche Verbrechen begangen, Verbrechen die sich nicht rechtfertigen lassen.
Das ist ja eigentlich der Punkt, Opfer ist die Zivilbevölkerung, die in einen Krieg hineingezogen wird.
Kritisch mit dem Krieg umgehen heißt zu erkennen, dass Krieg immer sinnlos ist, immer sinnlose Tode bringt, immer Gewalt von allen Seiten und gerade die, für die er angeblich geführt wird, leiden am meisten darunter. Es heißt zu erkennen, dass wir mit jedem Versuch, unsere Menschlichkeit zu erhalten und zu beschützen diese nur noch mehr verlieren. Es geht um die völlige Sinn- und Inhaltslosigkeit der Dinge, für die gekämpft wird und um das Gefangensein in einem endlosen Kreislauf aus Gewalt und Gegengewalt.
Und wenn sich ein Spiel ernsthaft damit beschäftigen will, bitte, das soll es dürfen, das braucht es, um als Medium zu wachsen, und kein "In Unterhaltungsmedien muss das alles viel positiver gezeichnet werden" oder "So tiefgründige Themen lassen sich gar nicht behandeln" sollte das aufhalten können.
Nur wenn halt, wie hier, die Ausführung klemmt, muss das wohl kritisiert werden. Nicht für das Thema an sich, wie es hier gemacht wird, aber für eben diese Qualität der Umsetzung.
Die Darstellung im Spiel ist übertrieben, aber ich sage einmal auf eine "schlechter Film"-Weise übertrieben. Es kommt mir nicht vor wie wirkliche Anti-russische-Propaganda, sondern ein Spiel dass eigentlich ein ziemlich ernstes und reales Thema behandeln will, aber dann an dessen Verarbeitung in der Story scheitert. Es fehlt einfach das Subtile, es ist wirklich nur ein Bombardement mit "har har, seht zu wie die bösen Russen jeden in den Rücken schießen der sich auch nur wegdreht um zu niesen".
So gesehen Idee gut, Ausführung schlecht.
Auf der anderen Seite merkt man schon, dass hier eine, nunja, ziemlich andere kulturelle Einstellung zugrundeliegt. Wenn in dem Video dann so in die Richtung argumentiert wird "ja natürlich starben viele, weil wenn viele sterben ist der Sieg ja viel glorreicher" oder "ja, es wurden 153.000 Leute als Deserteure hingerichtet und 427.000 wurden in Selbstmordkommandos gesteckt, aber es waren ja auch insgesamt 34 Mio. Soldaten, und es wurden ja auch nur so und so viele in Gulags deportiert, du-uh..." zeigt das schon, dass der verminderte Wert des Individuums im Angesicht einer großen Masse noch in den Köpfen festsitzt. Allein schon die Bezeichnung "The Great Patriotic War". Es war zunächst ein Überlebenskampf, und solange kann man sicherlich gewisse, wenn auch nicht alle Exzesse entschuldigen, aber jenseits davon war es ein genauso schmutziger Krieg wie jeder andere auch.
Genauso dieses "Von wegen sie hätten keine Wahl, sie können von den Deutschen umgebracht werden oder in der Armee dienen (und dort umgebracht werden)" (inklusive geschmacksloser KZ-Slideshow)
Es wäre ja noch ok zu sagen "der Umgang mit Deserteuren ist in keiner Weise moralisch zu rechtfertigen, aber in diesem Moment mag es einfach nötig gewesen sein", aber so verkommt es zu blinder Heroisierung.
Mir gefällt einfach dieses Gemeckere nicht, dass es ja so viele positive Seiten gab und großes Heldentum blabla. Ich sehe persönlich keinen Unterschied zwischen den Verbrechen der einzelnen Parteien - bezogen auf deren Wertung, nicht auf deren Quantität und Ausmaß. Alle am Krieg Beteiligten Parteien haben unsägliche Verbrechen begangen, Verbrechen die sich nicht rechtfertigen lassen.
Das ist ja eigentlich der Punkt, Opfer ist die Zivilbevölkerung, die in einen Krieg hineingezogen wird.
Kritisch mit dem Krieg umgehen heißt zu erkennen, dass Krieg immer sinnlos ist, immer sinnlose Tode bringt, immer Gewalt von allen Seiten und gerade die, für die er angeblich geführt wird, leiden am meisten darunter. Es heißt zu erkennen, dass wir mit jedem Versuch, unsere Menschlichkeit zu erhalten und zu beschützen diese nur noch mehr verlieren. Es geht um die völlige Sinn- und Inhaltslosigkeit der Dinge, für die gekämpft wird und um das Gefangensein in einem endlosen Kreislauf aus Gewalt und Gegengewalt.
Und wenn sich ein Spiel ernsthaft damit beschäftigen will, bitte, das soll es dürfen, das braucht es, um als Medium zu wachsen, und kein "In Unterhaltungsmedien muss das alles viel positiver gezeichnet werden" oder "So tiefgründige Themen lassen sich gar nicht behandeln" sollte das aufhalten können.
Nur wenn halt, wie hier, die Ausführung klemmt, muss das wohl kritisiert werden. Nicht für das Thema an sich, wie es hier gemacht wird, aber für eben diese Qualität der Umsetzung.
- SethSteiner
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Re: Company of Heroes 2: Verkauf in Russland nach Protesten
Die Darstellungen sind vielschichtig genug? Wo spiele ich denn tatsächlich einen normalen deutschen Soldaten? Wenn jeglicher politischer Hintergrund ausgenommen wird, was bleibt dann noch übrig? Die Darstellungen sind oberflächlich und einfältig, genau deshalb gibt es ja immer wieder Kommentare, die sich mal was anderes wünschen. Genauso wie gleichzeitig auch ein umgedrehter Blazkowizc doch zumindest mal was interessantes wäre, vor allem dann, wenn man was vielschichteres und kreatives zeigt. Stattdessen bekommt man halt immer dasselbe serviert, was zwar nette fast food ist aber mit der Zeit auch immer fader wird.Scipione hat geschrieben:die Darstellungen sind schon vielschichtig genug. Es gibt genügend Spiele, in denen du gegen ganz normale, oder sogar als ganz normaler deutscher Soldat (oder General in Strategiespielen) spielen kannst. Jeglicher politischer Hintergrund ist dabei ausgeblendet. Also es gibt kein, "Fuck Yeah, lasst uns die ganzen dreckigen Untermenschen vernichten! Heil *******!"
Und dann gibts noch die Spiele, die offensichtlich vollkommen überzeichnet sind und in denen man gegen das Ur-Böse des Nationalsozialimus kämpft.
Was soll es denn da noch geben, ohne sich in moralisch und verfassungsrechtlich fragwürdige Gewässer zu begeben? Das einzige wäre doch nur noch ein deutsches Äquivalent zu Blowjob Blazkowizc, wo man als deutscher SS-Offizier für verbrecherische Ideale kämpft.
- mr archer
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Re: Company of Heroes 2: Verkauf in Russland nach Protesten
Möchte gar nicht groß widersprechen. Was ich aber schon berechtigt fand, war der Einwand, dass das Spiel einen Turn in der Erzählperspektive macht, der zuvor in der Serie nicht enthalten war. Während man im ersten Teil das übliche westliche Alliierten-Programm abspult, wird beim Blick auf die östlichen Alliierten plötzlich Wert darauf gelegt, die Schattenseiten von deren Kriegsführung darzulegen. Und nicht als eine Episode von mehreren, was ja okay wäre. Sondern als eine Art B-Movie-Kriegsfilm-Parforceritt von einer Sauerei zur nächsten, was dann ja schon eine gewisse Allgemeingültigkeit impliziert. Da kann man dann schon mal stutzig werden, das sehe ich schon auch so.Fiddlejam hat geschrieben: Und wenn sich ein Spiel ernsthaft damit beschäftigen will, bitte, das soll es dürfen, das braucht es, um als Medium zu wachsen, und kein "In Unterhaltungsmedien muss das alles viel positiver gezeichnet werden" oder "So tiefgründige Themen lassen sich gar nicht behandeln" sollte das aufhalten können.
Nur wenn halt, wie hier, die Ausführung klemmt, muss das wohl kritisiert werden. Nicht für das Thema an sich, wie es hier gemacht wird, aber für eben diese Qualität der Umsetzung.
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Fiddlejam
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Re: Company of Heroes 2: Verkauf in Russland nach Protesten
Ja, das kann man sicherlich so sehen, vor allem wenn man betrachtet dass man diesen Turn nun eben bei genau diesem Titel über genau dieses Ensemble gemacht hat, in dem die anderen Parteien auch nicht mehr auftauchen (und wie erwähnt, dass die gesamte Ausführung sehr schlampig war).
Auf der anderen Seite ist so ein Turn aber nun einmal irgendwann notwendig, wenn das Medium wachsen wird, ohne dass man gleich eine komplett neue Marke etabliert (was den Sinn der Sache verfehlt, weil wir uns dann wieder in Richtung des Indie- und Alternativmarktes bewegen statt den Kern der Sache anzugreifen und zu verbessern). Man sollte den Leuten von Relic also zumindest zugestehen, dass sie den Mumm hatten ein komplexeres und vielschichtigeres Thema anzugehen, egal wie simpel und oberflächlich das Ergebnis am Ende ausfällt.
Die größte Gefahr in einer solchen Übergangsphase von ehemals harmlosen und simplen Themen zu komplexeren liegt jetzt halt darin, dass man sich entweder auf diesem B-Movie-Niveau aufhält, oder dass man betroffen guckt und wieder zurückrudert.
(Ich denke, es lässt sich gut mit der damaligen Debatte um die angedeutete Vergewaltigung in Tomb Raider vergleichen. Wieder: Der Gedanke war ok, die Ausführung schlecht. Aber die Aufregung hat der ganzen Sache im Endeffekt mehr geschadet, weil man danach zurückruderte. Das Problem ist die typische Attitüde, dass man etwas sein lassen soll, wenn nicht ein perfektes Ergebnis erreicht werden kann, und so enden wir halt mit eben diesem gar nichts, statt zu sagen "ok, das lassen wir durch, wir sehen das Ergebnis, es ist schlecht, aber wir können darüber diskutieren und es verbessern". Diese ganze Erwartung dass Spiele, sobald sie schwerwiegende Themen behandeln wollen, diese eben auch augenblicklich perfekt behandeln können. Man lässt dem ganzen Medium einfach nicht die Zeit, sich zu entwickeln, und darum bleiben wir stecken.)
Auf der anderen Seite ist so ein Turn aber nun einmal irgendwann notwendig, wenn das Medium wachsen wird, ohne dass man gleich eine komplett neue Marke etabliert (was den Sinn der Sache verfehlt, weil wir uns dann wieder in Richtung des Indie- und Alternativmarktes bewegen statt den Kern der Sache anzugreifen und zu verbessern). Man sollte den Leuten von Relic also zumindest zugestehen, dass sie den Mumm hatten ein komplexeres und vielschichtigeres Thema anzugehen, egal wie simpel und oberflächlich das Ergebnis am Ende ausfällt.
Die größte Gefahr in einer solchen Übergangsphase von ehemals harmlosen und simplen Themen zu komplexeren liegt jetzt halt darin, dass man sich entweder auf diesem B-Movie-Niveau aufhält, oder dass man betroffen guckt und wieder zurückrudert.
(Ich denke, es lässt sich gut mit der damaligen Debatte um die angedeutete Vergewaltigung in Tomb Raider vergleichen. Wieder: Der Gedanke war ok, die Ausführung schlecht. Aber die Aufregung hat der ganzen Sache im Endeffekt mehr geschadet, weil man danach zurückruderte. Das Problem ist die typische Attitüde, dass man etwas sein lassen soll, wenn nicht ein perfektes Ergebnis erreicht werden kann, und so enden wir halt mit eben diesem gar nichts, statt zu sagen "ok, das lassen wir durch, wir sehen das Ergebnis, es ist schlecht, aber wir können darüber diskutieren und es verbessern". Diese ganze Erwartung dass Spiele, sobald sie schwerwiegende Themen behandeln wollen, diese eben auch augenblicklich perfekt behandeln können. Man lässt dem ganzen Medium einfach nicht die Zeit, sich zu entwickeln, und darum bleiben wir stecken.)
