GoT Staffelfinale 3.
Alles in allem ein sehr schönes Staffelfinale. Mein persönliches Highlight dieser Folge:
Wie Reek nun endlich eingeführt wird. Selbst nachdem Theon aus Staffel 2 wie das allergrößte Arschloch rausgegangen ist, kann man hier nicht anders als anfangen, Mitleid zu empfinden. Über die Umsetzung dieser Beziehung, die im Buch ja nur rückblickend erzählt blieb, bin ich besonders froh. Selbst meine nicht-buchlesenden Freunde haben ihren Hass auf Theon mittlerweile angesichts dieser Grausamkeiten begraben.
Im Übrigen sieht man im Internet sehr deutlich, wie -sorry- stumpfsinnig doch ein beachtlicher Teil der Zuschauerschaft ist, auch derer, die die Bücher gelesen haben. Es gibt kaum Action, hauptsächlich Gespräche, keine nennenswerten Gefechte und schon wird rumgeheult was für eine langweilige Folge das doch war. Gerade das fand ich sehr gut, es wurde quasi nichts weiter getan, als die Ereignisse glaubhaft ausklingen zu lassen und dabei Exposition für Staffel 4 zu liefern. Aber auch sehr fies, denn mich zumindest haben sie jetzt schon zu Tode gehyped.
Nur ein paar Kleinigkeiten am Finale spezifisch, die mich störten
(Achtung nur lesen wenn man die Bücher alle kennt oder Spoiler einem egal sind):
1. Das Durcheinanderwerfen bei Stannis. Hängt aber wohl damit zusammen, dass man gerade den Greyjoys in Staffel 4 wohl noch etwas mehr Zeit zur Einführung geben wollte (Balons Tod mit eingeschlossen), und Balon showtaktisch kaum nach Joffrey sterben darf. Dennoch: so kommt Davos m.M.n. zu kurz.
2. Jaimes Eintreffen in King's Landing. Ich fand, es war sehr wichtig, dass Jaime seinen Sohn, nachdem seine Charakterwandlung begonnen hat, nicht mehr lebend zu Gesicht bekam. Jetzt muss er irgendwie direkt auf Joffreys Tod und Cerseis Reaktion darauf reagieren, wie soll das so emotional glaubwürdig rüberkommen, wie im Buch (wo es nur über Distanz und damit indirekt war), wenn er seine Linie Richtung tendenziell positiver Charakter beibehalten und dementsprechend wenig darauf geben soll?
Ansonsten hätte ich showtaktisch eine andere Endszene gewählt, da die Zuschauer schon ohnehin niedergeschmettert waren, und jetzt auch noch Jons Überleben ungewiss ist: ich hätte Lady Stoneheart eingeführt. Aber auch Daenerys' episches Finale war genial.
Ansonsten, ein geniales und würdiges Finale.
Hier meine letzten Endes doch recht klein ausgefallene Kritik zu Staffel 3 im Allgemeinen:
1. Brans Part ist nicht ausführlich genug ausgefallen. Das ganze Skinchanging- und Greenseeing-Gedöns kam letzten Endes etwas zu kurz, mein Eindruck. Als Nur-Zuschauer wäre ich nicht "drin" genug, um mich da wirklich reinzusteigern.
2. Ebenso Davos' und Stannis' Part. Der Zuschauer wird die, speziell Davos, nicht sympathisch genug finden, um sich wirklich mitreißen zu lassen.
3. Mein größter Kritikpunkt: Danys Part, war, obwohl episch, viel zu sehr aufs Wesentlichste des Wesentlichsten reduziert. Weder wurde die komplizierte Beziehung zu Jorah vertieft (außer in jenem "And... Daario Naharis?"-Friendzone-Momet), noch wurde die Ghiscari-Kultur gut genug beleuchtet, die doch erstmal der Auslöser für Danys plötzlich gewonnenes Verantwortungsgefühl ist. Und natürlich weiß der Zuschauer immer noch nicht die Namen der Drachen...
Ansonsten haben mich nur mitunter die Animation der Wölfe gestört, das sah unecht aus

Besonderes Lob in dieser Staffel an:
1. King's Landing. Alles mMn perfekt. Sowohl umsetzungs- als auch nach Drama-Gesichtspunkten.
2. Theon und Ramsay. Idealer Ersatz für fehlende szenische Beschreibung im Buch.
3. The Red Wedding. Brutal, schockierend, erschütternd.