Das sehe ich auch so. Waere Heavy Rain ein Film, so waere er ein ziemlich (unter-)durchschnittlicher Thriller. Es ist allerdings ein Videospiel, und macht schon verdammt viel richtig. Und darum geht es ja. Der professionelle Spielejournalismus ist noch recht jung und hat noch verdammt viel Neuland zu entdecken. Ich persoenlich wuerde mich ueber mehr Subjektivitaet und weniger PR-Blabla im Spielejournalismus freuen, will damit aber nicht den bisher bekannten "Spieletest" von der Bildflaeche verschwinden lassen. Schoen waere es, wenn der Spielejournalismus genau so bunt waere, wie es die Spiele selbst schon laengst sind.nawarI hat geschrieben:Selbst Heavy Rain, das viel wert auf eine erwachsene Erzählweise legt, will ich wegen teils massiven Plot-Löchern nicht näher analysieren.
Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spielekritik
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- Kumbao
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie
- KleinerMrDerb
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Re: Spielkultur:
Verstehe ich das richtig.
Spector will, dass mehr "Ahnungslose" sich mit der Materie befassen und dadurch komplett amateurhafte Berichte über Videospiele schreiben?
So wie es bei anderen Medien der Fall ist wenn über diese in Magazinen berichtet wird die sich eigentlich auf was ganz anderes Spezialisieren und nie mehr als einen groben und oft sogar falschen Überblick bieten?
Wenn ich wirklich wissen will wie ein Film, Auto, Spülmaschine ist, dann nehme ich da sicher nicht den Spiegel, die Bild oder Focus als anlaufstelle sondern Auto Motor und Sport, Die Cinema etc.
Ehrlich gesagt bin ich sogar froh darüber, dass über Videospiele hauptsächlich von Videospielern berichtet wird.
Achja... und wenn allgemeine Medien über Filme, Musik etc. berichten, dann auch nur über grad aktuelle Massenphänomene.
Avatar, Supermann und Batman, SpiderMan..... das sind jetzt nicht grad die Filme welche das Medium Film zu etwas höherem heben als simpler Massenunterhaltung.
Spielen ist in erster Linie ein Hobby, eine Freizeitaktivität und ich kenne kein einziges Spiel, welches es mit einem Film wie Schindlers Liste, Die Verurteilten, Forrest Gump etc. aufnehmen könnte.
Spiele sind in der Regel die Transformers, die Battleships und die Avengers der Branche... und diese Filme sind auch nicht mehr als "ein Mittel, mit dem man ein wenig Spannung erzeugen oder den Problemen der realen Welt entfliehen könne"
Und selbst WENN ein Spiel mal einen andere Weg einschlägt wie z.B. Shadow of The Colossus oder Okami so sind es letzendlich trotzdem SPIELE dessen Gameplay SPAß macht und dieser Umstand macht es schon fast unmöglich aus einem Spiel mehr zu machen als ein simples Unterhaltungsprodukt
Man wird ja auch niemanden den Schrecken des Krieges vermitteln können wenn man ne Runde Paintball spielen geht.
Da wird auch geballtert, Leute "sterben" aber das einzige was da hängen bleibt ist die Freude am Spiel und die vorfreude auf die nächste Runde.
Spector will, dass mehr "Ahnungslose" sich mit der Materie befassen und dadurch komplett amateurhafte Berichte über Videospiele schreiben?
So wie es bei anderen Medien der Fall ist wenn über diese in Magazinen berichtet wird die sich eigentlich auf was ganz anderes Spezialisieren und nie mehr als einen groben und oft sogar falschen Überblick bieten?
Wenn ich wirklich wissen will wie ein Film, Auto, Spülmaschine ist, dann nehme ich da sicher nicht den Spiegel, die Bild oder Focus als anlaufstelle sondern Auto Motor und Sport, Die Cinema etc.
Ehrlich gesagt bin ich sogar froh darüber, dass über Videospiele hauptsächlich von Videospielern berichtet wird.
Achja... und wenn allgemeine Medien über Filme, Musik etc. berichten, dann auch nur über grad aktuelle Massenphänomene.
Avatar, Supermann und Batman, SpiderMan..... das sind jetzt nicht grad die Filme welche das Medium Film zu etwas höherem heben als simpler Massenunterhaltung.
Hat der Dummschwätzer schonmal dran gedacht, dass es einfach daran liegt, dass Spiele in der Regel nicht mehr sind!Abschließend merkt Spector schließlich an: Sollten Spiele diese Art der Betrachtung nicht ermöglichen, wären sie vielleicht tatsächlich nur ein Mittel, mit dem man ein wenig Spannung erzeugen oder den Problemen der realen Welt entfliehen könne
Spielen ist in erster Linie ein Hobby, eine Freizeitaktivität und ich kenne kein einziges Spiel, welches es mit einem Film wie Schindlers Liste, Die Verurteilten, Forrest Gump etc. aufnehmen könnte.
Spiele sind in der Regel die Transformers, die Battleships und die Avengers der Branche... und diese Filme sind auch nicht mehr als "ein Mittel, mit dem man ein wenig Spannung erzeugen oder den Problemen der realen Welt entfliehen könne"
Und selbst WENN ein Spiel mal einen andere Weg einschlägt wie z.B. Shadow of The Colossus oder Okami so sind es letzendlich trotzdem SPIELE dessen Gameplay SPAß macht und dieser Umstand macht es schon fast unmöglich aus einem Spiel mehr zu machen als ein simples Unterhaltungsprodukt
Man wird ja auch niemanden den Schrecken des Krieges vermitteln können wenn man ne Runde Paintball spielen geht.
Da wird auch geballtert, Leute "sterben" aber das einzige was da hängen bleibt ist die Freude am Spiel und die vorfreude auf die nächste Runde.
Zuletzt geändert von KleinerMrDerb am 11.07.2013 11:38, insgesamt 1-mal geändert.
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Nanimonai
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie
In ganz vielen Bereichen des Lebens muss erst die Forderung stehen, bevor sich überhaupt eine Entwicklung ergeben kann.Alter Sack hat geschrieben:Sowas muss sich entwickeln. Sowas darf man nicht fordern.
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie
Alter Sack hat geschrieben:@kumbao:
Klar darf man darüber diskutieren. Aber eine "F"ordeung nach einem bestimmten Journalismus hat für mich immer was befremdliches. Sowas muss sich entwickeln. Sowas darf man nicht fordern.
Da haste natürlich Recht. Aber in der Kunstgeschichte gab es eben immer wieder auch den Weg, sich über ein Manifest erst einmal zu finden. Hat hin und wieder tatsächlich ziemliche Spuren hinterlassen (Surrealisten, MAERZ, Dada, Dogma usw. usw.)
Allerdings gab es solche Anläufe ja auch bei uns schon. Siehe das Stichwort "New Games Journalism", so etwas wie unser "Gonzo"-Movement. Liegt auch schon wieder fast zehn Jahre zurück:
http://www.alwaysblack.com/blackbox/ngj.html
- Kajetan
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie
Stimmt. Deswegen habe ich auch nicht von DEM EINEN Weg gesprochen.Alter Sack hat geschrieben:Mit welcher Erleuchtung ... "der einen richtigen Erleuchtung"?![]()
Das ist ziemliches Geschwafel. Es gibt nicht den einen richtigen Weg ...
Es geht hier um Erleuchtung, Erkenntniserweiterung und nicht darum, was man gefälligst wie zu interpretieren hat. Es reicht schon, wenn man begriffen hat, dass Spiele mehr als nur bloßer "Spass", mehr als nur simple Feierabendunterhaltung sein können. Selbige ist weiterhin natürlich vollkommen legitim, aber es wäre schon viel erreicht, wenn nicht jedesmal die übliche, reflexartige, fast schon panische Abwehr- und Blockadehaltung kommt, wenn jemand in Spielen mehr sehen möchte als eben nur bloße Unterhaltung.
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Nanimonai
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Re: Spielkultur:
Unter anderem.KleinerMrDerb hat geschrieben: Spector will, dass mehr "Ahnungslose" sich mit der Materie befassen und dadurch komplett amateurhafte Berichte über Videospiele schreiben?
Aber auch, dass insgesamt mehr qualifizierte Leute über diese Materie schreiben. Nichts gegen 4Players und Konsorten, aber wenn wir mal ehrlich sind, stehen die Redakteure dieser Seiten auf einer journalistischen Qualitätsskala doch eher am unteren Ende.
Was bringen denn die meisten Spielejournalisten an Qualifikationen mit? Es reicht doch schon, wenn man eine gewisse Erfahrung mit Computerspielen hat, um Redakteur auf einem Großteil der Seiten zu sein. Ein sonderlich guter Schreiber muss man dafür nicht sein, wie man ja immer wieder sieht.
Es wäre doch durchaus mal interessant, einen guten Schreiber und Journalisten an die Materie zu lassen, der vielleicht gar nicht mal so viel Erfahrung mit Computerspielen hat, dafür aber sämtliche anderen Qualitäten mitbringt.
Eventuell bringt das ja frischen Wind in die Sache und man hat etwas mehr Auswahl als die immer gleichen Reviews mit dem immer gleichen Aufbau: Wir fangen die Spielekritik mit der Erlebnisbeschreibung einer Szene aus der Ich-Perspektive an, führen dabei einen imaginären Dialog mit uns selbst ("Ich stehe am Rande eines dunklen Waldes. Da vorne bricht sich ein Licht am Zweig eines großen Baumes. Ist es ein Feind oder doch nur ein Glühwürmchen? Die Spannung steigt und ein unwohles Gefühl macht sich in meinem Magen breit...") und rattern dann der Reihe nach sämtliche relevanten Kritikpunkte nach einer Checkliste ab, bis wir unter das Fazit dann meist eine zufällige Zahl zwischen 70 und 90 kritzeln.
Ein Großteil sämtlicher Gamereviews liest sich für mich genau so, wie Du es befürchtest: Amateurhaft.
- Alter Sack
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie
Ich mache mir da auch keine Sorgen das sich da was nicht entwickeln wird. Spiele werden immer mehr zum Alltagsgegenstand einer immer breiter werdenden Masse. Folglich werden auch immer öfter Kritiken in Alltagsmedien erscheinen, ähnlich wie beim Film oder bei Büchern. Habe letztens noch die Kritik über TLoU bei SPON gelesen die auch schon nicht mehr viel mit den Artikeln der Fachpresse zu tun hat. Deshalb find ich auch den Vergleich mit der Comicwelt den er aufführt ziemlich daneben weil das doch ein ziemlich geschlossener Bereich für sich ist.mr archer hat geschrieben:Alter Sack hat geschrieben:@kumbao:
Klar darf man darüber diskutieren. Aber eine "F"ordeung nach einem bestimmten Journalismus hat für mich immer was befremdliches. Sowas muss sich entwickeln. Sowas darf man nicht fordern.
Da haste natürlich Recht. Aber in der Kunstgeschichte gab es eben immer wieder auch den Weg, sich über ein Manifest erst einmal zu finden. Hat hin und wieder tatsächlich ziemliche Spuren hinterlassen (Surrealisten, MAERZ, Dada, Dogma usw. usw.)
Allerdings gab es solche Anläufe ja auch bei uns schon. Siehe das Stichwort "New Games Journalism", so etwas wie unser "Gonzo"-Movement. Liegt auch schon wieder fast zehn Jahre zurück:
http://www.alwaysblack.com/blackbox/ngj.html
@kajetan: Aber genau das passiert doch momentan. Wie schon bei dem oben aufgeführten Artikel zu TLoU wird doch darüber diskutiert was das Spiel eigentlich ist. Und das war ja nicht nur bei SPON so. Es entwickelt sich doch ... da braucht man keine Forderung.
- Dermer
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie
Das jemand in Spielen mehr sieht als bloße Unterhaltung ist doch völlig legitim. Das man diese Ansicht aber nicht teilen muss, sollte auch akzeptiert werden.Kajetan hat geschrieben:Stimmt. Deswegen habe ich auch nicht von DEM EINEN Weg gesprochen.Alter Sack hat geschrieben:Mit welcher Erleuchtung ... "der einen richtigen Erleuchtung"?![]()
Das ist ziemliches Geschwafel. Es gibt nicht den einen richtigen Weg ...
Es geht hier um Erleuchtung, Erkenntniserweiterung und nicht darum, was man gefälligst wie zu interpretieren hat. Es reicht schon, wenn man begriffen hat, dass Spiele mehr als nur bloßer "Spass", mehr als nur simple Feierabendunterhaltung sein können. Selbige ist weiterhin natürlich vollkommen legitim, aber es wäre schon viel erreicht, wenn nicht jedesmal die übliche, reflexartige, fast schon panische Abwehr- und Blockadehaltung kommt, wenn jemand in Spielen mehr sehen möchte als eben nur bloße Unterhaltung.
Warum man seine Bestätigung aber unbedingt bei der SZ oder FAZ suchen muss, das verstehe ich nicht.
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Re: Spielkultur:
Also wenn ich eine vernünftige Meinung zu einem Auto will, dann frage ich doch lieber jemanden wie Matthias Malmedie der sich mit der Materie auskennt und quasi EINS ist mit dem Produkt und keine Marcel Reich-Ranicki.Nanimonai hat geschrieben: Was bringen denn die meisten Spielejournalisten an Qualifikationen mit? Es reicht doch schon, wenn man eine gewisse Erfahrung mit Computerspielen hat, um Redakteur auf einem Großteil der Seiten zu sein. Ein sonderlich guter Schreiber muss man dafür nicht sein, wie man ja immer wieder sieht.
Ich will etwas über das Produkt wissen und keinen literarisch wertvollen Artikel lesen mit querverweisen zu Goethes Faust und der alles entscheidenen Frage nach dem Sinn des seins!
Das ergibt doch überhaupt keinen Sinn.
Ich schicke doch auch keinen Volksmusikliebhaber zum WACKEN, der mir dann erzählt, dass es dort nur Vollasis gibt die Krach hören und sich dabei scheinbar verprügeln....
Was bringt mir diese Erkentnis von Jemandem der mit der Materie absolut nichts am Hut hat.
Zuletzt geändert von KleinerMrDerb am 11.07.2013 12:11, insgesamt 1-mal geändert.
- KleinerMrDerb
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie
Aber eben NUR wenn das Spiel selbst andere Wege geht.Alter Sack hat geschrieben:Es entwickelt sich doch ... da braucht man keine Forderung.
Und genau da liegt dann der Hund begraben.
Die Forderung sollte sich also nicht an die Journalisten richten sondern viel mehr an die Entwickler.
Diese müssen Spiele erschaffen die es Wert sind, dass auch Leute ausserhalb der Branche über sie berichten wollen und das war mit The Last of Us durchaus gegeben.
Aber solch ein Spiel ist eine absolute Ausnahme die nur alle paar Jahre mal auftaucht und dazwischen erscheint zwar für die Branche selbst interessanter aber darüberhinaus völlig belangloser Kram.
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Nanimonai
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Re: Spielkultur:
Was bringt mir die Erkenntnis eines Heavy Metal Fans, der über das Festival berichtet und es nicht vernünftig zu Papier bringen kann? Ein "Nur coole Leute. Tolle Mucke. Voll geil laut da!" ist auch nicht gehaltvoller als ein "Nur Vollasis, die Krach hören und sich verprügeln".KleinerMrDerb hat geschrieben: Ich schicke doch auch keinen Volksmusikliebhaber zum WACKEN, der mir dann erzählt, dass es dort nur Vollasis gibt die Krach hören und sich dabei scheinbar verprügeln....
Was bringt mir diese Erkentnis von Jemandem der mit der Materie absolut nichts am Hut hat.
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Re: Spielkultur:
Also mir ist in 30 Jahren Videospielgeschichte noch kein einziger Test eines Videospiels unter gekommen in dem kurz gefasst nur steht... Toll, Voll Geil, abslut Cool, KAUFEN!.Nanimonai hat geschrieben:Was bringt mir die Erkenntnis eines Heavy Metal Fans, der über das Festival berichtet und es nicht vernünftig zu Papier bringen kann? Ein "Nur coole Leute. Tolle Mucke. Voll geil laut da!" ist auch nicht gehaltvoller als ein "Nur Vollasis, die Krach hören und sich verprügeln".
Höchstens bei den Privatrezensionen von Amazon aber niemals auf einer Seite wie 4players und ähnlichen.
- Kajetan
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie
Weil in der breiten Öffentlichkeit Videospiele weiterhin nur als dumpfes Geballer für infantile Erwachsene oder degenerierte Jugendliche betrachtet werden. Wenn jedoch in etablierten Massenmedien mit enormer Reichweite und nicht nur in kleinen Spezialblogs mit ein paar Hundert Lesern, Spiele endlich differenziert dargestellt werden, dann kann dies mit dazu beitragen, dass Politiker mit dumpfen Verbotsforderungen nicht mehr länger erfolgreich auf Stimmenfang gehen können, weil die Leute darauf nicht mehr reinfallen, weil die Leute in diesen Blättern lesen, dass Spiele mehr sein können als tumber Splatter.Dermer hat geschrieben: Warum man seine Bestätigung aber unbedingt bei der SZ oder FAZ suchen muss, das verstehe ich nicht.
Dann können, und das ist das faszinierende daran, bei irgendwelchen Branchenveranstaltungen mit staatlicher Unterstützung, auch endlich Actionspiele ausgezeichnet werden, wenn diese gut genug sind, weil man sich nicht mehr reflexartig von Actionspielen distanzieren muss und stattdessen irgendein lahmes, halbgares Adventure oder Strategiespiel automatisch Preisträger wird, weil halt sonst nix anderes zugelassen wird. Dann kann man auch Technik-Preise für Spiele wie z.B. Crysis vergeben, so wie man in Hollywood längst SFX-Oscars für Filme vergibt, die ausser den Effekten aber nicht viel zu bieten haben. Weil es ok ist, dass auch solche Werke ausgezeichnet werden können, wenn sie auf diesem speziellen Gebiet Ausserordentliches leisten.
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie
Es ist generell die Frage was man auch als Spieler vom Medium eigentlich haben will.
Will man alles so wie bisher, braucht es auch kaum mehr als den bisherigen Spielejournalismus.
Will man aber Anerkennung, braucht es eben sowas wie den Spiegel. Viele Spiele sind stinkerfolgreich, aber wer kennt sie außer Spielern? Aber jeder weiß was Herr der Ringe oder Harry Potter ist. Will man Anerkennung, dann braucht es richtigen Journalismus.
Außerdem kann das auch positive Effekte haben. Wenn Entwickler wissen, dass sie von viel breiteren Schichten wahrgenommen werden, dann müssen sie sich bei bestimmten Elementen auch mehr Mühe geben, beispielsweise beim Storytelling.
Will man alles so wie bisher, braucht es auch kaum mehr als den bisherigen Spielejournalismus.
Will man aber Anerkennung, braucht es eben sowas wie den Spiegel. Viele Spiele sind stinkerfolgreich, aber wer kennt sie außer Spielern? Aber jeder weiß was Herr der Ringe oder Harry Potter ist. Will man Anerkennung, dann braucht es richtigen Journalismus.
Außerdem kann das auch positive Effekte haben. Wenn Entwickler wissen, dass sie von viel breiteren Schichten wahrgenommen werden, dann müssen sie sich bei bestimmten Elementen auch mehr Mühe geben, beispielsweise beim Storytelling.
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Nanimonai
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Re: Spielkultur:
Mir immer. Nicht in diesem Worten oder mit dieser Aussage, aber in dieser Qualität.KleinerMrDerb hat geschrieben:Also mir ist in 30 Jahren Videospielgeschichte noch kein einziger Test eines Videospiels unter gekommen in dem kurz gefasst nur steht... Toll, Voll Geil, abslut Cool, KAUFEN!.Nanimonai hat geschrieben:Was bringt mir die Erkenntnis eines Heavy Metal Fans, der über das Festival berichtet und es nicht vernünftig zu Papier bringen kann? Ein "Nur coole Leute. Tolle Mucke. Voll geil laut da!" ist auch nicht gehaltvoller als ein "Nur Vollasis, die Krach hören und sich verprügeln".
Vergleiche mal professionelle Rezensionen von Büchern, Filmen, Musikalben oder Theaterstücken mit den "professionellen" Rezensionen in der Spieleindustrie.
Das Gefälle ist groß.
