Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spielekritik

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the curie-ous
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von the curie-ous »

Das besondere an Kunst ist wohl, dass jeder ein Werk anders interpretiert. Je komplexer dieses ist, umso weiter driften die Meinungen wohl auseinander.
Am besten fällt mir sowas auf wenn sich Kunstkritiker über ein Gemälde mit blauen Quadraten gegenseitig hochjubilieren und eine 50 Seitenlange Rezension schreiben könnten, der "Durschnittsbeobachter" aber so gut wie gar nichts damit anfangen kann.
Es gibt bestimmt 1000 Spiele, wo man behaupten kann, dass sie besonders "artsy" seien, als Spiel aber vermutlich wenig taugen.
Granfaloon
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von Granfaloon »

the curie-ous hat geschrieben:Das besondere an Kunst ist wohl, dass jeder ein Werk anders interpretiert. Je komplexer dieses ist, umso weiter driften die Meinungen wohl auseinander.
Am besten fällt mir sowas auf wenn sich Kunstkritiker über ein Gemälde mit blauen Quadraten gegenseitig hochjubilieren und eine 50 Seitenlange Rezension schreiben könnten, der "Durschnittsbeobachter" aber so gut wie gar nichts damit anfangen kann.
Es gibt bestimmt 1000 Spiele, wo man behaupten kann, dass sie besonders "artsy" seien, als Spiel aber vermutlich wenig taugen.
Manchmal hat man dann aber doch wie Homer bei der dickbrüstigen Lady im Simpsons-Film eine Epiphanie. In meiner Schulzeit hatten wir "Ceci n’est pas une pipe" von Rene Magritte, ein Bild von einer
Pfeife mit eben jenem Spruch dadrunter.

„Ein Bild ist nicht zu verwechseln mit einer Sache, die man berühren kann. Können Sie meine Pfeife stopfen? Natürlich nicht! Sie ist nur eine Darstellung. Hätte ich auf mein Bild geschrieben, dies ist eine Pfeife, so hätte ich gelogen. Das Abbild einer Marmeladenschnitte ist ganz gewiss nichts Essbares.“

– René Magritte (Wiki-Quelle)

Da hatte ich zum ersten Mal verstanden, was Imagination ist. Zum Beispiel brauchst Du nur ein großes Quadrat (Person) und zwei kleine Quadrate (Personen), ein Rechteck und ein Dreieck (Haus), um eine Geschichte zu erzählen.

Das Ende von Bioshock Infinite regt ebenso zum Nachdenken an. Ich z.B. vermute, dass die Aussage
ist, das es kein inneres Selbst gibt, das erlöst wird, wenn es um persönliche Schuld geht. Keine Religion, kein Spiritismus kann Bookers` Schuld tilgen oder wiedergutmachen. Eine einmal vorgenommene schlechte Tat kann, was diese Tat betrifft, durch nichts und niemanden entschuldigt werden. Keine Exkulpation und keine Erlösung der Seele sind die Folge.
Zuletzt geändert von Granfaloon am 18.07.2013 13:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Kajetan
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von Kajetan »

the curie-ous hat geschrieben:Das besondere an Kunst ist wohl, dass jeder ein Werk anders interpretiert. Je komplexer dieses ist, umso weiter driften die Meinungen wohl auseinander.
Am besten fällt mir sowas auf wenn sich Kunstkritiker über ein Gemälde mit blauen Quadraten gegenseitig hochjubilieren und eine 50 Seitenlange Rezension schreiben könnten, der "Durschnittsbeobachter" aber so gut wie gar nichts damit anfangen kann.
Es gibt bestimmt 1000 Spiele, wo man behaupten kann, dass sie besonders "artsy" seien, als Spiel aber vermutlich wenig taugen.
Wenn man heute Spiele als Kunst bezeichnet, bezieht man sich mißverständlicherweise immer nur auf die Optik, das Art Design und andere Äußerlichkeiten wie z.B. Story. Bei Spielen muss erst noch im Rahmen des Gameplays entdeckt werden, was hier Kunst sein kann, was nur gekonntes, aber seelenloses Industriedesign und was nur langweiliger Scheiss ist.
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Sir Richfield
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von Sir Richfield »

the curie-ous hat geschrieben:[...]
Genau, in die Richtung wollte ich argumentieren. Da ist bei Spielen sehr viel Subjektives dabei.
Das Problem ist für die Redakteure dann auch, dass man nicht einmal vermeintlich objektive Dinge so sehen kann.
Objektiv muss man ein Spiel runterbrechen auf "Wenn ich X drücke, dann passiert Y". Das ist das einzige, was man objektiv sagen kann.
Wie man Y nun aufnimmt, DAS ist schon wieder subjektiv. Wenn sich in einem Jump 'n' Run der Charakter wie Luigi ab SMB2 oder Karnov benimmt, dann kann man das gut finden oder schlichtweg zum Kotzen.
Da kann der Redakteur der Meinung sein, er hätte objektiv die Mechanik als "Herausfordernd" bezeichnet, da halten ihm schon viele vor, dass das für das Gameplay essentiell ist, dass es so ist und dass es eben dadurch fast schon leicht ist.

Weshalb Spielekritiken ja auch eher ein Personenkult ist. Ich muss mir halt die Reds suchen, von denen ich glaube, dass sich ihre und meine Meinung deckt.
Leider findet man sowas mitunter nur mit Trial and Error heraus.
Immerhin, solange man es herausfindet. ;)
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SethSteiner
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von SethSteiner »

Och bei Spielen kann man doch viel auch objektiv bewerten, schließlich ist fast alles am Ende trotzdem noch Handwerk. Natürlich gibt es tausend Aspekte vom Budget bis hin zum Kontext aber Handwerk ist nun Mal Handwerk und es ist halt gerade für die Fachpresse bezeichnend, wie gern sie eben jenes Handwerk ignoriert und sich zur Not auf Subjektivitätsgeschwätz ausruht.
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the curie-ous
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von the curie-ous »

Das kann ja alles so vom Künstler/in gewollt sein. Man brauch sich dann aber nicht zu beschweren, wenn es nur die wenigsten verstehen bzw. gleich begeistert sind oder die Spielmechanik sofort begreifen.
Es gibt/gab mal jemanden der sich damit beschäftigt hat, dass eine Nachricht vom Sender beim Empfänger anders begriffen wird.

Generell kann ich mit der Aussage vom Spector wenig anfangen. Denn so wie ich das verstehe, müßten wir dann auf Spiele wie CS, Street Fighter, Mario Kart, Super Mario Brothers (Danke, Sir Richfield), Crash Bandicoot, Quake, Warcraft, ArmA, Thief.................. verzichten. Denn diese bieten alles andere als eine wertvolle spielerische Erfahrung, sie sind nur eins: Unterhaltsam.
Viel Spaß dem Redakteur, der bei F-Zero versucht eine Kunstanalyse zu verfassen.
Granfaloon
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Beitrag von Granfaloon »

Eine Filmkritik in Zeit, Spiegel, FAZ,Sueddeutsche oder Cinema ist auch immer höchst subjektiv, ganz einfach weil jede Kritik subjektiv ist. Entscheidend sind ja die genannten Bewertungsmaßstäbe. Wenn aber wieder mal ein Spiel um die Ecke kommt: Elitesoldat alias Toller Hecht kämpft sich mit Waffenarsenal aufgeteilt in Schuss und Explosionsvariante durch ein Hochsicherheitsterrain und das ganze wird aus der Retrospektive erzählt, d.h. Soldat sitzt am Verhörtisch und erzählt die ja eigentlich überstandenen Missionen dann ist das einfach vom Storytelling ganz schwache Limonade.
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the curie-ous
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von the curie-ous »

:roll:

Über die Singleplayerkampagne von BF3 herzuziehen ist noch einfacher als das Licht auszuschalten.
Granfaloon
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Beitrag von Granfaloon »

Ich meinte aber Call of Duty: Black Ops
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Sir Richfield
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von Sir Richfield »

the curie-ous hat geschrieben: Über die Singleplayerkampagne von BF3 herzuziehen ist noch einfacher als das Licht auszuschalten.
Hmm.

Licht ausschalten:
>> Licht ist eingeschaltet.
1.) Schalter finden.
2.) Schalter korrekt betätigen. Für die individuelle Schalterbelegung siehe Seite 12.
-> Licht ist ausgeschaltet.

BF3 SP:
>> Elektronische Schreibbereitschaft hergestellt.
1.) Spunkggargleweewee schreiben.
2.) Herkunft des Wortes verlinken.
-> Über die Singleplayer Kampagne von BF3 wurde erfolgreich hergezogen.

EDIT
CoD.BO SP:
>> Elektronische Schreibbereitschaft hergestellt.
1.) Spunkggargleweewee schreiben.
2.) Herkunft des Wortes verlinken.
-> Über die Singleplayer Kampagne eines beliebigen CoD wurde erfolgreich hergezogen.
Zuletzt geändert von Sir Richfield am 18.07.2013 14:37, insgesamt 1-mal geändert.
Granfaloon
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Beitrag von Granfaloon »

Metaebene/ Selbstreferenz/ Herrlich. Allerdings meinte ich sunkgargleweewee.
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Kajetan
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von Kajetan »

Sir Richfield hat geschrieben: -> Über die Singleplayer Kampagne eines beliebigen CoD wurde erfolgreich hergezogen.
Erst seit CoD 2. Beim Einser muss man noch jede Menge selber machen, man muss da tatsächlich noch selber spielen (!), anstatt nur stumpf über einen Skript-Trigger nach dem anderen zu stolpern.

<erbsenzähl-mode off>
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Obstdieb
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von Obstdieb »

Kajetan hat geschrieben:
Sir Richfield hat geschrieben: -> Über die Singleplayer Kampagne eines beliebigen CoD wurde erfolgreich hergezogen.
Erst seit CoD 2. Beim Einser muss man noch jede Menge selber machen, man muss da tatsächlich noch selber spielen (!), anstatt nur stumpf über einen Skript-Trigger nach dem anderen zu stolpern.

<erbsenzähl-mode off>
Ach wo. Gut das das mal jemand sagt. Der erste Teil war seiner Zeit tatsächlich noch interessant, gerade die guten Addons. Tut nicht weh das zu sagen. Den ersten Matrix darf man auch, trotz seiner böse Brüder loben. Auch wenn er heute ziemlich veraltet wirkt.
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Kajetan
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von Kajetan »

Obstdieb hat geschrieben:Den ersten Matrix darf man auch, trotz seiner böse Brüder loben. Auch wenn er heute ziemlich veraltet wirkt.
Veraltet? Matrix 1? Hmmm, letztlich erst wieder reingezogen ... kommt immer noch gut. Passt alles. Schnitt, Tempo, Timing, Story. Zeitlos.

Effekte-technisch gräßlich wirkt nur die Massen-Agent-Smith-Prügelei im zweiten Teil. Da hat man schon damals im Kino kurzzeitig den Atem angehalten ... vor Entsetzen :)
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Obstdieb
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von Obstdieb »

Kajetan hat geschrieben: Veraltet? Matrix 1? Hmmm, letztlich erst wieder reingezogen ... kommt immer noch gut. Passt alles. Schnitt, Tempo, Timing, Story. Zeitlos.

Effekte-technisch gräßlich wirkt nur die Massen-Agent-Smith-Prügelei im zweiten Teil. Da hat man schon damals im Kino kurzzeitig den Atem angehalten ... vor Entsetzen :)
Ich hatte ihn einfach komplett anders in Erinnerung. Er ist immernoch gut, keine Frage. Aber in so hohen Tönen kann ich nicht mehr von Matrix reden. Darum ging es mir.