Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spielekritik

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Kajetan
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von Kajetan »

TaLLa hat geschrieben:
Kajetan hat geschrieben:
eLZorro hat geschrieben:Das Problem dabei ist, Massenmedien berichten über das was die Massen lesen wollen: COD, HALO, FIFA, GTA. Niemand wird über Dear Esther schreiben oder Braid.
Also ein Kommerz-Teufelskreis...
Darf ich auch Dich auf diesen Link hinweisen?

http://www.sueddeutsche.de/thema/Kino

Und jetzt sagst Du mir bestimmt, dass die SZ kein Massenmedium ist ...
SZ ist das nicht die Schokolade für aufs Brot?
Um das Argument wieder passend zu machen? Ja, natürlich :)
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an_druid
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von an_druid »

"Als Beispiel hebt er zwei Artikel der New York Times hervor, die sich mit Filmen beschäftigen, ohne sie analytisch zu sezieren. Es gehe nicht um Fachbegriffe, sondern um die Inhalte und wie diese vermittelt werden."
Ja höheres Allgemeinwissen mit Pätagogick dazu erspielte Erweiterung des Wissens usw könnte man sich jetzt darunter vorstellen (oder auch nicht) ABER warum deswegen weniger analytisch sein?

Das ist auch schon der einzige Satzt der mir nicht gefällt ansonsten kann man das durchaus so stehen lassen.
Mann muss dazu auch sagen, dass die Spielelandschaft in der Gesellschaft aber auch nicht ohne Grund nicht als erwachsenes/reifes Medium gesehen wird. Die Entwicklung dazu wird eben nur jene Form erbringen die wir (Gesellschaft) zulassen.
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eLZorro
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von eLZorro »

Ich arbeite als Führungskraft in einem großen Automobilbetrieb...
da liegen auf den Pausentischen keine "SZ" oder "Die Zeit" herum. Von daher, aus meiner Warte, nein die sind leider kein Massenmedium.

Und ich ging tatsächlich von den Printmedien aus...
Nicht falsch verstehen, ich wünsche mir auch eine reflektierte Berichterstattung. Aber welche Spiele der letzten 2 Jahre waren das wert ? Da bekommt man keine Kolummne voll (außer man meckert -berechtigterweise- wie Harzzach über die Mißstände der Brache herum)
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SethSteiner
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von SethSteiner »

@eLZorro
Journalismus soll informieren, deswegen finden sich ja auch alle möglichen Themen in den größeren Zeitschriften. Man schaue sich den Feuilleton mal an. Was im Kulturteil teilweise drinsteht zieht teilweise vielleicht nur ein paar Tausend Leute wirklich an. Selbst das indigste Indiespiel hat da teils noch mehr Fans. Als Journalist oder Herausgeber, sollte ich die Ausgewogenheit beherrschen. Klar, eine BILD oder Berliner Kurier und dieses ganze publizistische Toilettenpapier kriegt das nicht gebacken, deren Berichterstattung ist auch sonst zum Vergessen aber möglich ist das.
Granfaloon
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Kommentar

Beitrag von Granfaloon »

TaLLa schrieb: Das ist solang eine leere Behauptung bis du sie überprüft hast. Und was sollen dann die kritischen Grenzen sein? Komplette Niveaulosigkeit, mittleres Niveau, Niveauvoll? Da kommste sehr schnell in teufels Küche vorallem wenn du die Faktoren bestimmen willst wo die Filme uns Spiele hingehören. Wenn du tatsächlich statistisch rangehen willst, viel Spaß bei der Aufstellung der Hypothesen und der Überprüfung. Ich sage: Die statistische Normalverteilung sagt nichts über empirische Evidenz aus, sondern: Mittelmäßige Spiele/ Filme gibt es häufig, weil das Mittelmaß häufig ist und extrem gute/ schlechte Spiele sind selten, das heißt die Extremwerte in beide Richtungen sind selten.
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KleinerMrDerb
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von KleinerMrDerb »

Kajetan hat geschrieben:
eLZorro hat geschrieben:Das Problem dabei ist, Massenmedien berichten über das was die Massen lesen wollen: COD, HALO, FIFA, GTA. Niemand wird über Dear Esther schreiben oder Braid.
Also ein Kommerz-Teufelskreis...
Darf ich auch Dich auf diesen Link hinweisen?

http://www.sueddeutsche.de/thema/Kino
Breite Themenvielfalt. Von Arthouse bis Harry Potter und Analysen aktueller Einspielergebnisse.

Und jetzt sagst Du mir bestimmt, dass die SZ kein Massenmedium ist ...
Naja jetzt könnte man Fragen ab wann etwas Indi und ab wann Massenware ist.
Kino allgemein ist ja schon ein ganz anderes Kaliber als Spiele und der Geschmack der Masse ist auch sehr viel breiter gefächert.

Action, Komödie, Drama, Liebesfilm, Thriller, Horro... alles wird geschaut und alles ist sehr erfolgreich und man darf nicht vergessen, dass die bei Videospielen zum teil abschreckenden technischen Unterschiede zwischen Low Budget und AAA Blockbuster bei Filmen nicht so Krass ersichtlich sind... je nach ausrichtung des Films sogar garnicht existieren.

Und das jeden Donnerstag neue Filme ins Kino kommen ist mitlerweile sehr etabliert und sogut wie jedes allgemeine Massenportal schreibt seine Zweizeiler zu jedem Film der neu ins Kino kommt.

Mag ja sein, dass die Videospielindustrie mitlerweile mehr Geld umsetzt als die Filmindustire aber das bedeutet ja nicht, dass es mehr Spieler als Filmschauer gibt.

Auch so ein Punkt warum über Filme einfach mehr berichtet wird.... es gibt nunmal eine viel größere Zielgruppe.
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mr archer
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von mr archer »

KleinerMrDerb hat geschrieben: Kino allgemein ist ja schon ein ganz anderes Kaliber als Spiele und der Geschmack der Masse ist auch sehr viel breiter gefächert.

Action, Komödie, Drama, Liebesfilm, Thriller, Horro...
Da hast Du jetzt zunächst mal lediglich Genrebezeichnungen aufgezählt. Über die Qualität des einzelnen Films sagt das erst mal gar nix.
Nanimonai
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von Nanimonai »

eLZorro hat geschrieben: Und ich ging tatsächlich von den Printmedien aus...
Nicht falsch verstehen, ich wünsche mir auch eine reflektierte Berichterstattung. Aber welche Spiele der letzten 2 Jahre waren das wert ? Da bekommt man keine Kolummne voll (außer man meckert -berechtigterweise- wie Harzzach über die Mißstände der Brache herum)
Wenn große Printmedien des öfteren mal seitenlange Essays über einen Dackelzüchterverein in Hintertupfingen veröffentlichen, könnten sie sich auch ruhig mal ein paar Zeilen zu einigen Spielen aus dem Kreuz leiern.
humb0rt
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von humb0rt »

Nanimonai hat geschrieben:
humb0rt hat geschrieben: Auch ein Shadow of the Colossus, eins meiner Lieblingsspiele, bestand doch nur aus: deine freundin ist tot. Stele die 16 Gigantischen monstern und töte sie.
Dieser eine Satz widerspricht fast allen anderen Argumente in Deinem Beitrag.
Denn gerade SotC ist eines dieser Spiele, die man inhaltlich in einem Halbsatz zusammenfassen kann, über die es aber mit die schönsten und lesenswertesten Reviews in der Spielegeschichte gab. Denn hier konnten sich die Tester auf das besinnen, was dieses Spiel ausmacht: Die Atmosphäre, die Melancholie, die Leere, das Gefühl und das Erlebnis.
Ich wollte, etwas umständlich, darauf hinweisen dass obwohl all diese Punkte zutreffen es mir schwierig scheint, einen Nichtspieler dafür zu interessieren.


Eine Frage möchte ich doch stellen: Anscheinend wird von einigen gehofft, renommierte und 'anspruchsvollere' zeitungen würden sich des themas annehmen.

wenn aber das Ziel eine andere Einstellung der breiten Masse zum Thema pc/psSpiele sein soll,
wäre es dann nicht richtig sich auch an die breite masse zu richten?
ich gehe eher davon aus dass ein gebildeter mensch der heutigen zeit den Unterschied zwischen Zocker und Amokäufer erkennt als ein geBILDeter.

wäre es vllt richtig, eben bei der bildzeitung auf angepassteren Spielejournalismus zu drängen und zu hoffen?
serotonin
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Re: Kommentar

Beitrag von serotonin »

TaLLa hat geschrieben:
Granfaloon hat geschrieben: Also ich glaube ja an die statische Normalverteilung nach Gauß (Glockenkurve):
Das ist solang eine leere Behauptung bis du sie überprüft hast. Und was sollen dann die kritischen Grenzen sein? Komplette Niveaulosigkeit, mittleres Niveau, Niveauvoll? Da kommste sehr schnell in teufels Küche vorallem wenn du die Faktoren bestimmen willst wo die Filme uns Spiele hingehören. Wenn du tatsächlich statistisch rangehen willst, viel Spaß bei der Aufstellung der Hypothesen und der Überprüfung.
also ganz ehrlich, die hypothese, dass die qualität von videospielen (oder filmen, büchern, körpergrößen, fingerlängen, schuhgrößen, iq whatever) normalverteilt ist, ist so wahrscheinlich, dass man nicht mal mehr ne studie machen muss. im leben ist sowieso so gut wie alles normalverteilt, warum sollten es gerade videospiele nicht sein? selbst wenn du nur die wertungen bei 4p (was natürlich KEINE aussage über echte objektive qualität eines spiels ist) sortierst, wette ich auf ne annähernd normalverteilte kurve. vielleicht mit ner leichten verschiebung nach rechts auf der x-achse, weil 0-10% gefühlt selten vorkommen.

die ausnahmetitel - egal ob mega gut oder mega schlecht sind halt der äußerste zipfel der normalverteilung.

interessant wird's immer dann, wenn etwas nicht mehr normalverteilt ist ^^ aber das kommt nicht oft vor.
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mr archer
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von mr archer »

eLZorro hat geschrieben:Ich arbeite als Führungskraft in einem großen Automobilbetrieb...
da liegen auf den Pausentischen keine "SZ" oder "Die Zeit" herum. Von daher, aus meiner Warte, nein die sind leider kein Massenmedium.
Respekt. Soviel selbstbewusst nach außen getragene Ignoranz muss man erst mal entwickeln. Großes Kino!
Nanimonai
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von Nanimonai »

KleinerMrDerb hat geschrieben: Naja jetzt könnte man Fragen ab wann etwas Indi und ab wann Massenware ist.
Die Frage kannst Du Dir doch selbst sehr einfach beantworten, wenn Du sie sinnvoll stellen würdest. Das Gegenteil von Independent ist nicht Mainstream und diese beiden Begriffe schliessen sich nicht gegenseitig aus.
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Kajetan
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von Kajetan »

KleinerMrDerb hat geschrieben: Kino allgemein ist ja schon ein ganz anderes Kaliber als Spiele und der Geschmack der Masse ist auch sehr viel breiter gefächert.
Nein und nein :)

Es geht hier um die Art und Weise, wie über Kino berichtet wird. Breit, umfassend, Blockbuster wie auch Arthouse. Dieses und Jenes. Vielschichtig, vielfältig. SO sollte auch über Spiele berichtet werden, weil Spiele inhaltlich genau die gleiche Bandbreite bieten. Warum passiert das aber nicht? Weil Spiele "da draussen" immer noch als niveauloses Bängbäng für Debilos betrachtet werden. Sogar Spieler selber reagieren höchst allergisch, wenn jemand versucht das geliebte Hobby über das Niveau primitiver Bespassung zu heben. Siehe die fast schon paranoiden Reaktionen auf Dear Esther. Also wird darüber nicht mehr berichtet als das.

Hund, Schwanz, Beiß!
Zuletzt geändert von Kajetan am 11.07.2013 14:33, insgesamt 1-mal geändert.
Nanimonai
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von Nanimonai »

humb0rt hat geschrieben: Ich wollte, etwas umständlich, darauf hinweisen dass obwohl all diese Punkte zutreffen es mir schwierig scheint, einen Nichtspieler dafür zu interessieren.
Mir ging es immer um die Qualität der Spielekritik. Um die Qualität des Journalismus. Wenn ein Bericht sehr gut, informativ und lesenswert verfasst wurde, ist das eigentliche Thema sekundär.

Ein guter Journalist oder Kolumnist schafft es, Interesse zu wecken, nicht es nur zu bedienen.
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Dermer
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von Dermer »

Nanimonai hat geschrieben:
humb0rt hat geschrieben: Auch ein Shadow of the Colossus, eins meiner Lieblingsspiele, bestand doch nur aus: deine freundin ist tot. Stele die 16 Gigantischen monstern und töte sie.
Dieser eine Satz widerspricht fast allen anderen Argumente in Deinem Beitrag.
Denn gerade SotC ist eines dieser Spiele, die man inhaltlich in einem Halbsatz zusammenfassen kann, über die es aber mit die schönsten und lesenswertesten Reviews in der Spielegeschichte gab. Denn hier konnten sich die Tester auf das besinnen, was dieses Spiel ausmacht: Die Atmosphäre, die Melancholie, die Leere, das Gefühl und das Erlebnis.
This, Freunde der Sonne.
Irgendjemand hat hier die Drehbücher von Filmen und Spielen verglichen. SCHWACHSINN!
Spiele sind so viel mehr und so viel Vielschichtiger. Je mehr sie versuchen sich mit Filmen zu messen, um so schlechter werden sie auch.
Bioshock Infinite wurde hier gelobt. In meinen Augen ein grottenschlechtes Spiel, da das Gameplay einfach nur minderwertig ist.
Wenn Spiele in den Medien was reissen wollen, dann sollten sie sich wieder auf ihre Alleinstellungsmerkmale besinnen. Warum sollte die SZ über Spiele berichten, wenn diese im Prinzip nur noch schlechte Filme sind. Und da ist dann eben auch ein Herr Spector gefragt.
Einfach einen Zustand einfordern geht nicht. Selbst dafür einsetzen aber schon.