Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spielekritik

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muecke-the-lietz
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von muecke-the-lietz »

@Wulgaru

Genau diese fragwürdigen Artikel meine ich und genau das dazu gehörige Publikum, für das Theater nicht mehr bedeutet, als sich spießig an zu ziehen und sich einmal im Monat das Prestige Stück zu geben, welches gerade so schön in den großen Zeitungen behandelt wird. Das sind auch die Leute, die bei Jazz auf 1 und 3 mitklatschen.

Und so würde ich mir Berichte über Spiele eher weniger wünschen. Denn wenn man das schon in etabierteren Bereichen der Kunst und Medien nicht hinbekommt, worüber würde denn wie über Games berichtet werden. Darüber, dass Tomb Raider heute ganz anders aussieht und viel ernster ist, als die meisten Leute aus ihrer Jugend das noch in Erinnerung haben und das moderne Spiele mit den 2D Jump n Runs von Super Mario nichts mehr gemeinsam haben. Aber bitte, wenn ihr unbedingt mehr davon wollt. Ich möchte euch eure Meinung ja gar nicht ausreden, ich möchte nur zu bedenken geben, dass mich die meisten Massenmedien in Bezug auf Kunst- und Kulturkritik nicht unbedingt überzeugen können.
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KleinerMrDerb
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Re: Spielkultur:

Beitrag von KleinerMrDerb »

Wulgaru hat geschrieben:Achja? Ich kenne jetzt keine große Gruppe von Leuten die Literaturfachzeitschriften ala Literaturen kauft. Die lesen Rezensionen auf der sueddeutsche.de und Co.
Weil diese einen kurzen Überblick über Dan Browns neusten Fantasythriller haben wollen, den sie sich sowieso geholt hätten.
Dort steht aber nichts über die anspruchsvolle Literatur sondern eben nur etwas über die niveaulosen Blockbuster.
Es gibt Berichte über Cannes, Leipzig, Frankfurt, Berlinale usw. Die Printausgaben haben Kultur- Feuilleton-Abschnitte wo über Filme und Bücher geschrieben wird.
Cannes und Berlinale sind auch absolute Massenphänomene aber viel wichtiger ist die Frage über was die Massenmedien dort berichten?
Über die Filme, die Gewinner und Newcomer?
NEEEE... darüber, dass Leo DiCaprio die Filmfestspiele eröffnet hat und wer welches Kleid getragen hat und vorallem welcher Schauspielerin der Nippel ausm Kleid gerutscht ist.

Will man wirklich etwas über den Inhalt wissen muss man dann schon zur Fachzeitschrift greifen
Cheraa
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von Cheraa »

Kumbao hat geschrieben:Hier wird wirklich auf Teufel komm raus versucht dem Spector was schlechtes in den Mund zu reden. Meine Guete, der redet doch nicht von der BILD. In der finden Computerspiele doch schon laengst statt. Er redet von "normalen" Tageszeitungen, etc.
In der Tageszeitung lese ich aber auch nichts von neu angelaufenen Filmen im Kino oder neuen BluRay Release Daten. Mal davon ab, das mich das in einer Tageszeitung auch nicht interessiert. Da will ich etwas über meine Stadt, meinen Kreis und der Welt erfahren.
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KleinerMrDerb
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von KleinerMrDerb »

Kajetan hat geschrieben:Abgesehen davon ... die Spielewelt besteht aus mehr als CoD und GTA. Darüber muss jedoch erst berichtet werden, so dass sich diese Erkenntnis nicht nur hier im kleinen Kreise durchsetzt.
Du forderst damit doch kompletten utopischen Unsinn, denn diese MEHR interessiert doch erst recht niemanden abseits der Branche und deswegen wird es GARNICHT in den Massenmedien erwähnt.

Sogar in der Branche selbst interssiert es nur die wenigsten, dass es anspruchsvollere Spiele gibt.

Was sollte also ein Massenmedium dazu bringen über eine Randerscheinung bei Videospielen zu berichten wenn diese noch nichtmal allgemein über Videospiele berichtet?

Natürlich wäre es wünschenswert aber wir sollten mal etwas die Träumerei im Zaun halten und dem Fakt ins Auge sehen, dass nur alle paar Jahre mal ein Spiel erscheint welches kein dumpfer Gewaltporno ist und nennenswertes Niveau besitzt und damit auch mal ausserhalb der Branche interesse wekt.
Zuletzt geändert von KleinerMrDerb am 11.07.2013 13:15, insgesamt 2-mal geändert.
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mr archer
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Re: Spielkultur:

Beitrag von mr archer »

KleinerMrDerb hat geschrieben:
Cannes und Berlinale sind auch absolute Massenphänomene aber viel wichtiger ist die Frage über was die Massenmedien dort berichten?
Über die Filme, die Gewinner und Newcomer?
NEEEE... darüber, dass Leo DiCaprio die Filmfestspiele eröffnet hat und wer welches Kleid getragen hat und vorallem welcher Schauspielerin der Nippel ausm Kleid gerutscht ist.

Will man wirklich etwas über den Inhalt wissen muss man dann schon zur Fachzeitschrift greifen
Pardon, das ist Unsinn. Jede vernünftige (womit Bild schon mal ausgeschlossen ist) überregionale (und sogar einige regionale) deutsche Zeitung hält sich einen Kinofeuilletonisten oder kauft zumindest von renommierten Autoren aus dem Bereich Texte ein. Du verwechselst hier die ganze Zeit die "Vermischtes"-Seite hinten drauf mit dem Kulturteil.
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Kajetan
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von Kajetan »

KleinerMrDerb hat geschrieben:
Kajetan hat geschrieben:Abgesehen davon ... die Spielewelt besteht aus mehr als CoD und GTA. Darüber muss jedoch erst berichtet werden, so dass sich diese Erkenntnis nicht nur hier im kleinen Kreise durchsetzt.
Du forderst damit doch kompletten utopischen Unsinn, denn diese MEHR interessiert doch erst recht niemanden abseits der Branche und deswegen wird es GARNICHT in den Massenmedien erwähnt.

Sogar in der Branche selbst interssiert es nur die wenigsten, dass es anspruchsvollere Spiele gibt.

Was sollte also ein Massenmedium dazu bringen über eine Randerscheinung bei Videospielen zu berichten wenn diese noch nichtmal allgemein über Videospiele berichtet?
Deine Argumentation ist: Massenmarkt ist CoD ist Mainstream ist Massenmedium. Binding of Isaac ist nichts, weil nicht existent.

Ich finde aber in diesen Mainstream-Medien Artikel über Filme und Bücher, die nicht Transformers im Titel tragen, die nicht immer nur von Dan Brown sind. Du ignorierst geflissentlich diese Inhalte, damit Dein Argument besser passt. So geht das aber nicht :)

http://www.sueddeutsche.de/thema/Kino

Nur mal als Beispiel, was für eine Themenvielfalt hier herrscht.
Zuletzt geändert von Kajetan am 11.07.2013 13:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Wulgaru
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Re: Spielkultur:

Beitrag von Wulgaru »

KleinerMrDerb hat geschrieben:
Wulgaru hat geschrieben:Achja? Ich kenne jetzt keine große Gruppe von Leuten die Literaturfachzeitschriften ala Literaturen kauft. Die lesen Rezensionen auf der sueddeutsche.de und Co.
Weil diese einen kurzen Überblick über Dan Browns neusten Fantasythriller haben wollen, den sie sich sowieso geholt hätten.
Dort steht aber nichts über die anspruchsvolle Literatur sondern eben nur etwas über die niveaulosen Blockbuster.
Wenn Sueddeutsche und Spiegel Dan Brown behandeln dann maximal unter "dummen Scheiß den die Masse liest". Geh mal zum Kiosk und kauf dir den Spiegel oder die Sueddeutsche und geh in den entsprechenden Teil. Natürlich wird da über Literatur berichtet, es schlägt sogar häufig ins extreme aus.

@Muecke
Du bist mir zu allgemein. Ich kenne sowohl miese Artikel über Filme als auch gute in solchen Kulturteilen. Genauso gibt es miese und gute Spieletests in Spielezeitschriften. Alles oberflächlich zu nennen...ich will es nicht gelogen oder uninformiert nennen, sondern maximal eher deinem Standpunkt dienlich vereinfacht. :wink:
Granfaloon
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Beitrag von Granfaloon »

Zumindest ist die Diskussion, wie ich finde, wichtig für alle die, welche Games nicht nur als Zeitvertreib sehen und Gamer als dumme Dödel, die nicht recht wissen, was sie mit ihrer Zeit anfangen sollen. Vorhin hat jemand gepostet Spiele würden nicht an Filme wie Forrest Gump o.ä. heranreichen. Immer wenn mir die Argumente fehlen komme ich also mit Beispielen: Wo ist der Unterschied zwischen einem David Lynch Film und Deadly Premonition, Minority Report oder Deus Ex. Ich würde sogar soweit gehen einen Terence Malick Film mit Bioshock Infinite zu vergleichen!!!
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Usul
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von Usul »

Kajetan hat geschrieben:Du ignorierst geflissentlich diese Inhalte, damit Dein Argument besser passt. So geht das aber nicht :)
Doch, geht einwandfrei, wie man sieht. ;)
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KleinerMrDerb
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von KleinerMrDerb »

Kajetan hat geschrieben:Ich finde aber in diesen Mainstream-Medien Artikel über Filme und Bücher, die nicht Transformers im Titel tragen, die nicht immer nur von Dan Brown sind. Du ignorierst geflissentlich diese Inhalte, damit Dein Argument besser passt. So geht das aber nicht :)
Klar... nachdem diese bei dem Massenevent Oscar gewonne haben und damit ins Gespräch der Öffentlichkeit gerückt wurden.

Ohne den Oscar wären sehr viele Filme kaum bekannt... gab schon genug die fast 1 Jahr alt waren bevor es den Oscar gab und kaum Jemand wusste das dieser Film existiert.
Sicherlich fehlt der Gamesbranche sowas wie die Oscarverleihung aber auch das ist eher ein Problem der Spielebranche und nicht der Journalisten... schon garnicht der Massenjournalisten.

Letztere berichten nämlich nicht über INTERESSANTES sondern nur über das was sich aktuell wohl am besten Verkaufen lässt.
Und solange die großen Spiele nicht über Michael Bay Niveau hinaus kommen sollange bleibt dieses Problem bestehen.

Und sind wir doch mal ganz ehrlich.
Meinste echt mit den Pixelmatsch von Binding of Isaac kannst du bei jemanden das Interesse für Videospiele wecken?
Mit einem so extrem speziellen Spiel?
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mr archer
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Re: Kommentar

Beitrag von mr archer »

Granfaloon hat geschrieben: Wo ist der Unterschied zwischen einem David Lynch Film und Deadly Premonition, Minority Report oder Deus Ex. Ich würde sogar soweit gehen einen Terence Malick Film mit Bioshock Infinite zu vergleichen!!!
Na ja, prinzipiell bin ich ja bei Dir. Aber dieses Herbeizitieren der großen Überväter aus benachbarten Unterhaltungsdisziplinen hat auch immer ein bisschen etwas Unbeholfenes. Ich habe das natürlich hin und wieder auch schon gemacht und bin dem gegenüber nicht immun. So richtig souverän ist es aber irgendwie nicht. Film ist einfach etwas sehr eigenes und mit der Spielerfahrung nur bedingt vergleichbares. Für eine Übergangsphase ist das wahrscheinlich legitim. Aber das Ziel muss eigentlich sein, dass man David Lynch nicht mehr braucht, um über die Großartigkeit eines Videospiels zu schreiben.
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Kajetan
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von Kajetan »

KleinerMrDerb hat geschrieben:
Kajetan hat geschrieben:Ich finde aber in diesen Mainstream-Medien Artikel über Filme und Bücher, die nicht Transformers im Titel tragen, die nicht immer nur von Dan Brown sind. Du ignorierst geflissentlich diese Inhalte, damit Dein Argument besser passt. So geht das aber nicht :)
Klar... nachdem diese bei dem Massenevent Oscar gewonne haben und damit ins Gespräch der Öffentlichkeit gerückt wurden.
Liest Du meine Postings überhaupt? Ich habe extra noch einen Link zur Verdeutlichung angefügt.
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KleinerMrDerb
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Re: Kommentar

Beitrag von KleinerMrDerb »

Granfaloon hat geschrieben: Wo ist der Unterschied zwischen einem David Lynch Film und Deadly Premonition, Minority Report oder Deus Ex. Ich würde sogar soweit gehen einen Terence Malick Film mit Bioshock Infinite zu vergleichen!!!
Der Unterschied ist, dass es massenweise solcher Ausnahmefilme gibt aber nur eine Handvoll solcher Spiele.

Warum wird also nicht soviel über Ausnahmespiele berichtet?
Weil nur alle 2-3 Jahre mal solch eines erscheint... nennenswerte Ausnahmefilme erscheinen dagegen mehrmals im Jahr.

Spiele werden leider von den Entwicklern weit unter ihren Möglichkeiten gehandelt.
Obwohl sie eine ganz entscheidene Ebene mehr besitzen als Filme, so kommt kaum ein Spiel an die Vielfallt eines Filmes heran.
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KleinerMrDerb
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von KleinerMrDerb »

Kajetan hat geschrieben:Liest Du meine Postings überhaupt? Ich habe extra noch einen Link zur Verdeutlichung angefügt.
Ein Link zur Kritik an einem Rihanna Konzert?!

Verstehe ehrlich gesagt nicht was das mit der Sache hier zutun haben soll?
JoniSaid
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von JoniSaid »

Wulgaru hat geschrieben:Es ist generell die Frage was man auch als Spieler vom Medium eigentlich haben will.

Will man alles so wie bisher, braucht es auch kaum mehr als den bisherigen Spielejournalismus.
Will man aber Anerkennung, braucht es eben sowas wie den Spiegel. Viele Spiele sind stinkerfolgreich, aber wer kennt sie außer Spielern? Aber jeder weiß was Herr der Ringe oder Harry Potter ist. Will man Anerkennung, dann braucht es richtigen Journalismus.

Außerdem kann das auch positive Effekte haben. Wenn Entwickler wissen, dass sie von viel breiteren Schichten wahrgenommen werden, dann müssen sie sich bei bestimmten Elementen auch mehr Mühe geben, beispielsweise beim Storytelling.
der spiegel ist kein gutes beispiel, die bewegen sich rasant auf das bild-niveau zu ;)

wenn hier die nyt angeführt wurde, muss man sich wohl eher auf medien wie die faz oder zeit konzentrieren. das zdf fährt ja gerade einen extremen jugendkurs, vielleicht entwickelt sich ja dort etwas in die richtung.